Re: Das Western-Genre: Tipps, Kritiken & Diskussionen

#226
Dann verstehen wir beide unter dem Begriff "Qualitätsmerkmal" offenbar etwas anderes. Aber egal.

Bis zum Punkt IW war unsere Diskussion bzw. unsere Analyse des Western-Genre auf jeden Fall ganz fruchtbar. Hoffentlich können wir dort mal wieder anknüpfen, wenn sich die Gelegenheit bietet.

Ich will aber nochmal betonen, dass ich niemandem seinen IW schlecht machen wollte. Ich kategorisiere das ganze einfach etwas anders und ordne die einzelnen IW dort ein, wo ich sie sehe.
Böser schwarzer Mann

#SanMonique2020

"Wo man lacht, da lass dich ruhig nieder. Böse Menschen lachen immer wieder."

Re: Das Western-Genre: Tipps, Kritiken & Diskussionen

#227
Samedi hat geschrieben:
27. Oktober 2020 11:38

Ich will aber nochmal betonen, dass ich niemandem seinen IW schlecht machen wollte. Ich kategorisiere das ganze einfach etwas anders und ordne die einzelnen IW dort ein, wo ich sie sehe.
Und? Das tue ich auch, das tut wahrscheinlich jeder.
Und ich habe das auch nicht so verstanden daß du jemandem "seinen IW schlecht machen" willst. Du machst dir da wieder Gedanken über Sachen die mit etwas mehr Nachdenken überflüssig sind, weil die sich gar nicht aus dem vorher Geschriebenen ergeben. Da kommen dann halt wieder deine so häufig anzutreffenden konfusen Beiträge durch, aber das kannst du anscheinend nicht abstellen. Deswegen kann auch ich dir nur noch einmal raten, wie schon so viele andere vor mir, die Beiträge sorgfältiger zu lesen, und erst einmal mehr darüber nach zu denken was gemeint sein könnte.

"Qualitätsmerkmal für Fans" bedeutet daß sie bestimmte Merkmale des IW an sich schätzen, z.b. in Abgrenzung zum US Western, oder zum Mainstream Kino, oder zu anderen Sachen. Daß sie den IW also an sich mögen in seinen sehr spezifischen Eigenarten, was aber nicht bedeutet, daß sie deswegen jeden IW toll finden. Ganz im Gegenteil.
Ich habe z.b. auch sehr viele IW gesehen, und dabei auch überraschend interessante Entdeckungen gemacht, bei Filmen die in der breiten Öffentlichkeit fast unbekannt sind, aber deswegen halte ich trotzdem auch einen großen Anteil von miesen IW für fast unguckbar. Soll heißen, klar gibt es da gewaltige Qualitätsunterschiede, aber auch der IW Schrott besitzt Merkmale die der beinharte IW Fan halt an sich schätzt, wofür er das Genre mag.

Re: Das Western-Genre: Tipps, Kritiken & Diskussionen

#228
Samedi hat geschrieben:
21. Oktober 2020 14:45


Dieses Problem sehe ich auch. Da gibt es beim "Spätwestern" die gleiche Problematik wie beim "Italo-Western" oder beim "Epischen Western". Viele Bedeutungen, bzw. Interpretationen und wenig Klarheit.
Und das sehe ich darauf aufbauend überhaupt nicht. Gerade der IW ist sehr leicht abgrenzbar von allen anderen Western, auch von allen anderen Filmen.
Da hat für fast die Gesamtzahl aller IW eigentlich fast niemand wirklich Probleme mit. Beim Spätwestern ist das dagegen sehr viel unklarer. Aber da komme ich später noch mal drauf zurück

Re: Das Western-Genre: Tipps, Kritiken & Diskussionen

#230
Nicht daß ich wüsste, dafür sind es auch zu wenige Beiträge.

Und der großartige Friedhof ohne Kreuze (Une code, un colt), den Robert Hossein 1969 gedreht hat, wird dem IW zugerechnet.
Das wäre übrigens ein Tip für alle Filmfreunde hier. Hossein war ein sehr visueller Regisseur, der immer noch viel zu unbekannt ist. Leider auch noch bei mir, denn ich kenne von seinen weiteren Filmen nur einen, der aber bestätigt alle formalen und inhaltlichen Qualitäten von Friedhof ohne Kreuze.

Re: Das Western-Genre: Tipps, Kritiken & Diskussionen

#231
Zuletzt gesehen: Meuterei am Schlangenfluß (USA, 1952)

Der zweite gemeinsame Western von Anthony Mann und James Stewart ist wieder ein ganz und gar klassischer.

War "Winchester ’73" noch in Schwarz-Weiß gehalten, so strahlt „Bend of the River“ in bestem Technicolor, wodurch auch die großartigen Landschaftsaufnahmen noch besser zur Geltung kommen.

Darstellerisch glänzen neben Stewart noch Julie Adams, Arthur Kennedy und Rock Hudson.

Negativ fällt hier Stepin Fetchit auf, der im Prinzip seine Rolle aus den "Charlie Chan"-Filmen wieder aufgreift, die dort schon ziemlich genervt hat.

„Bend of the River“ - Erstsichtung – 8/10 Punkte.
Böser schwarzer Mann

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Re: Das Western-Genre: Tipps, Kritiken & Diskussionen

#232
Hier mein Western-Plan für November:

Die Meute lauert überall (Handlungszeitpunkt: 1842)

Zwei tolle Kerle in Texas (Handlungszeitpunkt: 1845)

Feuer am Horizont (Handlungszeitpunkt: 1850)

Wie ein Schrei im Wind (Handlungszeitpunkt: 1850)

Hüter der Wildnis (Handlungszeitpunkt: 1854)

Sein Freund Jello (Handlungszeitpunkt: 1860)

Pony-Express (Handlungszeitpunkt: 1860)

Alvarez Kelly (Handlungszeitpunkt: 1864)

Draußen wartet der Tod (Handlungszeitpunkt: 1864)

Hölle der tausend Martern (Handlungszeitpunkt: 1865)

Man nennt mich Hondo (Handlungszeitpunkt: 1874)

Petroleum-Miezen (Handlungszeitpunkt: 1880)

Warlock (Handlungszeitpunkt: 1884)

Über den Todespass (Handlungszeitpunkt: 1896)

700 Meilen westwärts (Handlungszeitpunkt: 1906)
Böser schwarzer Mann

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Re: Das Western-Genre: Tipps, Kritiken & Diskussionen

#235
Maibaum hat geschrieben:
2. November 2020 12:42
Ich verstehe nicht was an dem Handlungszeitpunkt so interessant sein soll, in einem Genre das fast überwiegend in einem Fantasie-Westen spielt?
Auch wenn die Landschaft sehr oft ein "Fantasie-Westen" ist, so sind die Figuren doch oft von der Zeit gezeichnet, in der die Filme spielen.

Das gilt vor allem für die Western, die kurz vor dem, während und kurz nach dem Bürgerkrieg angesiedelt sind.

Aber auch der Eisenbahnbau, der Goldrausch, oder die Indianerkriege (speziell die Schlacht am Little Big Horn) sind wichtige Ereignisse, die in vielen Western thematisiert oder zumindest angedeutet werden.

Wenn man sich also die Mühe macht und ein paar ausgewählte Filme in chronologischer Reihenfolge entlang der Handlungszeit ansieht, dann eröffnet das ganz neue Perspektiven.
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Re: Das Western-Genre: Tipps, Kritiken & Diskussionen

#237
Maibaum hat geschrieben:
2. November 2020 14:59
Die Anzahl der Western die auch Historikern Spaß machen dürfte sehr, sehr gering sein.
Das ist wieder eine andere Frage.

Aber wie gesagt, geht es auch nicht darum, in welchen Western die historischen Ereignisse korrekt dargestellt werden, sondern um den Zeitpunkt der historischen Ereignisse an sich.

Jedes historische Ereignis des "Wilden Westens" baut eben in irgendeiner Art und Weise auf dem anderen auf.

Der Louisiana Purchase, der Pelzhandel, der Bau des Eriekanals, der Oregon Trail, der Goldrausch, etc.

Klar gibt es auch viele Western, die historisch so gut wie überhaupt nicht einzuordnen sind und wo nur ein Cowboy gegen einen anderen kämpft.

Es gibt aber eben auch sehr viele Western, die man zeitlich sehr wohl einordnen kann und da ist es dann eben schon interessant, sich diese Western in zeitlicher Abfolge anzusehen.
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Re: Das Western-Genre: Tipps, Kritiken & Diskussionen

#238
Maibaum hat geschrieben:
2. November 2020 14:59
Glaube ich kaum, weil die Filme zumeist, und auch dann wenn sie von tatsächlich statt gefundenen Ereignissen handeln, in ihrer Darstellung des Westens vollkommen ahistorisch sind, und sogar nicht gerade selten die bekannten Tatsachen ins Gegenteil verdrehen.
Erwähnenswert wäre hier allein schon die völlig selbstverständliche Nutzung von Dynamit in so gut wie allem, was Western ist, obwohl dieses erst 1866/1867 erfunden und patentiert wurde. Selbst in beispielsweise "Django Unchained" (der vor dem Civil War, also etwa 1858 spielt) wird da munter mit Dynamit durch die Gegend geworfen. Und es fängt bei solch kleinen Details an und endet bei ganz grundsätzlichen, viel größeren Dingen.
Prejudice always obscures the truth.

Re: Das Western-Genre: Tipps, Kritiken & Diskussionen

#240
Es geht meiner Meinung nach nicht darum, ob ein Western konkrete historische Ereignisse zeigt bzw. thematisiert.
Aber wie Samedi schon schreibt, ist es doch interessant zu sehen in welcher Zeit die fiktive Handlung spielt.

So kann man auch sagen, dass z.B. der Handlungsspielraum eines Films wie "The Man from U.N.C.L.E." die frühen 60er Jahre zur Hochzeit des Kalten Krieges sind. Auch wenn die Story an sich komplett erfunden ist und nur der Unterhaltung dient.
Genauso gibt es eben Western, die zu bestimmten Epochen spielen, dessen Handlung man eindeutig z.B. vor oder nach dem Bürgerkrieg einordnen kann.

Übrigens finde ich den Begriff "Western" ja als Genre sehr ungenau.
Denn im Grunde heisst es ja nur, dass der Film in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Westen der USA spielt.

Dabei kann es sich dann aber um ein Drama handeln oder einen Actionfilm, oder auch eine Komödie.
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