Re: Zuletzt gesehener Film

9766
Wow. Sehe gerade „The Highwaymen“ und war irritiert, ob da zwischenzeitlich was an der Tonspur nicht stimmt. Die Musik kam mir doch erstaunlich bekannt vor. Und siehe da - sie stammt tatsächlich von Thomas Newman. Der die Stücke „Quartermaster“ und „Granborough Road“ sowas von unbearbeitet in den Score eingeflochten hat...
"Hiermit kündige ich meine Mitgliedschaft!" - "Wir sind kein Countryclub, 007!"

Re: Zuletzt gesehener Film

9767
Casino Hille hat geschrieben: 14. September 2020 09:35 Ich habe "Days of Heaven" als großen Genuss empfunden, und für mich ist es mittlerweile mit klarer Sicherheit der beste Film von Terrence Malick
Übrigens, ich habe vor ein paar Wochen mit vier Freunden Tree of Life noch mal angeschaut. Einer war genau wie ich schon vorher Fan des Films und nachher umso mehr, die zwei anderen Jungs waren interessiert und genossen die gemeinsame Erfahrungen, fanden den Film am Ende aber nicht so toll, und das Mädel hat sich nach einer knappen halben Stunde mit einem Taschenbuch ins Nebenzimmer verzogen. :wink:

Tree of Life ist eigentlich ein straighter Coming-of-Age-Film, aber wie Malick die Geschichte mit Motiven aus Natur, Schöpfung, Spiritualismus, Evolution und Lebenskreislauf anreichert und wie er das Ganze inszeniert sucht seinesgleichen. Folgerichtig ist der Film strukturiert wie lose Gedankenfetzen, wie die Erinnerung an die eigene Kindheit eben auch "in echt" funktioniert, und doch fügt sich die Erzählung sinnig zusammen. Und jede einzelne Einstellung ist umwerfend in Farben, Bewegung und Rhythmen, was Days of Heaven trotz schöner Sonnenuntergänge eben nicht erfüllt. Tree of Life ist ein 10er-Film.
We'll always have Marburg

Re: Zuletzt gesehener Film

9768
Nico hat geschrieben: 25. November 2020 01:15 Sehe gerade „The Highwaymen“ und war irritiert, ob da zwischenzeitlich was an der Tonspur nicht stimmt. Die Musik kam mir doch erstaunlich bekannt vor. Und siehe da - sie stammt tatsächlich von Thomas Newman. Der die Stücke „Quartermaster“ und „Granborough Road“ sowas von unbearbeitet in den Score eingeflochten hat...
Hehe, und nicht nur seine Bondstücke hat er ohne Variation eingebaut. Auch eine große Portion "The Shawshank Redemption" geistert da durch den Soundtrack dieses eher belanglosen Kevin-Costner-Vehikels:

Prejudice always obscures the truth.

Re: Zuletzt gesehener Film

9770
iHaveCNit: (on Streaming): Sound of Metal (2020)
seit 04.12.2020 auf Amazon Prime
gesehen am 12.12.2020


Trotz der aktuellen kinofreien Zeit gibt es dann doch noch ein paar Filme im Streaming-Angebot, die mich interessieren und für die ich dann auch mal die Leinwand gegen den Laptop eintausche. Ein Film davon ist Darius Marders Regiedebüt „Sound Of Metal“ mit Riz Ahmed und Olivia Cooke in den Hauptrollen, der mich wirklich begeistert und fasziniert hat.

Ruben und Lou touren als zweiköpfige experimentelle Metalband „Blackgammon“ durch die Clubs, doch die zunehmend laute Atmosphäre führt bei Ruben allmählich zu einem irreparablen Gehörschaden. Während er infolgedessen bei einer Gehörlosen-Community unterkommt und Abstand von der Musik und Lou nehmen muss, lernt er zu sich selbst und mit der Situation umzugehen. Doch er muss auch die Entscheidung treffen, ob er von seinem alten Leben loslassen kann oder nicht.

„Sound of Metal“ - dieser Filmtitel könnte den Einen oder Anderen ein wenig in die Irre führen. Um Metal im Sinne der Musikrichtung geht es im Grunde weniger. Bis auf die Tatsache, dass es hier um einen Schlagzeuger einer experimentellen Metalband geht. Viel eher ist das nur der Aufhänger eines großartigen Charakterdramas, das nicht nur einen tollen Einblick in die Gehörlosen-Community der vereinigten Staaten liefert, sondern darüber hinaus auch ein großartiges Sounddesign bietet. Riz Ahmeds Schauspiel in der Rolle des Ruben ist extrem stark, glaubwürdig und unsentimental. Die Reise, die sein Charakter hier durchmacht und die Entscheidungen, die er trifft und treffen muss, gingen mir unter die Haut. Damit wir als Zuschauer auch die Klangwelt für Ruben wahrnehmen können, bekommen wir auch durch das großartige Sounddesign die Umgebung auch mal aus der Sicht von Ruben zu hören. Von einem zunehmend dumpferen Klang und Rauschen bis hin zur Gehörlosigkeit zu der Wahrnehmung von dumpfen Geräuschen nur über den Körper; über die verzerrte Wahrnehmung der Klangwelten nach einer Operation bis hin zu kompletter Stille und Ruhe – das alles ist unfassbar großartig in den Film integriert, so dass es richtig spürbar ist. Aber auch die wichtigste Nebenrolle mit Olivia Cooke´s Lou, die sowohl Sängerin, Gitarristin als auch die Freundin von Ruben ist, ist großartig. Mit welcher Empathie sie der für Ruben nicht einfachen Situation einsteht hat mir gut gefallen. Interessant war auch der Einblick in die Gehörlosen-Community und mit welcher Offenherzigkeit diese Ruben in ihrem Kreis empfangen hat. Sehr authentisch, dass hier selbst gehörlose Schauspieler die Rollen übernommen haben. Interessant wird sein, inwieweit dieser Film eine Rolle bei den ganz großen Awards der kommenden Saison spielen wird. Denn sowohl Riz Ahmed, Olivia Cooke und auch das Sounddesign haben meiner Meinung nach auch die Würdigung durch Preise verdient. Und wenn dieser Film auch nach dem Ende der aktuellen kinofreien Zeit doch noch eine Auswertung auf der Leinwand bekommt, dann werde ich ihn mir auch gerne auf der Leinwand nochmal ansehen, damit ich auch im Kinosaal in den Genuss dieser Erfahrung kommen kann – dass damit durchaus sogar noch einen Punkt mehr verdienen könnte. Ein kleines Highlight zum Ende des Jahres.

„Sound of Metal“ - My First Look – 9/10 Punkte.
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Re: Zuletzt gesehener Film

9771
iHaveCNit: Die Wütenden – Les Misérables (2020)
15.12.2020


Den Abschluss des Filmjahrs der in 2020 gestarteten Filme im Kino habe ich mir anders vorgestellt. Mein Filmzähler lag vor dem leichten Lockdown bei 86 – da ich jedoch runde Zahlen bevorzuge und die nächste Runde Zahl bei 90 liegt, habe ich zum Abschluss des Jahres noch 4 Filme, die ich im Heimkino nachholen möchte. Den Beginn dieser „Final Four“ macht hier der französische Film und Oscarkandidat „Die Wütenden – Les Misérables“, der sich zwar „Parasite“ geschlagen geben musste, aber gestern Abend mir schon gezeigt hat, dass er nicht ohne Grund zu den Nominierten zählte.

Den ersten Arbeitstag hat sich der prinzipientreue Stéphane bei seiner neuen Einheit im Pariser Vorort Montfermeil sicherlich anders vorgestellt. Nicht nur, dass er mit seinen erfahrenen Kollegen Chris und Gwada zu für ihn sehr fragwürdigen und unüblichen Mitteln greifen, die dortigen Spannungen zwischen rassistischer Polizeigewalt, Armut und kriminellen Parallelgesellschaften befinden sich in einer toxischen Abwärtsspirale, aus der es scheinbar kein Entkommen gibt. Dieser Mikrokosmos offenbart sich ihm im Fall eines in diesem Viertel gestohlenen Löwenbabys, bei dem die Lage zu eskalieren droht.

„Die Wütenden – Les Misérables“ ist eine sehr starke Mischung aus Crimedrama und Milieustudie. Man spürt förmlich mit welch akribischer Beobachtung und Nähe zum Milieu im Pariser Banlieu Montfermeil der Regisseur Ladj Ly hier den Film aufzieht und einen faszinierenden, aber auch zeitgleich erschütternden Einblick bietet. Der Verlauf des Films selbst hat mich bei der Sichtung gerade wenn es um den ersten Arbeitstag eines eher prinzipientreuen Polizisten geht, der mit eher fragwürdigen Kollegen zusammenarbeiten muss auch an Antoine Fuquas „Training Day“ erinnert. Selbst wenn ich zum Beispiel auch in jungen Jahren und meiner Jugend in sozialen Brennpunkten und leicht an Armut grenzenden Verhältnissen aufgewachsen bin, kann ich mir nur im Ansatz die Armut und Hoffnungslosigkeit vorstellen, die in den Pariser Banlieus herrscht. Die hier im Film dargestellte toxische Abwärtsspirale und das Spannungsfeld zwischen rassistischer Polizeigewalt, Armut und den bereits geschaffenen Strukturen krimineller Parallelgesellschaften spiegelt durchaus die Lebenswirklichkeit vieler Menschen in Frankreich wieder. Mit einer eher hektischen und dynamischen Handkamera wirkt der Film dann auch schon fast dokumentarisch. Dass ich hier quasi durch die Bank weg auch Darsteller zu sehen bekomme, die ich noch nie vorher gesehen habe, lässt mich auch komplett unvoreingenommen den Film erleben und wahrnehmen. Die Spannung im Film steigert sich bis zum Ende ins Unermessliche und lässt den Film mit einer interessanten Situation und einem interessanten Spannungsfeld enden, die einen Bogen zu entsprechenden Schlüsselmomenten und Dialogen schlägt. Auch wenn sich der Film ganz klar auch in seiner Erzählung der Handlung ganz klar dazu hinreißen lässt, rassistisch und auch sexistisch motivierte Polizeigewalt kritisch zu hinterfragen, so gilt das in Ansätzen auch zu den geschaffenen kriminellen Strukturen und Parallelgesellschaften. Gerade hier fand ich es großartig, vielleicht ähnlich wie in Denis Villeneuves „Sicario“ einen eher prinzipientreuen und neutralen Charakter als Identifikationsfigur zu bekommen, um einen weitestgehend neutralen und kritischen Blick auf das ganze Geschehen zu bekommen. Aber bei der Auflösung des Geschehens macht es sich der Regisseur Ladi Ly nicht einfach, denn die festgefahrenen Spannungsfelder sind ein zu komplexes Problem, so dass ein Filmemacher hier klare Lösungen anbieten kann. Das gleiche gilt auch für mich.

„Die Wütenden – Les Misérables“ - My First Look – 9/10 Punkte
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Re: Zuletzt gesehener Film

9772
iHaveCNit: The Lodge (2020)
nachgeholt im Heimkino
16.12.2020


Selten so lange darüber nachgedacht, überhaupt zu einem gesehenen Film eine Review zu schreiben. Aber da ich diesen Film in 2020 noch mitnehmen wollte und ihn vor 10 Tagen gesehen habe, schreibe ich dann doch noch ein paar Zeilen dazu. Ich glaube, jeder wird nach den geschriebenen Zeilen dann doch feststellen, warum ich hierzu eigentlich nichts schreiben wollte.

Richard ist Journalist und lebt mit seiner Freundin Grace zusammen, die er bei der Recherche zu einer Story kennengelernt hat. Seine Frau Laura kommt mit dieser Situation und der Scheidung nicht klar, so dass sie sich das Leben nimmt. Seine Kinder Mia und Aidan stehen Grace mit Argwohn gegenüber, so dass sich Richard entschließt, mit den Kindern und Grace die Weihnachtszeit in einer abgelegenen Waldhütte zu verbringen. Als er berufsbedingt früher abreisen muss, sind die Kinder mit Grace alleine und das gegenseitige Misstrauen wächst.

Wenn mich eine Sache bei „The Lodge“ begeistert hat, dann war es die Kameraarbeit des griechischen Kameramanns Thimios Bakatakis, die mir bereits sehr positiv in „The Killing of a Sacred Deer“ von Yorgos Lanthimos aufgefallen ist. Eine weitere Sache ist mir dann auch aufgefallen. Mit ein paar visuellen Einfällen und einem gewissen Foreshadowing hat der Film mich an „Hereditary“ erinnert. Das Problem jedoch, „The Lodge“ ist vor „Hereditary“ produziert und erst danach veröffentlicht worden, so dass ich mich von diesem Vergleich im Hintergrund nie lösen konnte. Des weiteren wird auf dem Cover der Blu-Ray auch ein Vergleich zu „Shining“ zitiert. Wenn ein Film nun verglichen worden ist mit einem Kultklassiker und einem der besten Horrorfilme der letzten Jahre, dann sind das natürlich schon große Fußstapfen, die er ausfüllen muss. Und das konnte er leider nicht. Die Story, die eine moderne Abwandlung von „Rebecca“ ist, mag zwar interessant konstruiert und auch mit einer interessanten Hintergrundgeschichte unterfüttert sein, mich hat der Film und der Verlauf jedoch nicht wirklich bei Spannung, Laune und der Stange halten können, so dass ich mich immer wieder dabei ertappt habe, ablenken zu lassen. Und das ist für diesen Slowburner, das Kammerspiel und den Psychohorror kein gutes Zeichen, so dass sich der Film am Ende leider eher am unteren Ende meines Rankings wiederfinden wird.

„The Lodge“ - My First Look – 5/10 Punkte
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Re: Zuletzt gesehener Film

9773
iHaveCNit: Der Spion von Nebenan (2020)
nachgeholt im Heimkino
26.12.2020


Normalerweise hatte ich direkt am Erscheinungstag des Films im Kino eine Vorstellung gebucht, jedoch kam mir an diesem getakteten und durchgeplanten Tag auf dem Weg vom Büro nach Hause eine unbestimmte Verspätung des Zuges, indem ich gerade gesessen habe zuvor, infolgedessen ich das Ticket storniert und die Vorstellung für mich am Abend habe ausfallen lassen. Eigentlich hätte dieser Film der letzte Film sein können, den ich vor dem ersten Lockdown mit Schließung der Kinos im März gesehen hätte. Nun ist er der Vorletzte von 90 Filmen aus dem Kinojahr 2020, den ich gesehen und im Heimkino nachgeholt habe. Schade, dass ich ihn nicht im Kino gesehen habe, denn diese Portion charmanter und witziger, aber auch harmloser Spaß hätte ich mit den Sorgen und Ängsten von damals gut gebraucht.

JJ ist Agent beim CIA und hat gerade eine Undercover-Mission vermasselt. Er und seine Kollegin Bobbi werden daraufhin zu einer Überwachungsmission einer Zielperson abgestellt. Jedoch findet die Tochter der Zielperson die Kameras und enttarnt JJ und Bobbi. Damit die Tochter Sophie nun die Tarnung nicht auffliegen lässt, erpresst sie JJ und bittet ihn, in die Techniken der Spionage einzuweihen.

Die Story selbst ist selbstverständlich nichts neues und relativ austausch- und vorhersehbar, aber diese harmlose Agenten- und Actionkomödie ist extrem witzig und unterhaltsam. Der Hauptgrund hierfür ist für mich die gute Laune, die das Schauspiel-Duo Dave Bautista und Chloe Coleman versprüht und die gesamten witzigen Momente, die der Film bietet. Gekonnt werden hier auch einige Klischees von Actionfilmen und Agentenfilmen aufs Korn genommen und zitiert. Der kleine Teil vorhandener Action hat mir auch gut gefallen und dieser hat den Film entsprechend noch abgerundet.

„Der Spion von Nebenan“ - My First Look – 7/10 Punkte.
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Re: Zuletzt gesehener Film

9774
Gerade vor dem Jahresabschluss noch ein paar Gedanken über ein paar Filme gemacht, bei denen ich positiver werte.

"Unhinged" wird von mir aufgewertet um 1 Punkt auf 7/10, weil ich irgendwie damals ähnlich drauf war wie Russell Crowe im Film.

"Guns Akimbo" gewinnt in der Uncut FSK18-Version durch die Gore-Effekte noch mehr an Spaß und Brutalität dazu und auch dieser bekommt eine Aufwerung um 1 Punkt auf 8/10.

Kleiner Aufruf an der Stelle. Das Forum entscheidet wer mein letzter Film für 2020 werden darf. Entweder wird es "Emma" mit Anya-Taylor Joy oder die koreanische Hardcore-Version von "Contagion" - "Pandemie", der zwar bereits 2013 produziert, aber erst dieses Jahr bei uns erschienen ist.
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Re: Zuletzt gesehener Film

9776
Gut, wenn sich kein anderer hier meldet, wird es "Emma."

Passt eigentlich auch ganz gut zum Abschluss, wenn es stilvoll mit "Knives Out" begonnen hat und mit "Emma." zu Ende geführt wird. Aber auch nicht nur deswegen. Ich habe mich im Laufe der letzten Woche mit der Eastrail 177 Trilogie von Shyamalan auseinandergesetzt, weil mein Cinema Filmkalender das Filmplakat von "Glass" präsentiert hat. Und hier ist ja die gute Anya Taylor-Joy ebenfalls involviert.
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Re: Zuletzt gesehener Film

9777
iHaveCNit: Emma. (2020)
nachgeholt im Heimkino
30.12.2020


Wenn man einen Bogen um dieses chaotische, unberechenbare Filmjahr machen möchte, dann am Besten mit Stil und Klasse. Wenn ich ein Jahr zurückdenke und überlege, dass ich das Kinojahr 2020 mit einer Murder Mystery Party im Kino mit dem stilvollen Krimi „Knives Out“ gestartet habe, kann das Jahr nur stilvoll beendet werden. Und da eignet sich die stilvolle historische Komödie „Emma.“ perfekt, die im März diesen Jahres im Kino gelaufen und nun von mir im Heimkino nachgeholt worden ist. Stilvoller hätte ich wirklich das Jahr nicht beenden können, auch wenn mir etwas die Sympathie und der Zugang zum Stoff gefehlt hat.

Emma Woodhouse ist in ihrem Dorf als in das dortige Establishment geborene Frau die wohl gefragteste Partie, doch eigene Bindungen einzugehen ist sie aufgrund der eigenen Ansprüche noch nicht bereit. Viel eher sorgt sie mit manipulativem Geschick dazu, Beziehungen von anderen zu knüpfen oder zu unterbinden. Noch ahnt sie nicht, dass sie sich bei den Kuppelversuchen für ihre neue Freundin Harriet selbst gefühlsmäßig in etwas verrennen wird, das ihr eigenes Liebesleben aus den Fugen reißt.

„Emma.“ mag zwar auf einer historischen Vorlage von Jane Austen beruhen, die bereits mit diesem Film ganze 4 mal verfilmt worden ist – Kleine Anmerkung: Sowohl Vorlage als auch vorherige Filme habe ich weder gelesen noch gesehen – doch die hier zugrunde gelegten Grundzüge und Dynamiken von „Dating“, „Beziehungen“, „Partnerschaften“ sind selbst in der heutigen Zeit noch vorhanden. Auch wenn die Rolle einer Emma heutzutage wohl eher von Datingapps, Beziehungsratgebern, Hollywood- und Medienromanzen und Datingcoachs übernommen wird. Der Charakter von Emma wird hier im Film sehr toll von Anya Taylor-Joy verkörpert, die sich bereits mit sehr vielen Rollen in den letzten Jahren und auch einem Look mit Wiedererkennungswert sicherlich in den kommenden Jahren auch Richtung Topstar und Preisträgerin vieler begehrter Filmpreise entwickeln wird. Aber auch die Entwicklung Ihres Charakters im Film von der eiskalten, klugen, berechnenden, frechen, aber auch leicht toxisch manipulativen jungen Frau, die sich dann doch Schritt für Schritt gefühlsmäßig öffnet ist großartig, auch wenn einem aufgrund Verhalten und Charakterisierung durchaus die Sympathie für die Figur fehlen könnte. Auch der Zugang zur Geschichte und dem Setting selbst hat mir etwas gefehlt. Großartig natürlich wie hier in unfassbaren Details sowohl im Bereich Produktionsdesign, Kostüme und auch Make-Up/Hairstyling gearbeitet worden ist, damit der ganze Film die Atmosphäre der damaligen Zeit in der britischen Upperclass wiedergibt. Unabhängig davon, ob die Personen damals wirklich so geredet haben oder ob der Film die Dialoge aus dem Roman 1:1 übernommen hat – diese Art der Gesprächsführung ist natürlich für heutige Zeiten etwas befremdlich. Aber für jemanden wie mich, der sich persönlich nicht Kreisen wie der britischen Upperclass zugehörig fühlt ist es natürlich ganz normal, dass mir sowohl Zugang fehlt und auch einiges etwas befremdlich anmutet. Doch der Film konterkariert das Altbackene mit sehr modernen, frechen und charmanten Momenten, die mal ganz ehrlich betrachtet auch plausibel sind, egal wie gut betucht, stilvoll und gut erzogen man damals gewesen ist. So hinterlässt der Film trotz vielleicht fehlendem Zugang und Sympathie zur Hauptfigur dann doch einen sehr unterhaltsamen und charmanten Eindruck.

„Emma.“ - My First Look – 8/10 Punkte.
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Re: Zuletzt gesehener Film

9778
iHaveCNit: The Informer (2020)
Heimkino (Veröffentlichung in Deutschland: 24.04.2020)
01.01.2021


Normalerweise hatte ich „The Informer“ als Kinostart irgendwann im November 2019 im Gedächtnis, bis er dann eine Veröffentlichung im Heimkino bekommen hat. Irgendwann im Laufe des letzten Jahres habe ich ihn mir geholt, bis ich ihn dann gestern nachgeholt habe.

Pete Koslow ist Ex-Soldat und Informant für das FBI, der bei der polnischen Mafia in New York undercover im Einsatz ist. Als bei einem Drogendeal ein Polizist erschossen wird und damit das NYPD in Erscheinung tritt, bekommt er den Auftrag im Knast einen Drogendeal abzuwickeln, ohne zu ahnen, dass eine Verschwörung, in der er ins Fadenkreuz des FBI, des NYPD und der polnischen Mafia gerät, ihn ans Äußerste treiben wird.

Der Film bietet vor allem ganz oberflächlich betrachtet mit Joel Kinnaman, Rosamund Pike, Ana De Armas, Clive Owen und Common einen coolen Cast. Da ich vor allem Rosamund Pike gerne sehe und der Rest des Casts sich auch relativ gut liest, komme ich nicht drum herum zu sagen, dass jeder in einem Film dieser Sorte natürlich seinen entsprechend notwendigen Beitrag leistet. Nicht mehr und nicht weniger. Während Pike und Owen typische FBI-Agenten spielen, ist Common als NYPD-Cop zu sehen. Ana de Armas spielt die Frau von Joel Kinnamans Koslow und beide machen das auch sehr gut. Die Handlung im Film könnte man quasi als 2 Teile betrachten, während der Anfang klassischer Thriller ist, verlegt sich die Handlung in der 2. Hälfte in einen Knastthriller. Es läuft hier durchaus spannend ab, der Film ist hochwertig gefilmt, aber der Film kann dann doch nicht den Eindruck trüben, sehr formelhaft mit vielen üblichen Stationen und Elementen abzulaufen.

„The Informer“ - My First Look – 7/10 Punkte.
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Stand: 22.12.2018

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Re: Zuletzt gesehener Film

9779
iHaveCNit: A Private War (2019)
Heimkino (Veröffentlichung in Deutschland: 22.03.2019)
02.01.2021


Einen Film, den ich nach der Sichtung des ersten Trailers schon sehr lange auf meiner Watchlist hatte, ist der von Matthew Heineman inszenierte Film „A Private War“, bei dem mein Hauptgrund vor allem in der Besetzung von Rosamund Pike lag. Für den Film hat Pike damals sogar eine Nominierung bei der Golden Globe-Verleihung im Jahr 2019 erhalten. Zurecht, wie ich im Nachhinein finde, denn „A Private War“ bietet eine von Pikes besten Darstellungen bis heute.

Marie Colvin ist Kriegsberichterstatterin und ihre Arbeit wird von Kollegen in aller Welt bewundert und geschätzt. Selbst als sie bei Ende der 90er im Krisengebiet Sri Lankas bei einer Explosion auf einem Auge erblindet hält sie das nicht von ihrer Arbeit ab. Bei Ihrer Reise in den Irak lernt sie den Fotografen Paul Conroy kennen und gemeinsam berichten sie von vielen Krisengebieten im Irak, Lybien und Syrien – wohlweislich, dass dies auch unter Einsatz des eigenen Lebens erfolgt.

„A Private War“ - der Filmtitel könnte, wenn man ihn nur leicht überfliegt auch „A Pirate War“ gelesen werden. Das würde vor allem zur von Marie Colvin getragenen Augenklappe passen. Rosamund Pike, die hier die Rolle von Marie Colvin spielt, bietet eine der besten Leistungen ihrer Karriere – die ohnehin bereits überfrachtet ist von sehr guten Leistungen. Die Ambivalenz und Vielseitigkeit hinter der Rolle der Marie Colvin über Empathie, Toughness, Erfahrung und Leidenschaft für ihren Beruf und auch die Verantwortung, die mit ihrem Beruf einhergeht erfasst Pike mit allen Facetten. In den Nebenrollen des Films hat mir auch Jamie Dornan als Fotograf Paul Conroy gefallen, der zwischen Bewunderung und Loyalität für Colvin pendelt und einer der wichtigsten Partner an ihrer Seite wird. Die Sequenzen aus den Krisengebieten selbst sind wundervoll von Robert Richardson eingefangen worden und wirken auch bereits leicht dokumentarisch. So sehr die Geschichte fesselt und auch vor allem durch Pikes Darstellung mitreißt und ergreift, so hat der Film etwas unter seiner Struktur als Biopic leidet, indem einzelne Stationen mit unterschiedlich starkem Fokus beleuchtet und abgehakt werden, bis es auf einen genauen Endpunkt zusteuert. Auch ein paar Sequenzen, die vor allem das Leben Colvins in London beleuchten bremsen den Film etwas aus. Ergänzend zu dem Film gab es auf der Blu-Ray und auch auf Amazon Prime die Dokumentation „Under The Wire“ von Chris Martin, die ich mir auch angesehen habe – wie auch ein paar kritische Stimmen, die der Dokumentation durchaus einseitige Berichterstattung vorwerfen. Ich bin hier der Meinung, dass es vor allem Marie Colvin nur im Ansatz darum ging, politischen Positionen Raum zu geben, ihr ging es um die Geschichten, Erfahrungen und Wahrnehmungen der Betroffenen Opfer und Überlebenden.Und diese Geschichten überdauern auch den Tod von Marie Colvin – auch dank diesem Biopic und der Dokumentation.

„A Private War“ - My First Look – 8/10 Punkte.
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Re: Zuletzt gesehener Film

9780
iHaveCNit: The Little Hours (2017)
Heimkino (Streaming-Veröffentlichung: 16.10.2020)
04.01.2021

Ein weiterer Film der lange auf meiner Watchlist stand war „The Little Hours“, der irgendwann im Jahr 2017 oder 2018 bei einem Fantasy Filmfest im Programm lief und den ich danach im regulären Kinoprogramm sehen wollte. Nur veröffentlicht wurde Jeff Baenas Kömodie im regulären Kinoprogramm nie. So habe ich Jahre verstreichen lassen, ihn gestern gesehen und hatte definitiv meinen Spaß.

In einem Nonnenkloster in der Toskana verbringen die 3 Nonnen Alessandra, Fernanda und Genevra ihre Tage neben Beten, Beichten, Hauswirtschaft und Gärtnerei auch mit dem Bepöbeln des Hausmeisters, dem es irgendwann reicht und er das Kloster verlässt. Der Pater Tomasso jedoch trifft bei einer kleinen Handelsreise auf den flüchtigen Massetto, dem er unter dem Vorwand taubstumm zu sein eine Stellung als neuen Hausmeister an. Der junge und gutaussehende Massetto wirbelt damit die Gefühlswelt der 3 Nonnen und auch den Alltag im Kloster durcheinander.

Keine Ahnung, ob es diese Begrifflichkeit gibt, aber wenn auf einen Film die Bezeichnung „christlich und kirchlich inkorrekt“ zutrifft, dann auf jeden Fall „The Little Hours“. Die ausufernden, sehr unchristlichen Vorkommnisse und Eskapaden in diesem Film, die auf jeden Fall sowohl das Bild des üblichen Zölibats als auch das der frommen Dienern und Dienerinnen Gottes erschüttern wird. Aber das gesamte Ensemble mit Alison Brie, Aubrey Plaza, Kate Micucci, John C. Reilly, Dave Franco und einigen mehr scheint an der ganzen Sache einen regelrechten Spaß gehabt zu haben. Dieser Spaß hat sich auch auf mich übertragen. Auch wenn ich mich teilweise gefragt habe, was hier überhaupt abgeht, so muss ich sagen, dass der Film dann doch seine Eskapaden noch auf einem sehr humanen und eher unbissigen Level hält und der Film dann doch relativ versöhnlich endet. Mit weniger als 90 Minuten Laufzeit ist er auch sehr kompakt und kurzweilig.

„The Little Hours“ - My First Look – 7/10 Punkte.
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