Re: Der Lethal Weapon Thread

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Casino Hille hat geschrieben: 29. März 2021 12:02 Und das sehe ich darin begründet, dass er keine prägnante Bildsprache hat, keinen eindeutigen Stil, so wie stattdessen James Cameron, Michael Bay oder John Carpenter ihn haben. Solche Regisseure werden gerne übersehen, auch wenn ihre Filme sehr bekannt sind. Rob Reiner wäre ein Filmemacher, den ich beispielsweise ähnlich betrachte.
Aber liegt das wirklich in erster Linie daran, dass Leuten wie Donner und Reiner ein eindeutiger Stil oder wenn man so will eine eigene Handschrift fehlt (sehe ich übrigens ganz genau so)? Oder ist es nicht eher so, dass ihnen verglichen mit den von dir genannten die ganz großen pop- oder auch generell kulturell Einfluss nehmenden Werke fehlen? Filme wie Halloween, Escape from New York, Terminator 1+2, Avatar haben einen anderen filmhistorischen Fussabdruck hinterlassen als Superman oder Lethal Weapon (unabhängig davon, ob einem nun dieses oder jenes besser gefällt). Selbst bei Bay ist es sein ungeheuerer kommerzieller Erfolg, der ihn zwangsläufig in der Filmgeschichte den Stellenwert eines bedeutenden Filmemachers einnehmen lässt (ihr glaubt gar nicht, welch körperliche Schmerzen das Schreiben dieses Satzes bei mir verursacht :lol: ). Donner und Reiner können bei aller Qualität ihres Werkes so etwas wie ich finde nicht vorweisen.
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Re: Der Lethal Weapon Thread

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AnatolGogol hat geschrieben: 29. März 2021 12:41 Aber liegt das wirklich in erster Linie daran, dass Leuten wie Donner und Reiner ein eindeutiger Stil oder wenn man so will eine eigene Handschrift fehlt (sehe ich übrigens ganz genau so)? Oder ist es nicht eher so, dass ihnen verglichen mit den von dir genannten die ganz großen pop- oder auch generell kulturell Einfluss nehmenden Werke fehlen? Filme wie Halloween, Escape from New York, Terminator 1+2, Avatar haben einen anderen filmhistorischen Fussabdruck hinterlassen als Superman oder Lethal Weapon (unabhängig davon, ob einem nun dieses oder jenes besser gefällt).
Das finde ich aber enorm diskutabel. "Superman" würde ich als sehr einflussreich bewerten, auf jeden Fall mehr als "Escape from New York" oder eigentlich so gut wie alles sonst von Carpenter. Und auch "Lethal Weapon" ist ein bedeutender Film gewesen für sein Genre, ich glaube nicht, dass der messbar weniger Fußabdruck hinterlassen hat als der erste "Terminator".

Ich glaube schon, dass eine fehlende wiedererkennbare Handschrift letztlich besonders entscheidend dafür ist, wie ein Künstler auf lange Sicht wahrgenommen wird. Das findet sich in der Musik, im Film, in der Literatur und in der Kunst. Ein Michael Bay sticht heraus, wie ein Zack Snyder oder ein Christopher Nolan, weil seine Filme klar als seine Filme erkennbar sind. Bei Donner oder Reiner ist das weit weniger eindeutig – und damit gehen sie als Künstler weitaus schneller unter (selbst wenn ihre Kunst es nicht tut). Und das ist nicht unbedingt fair, weil eine eigene Handschrift noch keinen Wert für sich hat.
Prejudice always obscures the truth.

Re: Der Lethal Weapon Thread

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Casino Hille hat geschrieben: 29. März 2021 14:53 Das finde ich aber enorm diskutabel. "Superman" würde ich als sehr einflussreich bewerten, auf jeden Fall mehr als "Escape from New York" oder eigentlich so gut wie alles sonst von Carpenter.
Halloween war aber schon DER Wegbereiter für das Slasher-Genre, hier hat Carpenter fraglos große Pionierdienste für das (Sub-)Genre geleistet. Ich mag Donners Supie ja auch sehr gern, aber war der wirklich so einflussreich? Außer seinen eigenen Nachfolgern hat er ja weder kurz- noch mittelfristig wirklich etwas losgetreten. Und wenn ich mir anschaue, wie sich das Comic-Genre in den letzten 2 Jahrzehnten entwickelt hat, dann kann ich da nur sehr, sehr wenig von dem erkennen, was Donner und Mankiewicz seinerzeit ins Leben gerufen haben (leider, leider).
Casino Hille hat geschrieben: 29. März 2021 14:53Und auch "Lethal Weapon" ist ein bedeutender Film gewesen für sein Genre, ich glaube nicht, dass der messbar weniger Fußabdruck hinterlassen hat als der erste "Terminator".
Weniger als der Terminator vielleicht schon, aber hier hast du schon recht. LW war schon ein echter Wegweiser für Cop-Genre.

Casino Hille hat geschrieben: 29. März 2021 14:53 Ich glaube schon, dass eine fehlende wiedererkennbare Handschrift letztlich besonders entscheidend dafür ist, wie ein Künstler auf lange Sicht wahrgenommen wird. Das findet sich in der Musik, im Film, in der Literatur und in der Kunst. Ein Michael Bay sticht heraus, wie ein Zack Snyder oder ein Christopher Nolan, weil seine Filme klar als seine Filme erkennbar sind. Bei Donner oder Reiner ist das weit weniger eindeutig – und damit gehen sie als Künstler weitaus schneller unter (selbst wenn ihre Kunst es nicht tut). Und das ist nicht unbedingt fair, weil eine eigene Handschrift noch keinen Wert für sich hat.
Das schockiert mich jetzt schon. Wird Zack Snyder wirklich mittlerweile als herausstechender/herausragender Regisseur angesehen? Ich schau mir sein Zeug ja nur sporadisch an und verfolge daher auch die Rezeption seines Werkes allerhöchstens peripher, aber wenn der tatsächlich mittlerweile solch einen Stellenwert hat, dann ist Donner fraglos unterbewertet. :)
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Re: Der Lethal Weapon Thread

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AnatolGogol hat geschrieben: 29. März 2021 19:39 Das schockiert mich jetzt schon. Wird Zack Snyder wirklich mittlerweile als herausstechender/herausragender Regisseur angesehen? Ich schau mir sein Zeug ja nur sporadisch an und verfolge daher auch die Rezeption seines Werkes allerhöchstens peripher, aber wenn der tatsächlich mittlerweile solch einen Stellenwert hat, dann ist Donner fraglos unterbewertet. :)
Du bist halt mit Glück bzw. Weisheit gesegnet, dich nicht auf sozialen Medien rumzutreiben. Ich bin durch Hille und Starlight in eine Facebook-Diskussionsgruppe mit dem Namen "Filmtoast - Deine Community mit Geschmack" reingeraten und sehe auch beim gelangweilten scrollen dauernd Beiträge von anderen Filmseiten, deren Kommentarspalten ich dann lese (was sich anfühlt, als würde man einen Stein umdrehen). Snyder hat schon eine grosse Menge an leidenschaftlichen Fans, die sein Zeugs toll finden, und sich neuerdings nach #ReleaseTheSnydercut noch #ReleaseTheSnyderverse wünschen, bei dem es offenbar darum geht dass Zack wieder die DC-Verfilmungen in die Hand nimmt, obwohl für mich ja gerade diejenigen am besten bzw. vielversprechendsten sind, mit denen er nichts oder kaum was zu tun hatte (Aquaman, Shazam! und der kommende Battinson).

Ob diese Snyder-Fans repräsentativ sind - keine Ahnung.

Ist vielleicht auch ein Grund, warum ich jüngst im DCEU-Thread so rumgiften musste, aber wenn ich Kommentare lesen muss (na ja, ich muss ja eigentlich nicht) die Herrn Snyder für einen visuellen Poeten halten wird mir der Typ und vor allem Filmemacher an sich auch nicht grade sympathischer... Der Kerl hat halt Mann am Stiel verbrochen, da hat Donner schon mal den besseren Superman-Film gedreht, ohne dass ich ihn gesehen habe.
We'll always have Marburg

Re: Der Lethal Weapon Thread

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Man darf sich von den Internet-Gedöns nicht täuschen lassen, da bekommt man oft einen falschen Eindruck hinsichtlich Relevanz, Gewicht etc. Jeder hat da in Sekunden eine Plattform um lauthals seine Befindlichkeiten kund zu tun. Snyder hat seine Fans, aber eine riesige Anhängerschaft im Sinne einer Mainstream-Bewegung ist das nicht. Ich unterhalte mich / diskutiere oft über Film, mit den verschiedensten Leuten, zu den verschiedensten Themen. Die allermeisten kennen zuallererst Filmtitel, dann kommen schon etwas abgeschlagen die Darsteller und erst danach, mit deutlichem Abstand die Regisseure. Selbst Filmfreaks sind da oft erstaunlich unkundig. Klar kennen DC-Fans inwischen Snyder, kein Wunder bei seinem Einfluss auf das DCU. Sein bekanntester Film ist aber nach wie vor 300 und da bin ich immer wieder perplex wie viele Fans des Films den Namen des Regisseurs nicht kennen.
http://www.vodkasreviews.de

https://ssl.ofdb.de/view.php?page=poste ... Kat=Review

Re: Der Lethal Weapon Thread

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AnatolGogol hat geschrieben: 29. März 2021 19:39
Casino Hille hat geschrieben: 29. März 2021 14:53 Ich glaube schon, dass eine fehlende wiedererkennbare Handschrift letztlich besonders entscheidend dafür ist, wie ein Künstler auf lange Sicht wahrgenommen wird. Das findet sich in der Musik, im Film, in der Literatur und in der Kunst. Ein Michael Bay sticht heraus, wie ein Zack Snyder oder ein Christopher Nolan, weil seine Filme klar als seine Filme erkennbar sind. Bei Donner oder Reiner ist das weit weniger eindeutig – und damit gehen sie als Künstler weitaus schneller unter (selbst wenn ihre Kunst es nicht tut).
Das schockiert mich jetzt schon. Wird Zack Snyder wirklich mittlerweile als herausstechender/herausragender Regisseur angesehen? Ich schau mir sein Zeug ja nur sporadisch an und verfolge daher auch die Rezeption seines Werkes allerhöchstens peripher, aber wenn der tatsächlich mittlerweile solch einen Stellenwert hat, dann ist Donner fraglos unterbewertet. :)
Mooooment, da hast du mich missverstanden. :mrgreen: Mir ist es relativ Banane, ob Snyder als herausragender Regisseur angesehen wird. In ernstzunehmenden Kreisen habe ich das noch nicht gehört. Dennoch ist er jemand, dessen Filme auffallen und die eindeutig eine wiedererkennbare Handschrift tragen. Dabei ist dann auch unwichtig, ob der Name bekannt ist oder nicht. Aber "300", "Sucker Punch" oder "Batman v Superman" sind alle erkennbar vom selben Macher. So wie es auch "Bad Boys", "Transformers" und "Armageddon" oder eben "The Dark Knight", "Tenet" und "Interstellar" sind. Diese Filme, diese Macher fallen auf, stechen heraus. Sie machen Filme, die nur von ihnen sein können. Genauso ist es auch bei Quentin Tarantino, Sergio Leone, Stanley Kubrick oder wer halt sonst so genannt wird, wenn es um bedeutende Regisseure geht. Ein Richard Donner hat mehrere große Klassiker im Petto, meiner bescheidenen Meinung nach mehrere großartige Filme: Aber er geht namentlich dabei unter, weil sein Stil entweder weniger erkennbar (also die Gemeinsamkeiten subtiler sind) oder nicht vorhanden ist.
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Re: Der Lethal Weapon Thread

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Hab aufgrund der Diskussion hier in den letzten Tagen mal wieder Lethal 3 und 4 gesichtet und hatte wie jedes Mal eine Menge Spaß. Die Filme werden sukzessive weniger grimmig und immer lustiger bis hin zu regelrechten Screwball-Einlagen. Donner mag keinen deutlich erkennbaren visuellen Stil haben, aber er hat ein ungemeines Gespür für Timing, vor allem komödiantisches. Und er ist ein Schauspieler-Regisseur. Auch in seinen vermeintlich schwächeren Filmen haben mir eigentlich immer die Darsteller Spaß gemacht, das kriegt nicht jeder Regisseur hin.
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Re: Der Lethal Weapon Thread

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So, habe jetzt Teil 1 und 2 hinter mich gebracht.

Teil 1 hat den Bonus, dass die Protagonisten eingeführt werden und das sich Kennenlernen über den gesamten Film ein wiederkehrender Gaglieferant ist. Ganz besonders gefallen hat mir der Geiselaustausch in der Wüste und die Klopperei am Weihnachtsbaumverkauf.

Teil 2 fehlt dann eben direkt dieser Schwung des Erstlings. Und ich hatte den Eindruck, dass man versucht hat dies durch etwas härtere Gewalt zu kompensieren. Das neue Gagelement ist dann Joe Pesci, der vor allem im OTon einigermaßen lustig ist. Hier gibt’s dafür klasse Villains.

Soll ich Punkte raushauen?

....

Ok,
LW 1 - 7,5/10
LW 2 - 6/10
...punk in drublic.
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