WIe bewertet ihr mit etwas Abstand CR?

1 - miesester Film aller Zeiten
Insgesamt abgegebene Stimmen: 2 (1%)
2
Insgesamt abgegebene Stimmen: 4 (3%)
3
Insgesamt abgegebene Stimmen: 6 (4%)
4 (Keine Stimmen)
5 - durchschnittlicher Film
Insgesamt abgegebene Stimmen: 4 (3%)
6
Insgesamt abgegebene Stimmen: 3 (2%)
7
Insgesamt abgegebene Stimmen: 10 (7%)
8
Insgesamt abgegebene Stimmen: 19 (13%)
9
Insgesamt abgegebene Stimmen: 30 (20%)
10 - perfekter Film
Insgesamt abgegebene Stimmen: 69 (47%)
Insgesamt abgegebene Stimmen: 147

Re: Filmbesprechung: "Casino Royale (CR)"

1291
Casino Hille hat geschrieben: 30. September 2020 18:37 Einen "Rookie" wie Bond würde man so eine kolossal dämliche Aktion niemals durchgehen lassen.
Ein "Rookie" ist Bond auch in CR nicht. Er war ja bereits länger beim MI6, der Unterschied ist nur, dass er die Doppelnull erst jetzt bekommen hat. Um das zu untermauern, hat man beim African Rundown ja auch noch Carter eingebaut, den man eher als "Rookie" bezeichnen kann und der auch klar unter Bond steht bzw. nicht seine Erfahrung hat.

Abgesehen davon hätte man in der Realität auch den Bond der vorherigen Filme schon zigmal rausgeschmissen. Völlig egal, ob er das, was er macht, als alter Opa wie in AVTAK oder noch zu Beginn seiner Karriere wie in TLD macht.

Die Reaktion fällt meistens gleich aus: M schaut böse und schimpft vielleicht etwas, Moneypenny biegt es wieder hin und Bond macht weiter wie bisher.

Der Unterschied zu früher ist in CR dahingehend also im Prinzip nur das Fehlen von Moneypenny. 8)
Böser schwarzer Mann

#SanMonique2021

"Wo man lacht, da lass dich ruhig nieder. Böse Menschen lachen immer wieder."

Re: Filmbesprechung: "Casino Royale (CR)"

1296
Gestern habe ich mal wieder CR gesehen.

Den Anfang finde ich echt stark. Der junge-draufgängerische Agent, der gerade seine Lizenz zum Töten verloren hat und den seine Chefin noch nicht ganz unter Kontrolle hat, das sagt mir doch alles sehr zu.

Im Laufe der Zeit ändert sich das aber etwas: Ich denke da etwa an das Pokerturnier. Für mich zieht sich das alles etwas zu sehr in die Länge. Beim ersten Mal mutet das noch alles ziemlich spannend an. Das Problem ist aber für mich: Ich kenne den Film inzwischen und abseits dessen, dass das Pokerspiel als solches spannend anmutet (Bond ist raus? Irgendwie muss der den Le Chiffre noch noch besiegen. ... Er hat es geschafft, große Erlösung. Tja, nichts neues, das kenne ich doch alles schon.), sehe ich in diesem Teil des Filmes keine großen Schauwerte. Jetzt, wo ich den Film schon häufiger gesehen habe, ist die Spannung deshalb raus. Im zweiten Teil hat der Film für mich einige Längen.

Immerhin: Der Film hat mit den Venedig-Showdown und Vespers Tod einen spektakulären und auch emotional ergreifenden Showdown.

Für mich liegen die Stärken, wie oben schon geschrieben, eher am Anfang des Filmes. Folge dessen ist, dass der Film rückblickend nicht so stark im Gedächtnis bleibt. Ganz anders etwa SF. Zwar sehe ich in dem Film auch einige derartige Probleme (so zieht sich alles von Bonds Rückkehr bis Shanghai etwas in die Länge, und selbst Shanghai ist noch nicht einmal der Höhepunkt des Filmes), um so überragender finde ich dafür die zweite Hälfte, so etwa ab Macao. Rückblickend bleibt SF deshalb stärker in Erinnerung.

Ähnlich ist es auch in SP. In Rom dauert es auch einige Zeit, bis mich irgend etwas wirklich begeistern kann. Los geht's dann aber mir Oberhausers/Bonds Aufeinandertreffen, beziehungsweise dem gesamten Spectre-Meeting in Rom. Großartig, diese Szene. Der Rest des Filmes kann mich ebenfalls begeistern (ja, ich weiss, die meisten sehen die Probleme eher am Ende des Filmes).

CR, SF und SP (die ja ohnehin schon ziemlich lang sind) haben meiner Meinung nach alle einiges an Ballast, den es nicht unbedingt gebraucht hätte. Bis es in SF richtig los geht, das zieht sich über eine Ewigkeit. Umso stärker oder sogar überragender finde ich dafür alles ab Macao, was die anfänglichen Längen mehr als nur wiedergutmachen kann. Am wenigsten sehe ich diese Probleme tatsächlich in SP. QOS hingegen hat mich insgesamt noch nie wirklich begeistern können. Immerhin: Immer noch deutlich besser als mein All-Time-Schlusslicht DAF.

Für mich ist CR deshalb ein Mittelfeld-Bond.

Re: Filmbesprechung: "Casino Royale (CR)"

1297
Na, da ist kehrt ja ein wenig Vernunft ein bei den CR-Bewunderern … CR ist irgendwie ein ulkig konstruierter Film, weil er seine erste Stunde inhaltlich eigentlich gar nicht braucht, sie sogar vom Ende her gedacht dramaturgisch durch nichts wirklich gerechtfertigt ist. Der Film könnte problemlos im Zug mit Vesper anfangen (und in der PTS das Attentat auf das Flugzeug in Miami zeigen), und es liefe effektiv auf dasselbe hinaus. Allerdings ist die erste Hälfte in meinen Augen stärker als die Passagen, die auf Ian Fleming "basieren", u.a., da der Vesper-Charakter für mich nie richtig funktioniert hat. Die Beziehung zwischen ihr und Bond kaufe ich dem Film und den Darstellern nicht ab. Das Venedig-Finale finde ich in seinem misslungenen Spektakel ein bisschen peinlich, aber das ist sicher Geschmackssache.
Prejudice always obscures the truth.

Re: Filmbesprechung: "Casino Royale (CR)"

1298
Casino Hille hat geschrieben: 27. Juli 2021 14:56 Na, da ist kehrt ja ein wenig Vernunft ein bei den CR-Bewunderern … CR ist irgendwie ein ulkig konstruierter Film, weil er seine erste Stunde inhaltlich eigentlich gar nicht braucht, sie sogar vom Ende her gedacht dramaturgisch durch nichts wirklich gerechtfertigt ist. Der Film könnte problemlos im Zug mit Vesper anfangen (und in der PTS das Attentat auf das Flugzeug in Miami zeigen), und es liefe effektiv auf dasselbe hinaus. Allerdings ist die erste Hälfte in meinen Augen stärker als die Passagen, die auf Ian Fleming "basieren", u.a., da der Vesper-Charakter für mich nie richtig funktioniert hat. Die Beziehung zwischen ihr und Bond kaufe ich dem Film und den Darstellern nicht ab. Das Venedig-Finale finde ich in seinem misslungenen Spektakel ein bisschen peinlich, aber das ist sicher Geschmackssache.
Sehe ich praktisch alles genau so, siehe Seite 85. :wink: Ich finde es mit fortschreitender Zeit immer befremdlicher, wie CR unter Fans teils unterschwellig bis explizit als Meisterwerk angesehen wird welches die Reihe auf ein neues Niveau hebt, denn vor dramaturgischen und logischen Unschlüssigkeiten ist der Film keineswegs gefeilt. Sei es die abrupte Zweiteilung, bei der CR im Montenegro-Zug noch einmal von vorne zu beginnen scheint, die Art wie die starke erste Hälfte inhaltlich und dramaturgisch weitgehend vergessen geht (das "Le Chiffre weiss nichts von Bond"-Problem wurde ja schon von Hille angesprochen, das "Obanno ist tot und was will White mit dem Geld"-Problem von mir), oder auch was ich einst mit dem Leiter-Deal angesprochen habe, was anhand eines logischen Details zeigt dass der Film eben doch nicht so brillant ausgefeilt ist wie ihm oft attestiert wird. Ich mag den modernen und progressiven Ansatz des Films, ich mag auch Craig der sich hier stark entfalten kann und dem ein Film wie CR besser zu Gesicht steht als der Versuch, ihn eine Art Moore-/Brosnan-Bond spielen zu lassen wie z.B. in SP. Aber mein Liebling war CR trotz aller Vorzüge noch nie und bei der letzten Sichtung waren diese dramaturgischen Schlaglöcher deutlich bemerkbar.
We'll always have Marburg

Re: Filmbesprechung: "Casino Royale (CR)"

1300
Was habe ich denn hier losgetreten? Ich finde den Film ganz in Ordnung, kein Höhepunkt der Reihe, aber auch alles andere als schlecht. Als neuen Höhepunkt der Reihe habe ich den Film aber noch nie gesehen. Die "Zweiteilung" des Filmes ist mir auch schon immer negativ aufgefallen. Immerhin finde ich Craig in der Rolle sehr stark.

Re: Filmbesprechung: "Casino Royale (CR)"

1301
Ich müsste ihn mal wieder sehen, aber mir fällt auf, dass die Craig-Bonds insgesamt bei mir mit zunehmender Dauer verlieren und immer mehr ins Mittelfeld (oder tiefer) rutschen. Einzige Ausnahme ist QOS, aber den mochte ich im Kino schon nicht sonderlich, so dass er sogar etwas dazu gewonnen hat, allerdings nur wenn ich Lust auf kurze, knackige Unterhaltung habe. Im Gesamtkosmos der Bondfilme ist der bei mir dennoch ebenfalls bestenfalls im Mittelfeld.

Irgendwie schon komisch, da die Craig-Ära Bond zu ganz neuen Höhenflügen geführt hat und auch viele neue Fans gewinnen konnte. In der Rückschau macht sich zumindest bei mir aber deutlich Ernüchterung breit. Ich bin ganz froh, dass nun ein neuer Darsteller und hoffentlich auch eine Neuausrichtung kommt. Diese Mischung aus Psychogramm, grüblerischer Schwermut und dumpfer Wut hat sich irgendwie abgeschliffen und nervt zuweilen regelrecht. Die Craig-Bonds werden später ziemlich sicher als Zeitgeistphänomen rezipiert werden, nicht umsonst fallen beispielsweise die tonal sehr ähnlichen Nolan-Batman-Filme in dieselbe Ära.
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