Re: Zuletzt gesehener Film

#9751
Zumal ich es etwas merkwürdig finde, die Beatles und ihre Anrede aus den 60ern mit Greta Thunberg in den Jahren 2019 und 2020 zu vergleichen. Das sind andere Zeiten und ganz andere Situationen. Ich wüsste jedenfalls nicht, warum Thunberg es nicht verdient hat, wie alle anderen Promis mit ihrem Nachnamen genannt zu werden. Das Alter zieht für mich als Begründung überhaupt nicht, da gibt es genug Vergleichsfälle, in denen sonst auch wenigstens Vor- und Nachname gebraucht werden. Mit Greta suggeriert man unlängst, dass man das "Mädchen" nicht ernstzunehmen brauche. So als wolle man ihr sagen: "Sorry, du darfst leider noch nicht am Erwachsenentisch sitzen."
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Re: Zuletzt gesehener Film

#9752
Casino Hille hat geschrieben:
19. Oktober 2020 16:37
Zumal ich es etwas merkwürdig finde, die Beatles und ihre Anrede aus den 60ern mit Greta Thunberg in den Jahren 2019 und 2020 zu vergleichen. Das sind andere Zeiten und ganz andere Situationen. Ich wüsste jedenfalls nicht, warum Thunberg es nicht verdient hat, wie alle anderen Promis mit ihrem Nachnamen genannt zu werden. Das Alter zieht für mich als Begründung überhaupt nicht, da gibt es genug Vergleichsfälle, in denen sonst auch wenigstens Vor- und Nachname gebraucht werden. Mit Greta suggeriert man unlängst, dass man das "Mädchen" nicht ernstzunehmen brauche. So als wolle man ihr sagen: "Sorry, du darfst leider noch nicht am Erwachsenentisch sitzen."
Gebe dir da vollkommen Recht. Es hat etwas geradezu herablassendes.
Andererseits habe ich vor kurzem mit 3 sehr bekannten deutschen/österreichischen Schauspielern den Abend verbracht - privat (und nein, ich werde nicht schreiben, um wen es sich handelt). Da mir die Herren am gleichen Abend vorgestellt wurden, wusste ich zunächst auch nicht so ganz, ob ich sie beim Nachnamen siezen oder Vornamen duzen soll, schon des Altersunterschiedes wegen (und weil ich mir vor Nervosität erstmal einen kleinen Schwipps antrinken musste). Als ich dann aber geduzt wurde, hat sich das zum Glück von selbst geklärt haha

Re: Zuletzt gesehener Film

#9753
iHaveCNit: Der Geheime Garten (2020)
19.10.2020


Nach dem sehr dokumentationslastigen Wochenende war es Zeit für ein wenig Fantasy-Unterhaltung. Marc Mundens Verfilmung „Der Geheime Garten“, basierend auf dem Buch „The Secret Gardens“ von Frances Hodgson-Burnett, kam mir da gerade recht, vor allem weil der Trailer sehr häufig in den letzten Wochen gespielt worden ist.

Die junge Mary Lennox verwahrlost im Anwesen ihrer toten Eltern, bis sie dort aufgegriffen wird und in das große Anwesen ihres Onkels aufgenommen wird. Das junge abenteuerlustige Mädchen entdeckt schrittweise einige geheime und auch verbotene Orte auf dem Gelände des Anwesens – vor allem ein geheimer Garten mit scheinbar magischen Kräften hat es ihr angetan – die nicht nur ihr, sondern auch ihrem Onkel und ihrem Cousin bei der Verarbeitung der düsteren Vergangenheit helfen können.

Auch wenn ich anfangs etwas Zeit gebraucht habe, in den Film einzusteigen und auch eine gewisse Sympathie für die etwas verwöhnte und verzogene Mary Lennox zu entwickeln, so hat mich der Film mit seiner sehr interessant konstruierten Geschichte über Trauerverarbeitung, Verlust und auch seiner integrierten Auseinandersetzung mit psychischen Erkrankungen dann doch am Ende gepackt. Der Film kommt auch zum Einen sehr düster und zum Anderen sehr bodenständig daher. Das Produktionsdesign und auch die eher subtileren Spezialeffekte haben mir auch sehr gefallen. Mit Colin Firth und Julie Walters hat der Film auch dann 2 bekanntere Gesichter zu bieten, die vielleicht ein wenig zu wenig in ihren Charakteren zu tun haben, während Dixie Egerickx und Edan Hayhurst in den Rollen von Mary und Colin anfangs die Schwierigkeiten haben, dass Sympathien für ihre Charaktere entwickelt werden können, aber das spielt sich mit Zeit auch ein. Insgesamt auf jeden Fall ein tolles Fantasy-Märchen für Kinder, bei dem sich aber auch einiges für Erwachsene wiederfinden lässt.

„Der Geheime Garten“ - My First Look – 7/10 Punkte.
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Re: Zuletzt gesehener Film

#9754
iHaveCNit: Mrs. Taylors Singing Club (2020)
21.10.2020


Der letzte Film aus dem aktuellsten Kinowochenende, den ich mir ansehen wollte ist Peter Cattaneos Film „Military Wives“, der hierzulande „Mrs Taylors Singing Club“ genannt wird. Der auf einer wahren Begebenheit beruhende Film mit Kristin Scott Thomas und Sharon Horgan hat mir auf relativ gut gefallen und emotional abgeholt.

Auf einem britischen Militärstützpunkt bereiten sich die Soldaten wieder auf ihre Abreise nach Afghanistan vor. Die im Stützpunkt lebenden Frauen der Soldaten wie unter anderem die Frau des Colonel Kate Taylor und die Ladenbesitzerin Lisa Lawson einigen sich nach ein paar Treffen darauf, gemeinsam einen Chor zu gründen und zu singen. Die Angst vor schlimmen Nachrichten und die Hoffnungen auf Gute lassen die Damen entsprechend als Team zusammenwachsen, bis sie zu einem großen Festival eingeladen werden.

Der Film widmet sich dem Thema von Frauen von Militärangehörigen, die sich in Chören zusammenschließen um gemeinsam zu singen, während ihre Partner in Einsätzen sind und sich so die Zeit zu vertreiben. Dieser Einblick in das Innenleben eines Militärstützpunkts während die dort stationierten Soldaten im Einsatz ist, ist sehr interessant. Die Handlung des Films mag zwar ein wenig formelhaft und vorhersehbar sein und man mag sich vielleicht an einer etwas konformen, eher konservativen Geschlechterdynamik stören, aber letzteres war für mich absolut kein Problem. Mit Kristin Scott-Thomas und Sharon Horgan hat der Film an der Spitze seines Ensembles zwei großartige Schauspielerinnen an Bord. Gerade die Dynamik ihrer beiden Charaktere mag zwar aufgrund diverser Differenzen etwas holprig sein, passt aber für mich sehr gut ins Gesamtbild. Ins Gesamtbild passt auch, dass der Film mich auch emotional an 2 Momenten bekommen hat.

„Mrs. Taylors Singing Club“ - My First Look – 7/10 Punkte.
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Re: Zuletzt gesehener Film

#9755
iHaveCNit: Kajillionaire (2020)
23.10.2020


Mein nächster Film ging nun in die skurril, absurde aber auch warmherzige Richtung. Miranda Julys Film„Kajillionare“, dessen Filmtitel gemäß dem Urban Dictionary einfach nur eine Person mit dem Besitz gewisser unfassbar hoher und nicht näher bezeichnete Summe Geld bezeichnet, ist hier eine Tragikomödie über eine disfunktionale Trickbetrüger-Familie.

Old Dolio ist 26 Jahre alt. Von klein auf ist sie mit ihren Eltern dabei mit Trickbetrug über die Runden zu kommen. Als die Familie mit einigen Mieten im Rückstand ist begibt sich die Familie auf einen kleinen Trip, bei dem die Familie eine Zufallsbekanntschaft mit der Brillenverkäuferin Melanie macht, die sich kurzerhand dem Trio anschließt und vor allem das Leben von Old Dolio auf den Kopf stellt.

„Kajillionaire“ ist eine extrem skurrile Kinoerfahrung, denn die Geschichte, die sich vor mir hier entfaltet hat ist reich an Skurrilitäten und Absurditäten, die in vielen kleinen Details und Situationen das Trio dieser Trickbetrüger-Familie zeichnet und darstellt – und mit welchem Einfallsreichtum dieses Trio versucht über die Runden zu kommen. Das große Geld und Reichtum ist ihnen nicht wichtig, einfach vor sich her leben und von Tag zu Tag durchkommen ist ihnen viel wichtiger. Das macht das Ganze sehr bodenständig und warmherzig und erinnert mich auch bis auf den Trickbetrug auf eigene Lebensverhältnisse, in denen ich früher aufgewachsen bin. Neben den Trickbetrügereien geht es hier im Film vor allem um das Verhältnis von Old Dolio zu ihren Eltern und das allgemeine Verständnis von Familie und Geborgenheit. Neben Richard Jenkins und Debra Winger hat mir vor allem Evan Rachel Wood als Old Dolio gefallen, die sehr nuanciert unter einer eher steifen und ungelenken Oberfläche sehr viel aus Old Dolio macht und dann noch im Zusammenspiel mit der von Gina Rodriguez gespielten Melanie eine interessante Chemie entwickelt, die ihrem Charakter noch viel mehr gibt, so dass einem die Entwicklung von Old Dolio zu Herzen geht und auch der Film im Detail eine tolle Schlusspointe setzt.

„Kajillionaire“ - My First Look – 9/10 Punkte.
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Re: Zuletzt gesehener Film

#9756
Hab mir mal wieder einen alten Fall, äh Klassiker vorgenommen:

Der Copthriller wird cool - Peter Yates BULLITT

Es gab einmal eine Zeit, da definierte sich der Polizeifilm durch Ökonomie, Präzision und Stringenz. Da mussten nicht schon in den Anfangsminuten Explosionen, Schießereien und Karambolagen in schrillen Lettern „Action“ proklamieren, um den Zuschauer für sich einzunehmen. Auch im weiteren Verlauf der Handlung war es nicht nötig durch Stunts und allerlei sonstiges Getöse von der eigentlichen Geschichte abzulenken, denn es gab eine. Und für die brauchte es Aufmerksamkeit, Konzentration und die Bereitschaft auch mental am Gebotenen teilzunehmen. Dass diese Filme dem Polizeialltag deutlich näher kamen als ihre High-Octane-Epigonen ist nicht mal ihr größter Verdienst, vielmehr setzten sie Maßstäbe für die Neo-Noir-Werdung des Genres, in dem fortan negativ konnotierte Werte und Haltungen wie Zynismus, Desillusioniertet oder Ambivalenz Einzug hielten und bis heute auch in A-Produktionen prägend sind. SERPICO (1973), FRENCH CONNECTION und vor allem DIRTY HARRY (beide 1971) gehören zu den bekanntesten Ausformungen dieser Neuorientierung, bei der die blank polierte Polizeimarke nicht mehr quasi symbolisch für ihren ebenfalls strahlenden Träger steht. Vielmehr ist sie lediglich noch ein ramponiertes Stück Blech, das die jeweiligen Gesetzeshüter gerade noch so davor bewahrt in den Abgrund zu taumeln, mit dem sie tagtäglich konfrontiert werden ...

https://ssl.ofdb.de/review/3212,832456,Bullitt
http://www.vodkasreviews.de

https://ssl.ofdb.de/view.php?page=poste ... Kat=Review

Re: Zuletzt gesehener Film

#9757
iHaveCNit: Die Stimme des Regenwaldes (2020)
25.10.2020


Einer der vielen Filme, der sich aktuell auf ganz simple Weise durch Trailer im Kino bei mir festgesetzt hat und den ich mir unbedingt im Kino ansehen wollte ist der von Niklaus Hilber inszenierte Film „Die Stimme des Regenwaldes“, der in der Schweiz ein großer Hit war und meiner Meinung nach auch wirklich großes Kino bietet. Nicht nur weil er auf dem Leben des Umweltaktivisten Bruno Manser beruht, sondern auch weil der Film einfach ganz großes Abenteuerkino ist.

Bruno Manser flieht 1984 von den Zwängen der Zivilisation und macht sich auf in den Regenwald von Borneo, wo er auch auf die Ureinwohner, die Penan trifft. Er lernt diese kennen und wird Teil eines Stammes. Als Jahre später der Lebensraum der Penan durch Rodungen immer weiter eingeschränkt wird, nimmt Bruno Manser den aussichtslosen Kampf für den Erhalt des Lebensraumes auf.

Der Film ist ganz großes Kino. Nicht nur, dass wir hier astreines Abenteuerkino geboten bekommen, ist eine biografische Aufarbeitung der Arbeit von Bruno Manser und auch ein weitestgehend immer noch aktuelles Umweltthema in den Film eingebettet. Gerade der Aspekt des Abenteuerkinos schafft großartige Bilder, die absolut auf der großen Leinwand funktionieren. Der Film hat mich auch sehr in diese unberührte Natur, das Leben und die Kultur der Penan eintauchen lassen, so dass ich am Ende eine ähnliche Faszination wie Manser entwickeln konnte. Dass es auch unweigerlich dazu kommen wird, dass diese eskapistische Idylle von der Realität eingeholt und es ernst wird mit dem durch Rodungen bedingten Abbau des Lebensraums der Penan kommt, gibt dem Film eine entsprechende Dringlichkeit und sorgt für etwas wie einen Kampf zwischen David und Goliath. Ein paar prominente Beispiele an Filmen, die mir hier in den Sinn gekommen sind warum unter anderem „Der mit dem Wolf tanzt“, „The Last Samurai“ ; „Avatar“ und auch so etwas wie „Pocahontas“. Vom Abenteueraspekt auch an „The Lost City of Z“. Die zweite Hälfte des Films verlagert dann doch seinen Handlungsort etwas und der Kampf nimmt schon sehr große Ausmaße an, die auch allesamt plausibel sind. Sven Schelker spielt Bruno Manser unglaublich gut und auch der Charakter des Bruno Manser hat mir gut gefallen, auch wenn durchaus die Motivation von Manser für seine Mission nicht vollständig ergründet wird. Der Authentizität, der Atmosphäre und dem Gefühl tut es dem Film auch sehr gut, dass ich ihn in der Originalversion mit Untertiteln gesehen habe, in der sowohl Englisch, Schweizerdeutsch und der Sprache der Penan gesehen habe.

„Die Stimme des Regenwaldes“ - My First Look – 9/10 Punkte.
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Re: Zuletzt gesehener Film

#9758
HCN007 hat geschrieben:
24. Oktober 2020 11:21
iHaveCNit: Kajillionaire (2020)
Ich finde es hier vor allem schön, dass man endlich mal von Bodo Wolf auf Richard Jenkins Abstand genommen und stattdessen den großartigen Hans Bayer besetzt hat. :D

Der kann gerne die neue Feststimme werden.
Böser schwarzer Mann

#SanMonique2020

"Wo man lacht, da lass dich ruhig nieder. Böse Menschen lachen immer wieder."

Re: Zuletzt gesehener Film

#9759
iHaveCNit: Greenland (2020)
26.10.2020


Ganz aus dem Nichts ist der Katastrophenthriller „Greenland“ von Ric Roman Waugh, Regisseur von unter anderem „Snitch“, „Shot Caller“ und „Angel Has Fallen“, in den Kinos gestartet. Wie auch in „Angel Has Fallen“ hat er hier Gerard Butler mit an Bord. Herausgekommen ist ein sehr effektiver und spannender Katastrophenthriller.

John Garrity freut sich eigentlich auf eine Grillparty im Haus seiner Ex-Frau Allison und seines Sohns Nathan und zusammen mit Nathan will er gerade noch ein paar Kleinigkeiten im Supermarkt nachkaufen, als er eine wichtige Nachricht erhält. Der aktuell die Erde streifende Komet Clark soll mit seinen Splittern die Erde treffen und ein großer Brocken soll innerhalb von 2 Tagen die Erde auslöschen. Er jedoch ist wie seine Frau und Sohn auserwählt Plätze auf einem Bunker in Grönland zu bekommen. Also macht sich das dreiköpfige Gespann auf dem Weg und es ist ein Wettlauf mit der Zeit.

Kometeneinschläge und großes Katastrophenkino kennt man vor allem von zum Beispiel Roland Emmerich und Michael Bay. Und wenn man Gerard Butler hört, kommt einem sicherlich auch Dean Devlins „Geostorm“ in den Sinn. Aber „Greenland“ ist der starke Gegenentwurf und Kontrast zu Katastrophenkino wie „2012“; „Geostorm“ und auch z.B. „Armageddon“. Das liegt vor allem daran, dass der Film sehr effektiv auf dem Boden bleibt und vor allem im Laufe seiner Handlung viele gesellschaftliche Folgen einer Notlage wie dieser in kleinen Details präsentiert und verhandelt. Aber vor allem der knackige und schnelle Start und der Fokus auf John Garrity, seine Ex-Frau Allison und seinem Sohn Nathan macht aus dem Film auch ein sehr intimes Familiendrama mit Road-Movie-Elementen, bei dem eine emotionale Verbindung zu den Charakteren sehr leicht ist. Das liegt auch an dem tollen Trio aus Gerard Butler, Morena Baccarin und Roger Dale Floyd.
Zu einzelnen Stationen will ich hier aus Spoilergründen nichts sagen, aber ich kann sagen, dass der Film immer in Bewegung ist und sich auch ohne Tempo einzubüßen auch mal für ruhige intime Momente Zeit nimmt. Die Spannung hat der Film für mich über seine Laufzeit immer halten können. Natürlich lässt sich eine gewisse Hektik und Unübersichtlichkeit in der Inszenierung nicht vermeiden, genau wie die Qualität von Spezialeffekten, die erfreulicherweise bis auf ein paar kleinere Spitzen anfangs und große Spitzen gegen Ende eher in den Hintergrund rücken um dem Familiendrama dem notwendigen Raum zu geben. Auch die rötliche Färbung der Umgebung bei Tag macht von der Farbgebung her komplett Sinn, wenn man sich einmal Bilder von zum Beispiel Großbränden in Kalifornien und Australien ansieht.Getragen wird der Film dann auch noch von einem großartigen Score von David Buckley.

„Greenland“ - My First Look – 8/10 Punkte.
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Re: Zuletzt gesehener Film

#9760
iHaveCNit: Mein Liebhaber, der Esel & Ich (2020)
27.10.2020


Auch wenn ich aktuell von Reisen ins Ausland noch aufgrund der weltweiten Lage Abstand halte und Abstand halten muss, liefern Filme im Kino auch für wenige Stunden Reisen. Reisen die es durchaus Wert sind und die einen sogar beeinflussen so etwas später mal selbst zu machen. Einer dieser Filme ist die charmante französische Komödie „Mein Liebhaber, der Esen & Ich“ von Caroline Vignal, die mich irgendwann dazu verleiten lässt, selbst mal durch die französischen Berge zu wandern – mit oder ohne Esel.

Antoinette ist Lehrerin an einer Schule und die Sommerferien stehen bevor. Die liebeshungrige Frau kann es kaum erwarten mit ihrer Affäre Vladimir die freie Zeit zu verbringen, doch er offenbart ihr dass er mit seiner Tochter und seiner Frau in den Cevennen eine Eselwanderung macht. Antoinette entschließt sich kurzfristig auch in die Cevennen zu reisen und die Wanderung auch durchzumachen – doch sie weiß nicht, worauf sie sich bei dieser Reise einlässt, denn der sture Esel Patrick erfordert ihre volle Aufmerksamkeit.

Laure Calamy spielt hier Antoinette. Auch wenn die anfängliche Charakterzeichnung ein wenig fragwürdig ist, so ist die charmante und nuancierte Entwicklung von ihr großartig und auch amüsant mit anzuschauen. Vor allem das Zusammenspiel mit dem Esel Patrick ist zum einen sehr witzig und auch sehr tiefgründig. Dazu lebt der Film von großartigen Landschaftsaufnahmen der Cevennen in Frankreich, so dass es bei mir auf jeden Fall Lust macht auf einen eigenen Trip dorthin. Ganz interessant fand ich auch dass der Film durch ein Lied am Anfang über eine Ehebrecherin und auch ein Buch das die Grundlage für den Wanderweg liefert hier eingeflochten sind und die Handlung noch unterstützt.

„Mein Liebhaber, der Esel & Ich“ - My First Look – 8/10 Punkte.
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Re: Zuletzt gesehener Film

#9761
iHaveCNit: Und Morgen Die Ganze Welt (2020)
29.10.2020


Bevor ab nächster Woche wieder der Vorhang für längere Zeit über die großen Leinwände fällt, lass ich es mir natürlich nicht nehmen, noch ein paar Filme mitzunehmen. Einer davon ist wie ich ganz zufällig gelesen habe auch der deutsche Kandidat für den Oscar in der Kategorie „Best International Feature Film“. Julia von Heinzes „Und Morgen Die Ganze Welt“ behandelt sogar ein sehr aktuelles und brisantes Thema und orientiert sich dabei vor allem auch auf den persönlichen Erfahrungen der Regisseurin, so dass ein interessantes Politdrama und Milieustudie herausgekommen ist.

Die junge Mannheimer Jurastudentin Luisa schließt sich durch eine Freundin und Mitstudierende einer linken Kommune an, weil Sie sich verpflichtet fühlt, aktiv etwas gegen die wachsende Gewalt von Rechts zu unternehmen. Dabei lernt sie auch Lenor und Alfa kennen, deren sehr radikalen Herangehensweisen einen besonderen Reiz für die junge Luisa ausüben, ohne zu wissen, welche Gewaltspirale dies nach sich zieht.

„Und Morgen Die Ganze Welt“ ist ein sehr interessanter Film. Durch eine sehr bodenständige Inszenierung, die durch eine eher hektische, wackelige Kameraführung auch sehr dokumentarisch wirkt, wirkt der Film sehr authentisch und nah. Die Kombination ist sehr interessant aus einer Charakterstudie, in der wir vor allem die Entwicklung der jungen Luisa sehen, dann der Milieustudie wie das Innenleben einer linken, antifaschistischen Kommune und der Szene aussieht und dann wirkt vor allem der Anteil der Planung und Durchführung von immer stärkeren Demonstrations- und Gewaltaktionen fast schon wie ein Heist-Movie und ein Crime-Drama, das den Aufstieg und Fall darstellt. Der Film wirft natürlich interessante und diskussionswürdige Fragen auf, ob ein Strudel aus Gewalt und Gegengewalt im Sinne von § 20, Absatz 4 Grundgesetz gerechtfertigt ist oder nicht. Der Film orientiert sich hier schon sehr in die linke, politische Richtung und die Aufmachung der rechtsradikalen Szene und auch einer entsprechenden rechten Partei ist sehr offensichtlich auf die AFD gerichtet, aber da der Fokus hier klar auf der Kommune und Luisa liegt, bleibt diese Darstellung relativ einseitig und antagonistisch. Mir hat dieser Film gut gefallen und mir gezeigt, dass ich am ehesten aktuell politisch mittig positioniert bin.

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Re: Zuletzt gesehener Film

#9762
HCN007 hat geschrieben:
30. Oktober 2020 16:19
Der Film orientiert sich hier schon sehr in die linke, politische Richtung und die Aufmachung der rechtsradikalen Szene und auch einer entsprechenden rechten Partei ist sehr offensichtlich auf die AFD gerichtet, aber da der Fokus hier klar auf der Kommune und Luisa liegt, bleibt diese Darstellung relativ einseitig und antagonistisch.
Ähm… Die Antifa oder meinetwegen radikale Linke kommt im Film mindestens genauso schlecht weg wie die Neo-Nazi-Vertreter. Der Film macht genau das nicht, was dieser Satz suggeriert: Er spaltet nicht in Links oder Rechts, er unterscheidet auch nicht. Das ist ein postideologischer Film, der es sich nicht einfach macht und sich nicht auf einer der "zwei Seiten" (die es so eh nicht gibt) positioniert. Wenn die rechte Partei hier mal hervorgehoben antagonistisch inszeniert wird, dann aus dem subjektiven Blickwinkel der Hauptfigur hinaus. Aber der Film steht weder links noch rechts.
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Re: Zuletzt gesehener Film

#9763
iHaveCNit: Schwesterlein (2020)
30.10.2020

Vor einem Monat kamen an einem Tag mit „Persischstunden“ und „Pelikanblut“ 2 Filme, bei denen mich vor allem Lars Eidinger und Nina Hoss begeistert haben. In diesem Zuge habe ich dann auch Kenntnis von „Schwesterlein“ erlangt, indem beide Darsteller vor der Kamera vereint sind. Beide haben hier in diesem Drama eine großartige Dynamik, nur die banalen Konflikte bremsen diese Dynamik etwas aus.

Lisa ist eine Autorin, die aktuell nicht nur eine Schreibblockade hat, sie schwankt zwischen ihrem künstlerischen Mittelpunkt in Berlin und ihrer Familie Leysin in der Schweiz und kümmert sich nach einer Knochenmarkspende um ihren an Leukämie erkrankten Bruder Sven, der einst ein gefeierter Theaterschauspieler gewesen ist. Allen Konflikten zum Trotz möchte sie ihn wieder auf die Bühne bringen ohne zu wissen, wie das ihre eigene Kreativität wieder beflügeln wird.

Das, was mir hier an „Schwesterlein“ des schweizer Regisseurinnenduos Stephanie Chuat und Veronique Reymond gefallen hat ist vor allem das Duo aus Nina Hoss und Lars Eidinger, die hier als Zwillingsduo mit der Liebe und Leidenschaft zur Kunst eine sehr tolle Dynamik und Chemie haben. Der Film stellt hier natürlich großartig die Frage, wie wichtig Kunst und die Leidenschaft dazu die eigene Lebensqualität verbessert und wie wichtig Kunst im Allgemeinen ist. Natürlich spart der Film die Härte einer Krebserkrankung nicht aus, bleibt dabei aber etwas zu sauber. Sehr gut fand ich, dass auch die Homosexualität von Sven komplett homogen und absolut unforciert in den Film integriert und dargestellt worden ist. Genau so eine Darstellung normalisiert dieses Thema in der Öffentlichkeit. Mit dem Teil der Karriere von Eidinger, die er auf Theaterbühnen verbracht hat, habe ich mich bislang nicht beschäftigt. Aber es scheint fast so, dass Eidinger selbst unter Thomas Ostermeier, der hier als Theaterregisseur einen Theaterregisseur spielt, den „Hamlet“ verkörpert hat, den auch sein Charakter Sven absolut verinnerlicht hat. Dieser kleine Meta-Kommentar zu Eidingers Verbindung zu „Hamlet“ wäre mir absolut entgangen, hätte ich nicht nach dem Film noch ein wenig gelesen. Sehr interessant auf jeden Fall und für den Film durchaus von passender Bedeutung. Jedoch bremsen für mich die familiären Konflikte von Nina Hoss´ Familie den Film vor allem wenn es um die Lage des Lebensmittelpunkts gibt etwas aus.

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Re: Zuletzt gesehener Film

#9764
iHaveCNit: Ema (2020)
31.10.2020


Irgendwann wird man einfach mal überrascht, wenn man sich noch ganz spontan für einen Film entscheidet, den man nicht auf dem Schirm hatte. So ist es mir mit „Ema“ von Pablo Larrain ergangen, für den ich mich erst Anfang der Woche entschieden habe. Der chilenische Film mit Mariana Di Girolamo und Gael Garcia Bernal in den Hauptrollen hat einen Sog entwickelt, der mich regelrecht in den Film gezogen hat.

Die Tänzerin Ema und der Choreograf Gaston leben in einer kinderlosen Beziehung, doch vor einem Jahr haben sie sich zur Adoption des jungen Polo entschieden. Als es zu einem familiären Zwischenfall gekommen ist, entscheiden sie sich den jungen Polo wieder zurückzugeben, womit sich der gesellschaftliche Status der Beiden und auch die Beziehung darunter leidet. Ema zieht daraus Konsequenzen und schmiedet einen abgefahrenen Plan aus Feuer, Tanz und Sex, um wieder mit Polo in Kontakt zu kommen.

Auch wenn durchaus die Handlungen, die Motivation und auch der Charakter von der von Mariana Di Girolamo gespielten Ema moralisch und ethisch hinterfragt werden können und durchaus die ein oder andere Sympathie für ihren Charakter schwinden lassen, so ist die Präsenz dieser Hauptfigur und der Darstellerin unfassbar verführend und einnehmend. Dafür sorgt vor allem die Schauspielerin selbst, aber auch die Inszenierung mit zum Beispiel starren Kameras mit direktem Fokus auf das Gesicht während den Dialogen und eine sehr dynamische Inszenierung bei den Tanzsequenzen, die von einem starken Soundtrack unterlegt sind. Der Soundtrack selbst hat mir auch sehr gut gefallen, selbst wenn der hier eingebettete Reggeaton eigentlich gar nicht meine aktuell präferierte Richtung ist. In den Dialogen kommt vor allem sehr viel von der sehr disfunktionalen Beziehung zwischen ihr und Gaston und auch deren Persönlichkeit heraus. Neben den Dialogen und den großartigen Tanzsequenzen wird es auch sehr feurig und leidenschaftlich, wenn zum Beispiel immer mal wieder ein Flammenwerfer von Ema eingesetzt wird und auch es schon zu expliziten und sehr freizügigen erotischen Sequenzen kommt. Dabei gerät alles niemals nur zum eigentlichen Selbstzweck, sowohl Feuer, Tanz als auch Sex sind hier Ausdruck von Freiheit, Aufbegehren und auch Bewältigung von Problemen und Trauer – und das entwickelte bei mir einen Sog, der dem Film sehr gut getan hat.

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Re: Zuletzt gesehener Film

#9765
iHaveCNit: Oeconomia (2020)
01.11.2020


Bevor es morgen für die Kinos wieder in die Zwangspause geht, bei der ich nicht weiß, ob diese auch über den November hinaus geht, habe ich mir noch den Nachmittag für einen Dokumentarfilm Zeit genommen, bei dem ich zum aktuellen Zeitpunkt nicht weiß, ob er mein Kinojahr 2020 bereits beenden wird. Aber er Dokumentarfilm ist auf jeden Fall noch einen Kinobesuch wert gewesen. Die Rede ist hier von Carmen Losmanns „Oeconomia, indem die Dokumentarfilmerin dem Phänomen auf den Grund geht, dass gleichzeitiges Wirtschaftswachstum nur mit gleichzeitiger Verschuldung möglich ist. Dabei werden ihre Erkenntnisse im Laufe der Dokumentation visuell sehr ansprechend und verständlich aufbereitet. Diese Erkenntnisse und die Aufdeckung diverser in diesem Bezug wichtiger Fragen jedoch gestaltet sich durchaus schwierig, da einige Gesprächspartner nicht zu Gesprächen bereit sind, Zeit und Umfang der Fragen gekürzt werden und zum Teil entsprechende Situationen nur für die Kamera gestellt oder per Gesprächsprotokoll wiedergegeben werden. Es ist im Rahmen der doch einfachen Interviewsituation, in der über eine starre Kamera auf den jeweiligen Gesprächspartner gehalten wird, sehr spannend und interessant, wie Experten bei den gezielten und doch einfachen Fragen von Frau Losmann ins Straucheln geraten. In regelmäßigen Abständen bekommen wir einen kleinen wirtschaftlichen Arbeitskreis zu sehen, der entsprechend der im Film gewonnen Erkenntnisse an einem runden Tisch, der dafür auf der Frankfurter Zeil platziert worden ist, eine Runde Monopoly nach den speziellen Regeln spielen. Für jemanden, der selbst in Frankfurt wohnt und der einige der Büropanoramen wiedererkannt hat und durch seine berufliche Bildung im wirtschaftlichen Sektor zuhause ist, muss ich sagen, dass „Oeconomia“ und die im Film vorkommenden Erkenntnisse durch Grafiken, Merksätze und Schaubilder definitiv ein Standardwerk im schulischen Bereich für Volkswirtschaftslehre und Finanzwirtschaft sein müsste. Insgesamt ist der Dokumentarfilm sehr spannend, unterhaltsam und durchaus informativ geworden.

„Oeconomia“ - My First Look – Ohne Wertung.
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