Re: Der Metal Thread von Max & Revoked

#166
Das Metal Jahr neigt sich dem Ende.

Ich benenne meine Top 3 Alben des Jahres 2019:
Das ist dieses Jahr nicht einfach...

1. Blood Incantation - Hidden History Of The Human Race

Wenn einem ein Death Metal Album nach dem ersten Durchlauf im Ohr hängen bleibt, so gibt es zwei Möglichkeiten: es ist kein Death Metal oder es ist etwas sehr großes. Das hier ist groß. Komplexe Songstrukturen, atmosphärische Passagen, hemmungslose Raserei. Auch Leute, die mit DM sonst nicht viel anfangen können, sollten hier mal ein Ohr riskieren.


2. Atlanten Kodex - The Course Of Empire

Die zur Zeit wohl beste deutsche Metal Band. Das beste Album ist allerdings der Vorgänger. Das ist natürlich jammern auf hohem Niveau, aber beim diesjährigen Release sind die Melodien nicht ganz so eingängig ausgefallen.


3. Green Lung - Woodland Rites

Irgendwie bräuchte ich einen 3ten Platz: also wer die eingängigen Sabbath Songs mag wird hiermit glücklich. „Tüten rausholen“.


Dieses Jahr entdeckte Alben, die aber älter sind:

1. Sacral Rage - Beyond Celestial Echoes (2018)

Wo soll ich anfangen? Am Ende. Ich hatte das Glück diese griechische Ausnahmeband als Headliner auf dem diesjährigen German Swordbrothers Festival zu sehen. Zu hören gibt es eine Mischung aus Heavy, Avantgarde und Speedmetal. Trotz vertrackter Strukturen sind die Songs eingängig. Jedes Bandmitglieder holt aus seinem Instrument das Maximum raus. Coverartwork ist sehr cool. Retrograd wohl unter den Top 3 für 2018.


2. Atlantean Kodex - The White Goddess (2013)

Oben schon erwähnt ist das hier aus meiner Sicht ihr Meisterwerk. Vor allem das epische Sol Invictus ist ein Ohrenschmaus. Diese Band müsste eigentlich so groß sein wie die Scorpions (ohne, dass sie sich ähnlich wären)!


3. Eternal Champion - The Armor Of Ire (2016)

Hier bekommen wir epischen Heavy Metal im 80er Stil. Eingängige Gesangsmelodien, klasse Gitarrensolos und ein Conan mäßiges Artwork!



Heiße Schei**e, die noch dampft und ein paar Durchläufe braucht, um wirklich von mir bewertet zu werden:


Dethlehem - Destroyers Of The Realm

Läuft unter Epic Melodic Death Metal, gespickt mit kleinen Hörspiel
Comedy-Einlagen die Manowar schön durch den Kakao ziehen.


Below - Upon A Pale Horse

Epic Doom Metal, schwer und treibend. Melodiös und Abwechslungsreich.
Vorspiel ist das schönste Spiel

#Marburg2020

Zum Glück musste Moore das nicht mehr erleben.
Revoked

Re: Re: Der Metal Thread von Max & Revoked

#167
Jahresrockblick 2019 von HCN007/iHaveCNit – mein großer Metal-Rückblick.

„Jahresrockblick“ - was für eine Wortschöpfung – passend und cheesy und nicht meine Idee, danke an „Metal Hammer“ !

Jahrelang habe ich nur an der Oberfläche gekratzt – dieses Jahr ist es regelrecht bei mir explodiert – die Leidenschaft für Metal und hier relativ vorwiegend den Core-Bereich.

Besucht habe ich folgende Konzerte:

1. Amorphis / Soilwork / Jinjer / Nailed To Obscurity
2. Eluveitie / Lacuna Coil / Infected Rain
3. Jinjer / The Agonist / Khroma / Space of Variations
4. Amon Amarth / Arch Enemy / Hypocrisy
5. Northlane / Polaris / Void of Vision
6. Bury Me Alive / Vertilizar / Call It Tragedy

Die beste Location ist in diesem Jahr die Jahrhunderthalle Frankfurt gewesen. Tolle Akustik, tolle Optik von Außen mit dem großartigen Kuppelsaal.

Was waren für mich die Top-Sets des Jahres gewesen ?
1. Amon Amarth
2. Soilwork
3. Jinjer 2 im Bett Frankfurt
4. Northlane
5. Infected Rain und Polaris

Welche Platten kamen dieses Jahr raus und haben den Weg in mein CD-Regal gefunden ?

Soilwork „Verkligheten“
Killswitch Engage „Atonement“
Amon Amarth „Beserker“
Eluveitie „Ategnatos“
Alter Bridge „Walk The Sky“
Lacuna Coil „Black Anima“
Slipknot „We Are Not Your Kind“
Equlibrium „Renegades“
Jinjer „Macro“
The Agonist „Orphans“
While She Sleeps „So What ?“
As I Lay Dying „Shaped By Fire“
Agnostic Front „Get Loud“
Obey The Brave „Balance“
Lionheart „Valley Of Death“
Atlantean Kodex „The Course of Empire“
Periphery „Hail Stan“
Infected Rain „Endorphin“
Northlane „Alien“
Whitechapel „The Valley“
Fit For An Autopsy „The Sea of Tragic Beasts“
Jasta „The Lost Chapters Volume 2“
Bury Me Alive „Unexpected Miseries“

Was hat in mich in diesem Jahr besonders interessiert und was hat die Metalszene besonders mitgenommen ?

Im Zuge der Veröffentlichung von Killswitch Engages neuem Album „Atonement“ war es richtig interessant, dass auf der Platte einer der wohl wichtigsten Tracks der Band enthalten ist, in dem sowohl Jesse Leach als auch Howard Jones gemeinsam den Gesang gestemmt haben. Jesse Leach war für die ersten Alben Fronter, ehe Howard Jones übernommen hat und dann vor 3 Alben Jesse Leach wieder gekommen ist.

Ganz interessant fand ich bei den Recherchen zu „The Agonist“, dass die aktuelle Fronterin von Arch Enemy Alissa White-Gluz ihre ersten Jahre als Mitgründerin von „The Agonist“ dort die Fronterin gewesen ist. Nun seit 3 Alben ist dort Vicky Psarakis die Fronterin – und obwohl Alissa in der Szene eine Stilikone ist, muss ich im direkten Vergleich auf Platte und Live sagen, dass Psarakis eine größere Range bietet und im klassischen Sinne besser ist. Was ich natürlich auch von Lena Scissorhands von „Infected Rain“ und Tatjana Shmailyuk von „Jinjer“ sagen würde. Natürlich gab es in den Klatschspalten irgendwann mal den angeblichen Zickenkrieg dass Alissa ihre ehemalige Band kleinhalten würde, aber das ist in meinen Augen glaube ich mal etwas, wo mal wieder etwas vollkommen aus dem Kontext gerissen worden ist und natürlich auch so nie gemeint worden ist.

Das Comeback von „As I Lay Dying“ nach 7 Jahren Pause. Der Sänger Tim Lambesis war einige Jahre im Knast, weil er die Ermordung seiner Ex-Frau beantragt haben soll. Tim Lambesis war psyschisch nicht ganz auf der Höhe und ist sehr selbstdestruktiv unterwegs gewesen. Nach der Trennung habe er glaube ich Sorgen um das Wohl seines Kindes gehabt. Irgendwie ein Urteil zu fällen obliegt mir hier nicht. Absolution möchte ich ihm hier nicht erteilen. Aber die Band hat mit „Shaped By Fire“ ein unglaubliches Brett geliefert, was für mich eines der besten Alben 2019 ist. In „Shaped By Fire“ ist die Verarbeitung von Tim Lambesis Problemen die perfekte Grundlage für selbstreferenzielle und selbstkritische Texte, die zeigen, dass Tim Lambesis aus seiner Vergangenheit gelernt hat und optimistischer in die Zukunft blickt.

Metalcore bringt auch seine Opfer. In meiner Recherche zu „Architects“ und „Northlane“ bin ich auf 2 sehr tragische Geschichten gestoßen. Bei „Northlane“ war zuerst Adrian Fitipaldes der Sänger, bis er sich 2014 trennen musste und Marcus Bridge übernommen hat. Fitipaldes hat sich durch den Stress für seine Stimmbänder seine Stimme etwas ruiniert und die nötige Erholung war nicht mehr drin – so dass er seinen Hut nehmen musste. Bei Architects, deren Diskografie stetig in Qualität, Härte und Emotionalität ansteigt, war besonders beim Doppel „Lost Forever/Lost Together“ und „All Of Our Gods Have Abandoned Us“ eine ungewohnte Emotionalität, Hoffnungslosigkeit und Trauer zu spüren, weil die Band mit der tödlich verlaufenen Hautkrebserkrankung vom Gitarristen und Songwriter Tom Searle zu kämpfen hatte. Der Nachfolger „Holy Hell“ mit dem Ersatz für Tom Searle, Josh Middleton ist für mich dann die Spitze im Schaffen dieser Band, die immer noch den Verlust verarbeitet und in die Zukunft blicken muss. Eigentlich sollte beim Konzert mit „Northlane“ in diesem Jahr auch „Silent Planet“ dabei sein, doch wenige Wochen zuvor hat die Band aufgrund persönlicher Gründe des Sängers Garrett Russell die Heimreise angetreten. Russell hat mit psyschischen Problemen zu kämpfen und der Tourstress ist hier weniger zu empfehlen. Ich wünsche ihm und der Band gute Besserung, die sie gerade auch mit der Überarbeitung ihrer bisherigen 3 Alben verbringt.

Welche Bands habe ich in diesem Jahr für mich entdeckt und bin uneingeschränkt Fan geworden ?

Parkway Drive
Architects
Bury Tomorrow
Northlane
Silent Planet
Polaris
Jinjer
Infected Rain
As I Lay Dying
Amon Amarth
The Night Flight Orchestra

Welche Entdeckungen habe ich sonst noch gemacht – auch durch Empfehlungen ?
The Atlantean Kodex

Und welche beiden Bands habe ich bereits vorher gekannt und habe mich bedingt durch ihren diesjährigen Output tiefer in deren Schaffen eingearbeitet ?
Soilwork
Killswitch Engage

Ausblick auf 2020

Was kommen für mich für interessante Platten im nächsten Jahr ?
Bury Tomorrow
Hatebreed
The Night Flight Orchestra
Five Finger Death Punch
Polaris
Limp Bizkit

Welche Konzerte sind geplant ?
Persistence Tour 2020 mit Agnostic Front, H2O und mehr …
Parkway Drive, Hatebreed, Stick To Your Guns, Venom Prison
As I Lay Dying, Whitechapel, Emmure, Une Misere

Unklar
Vainstream 2020
Counterparts, Cant Swim, Chambers
Rebellion 9 mit Madball, Knocked Loose, Harms Way und mehr …
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Re: Re: Der Metal Thread von Max & Revoked

#170
dernamenlose hat geschrieben:
20. April 2020 13:52
Was sagt die hier versammelte Metal-Community denn zum neuen Nightwish Album "Human Nature"?
Metal und Frauenvocals sind persöhlich nicht mein Fall. Deswegen höre ich mir so etwas nicht an, obwohl es theoretisch bestimmt gut ist.
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#Marburg2020

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Re: Der Metal Thread von Max & Revoked

#171
Du verpasst was, und zwar eine ganze Menge, aber muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden.

Synphonic Metal ist definitvi das kompositorisch ansprcuhsvollste und daher für mich persönlich auch mit Abstand interessanteste Metalgenre. Aber hey, jedem das seine. Danke für die (wenn auch späte) Antwort.
"You only need to hang mean bastards, but mean bastards you need to hang."

Re: Der Metal Thread von Max & Revoked

#172
Immer wieder gerne.
dernamenlose hat geschrieben:
25. Mai 2020 14:26
Synphonic Metal ist definitvi das kompositorisch ansprcuhsvollste ... Metalgenre.
Dem kann ich nicht ganz zustimmen. Ich denke man kann so etwas wie kompositorischen Anspruch nicht in eine Rangliste pressen.
Streicher/Orchester können (egal bei welchem (Metal-) Subgenre) „aus der Konserve“ kommen oder eben aufwendig komponiert und eingespielt werden.
Und auch “reduzierte“ Sounds/Songs können “anspruchsvoll“ sein.
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#Marburg2020

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Re: Re: Der Metal Thread von Max & Revoked

#173
zu "Nightwish" - da muss ich ehrlich gesagt an dieser Stelle passen. Auch wenn ich kein Problem mit Metalbands habe, bei denen Frauen die Fronterinnen sind (siehe Infected Rain, Jinjer, The Agonist, In This Moment, Arch Enemy, usw) so fehlte mir bisher immer der Zugang und die Notwendigkeit "Nightwish" zu hören. Vielleicht ändert sich das etwas, wenn ich mal in ein paar Hörproben vom Album auf Youtube reinhöre, aber garantieren kann ich das nicht.

Aber gerade in diesen Zeiten in denen man sich weniger auf Konzerten rumtreiben kann, bleibt einem nur die Musik für Zuhause. Und da habe ich in diesem Jahr bereits einiges an Platten hinter mir - Folgende Platten haben bisher den Weg in mein Regal gefunden, die dieses Jahr erschienen sind:

Novelists FR „Cést La Vie“
Polaris „The Death of Me“
Five Finger Death Punch „F8“
The Night Flight Orchestra „Aeromantic“
Neara „Neara“
Bodycount „Carnivore“
Heaven Shall Burn „Of Truth and Sacrifice“ + „Maximum Sacrifice“
Parkway Drive „Viva The Underdogs“
August Burns Red „Guardians“
Space of Variations „XXXXX“
Call It Tragedy „Turbulence“
Testament „Titans of Creation“
In This Moment „ Mother“
Killswitch Engage – Atonement B-Sides
The Amity Affliction „Everyone loves you once you leave them“
Trivium „What The Dead Man Says“
Paradise Lost „Obsidian“
In Extremo „Kompass zur Sonne“

Darüberhinaus sind aktuell noch folgende Plattenkäufe geplant - die neue "Hatebreed", die eigentlich in diesem Monat erscheinen sollte ist auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Die werden vermutlich zyklisch zur tatsächlich stattfindenden Tour mit "Parkway Drive" dann ihr Album rausbringen.

Oceans „The Sun and The Cold“, bereits erhältlich
Alestorm „Curse of The Crystal Coconut“ 29.05.2020
Bleed From Within „Fracture“ 29.05.2020
The Ghost Inside „The Ghost Inside“ 05.06.2020
Currents „The Way It Ends“ 05.06.2020
Aversions Crown „Hell Will Come For Us All“ 12.06.2020
Bury Tomorrow „Cannibal“ 03.07.2020
Ensiferum „Thalassic“ 10.07.2020
Make Them Suffer „How To Survive A Funeral“ 24.07.2020

Wenn man hier durchaus auch Interesse hat, dass ich vielleicht mal etwas ausführlicher auf die einzelnen Alben eingehe, kann ich das auch gerne mal machen, sehe aber grundsätzlich erstmal keine Veranlassung.
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Re: Der Metal Thread von Max & Revoked

#174
Seit 1 1/2 Wochen ist die neue Paradise Lost Platte raus (Link unten). Aktuell sogar auf Platz 2 der deutschen Albumcharts. Es ist (wiedermal) ein starkes Album geworden, das ich wärmstens empfehle.



Wem das gefällt, der sollte auch die anderen beiden der “Peaceville-Three“ antesten:

My Dying Bride (aktuelles Album):


Und Anathema (ca 1996):


Die drei og Bands stammen alle aus Nordengland und haben Anfang der 90er aus Death Metal, Doom und 80er Gothicsounds ein neues Sub-Genre geschaffen, nämlich den Gothic Metal (nach PLs prägendem Album „Gothic“). (Seit den 2000ern bezeichnet man den Sound allerdings komischerweise als Doom/Death oder Death/Doom).
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#Marburg2020

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Re: Re: Der Metal Thread von Max & Revoked

#175
Revoked hat geschrieben:
25. Mai 2020 15:51
Dem kann ich nicht ganz zustimmen. Ich denke man kann so etwas wie kompositorischen Anspruch nicht in eine Rangliste pressen.
Streicher/Orchester können (egal bei welchem (Metal-) Subgenre) „aus der Konserve“ kommen oder eben aufwendig komponiert und eingespielt werden.
Und auch “reduzierte“ Sounds/Songs können “anspruchsvoll“ sein.
Sicher, aber kaum so anspruchsvoll wie ein Song, der hinter eine klassische Metalband (samt Keyboard und "Folkmusiker") ein komplettes Orchester plus ein oder zwei Chöre gepackt hat und von zwei unterschiedlichen Sängern getragen wird. Wie gesagt, ich rede vom kompositorischen Anspruch. Ein reduzierter Song kann natürlich trotzdem anspruchsvoller zu spielen sein und höheres Können vom Musiker beanspruchen. Aber die Komplexität des Sounddesigns dürfte beim Symphonicmetal allgemein, und bei Nightwish im Speziellen noch mehr nicht nur andere Metalgenres sondern sämtliche bekannteren aktuellen Musikrichtungen übertreffen. Und zum Sounddesign kommt ja noch die Songstruktur hinzu. Metalsongs sind ja generell schon länger als der durchschnittliche Popsong, aber auch hier dürfte der Symphonic Metal die Latte besonders hoch legen. Um bei Nightwish zu bleiben: In ihrem neusten Album ist nur ein Song kürzer als fünf Minuten, zwei sind über sieben Minuten lang. Auf vergangenen Alben gab es auch schon einige über zehn und sogar einen 24-minütigen Song. So etwas gibt es außerhalb des Metals in der halbwegs bekannten Musik gar nicht und auch in anderen Metalgenres kaum.

Aber Komplexität und Anspruch sagt natürlich nichts über die Qualität/bzw. wie es einem gefällt aus. Zwölftonmusik ist möglicherweise auch sehr anspruchsvoll, klingt für mich aber trotzdem furchtbar.
HCN007 hat geschrieben:
25. Mai 2020 18:09
zu "Nightwish" - da muss ich ehrlich gesagt an dieser Stelle passen. Auch wenn ich kein Problem mit Metalbands habe, bei denen Frauen die Fronterinnen sind (siehe Infected Rain, Jinjer, The Agonist, In This Moment, Arch Enemy, usw) so fehlte mir bisher immer der Zugang und die Notwendigkeit "Nightwish" zu hören. Vielleicht ändert sich das etwas, wenn ich mal in ein paar Hörproben vom Album auf Youtube reinhöre, aber garantieren kann ich das nicht.
Aber du hast Glück. Die Band hat sämtliche Songs ihres neuen Albums (und auch viele oder sogar alle Song ihrer vergangenen Alben) auf Youtube hochgeladen, du kannst dir also sogar das ganze Album kostenlos und völlig legal anhören.
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Re: Re: Der Metal Thread von Max & Revoked

#176
So wie du „anspruchsvoll“ umschreibst würde ich „aufwändig“ beschreiben. Das ist wohl Definitionssache.

Es gibt Metalgenres, bei denen 7min die Untergrenze für Songlängen darstellt: Doom.
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Re: Re: Der Metal Thread von Max & Revoked

#177
Ich bin aktuell ja großer Liebhaber des ganzen "Core"-Bereichs. Egal ob Hardcore, Metalcore, Deathcore und viele Subgenres wie Mathcore, Post-Hardcore, usw.
Ganz interessant hier sind mir vor allem mittlerweile Bands wie "Polaris" und "Northlane". Gerade in einem Genre, in dem durch die Strukturen der Songs, die Thematik und die Aufgaben innerhalb der Gruppe es bei der Vielzahl an Bands schwierig ist, heraus zu stechen, schaffen Bands wie "Polaris" und "Northlane" genau das.

Schön, dass ich beide Bands vor der Pandemie noch live sehen konnte. Beide Bands kommen aus Sydney, Australien - ein Land, dass im "Core"-Bereich viele Bands hervorgebracht hat - keine Ahnung, was man denen bei der Geburt ins Futter gibt, aber es scheint Wunder zu wirken. Fange ich mal bei "Polaris" an. Gibt es seit 2012 und haben mittlerweile neben einem Einzelsong "Summit" 2 EPs "Dichotomy" und "The Guilt & The Grief" sowie 2 LPs "The Mortal Coil" und "The Death of Me" einiges an Material zu bieten. Als letzten Song auf der EP "The Guilt & The Grief" gibt es "No Rest" mit dem Fronter Marcus Bridge von "Northlane". Das was mich und viele bei "Polaris" begeistert sind die eingängigen Melodien und die Herangehensweise, wie "Polaris" die Strukturen und Aufgabenteilungen aufweicht und komplett umschmeißt. In vielen Bands gibt es 2 Sänger - einen für den gutturalen Gesang und einen für den Klargesang. Die normale Struktur sieht vor, dass Strophen vom gutturalen Gesang und der Refrain vom Klargesang übernommen wird. Bei Polaris kann das auch mal anders sein. Hier mal eine kleine Hörprobe mit LANDMINE:



Bei "Northlane" gab es in 2014 einen Wechsel des Fronters. Der ehemalige Vocalist Adrian Fitipaldes ist ausgestiegen, weil die Strapazen sowohl den gutturalen Gesang als auch den Klargesang zu übernehmen mit der immer länger andauernden Regeneration seine Stimme "kaputt" gemacht hat. In Marcus Bridge haben die Jungs aber den perfekten Ersatz gefunden. Nach den Alben "Discoveries" und "Singularity" haben sie mit Marcus "Node" ; "Mesmer" und "Alien" produziert. Und auf jedem Album geht es immer elektronischer und experimenteller zu, so dass neben den Songstrukturen auch der gesamte Sound einem interessanten Wandel unterliegt. "Alien" ist dementsprechend "Out Of This World" - genau wie der Gesang von Marcus Bridge - der seine persönlichen Erfahrungen mit seinem drogenabhängigen und gewalttätigen Vater in "Alien" verarbeitet hat. Exemplarisch dafür ist "BLOODLINE" und als weitere Hörprobe gebe ich euch auch nochmal "4D"



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Re: Der Metal Thread von Max & Revoked

#178
Revoked hat geschrieben:
25. Mai 2020 20:52
Es gibt Metalgenres, bei denen 7min die Untergrenze für Songlängen darstellt: Doom.
Ich vermute aber mal, dass das aus anderen Gründen der Fall ist. Der letzte Song auf dem neuen Album von Nightwish wurde von vielen Fans als stark vom Doom-Metal inspiriert bezeichnet und auch der ist über 7 Minuten lang. Allerdings folgt er nachwievor der klassischen Songstruktur mit Intro, Strophe, Refrain, Bride und Outro. Demenstprechend würde ich den in dieser Hinsicht auch nicht als anspruchsvoller als die anderen kürzeren Songs bschreiben. Mir geht es da eher um die Songs, die mit der klassischen Songstruktur brechen und neue Wege gehen.
Ich kenne mich im Doommetal nicht wirklich aus deshalb musst du mir da weiterhelfen: Wie wird das dort gehandhabt?
Revoked hat geschrieben:
25. Mai 2020 20:52
So wie du „anspruchsvoll“ umschreibst würde ich „aufwändig“ beschreiben. Das ist wohl Definitionssache.
Sicher, bis zu einem gewissen Grad ist das Definitionssache. Aber das aufwändige wird irgendwann automatisch anspruchsvoll, wenn etwas gutes dabei herauskommen soll. Denn viel hilft bekanntlich nicht immer viel. Wenn ich viele verschiedene musikalische Ebenen zusammenwerfe und teilweise unterschiedliche oder sogar gegensätzliche Dinge machen lasse, dann kann dabei auch ganz schnell Murks rauskommen. Das zu etwas gutem zu machen ist definitiv anspruchsvoll UND aufwendig.
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Re: Der Metal Thread von Max & Revoked

#179
dernamenlose hat geschrieben:
25. Mai 2020 22:00
....Allerdings folgt er nachwievor der klassischen Songstruktur mit Intro, Strophe, Refrain, Bride und Outro. Demenstprechend würde ich den in dieser Hinsicht auch nicht als anspruchsvoller als die anderen kürzeren Songs bschreiben. Mir geht es da eher um die Songs, die mit der klassischen Songstruktur brechen und neue Wege gehen.
Ich kenne mich im Doommetal nicht wirklich aus deshalb musst du mir da weiterhelfen: Wie wird das dort gehandhabt?
Eben genau so - es gibt Bands / Sub-Genres die sich:
- eher an klassischen Pop-Song-Strukturen orientieren (Traditional Doom)
- minimalistisch (Drone Doom)
- Chaotisch (Sludge Doom)
- Repititiv (Stoner)
- Progressiv (Death Doom)
- Symphonisch (Epic Doom)
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