Re: Die Filme von Paul Verhoeven

#181
Casino Hille hat geschrieben:
5. Dezember 2019 13:57
Ja, die Schurken chargieren was das Zeug hält, im wirklich unangenehmen Bereich(...) Aber man kann das problemlos anders sehen Anatol, und ich denke, wenn man mit dem Film als Ganzes zufriedener ist, dann passen die Schauspieler auch besser ins Konzept.
Das ist denke ich der Punkt und gerade bezüglich der Darstellungen würde ich da dann auch kein handwerkliches Problem sehen sondern eher ein generelles Problem mit der Ausrichtung bzw. ob man diese (wie auch den Stil der Darstellungen) für angebracht hält. Ich finde gerade dieses übertriebene Macho-Gehabe ganz köstlich. Es passt auch wie ich finde wunderbar zu den diversen comedy-Einschüben wie z.B. dem "kauf ich für nen Dollar"-Typ oder wenn ED-209 bei seiner ersten Präsentation mal schnell den jungen, dynamischen OCP-Manager wegballert (eine Szene, die ja eigentlich überhaupt nicht lustig sein dürfte, die Verhoeven aber so over-the-top zelebriert, dass man einfach grinsen muss). Aber davon ab chargieren ja bei weitem nicht alle Schurken, eigentlich ja nur die Fußsoldaten. Sobald es in der Hierarchie weiter hoch geht, werden auch die Darstellungen wesentlich ernsthafter und dunkler. Cox ist da finde ich ein sehr gutes Beispiel.
Casino Hille hat geschrieben:
5. Dezember 2019 13:57
Wo krieg ich die Schweizer Bluray denn zu einem vernünftigen Preis? Hat jemand da einen Link für mich? :)
schaust du hier:
https://www.cede.ch/de/movies/?view=det ... d=15323093
"Ihr bescheisst ja!?" - "Wir? Äh-Äh!" - "Na Na!"

Re: Die Filme von Paul Verhoeven

#184
AnatolGogol hat geschrieben:
5. Dezember 2019 14:12
Casino Hille hat geschrieben:
5. Dezember 2019 13:57
Ja, die Schurken chargieren was das Zeug hält, im wirklich unangenehmen Bereich(...) Aber man kann das problemlos anders sehen Anatol, und ich denke, wenn man mit dem Film als Ganzes zufriedener ist, dann passen die Schauspieler auch besser ins Konzept.
Das ist denke ich der Punkt und gerade bezüglich der Darstellungen würde ich da dann auch kein handwerkliches Problem sehen sondern eher ein generelles Problem mit der Ausrichtung bzw. ob man diese (wie auch den Stil der Darstellungen) für angebracht hält. Ich finde gerade dieses übertriebene Macho-Gehabe ganz köstlich. Es passt auch wie ich finde wunderbar zu den diversen comedy-Einschüben wie z.B. dem "kauf ich für nen Dollar"-Typ oder wenn ED-209 bei seiner ersten Präsentation mal schnell den jungen, dynamischen OCP-Manager wegballert (eine Szene, die ja eigentlich überhaupt nicht lustig sein dürfte, die Verhoeven aber so over-the-top zelebriert, dass man einfach grinsen muss). Aber davon ab chargieren ja bei weitem nicht alle Schurken, eigentlich ja nur die Fußsoldaten. Sobald es in der Hierarchie weiter hoch geht, werden auch die Darstellungen wesentlich ernsthafter und dunkler. Cox ist da finde ich ein sehr gutes Beispiel.
Robocop ist eine Granate und den liebe ich nach wie vor. Klar spielen da einige nicht auf Lee Strasberg-Niveau, aber das interessiert mich hier null. Das ist ein Film in die Magengrube, der ungemein Spaß macht. Derb, dreckig, böse, ein waschechter Paul, der sich sehr wenig um hollywoodsche Konventionen und Standarts schert und damit durchkommt. Matürlich kann man das auch anders sehen, aber dieser pulpige, grelle Anstrich ist genau die Stärke des Films. Auf jeden Fall nach wie vor satte 9/10.
http://www.vodkasreviews.de

https://ssl.ofdb.de/view.php?page=poste ... Kat=Review

Re: Die Filme von Paul Verhoeven

#186
Ich wollte hier übrigens auch nicht nerven oder den Film fertig machen und finde es selber fast ein bisschen unangenehm, dass ich kaum wirklich Positives dazu sagen kann. Nur noch mal als Anmerkung, weil mich der drastische "Schmerzhaft"-Begriff doch ein wenig überrascht hat. Ich kann das schon im weitesten Sinne nachvollziehen, wenn euch der Film begeistert, umgekehrt halte ich ja auch Scott Pilgrim für einen der schönsten und reichhaltigsten Filme überhaupt und kann mir gut vorstellen, dass ihr den als kindische ADHS-Groteske für die Comicgeneration titulieren könntet. Live and let live (und das in einem Bondforum...)

Mir hat er als dystopischer Rachethriller mit satirischem Einschlag nur einen mässigen Eindruck gemacht aufgrund vieler Schwachen - oder nennen wir es etwas diplomatischer aufgrund fehlenden Zugangs. Da ist es erstaunlich, dass Black Book richtig stark war, und dabei ebenso erstaunlich, dass Elle wiederum weniger zünden konnte trotz des ähnlichen Backgrounds (subtiler Europa-Paul statt lauter SciFi-Paul).
We'll always have Marburg

Re: Die Filme von Paul Verhoeven

#187
Du, das ist alles gar kein Problem. Filme mag man, oder eben nicht. Gründe lassen sich immer finden. Ich finde Robocop toll, hab den aber auch damals im Kino als Teenager gesehen. Weiß noch genau, wie wir damals völlig baff waren unseren Deutschlehrer in der Vorstellung zu sehen, den wir niemals mit solchen Filmen in Verbindung gebracht hätten (obwohl wir ihn cool fanden). Haben dann danach noch über den satirischen Gehalt des Films gefachsimpelt, was einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Damals war das Verhältnis zu den Lehrern noch etwas sagen wir mal "ehrfüchtiger" als heute. :) Aber abgesehen davon habe ich den Film auch Jahre später immer sehr gemocht, wie übrigens fast alle Werke Pauls (außer Showgirls und Hollow Man). Und das ist bis heute so.
http://www.vodkasreviews.de

https://ssl.ofdb.de/view.php?page=poste ... Kat=Review
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