Re: Der Lethal Weapon Thread

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Wie gesagt, das liest und hört man ganz häufig. Erinnert mich immer so ein wenig an die U- und E-Kultur-Diskussion. Niemand sagt, dass Donner in die Schublade von Kubrick und Co gehört. Mir persönlich machen allerdings einige seiner Filme deutlich mehr Spaß als einige von Kubricks Werken. Und perfekte Unterhaltung abzuliefern ist auch eine Kunst. Handwerk ist Filmemachen ohnehin, bei jedem.
Klar, wenn du da viel bei 7/10 siehst, kein Problem. Lethal Weapon ist für mich eine 10, da gibt es innerhalb des Genres rein gar nichts zu bekritteln, ganz im Gegenteil. Das ist für mich ein Action-Referenzwerk, eine perfekte Mischung aus Spannung, Humor und tollen Figuren, gleiches gilt für das Sequel. Selbst die beiden Teile 3 und 4 sehe ich bei starken 8/10.
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Re: Der Lethal Weapon Thread

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Mit U und E hat mein Einwand aber eigentlich nichts zu tun, sondern vielmehr damit, dass ich viele seiner Filme für wenig bis gar nicht herausragend halte. Und auch das klingt jetzt wieder negativer, als ich es eigentlich meine. Aber wenn wir schon von der generellen Bewertung eines Filmschaffenden sprechen, dann sollte man schon untersuchen welchen Impact die Filme desjenigen haben. Es wird doch aber generell eigentlich nie der Stellenwert von Omen, Superman und Lethal Weapon in Zweifel gezogen sondern ich habe eigentlich eher den Eindruck, dass Donner gerade für Superman sogar tendenziell eher überbewertet wird (zumindest im Vergleich mit dem diesbezüglich immer sehr kritisch gesehenen Lester). Wenn also sein "Kernwerk" im Prinzip sehr positiv in der generellen Einschätzung wegkommt, wo ist dann die Unterschätzung zu finden? Wie gesagt, Filme wie Goonies, Maverick oder Assassins halte ich - und da gehe ich ziemlich einher mit der generellen Wahrnehmung - eher für Werke ohne größeren filmhistorischen Nachhall - um es mal so auszudrücken.
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Re: Der Lethal Weapon Thread

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Sicher haben die genannten wenig filmhistorischen Nachhall, aber das hat auch hier niemand behauptet. Die Lethal Weapon-Reihe übrigens schon. Und Superman gilt als der erste Comicverfilmung-Blockbuster. Mich stört einfach immer das lapidare "der ist ein solider Handwerker" so nach dem Motto "das hätte jeder runter filmen können". Genau das bezweifle ich, denn oft sind es kleine Details, die 08/15-Ware von perfekter Unterhaltung trennen. Und Donner hat nicht nur ein Mal abgeliefert. Mir geht es nicht darum Donner zur Regielegende zu überhöhen, aber ich habe schon den Eindruck, dass er tendenziell zu schlecht weg kommt und ich denke, das sieht auch Hille ähnlich.
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Re: Der Lethal Weapon Thread

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Das habe ich glaube ich schon verstanden. Aber nochmal: wenn man ihn als unterbewertet bezeichnet, dann muss die Unterbewertung in der generellen Wahrnehmung ja irgendwo festgemacht werden. Und an seinem Kernwerk kann ich das nicht erkennen. Ich habe mich vor ein paar Jahren ja mal recht intensiv mit der Entstehungsgeschichte der Salkindschen Superman-Filme auseinandergesetzt und wenn man sich da die Quellen zu Gemüte führt wird in einer Tour das Hohelied auf Donner gesungen als dem kreativen Mastermind hinter allem Guten der Filme (Tom Mankiewicz bekommt auch noch einiges von den Lorbeeren ab, aber doch in wesentlich geringerem Maße als Old Dick). Und im Gegenzug wird alles Schlechte der Filme an den Salkinds und nicht zu letzt auch an Richard Lester festgemacht (u.a. auch von Donner selbst). Ich will hier gar nicht Donners erheblichen Einfluss an der Konzeption des bzw der Superman-Film(e) gering schreiben, aber so einfach wie es oft gemacht wird war und ist es sicherlich nicht. Und von daher kann ich gerade beim Beispiel Superman keinerlei Unterschätzung Donners sehen, eher wie schon gesagt eher das Gegenteil. Beim Omen kommt Donner eigentlich auch immer als stilprägender Genre-Wegweiser weg, auch hier sehe ich keine Unterschätzung. Und auch bei den Lethal Weapons hört man bei der verdienten Würdigung immer die gleichen vier Namen: Gibson, Glover, Black - und eben Donner.
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Re: Der Lethal Weapon Thread

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Ja, das hat doch nichts mit U und E zu tun, sondern mit Unterhaltung und Langeweile. Und "Handwerker" ist auch an sich keine Abwertung, aber ich sehe bei Donner halt kein gutes Handwerk, nur die übliche Routine. Aber wenn ich mir sein gesamtes Werk anschaue, und das umfasst ja auch noch viele unbekannte Filme seit 1961, dann sehe ich da wenig Konstanz, sondern ein großes Durcheinander von Mainstreamwerken.

Und das sind alles Filme die mich wenig bis gar nicht interessieren, und bei denen die ich gesehn habe, ist wenig bis nichts hängen geblieben, nichts was mir Lust auf andere seiner Regiearbeiten gemacht hätte. Bei einigen weiß ich nicht einmal mehr ob ich die vielleicht nicht doch mal gesehen habe. Maverick war auch so eine Enttäuschung, da hatte ich einen deutlich pffigeren Film erwartet, und The Goonies war der Schwächste von diesen ganzen 80er Jahre Spielbergs, die von anderen Regisseuren inszeniert wurden, der Einzige der irgendwie uninteressant war.

Die positiven Superman Eindrücke hier finde ich interesant, denn den fand ich total öde, da schienen mir Lesters leicht schräge Fortsetzungen als rießiger Fortschritt, obwohl die gemessen an früheren Filmen von Lester auch nicht viel taugten.
Für Action interesiere ich mich immer, aber die LW Filme woltle ich damals im Kino um keinen Preis sehen, und als ich mal Teil 1 im TV sah, fand ich ihn auch nur wie erwartet langweilig. Letztes Jahe habe ich ihn noch mal geschaut (aber nur wegen dem Forum her), und obwohl der nicht gut gealtert wirkte, fand ich ihn glaube ich deutlich besser, aber tatsächlich kann ich mich schon jetzt wieder an nichts Konkretes mehr erinnern. Nicht einmal ob er eine 4/10 oder vielleicht jetzt doch eine 6/10 war?
Und was war mit 16 Blocks? Ach der war von Donner inszeniert, wusste ich nicht mehr. Langweilig war der nicht, aber war der unterhaltsam genug für eine 6/10? Knifflig ...

Nach checken seiner Filmographie bleibt als einzig positive Erinnerung noch Conspiracy Theory, ein weiterer "ach der war von Donner!" Film, und eine dunkle Erinnerung meint daß das Ende nichts taugte.

Re: Der Lethal Weapon Thread

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Ich freue mich dass mal wieder eine Diskussion stattfindet finde Sinne, dass die Antworten nicht über Tage kommen. :) Es zeigt mir aber auch, dass ein direktes Gespräch viel fruchtbarer wäre - es wird wirklich mal wieder Zeit für ein Treffen. :)

Ich denke das Ganze hat sich ein wenig an Hilles und Maibaums Bemerkungen "entzündet" und der Tatsache, dass man das oft hört und liest. Insgesamt liegen wir mal wieder alle nicht so weit auseinander, wie es die Statements hier suggerieren.
Zu Superman kann ich wenig beitragen, den habe ich seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen und einschlägige Literatur dazu kaum gelesen. Bei Lethal Weapon, Maverick, Assasins etc habe ich schon oft erlebt, dass viele (Filmkundige!) gar nicht wussten, dass Donner der Regisseur ist. Das meinte ich mit "kommt oft schlechter weg als verdient".
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Re: Der Lethal Weapon Thread

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vodkamartini hat geschrieben: 29. März 2021 11:08 Mich stört einfach immer das lapidare "der ist ein solider Handwerker" so nach dem Motto "das hätte jeder runter filmen können".
Tja, und meine brutale Meinung dazu ist, hi hi, das hätte vielleicht fast jeder andere auch besser hinbekommen können ...

Es gibt übrigens durchaus auch typische 80er Action Filme, die mich damals auch nur wenig interessiert haben, die ich aber heute sehr viel positiver sehe. Wie z.b. Mad Max 2
vodkamartini hat geschrieben: 29. März 2021 11:30 Bei Lethal Weapon, Maverick, Assasins etc habe ich schon oft erlebt, dass viele (Filmkundige!) gar nicht wussten, dass Donner der Regisseur ist. Das meinte ich mit "kommt oft schlechter weg als verdient".
He he, oder genau wie er es verdient ... ;)

Re: Der Lethal Weapon Thread

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@Maibaum
Das mit U und E war nur eine Metapher, natürlich passt das nicht zu Donner.
Ich bin bestimmt kein Donner-Guru und sehe auch einige seiner Werke als eher so na ja an. Ich habe kein Problem damit, wenn du das so empfindest. Wir würden da bestimmt ein paar Kandidaten finden, bei denen es sich umgekehrt verhält. :) Aber wenn du z.B. Lethal Weapon bei höchstens 6/10 siehst, dann kommen wir da nicht auf einen gemeinsamen Nenner (muss auch nicht sein). Bei Goonies hast du nicht Unrecht, auf dieser speziellen Schiene gab es in den 80ern tatsächlich Besseres. 16 Blocks fand ich ein wenig enttäuschend, das ist für mich so die Kategorie der gefühlt letzten 20 Liam Neeson-Werke, nettes Genre-Futter, aber sicher nicht nachhaltig. Bei Mad Max 2 haben wir immerhin dieselbe Richtung, den fand ich in den 80ern uninteressant und schätze ihn inzwischen deutlich mehr.
Zuletzt geändert von vodkamartini am 29. März 2021 11:38, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Der Lethal Weapon Thread

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vodkamartini hat geschrieben: 29. März 2021 11:30 Bei Lethal Weapon, Maverick, Assasins etc habe ich schon oft erlebt, dass viele (Filmkundige!) gar nicht wussten, dass Donner der Regisseur ist.
Da würde mich dann aber wirklich interessieren, was diejenigen überhaupt mit Donner in Verbindung bringen. Weil wenn noch nicht einmal Lethal Weapon bei Donner in den Sinn kommt, woher kennen sie Donner denn dann? :)
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Re: Der Lethal Weapon Thread

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vodkamartini hat geschrieben: 29. März 2021 11:40 Die kennen den gar nicht, das meinte ich ja. Maibaum würde sagen - recht geschehen :).
Dann wäre natürlich interessant zu wissen, wie gut sie Superman, Lethal Weapon und Das Omen kennen. Denn wenn man die Filme nicht gerade nebenher in einer schwachen Stunde geschaut haut kommt man als filminteressierter Mensch doch fast nicht drum herum auch den Regisseur mitzbekommen. :) Selbst wenn einem die Filme nicht taugen bzw. oft ja gerade dann will man doch wissen, wer sowas verbrochen hat. (vermutlich hat Maibaum auch deshalb so viel zu Donner zu sagen) :lol:
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Re: Der Lethal Weapon Thread

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Ja, sollte man meinen. Nein, das sind Leute, die Lethal Weapon mögen bzw. mal gesehen und für gut befunden haben, aber nicht wissen wer der Regisseur ist oder zumindest länger überlegen müssen, um darauf zu kommen.
Das passiert denen z.B. bei Jurassic Park nicht. Mit anderen Worten: Donner ist als Regisseur vielen nicht so geläufig, er tritt praktisch hinter den Bekanntheitsgrad seiner Filme zurück. Womit er nicht mehr weit weg vom Etikett Handwerker und austauschbarer Mainstream-Mann ist. Mir ging es nur darum kund zu tun, dass ich das in seinem Fall ein wenig unfair oder von mir aus schade finde. :wink:
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Re: Der Lethal Weapon Thread

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AnatolGogol hat geschrieben: 29. März 2021 11:21 wenn man ihn als unterbewertet bezeichnet, dann muss die Unterbewertung in der generellen Wahrnehmung ja irgendwo festgemacht werden. Und an seinem Kernwerk kann ich das nicht erkennen.
Ich halte Donner durchaus, wie in meinem Text angetönt, für unterschätzt – was sich vor allem daraus schließt, dass ich ihn für einen sehr starken Regisseur halte, der einige sehr starke Filme inszeniert hat. Seine Filme werden sicherlich gewertschätzt, aber er ist für mich einer, der in Aufzählungen großer Regisseure oft hinten über fällt (auch wenn es um den US-Mainstream geht). Und das sehe ich darin begründet, dass er keine prägnante Bildsprache hat, keinen eindeutigen Stil, so wie stattdessen James Cameron, Michael Bay oder John Carpenter ihn haben. Solche Regisseure werden gerne übersehen, auch wenn ihre Filme sehr bekannt sind. Rob Reiner wäre ein Filmemacher, den ich beispielsweise ähnlich betrachte.
Prejudice always obscures the truth.