Re: Das Western-Genre: Tipps, Kritiken & Diskussionen

#196
Casino Hille hat geschrieben:
13. August 2020 20:56

Ich habe das nicht per Stoppuhr gemessen, aber Barquero wirkt auf mich ruhiger, fokussierter, weniger Action- und Tempo-lastig. Ist ja oft eher Empfindungssache. "Rio Bravo" ist für mich der deutlich schnellere und auch actionlastigere Film im Vergleich zu "Der schwarze Falke", obwohl bei den Suchenden mehr geballert und geritten wird.
Das ist allerdings auch eine etwas eigenwillige Sicht. Denn Rio Bravo lässt sich jede Menge Zeit, und bringt seine Action-Höhepunkte sehr sparsam ein, und ist auch für einen 50er Jahre Western erstaunlich lang, erst recht mit einer solchen Thematik.

Mit der Stoppuhr habe ich auch nicht nachgemessen, aber in Hängt ihn Höher gibt es keine wirklich große Ballerei, und es könnte sein daß in Barquero schon in dem Anfangsgemetzel mehr geschossen wird als dort, und ich bin sicher daß der Body Count von Barquero insgesamt ein vielfaches beträgt.

Re: Das Western-Genre: Tipps, Kritiken & Diskussionen

#197
Maibaum hat geschrieben:
13. August 2020 21:46
Das ist allerdings auch eine etwas eigenwillige Sicht. Denn Rio Bravo lässt sich jede Menge Zeit, und bringt seine Action-Höhepunkte sehr sparsam ein, und ist auch für einen 50er Jahre Western erstaunlich lang, erst recht mit einer solchen Thematik.
Tja, und trotzdem empfinde ich so. Subjektives Erleben ist irre. :wink:

"Rio Bravo" lässt sich Zeit, und trotzdem ist er gefühlt sehr schnell getaktet, während The Black Falcon eine Schwere mit sich bringt, die ihn auf mich langsamer, tragender wirken lässt. Ja, es wird bei Ford in dem Fall mehr geschossen und gestorben, mein Empfinden ist aber ein anderes.
Prejudice always obscures the truth.

Re: Das Western-Genre: Tipps, Kritiken & Diskussionen

#200
Ich finde es übrigens ziemlich schade, dass alle Wayne-Filme vor 1939 erst sehr spät (im Großteil erst 2006) synchronisiert wurden.

1963 hat man ja Stagecoach mit GGH neu synchronisiert, da hätte man die anderen alten Filme dann auch gleich mitnehmen können.
Böser schwarzer Mann

#SanMonique2020

"Wo man lacht, da lass dich ruhig nieder. Böse Menschen lachen immer wieder."

Re: Das Western-Genre: Tipps, Kritiken & Diskussionen

#201
Samedi hat geschrieben:
17. August 2020 20:47
Ich finde es übrigens ziemlich schade, dass alle Wayne-Filme vor 1939 erst sehr spät (im Großteil erst 2006) synchronisiert wurden.

1963 hat man ja Stagecoach mit GGH neu synchronisiert, da hätte man die anderen alten Filme dann auch gleich mitnehmen können.
Wobei das eine Fassung ist, die ein klein wenig verboten gehört, denn der Score ist eine für 1939 total unpassende teils elektronisch klingende Neufassung. Das wäre ungefähr wie einen Leone Western nur noch mit Techno Musik statt Morricone anzubieten.

Und diese frühen B-Western, die interessieren doch nur wenig, und wahrscheinlich stimmt da der Score der deutschen Fassungen ebenfalls nicht, wie leider bei sehr vielen alten Filmen, auch vielen Klassikern, die erst deutlich später synchronisiert wurden. Jedoch nur wurden wenige so unpassend verhunzt wie Stagecoach oder Der Malteser Falke.

Aber witzig, ich finde diese Musik in beiden Fällen recht hübsch, obwohl sie so vollkommen verkehrt ist ...

Ansonsten habe ich Stagecoach gerade mal wieder geschaut ,aber so sehr ich all das wunderschön geschriebene von Hembus oder Seeßlen oder Bazin da drinnen wieder finden würde, es wird mir wohl nie gelingen. Stagecoach ist einfach zu schlicht in der Anlage seiner Charaktere und seiner Dialoge und seiner Handlung.
Aber bei anderen Fords hat das gerade mal wieder geklappt, die sind jetzt sogar besser denn je. Und ich bin von Wagonmaster so beeindruckt, daß ich ihn zu Fords Meisterwerk erkläre. Denn hier, und nicht in The Searchers oder Stagecoach, hat er seine typischen Themen über den Gegensatz von Wüste und Paradies, von Zivilisation und Barbarei, also auch die zentralen Themen des Western an sich, in seiner schönsten Form und (fast) vollkommensten zum Ausdruck gebracht. Und gleich danach kommt My Darling Clementine, in dem das fast genau so großartig funktioniert.

Damit wäre Wagonmaster momentan mein einziger 10er von Ford, und My Darling Clementine folgt mit, ach ich weiß nicht, ... 9,5/10?

Re: Das Western-Genre: Tipps, Kritiken & Diskussionen

#202
Stagecoach mochte ich erst in der OV, der Genuss des Films in der Synchro war zuvor sehr überschaubar. Obwohl GGH ja eigentlich immer gut ist und passt so war seine Besetzung auf den (jungen) Duke ungewohnt und irritierend. Aber das ist noch das kleinste Problem bei der deutschen Fassung, die von Maibaum bereits erwähnte ausgetauschte Musik ist dann schon ein echter Dealbreaker. Wenn man keine IT-Spur vorliegen hat sollte man ja trotzdem bemüht sein Alternativmusik in einem möglichst ähnlichen Stil zu verwenden, aber das ist hier ähnlich wie beim bereits erwähnten Malteser Falken überhaupt nicht der Fall. Mindestens genauso problematisch empfinde ich die Tatsache, dass man das Vierteljahrhundert, mit der die Synchro verspätet entstanden ist, durchgängig hört. Bild und Ton wollen dadurch nicht zueinanderpassen und der Idealfall einer Verschmelzung von Synchro und Bild und die dadurch entstehende Illusion einen deutschsprachigenen Film zu sehen kommen so nicht zustande.
"Ihr bescheisst ja!?" - "Wir? Äh-Äh!" - "Na Na!"

Re: Das Western-Genre: Tipps, Kritiken & Diskussionen

#203
Habe nur auf YouTube oberflächlich in die deutsche Version reingehört (und den Film selbst nur einmal vor zwei Jahren auf YouTube im Original gesehen), aber so schlecht klang die alternative Musik jetzt nicht. Klar, das ist ein unverzeihlicher Eingriff in das filmische Original, aber gerade das neue "Theme" ist schon nicht so übel.
Prejudice always obscures the truth.

Re: Das Western-Genre: Tipps, Kritiken & Diskussionen

#204
Hier meine aktuelle Western Top 10:

1. Spiel mir das Lied vom Tod
2. Zwei glorreiche Halunken
3. Das war der wilde Westen
4. Der mit dem Wolf tanzt
5. Für ein paar Dollar mehr
6. Der schwarze Falke
7. Django Unchained
8. Mein Name ist Nobody
9. Winnetou - 1. Teil
10. Todfeinde
Böser schwarzer Mann

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