Die Filme des Quentin Tarantino

Für die Filmkenner: In unserem Cinema könnt ihr über den neuesten Blockbuster im Kino, alten Klassikern, neuen Kultfilmen bis hin zu euren Lieblingsserien uvm. diskutieren! Alles aus der TV/Kinowelt, das nicht ins Bondforum passt, bitte hier herein!

Welcher ist der beste Film von Tarantino?

Reservoir Dogs
2
7%
Pulp Fiction
8
28%
Jackie Brown
2
7%
Kill Bill: Volume 1
2
7%
Kill Bill: Volume 2
0
Keine Stimmen
Death Proof: Todsicher
0
Keine Stimmen
Inglourious Basterds
6
21%
Django Unchained
6
21%
The Hateful Eight
3
10%
 
Insgesamt abgegebene Stimmen: 29
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GoldenProjectile
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17. August 2019 15:30

Casino Hille hat geschrieben:
17. August 2019 15:12
Mal unabhängig von dem was QT sagt: Burt Reynolds und sein Stuntdouble Hal Needham sind überdeutlich eine wichtige Inspiration/Vorlage für Rick Dalton und Cliff Booth. Und auch Dalton schafft am Ende eindeutig den Sprung zum Kinohelden 1969 - eine andere Inspiration lässt die Schlussszene des Films kaum zu, wenn sich für Rick nicht nur sprichwörtlich eine neue Tur öffnet und er den Sprung hinter den Zaun geschafft hat, von dem er träumt.
Ex-Akt. Daltons Traum, bei Polanski mitzuspielen erfüllt sich am Ende, auch wenn der Schluss bewusst offen bleibt, aber es winkt deutlich in die Richtung.

Vielleicht spielt Dalton in Tarantinos Welt ja den Mr. Gitteeesssss in Chinatown.
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Casino Hille
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17. August 2019 15:44

Das eigentliche Ende (Dalton am Tor) fand ich QT typisch sehr stark, während ansonsten der Schlussakt eine totale Enttäuschung gewesen ist, und auch schwach inszeniert wurde. Überhaupt ist es ein großes Problem des Films, dass er sein Pacing überhaupt nicht in den Griff kriegt und die Dialoge bestenfalls gut, aber auf gar keinen Fall hervorragend sind. Da war der alternative Tarantino-Film Bad Times at the El Royale letztes Jahr sehr viel besser und ausgereifter als OUATIH, in dem mir neben der oberaffenstarken DiCaprio Performance eigentlich nur das reflexive Spiel mit der 69er Film- und Fernsehgeschichte (Highlights: die lange Westerndreh-Passage mit dem vortrefflichen Timothy Olyphant, und "The Great Escape") richtig Spaß gemacht hat. Die sau blöde Bruce Lee Szene hätte genau wie das ewig lange Farmkapitel ersatzlos gestrichen werden können, in dieser Zeit ist der Film stilistisch zwar schick anzusehen, aber auch viel zu lang und teilweise sogar (als erster QT Film für mich) auch langweilig.
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17. August 2019 15:59

Ach ne, das war alles sehr starkes Material, wenn ich dem Film einen Vorwurf machen wollte dann dass er sein fast ausschliesslich gelungenes Material dramaturgisch nicht unter einen Hut bekommt, aber auch da bin ich mir noch gar nicht so sicher, wie ich das sehe, im Nachhinein hat der Film zumindest einen sehr stabilen Eindruck hinterlassen.

Und man kann durchaus sagen dass das Ende der Manson-Geschichte ein primitiver Spass ist der auf die niederen Triebe abzielt und weniger elegant funktioniert als zum Beispiel in IB, wo die Nazi-Metzelei für mich immer eher nebensächlich oder zumindest sehr organisch integriert war. Aber gleichzeitig würde ich lügen wenn ich sagen würde dass ich beim Ende nicht eine Mordsgaudi hatte.
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Casino Hille
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17. August 2019 16:11

Ne, das ganze Manson Kapitel (Farm, 8. August) war mir viel zu flach geschrieben und vor allem inszeniert und gerade die sonst virtuose Verknüpfung von Musik und Bild bei QT war hier nahezu nonexistent. Der Film fühlt sich besonders in diesen Passagen wie von einem Tarantino Wannabe inszeniert und nicht vom selben Genie, dass Pulp Fiction und Inglourious Basterds zu verantworten hat. In den vielen Fake Szenen aus Film und Serie funktioniert der Film als Metaspiel mit 69er Popkultur wunderbar, aber auch hier ist nur die halbe Stunde beim Westerndreh für mich auf gewohntem Tarantino-Niveau (dafür dann aber auch echt Spitzenklasse), der Rest gut, aber nichts außergewöhnliches. Und die Lee Szene ist wirklich doof, und ich verstehe auch die Kontroverse drum herum.

Daher:

Reservoir Dogs - 10
Pulp Fiction - 12
Jackie Brown - 8,5
Kill Bill 1 - 9
Kill Bill 2 - 10
Death Proof - 10
Inglourious Basterds - 11
Django Unchained - 8,5
Hateful Eight - 9,5
Once Upon a Time in Hollywood - 6

Letzterer könnten aber auch nur 5 sein.
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17. August 2019 17:31

Puuh.

Reservoir Dogs - 9
Pulp Fiction - 8
Jackie Brown - 8,5
Kill Bill - 9
Death Proof - -
Inglourious Basterds - 10
Django Unchained - 5,5 (ewig her)
Hateful Eight - 7,5
Once Upon a Time in Hollywood - 8
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18. August 2019 00:00

Casino Hille hat geschrieben:
17. August 2019 15:44
Die sau blöde Bruce Lee Szene hätte genau wie das ewig lange Farmkapitel ersatzlos gestrichen werden können, in dieser Zeit ist der Film stilistisch zwar schick anzusehen, aber auch viel zu lang und teilweise sogar (als erster QT Film für mich) auch langweilig.
Ach, die Szene fand ich ganz in Ordnung. Da hätte ich eher die Szene mit dem Autoreifen gestrichen.
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18. August 2019 00:37

In meinen Augen ist diese Bruce-Lee-Szene sehr, sehr zwiespältig, weil sie so gar nicht ins Bild einer Liebeserklärung an die damalige Zeit Hollywoods passen will und sehr stark auch den Charakter des Bruce Lee sehr unpassend der Lächerlichkeit preisgibt. Die Farmsequenz hätte man auch ein wenig kürzen können, weil sie schon sehr langgezogen wirkt und sich auch so etwas wie Spannung nicht wirklich entfaltet. Das hätte Tarantino auch knackiger inszenieren können.
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18. August 2019 00:49

HCN007 hat geschrieben:
18. August 2019 00:37
Die Farmsequenz hätte man auch ein wenig kürzen können, weil sie schon sehr langgezogen wirkt und sich auch so etwas wie Spannung nicht wirklich entfaltet. Das hätte Tarantino auch knackiger inszenieren können.
Das einzige interessante an der Farmsequenz ist eigentlich Bruce Dern. Den Rest hätte man deutlich zügiger abhandeln können.
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HCN007
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18. August 2019 19:17

Neulich hat jemand auf einem Tarantino-Film-Set ein Quarantäne-Zelt aufgestellt und es "Tentin Quarantino" genannt !
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Maibaum
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19. August 2019 20:16

Für den Anfang war OuTiH erst einmal ein sehr unterhaltsamer Film, mit ein paar starken Szenen und einem eigenwilligen Aufbau (nicht handelsüblich wie hier irgendwer meinte). Das sehr komische Ende, daß dramaturgisch einfach macht was es will (und wohl deshalb statt schockierend oder abstoßend zu sein mich zum Lachen brachte), hat dann irgendwie dazu geführt, daß ich den ganzen Film plötzlich viel besser fand als ich zunächst dachte. Und ihn nun für sehr vernünftig konstruiert ansehe. Ich hätte Lust ihn mir gleich nochmal anzusehen ...
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Casino Hille
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19. August 2019 23:46

Das Ende ist doch nicht komisch und macht auch nicht was es will. Natürlich grätschen Pitt und DiCaprio dazwischen und es gibt die übliche QT-Schlachtplatte. Das fand ich alles unglaublich banal ausgeführt, aber das eigentliche Ende nach der unmotivierten Gewalteinlage finde ich dann wieder sehr schön.
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Maibaum
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20. August 2019 10:07

An sich ist es natürlich nicht komisch, aber es hat sich dann für mich in etwas komisches verwandelt, und normalerweise gehöre ich nicht zu denen die über Kinogewalt lachen (außer es soll komisch sein).

Nee, die groteske Gewalt am Ende war großartig, und hat den ganzen Film für mich verwandelt. Banal? Keinesfalls, eher mal wieder das Gegenteil, denn es hat funktioniert gerade weil es so derbe übertrieben war, und scheinbar aus dem Nichts kam.
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20. August 2019 18:39

Ging mir genauso, das Ende war irgendwie lustig, mindestens komisch, hat sich gerade nicht wie die vermeintlich typische Tarantino Schlachtplatte angefühlt. Das ging mir dafür bei H8 so, wo ich das ganze zu lang und zu sehr sich in der Gewalt suhlend empfand.
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Maibaum
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20. August 2019 20:59

Ja stimmt, in beiden Western hat mir einiges an den Gewaltdarstellungen nicht gefallen, sicher auch ein Grund warum ich von Beiden etwas enttäuscht war. Bzw beide nicht so richtig gezündet haben bei mir.
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20. August 2019 22:33

Wir (ich und circa acht Freunde) fanden das Ende, also das Gemetzel saukomisch durch die übertriebene, völlig groteske Gewaltdarstellung, die Art wie man die beiden Hauptcharaktere in den zwei Stunden zuvor kennengelernt hat und dadurch, dass es der Manson-Familie ans Leder geht, man also durchaus auch lachen darf. In dieser Hinsicht habe ich ihn auch als geglückter in Erinnerung als die beiden Südwestern.
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