Welchen Bondfilm, den es so nie gab, hättet ihr am liebsten gesehen?

DN mit Cary Grant (Keine Stimmen)
OHMSS mit Sean Connery
Insgesamt abgegebene Stimmen: 4 (17%)
OHMSS mit Timothy Dalton
Insgesamt abgegebene Stimmen: 1 (4%)
DAF mit George Lazenby
Insgesamt abgegebene Stimmen: 5 (22%)
FYEO (1979) (Keine Stimmen)
TLD mit Pierce Brosnan
Insgesamt abgegebene Stimmen: 1 (4%)
Bond 17 mit Timothy Dalton
Insgesamt abgegebene Stimmen: 12 (52%)
CR mit Pierce Brosnan (Keine Stimmen)
Insgesamt abgegebene Stimmen: 23

Re: Welchen Bondfilm, den es so nie gab, hättet ihr am liebsten gesehen?

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Das sehe ich beides komplett anders...

Zum zweiten Absatz muss ich nicht viel schreiben. Das fallen mir noch fünf andere Hauptdarsteller auf, die ich vorher rausschießen würde...
Moment, David Niven und Barry Nelson gibt's ja auch noch.

Und auch als Dalton-Fan muss ich sagen, dass ich froh bin, dass AVTAK so geworden ist, wie er geworden ist. Der alte Moore neben dem alten Macnee, an denen habe ich immer wieder meinen Spaß. Früher stand der Film gerade wegen der Altherren-Runde nicht besonders hoch im Kurs, inzwischen ist es sogar genau das, was ich an dem Film besonders schätze. Mit AVTAK bin ich inzwischen sehr zufrieden und mit Dalton wäre das wohl ein völlig anderer Film geworden.

Würde ich für weitere Dalton-Filme auf AVTAK verzichten wollen? :? Im Zweifel ja, aber auch nur mit Bauchschmerzen.




DN mit Cary Grant - garantiert nicht, der junge Connery passt perfekt in diesen Film, meiner Meinung nach sogar sein bester Auftritt. Einen doppelt so alten Hauptdarsteller? No way!

OHMSS mit Sean Connery - eine ganz schlechte Idee. Der Film wäre entweder auch von der Story ganz anders gewesen (keine Hochzeit usw.), das möchte ich aber absolut nicht, weil ich mit dem Film ziemlich zufrieden bin, oder Connery hätte überhaupt nicht in den Film gepasst. So wie OHMSS jetzt ist, kann ich ihn mir mit Connery aber absolut nicht vorstellen.

OHMSS mit Timothy Dalton - das klingt erst einmal gut. Dalton kann ich mir in der Rolle schon eher vorstellen als Connery und mehr Dalton-Filme begrüße ich sowieso. Woben: Nach Connery wäre es wohl auch gut möglich gewesen, dass auch bei Dalton schon nach einem Film wieder Schluss gewesen wäre.

DAF mit George Lazenby - DAF ist mMn kompletter Murks, jede Änderung kann nur Vorteile bringen. Und Lazenby hätte wich sowieso mehr als nur einen Film gegönnt. Angeblich wollte man ihn ursprünglich sogar für 6 Filme verpflichten. Da hätte ich auch nichts gegen gehabt. Wobei das evtl wieder zulasten Daltons gegangen wäre (OP mit Brolin, ...)
Casino Hille hat geschrieben: 20. Mai 2019 10:14 Zur Umfrage: Definitiv Connery in OHMSS, das hätte uns die schlimmste Fehlbesetzung der Reihe erspart.
Aber die größte Fehlbesetzung der Reihe ist doch Connery...
...in DAF

So gerne ich Connery in DN auch mag, zum Ende hin konnte er mich immer weniger überzeugen. Wenn ich genauer darüber nachdenke: Kaum zu glauben, dass DAF wirklich den selben Hauptdarsteller hat wie DN. Ein sehr guter Start der Reihe mit einem überzeugenden, jungen Hauptdarsteller vs ein Totalausfall.

FYEO (1979) - Das macht nicht wirklich einen Unterschied. Gut, MR hätte es dann wohl nicht in dieser Form gegeben, aber so schlimm ist der dann doch nicht, dass ich den quasi um jeden Preis beseitigen will. Außerdem hätte Barry dann vermutlich Zeit gehabt. Naja, Conti hätte dann vielleicht OP vertonen können.

TLD mit Pierce Brosnan - Definitiv nicht, außer Dalton hätte vorher schon einige Male Bond verkörpert.

Bond 17 mit Timothy Dalton - da muss ich wohl nicht viel zu sagen .

CR mit Pierce Brosnan - das brauche ich auch nicht. Der junge, unkontrollierbare frisch ernannte 00-gent, das hat schon was. Einem über 50 Jahre alten Brosnan mit seinen 10 Jahren Bonderfahrung hätte man das nicht abgenommen oder der Film wäre wiederum völlig anders geworden, was ich auch nicht will.

Ach ja, Bond 18, 19 und 20 mit Dalton fehlen in der Umfrage...



Was gibt's sonst noch?

DAF mit John Gavin - DAF kann eigentlich nur besser werden. Wobei das wohl zulasten von Moore gegangen wäre und mit ihm bin ich insgesamt doch ganz zufrieden.

TLD mit Sam Neill? Defintiv nicht. Alle was zulasten Daltons geht ist schlecht.

OP mit James Brolin? Das wäre wohl wiederum zulasten von Moore in AVTAK und Dalton in TLD und LTK gegangen. Also nein.

Und angeblich wollte man Connery für einen weiteren Film verpflichten (LALD, "mit Krokodilen"), aber das hätte ich wirklich nicht gebraucht.
Zuletzt geändert von Henrik am 28. Juli 2021 18:57, insgesamt 4-mal geändert.

Re: Welchen Bondfilm, den es so nie gab, hättet ihr am liebsten gesehen?

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Da Connery im echten Leben auch verheiratet war, wüsste ich nicht, warum eine Hochzeit in OHMSS jetzt sorgt, dass der Film mit ihm undenkbar wäre … Immerhin haben sie bei EON gerade für den einen Film in der Reihe, in dem der Bond-Darsteller mal wirklich schauspielen muss, ihren talentiertesten Hauptdarsteller durch ein mittelmäßig attraktives Model ersetzt. :mrgreen:

Aber gute Idee, Casino Royale mit Pierce ist uns wirklich verloren gegangen, da haben wir als Kollektiv irgendwie versagt.
Prejudice always obscures the truth.

Re: Welchen Bondfilm, den es so nie gab, hättet ihr am liebsten gesehen?

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Naja, wenigstens bin ich nicht der einzige, der so denkt. Ich bin da bei den beiden Personen unten.
Agent 1770 hat geschrieben: 20. August 2020 13:54 Connery war kein gefühlvoller Bond, das stimmt. Aber sein "Killerblick" hätte hier besser gepasst wenn es denn nun wirklich darum ginge, den Bond darzustellen, der gerade Tracys Tod gerächt hat.
Eben deswegen, dass Connery eher nicht der gefühlvolle Bond ist, fällt es mir auch sehr schwer, ihn mir in OHMSS vorzustellen, so gerne ich ihn auch als Bond sehe und mag.
Irgendwo sah ich mal eine Montage, in der in das Plakat auf dem Bond und Tracy auf Skiern zu sehen sind, Connery Kopf einmontiert wurde. Auf mich wirkte das irgendwie wie ein Fremdkörper. Ich denke, hätte Connery in OHMSS nochmals übernommen, hätte manches im Drehbuch auch anders ausgesehen. Aber Connery als Bond, der sich verliebt und ernsthaftes Interesse an einer Frau zeigt, kann ich mir trotzdem nur schwer vorstellen. Wirft natürlich auch die Frage auf, ob dies nun tatsächlich nur daran liegt, dass man es eben nur mit Lazenby kennt und das Unterbewusstsein rebelliert oder ob der Connery-Bond tatsächlich eher in eine andere Richtung geht.
DonRedhorse hat geschrieben: 20. August 2020 13:32 OHMSS gehört für mich zu den 10er Bonds (neben TSWLM, LALD und QOS), Lazenby ist für mich kein Schwachpunkt, zumindest nicht in der synchronisierten Fassung. Er macht seine Sache gut und ich nehme ihm die Rolle ab, auch die romantische und verletzliche Seite. Ich denke eher, Connery hätte mit OHMSS Probleme gehabt bzw. man hätte ihm die Romanze und Heirat mit Tracy so nicht einfach abgenommen.
------------------
Samedi hat geschrieben: 18. Mai 2019 13:33
Nico hat geschrieben: 17. Mai 2019 20:53
Samedi hat geschrieben: 17. Mai 2019 17:35 Mir persönlich wäre ein zweiter Bondfilm von Lazenby am liebsten gewesen. Dann hätten wir Connery in noch besserer Erinnung und er wär wohl auf ewig auf Platz 1 der Bond-Darsteller.
Eine sehr merkwürdige Argumentation.
Das ist keine "Argumentation", sondern nur ein positiver Nebeneffekt. :wink:
Samedi hat geschrieben: 18. Mai 2019 13:48
Nico hat geschrieben: 18. Mai 2019 13:44 Warum sollte Connery auf Platz 1 aller Bonddarsteller sein, nur weil Lazenby noch einen Film macht?
Weil DAF Connery in der Gesamtbetrachtung schon ordentlich runter zieht. In den anderen Filmen ist er viel besser.
Ich muss hierzu mal etwas schreiben.

Tatsächlich sehe ich das ganz ähnlich wie der Baron. Aus irgend einem Grund hat sich bei mir im Kopf der DAF-Connery festgebrannt, mit dem ich nichts anfangen kann. Auch in YOLT finde ich Connery nicht unbedingt überzeugend. Von daher steht der gute Sean in meinem Hauptdarsteller-Ranking auch nicht unbedingt weit oben.

Connery hat als Bond bei mir keinen allzu guten Ruf. Warum? Weil ich immer sofort DAF im Kopf habe.

Umso überraschter bin ich, wenn ich einen der älteren Filme sehe, wo ich dann merke, dass Connery überzeugender ist, als ich es in Erinnerung hatte. Das ist mir bei meiner letzten DN-Sichtung mal wieder aufgefallen. Von daher wäre mir Connery vermutlich tatsächlich besser in Erinnerung geblieben, wenn er früher ausgestiegen wäre.

Aber DAF ist für mich sowieso auf fast jeder Ebene ein Totalausfall.
Samedi hat geschrieben: 17. Mai 2019 17:35 Wieder mal was zum Thema "Was wäre, wenn...", wobei ich mir schon ziemlich sicher bin, dass die Mehrheit hier im Forum vermutlich am liebsten einen dritten Dalton-Bond gesehen hätte. Bin gespannt, ob ich da recht behalte. 8)
Hast du :)
Welch ein Glück, ansonsten hätte mich das Forum enttäuscht.
Zuletzt geändert von Henrik am 8. September 2021 11:11, insgesamt 5-mal geändert.

Re: Welchen Bondfilm, den es so nie gab, hättet ihr am liebsten gesehen?

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Henrik hat geschrieben: 28. Juli 2021 19:22 Aber DAF ist für mich sowieso auf fast jeder Ebene ein Totalausfall.
Wenn man mit Lazenby weitergemacht hätte, dann wäre DAF bestimmt ganz anders geworden. Vielleicht hätte auch Peter Hunt wieder die Regie übernommen. Und vielleicht wäre dann auch Savalas bereit gewesen, nochmal in die Blofeld-Rolle zu schlüpfen.
Böser schwarzer Mann

#SanMonique2021

"Wo man lacht, da lass dich ruhig nieder. Böse Menschen lachen immer wieder."

Re: Welchen Bondfilm, den es so nie gab, hättet ihr am liebsten gesehen?

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Ich muss noch mal auf FYEO zu sprechen kommen. Soweit ich weiss, sollte Beißer ursprünglich am Ende von TSWLM vom Hai gefressen werden. Da er aber beim Testpublikum gut ankam, hat man das Ende geändert, damit er im Nachfolger noch mal zurückkehren kann.

Im Abspann von FSWLM wird noch FYEO als Nachfolger angekündigt. Logische Folge: Beißer wäre auch in FYEO aufgetaucht. Nun stelle ich mir die Frage, ob so ein Übermensch wie Beißer, der auch mal ins lächerliche gezogen wird, überhaupt in einen deutlich ernsteren, bodenständigeren Film wie FYEO gepasst hätte.

Mit FYEO bin ich aber so, wie er jetzt ist, ganz zufrieden. Beißer passt nicht wirklich in den Film und ein over-the-top-Spektakel wie MR ist FYEO zum Glück nicht geworden. Wäre er in einem 1979er-FYEO zurückgekehrt, wäre der Film vermutlich ganz anders geworden. FYEO möchte ich mir aber gar nicht anders vorstellen.

Erich Kriegler kann man demgegenüber deutlich ernster nehmen.

Auch unter Gilbert (unterstellt man mal, dass er auch in einem 1979er-FYEO zurückgekehrt wäre), wäre FYEO vermutlich völlig anders geworden.

Im Ergebnis: Auch wenn ich nicht der größte MR-Fan bin, bin ich ganz froh, das alles so gekommen ist, wie es nun mal passiert ist. Alles andere hätte FYEO nur schaden können.

Re: Welchen Bondfilm, den es so nie gab, hättet ihr am liebsten gesehen?

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Henrik hat geschrieben: 14. August 2021 13:33 Nun stelle ich mir die Frage, ob so ein Übermensch wie Beißer, der auch mal ins lächerliche gezogen wird, überhaupt in einen deutlich ernsteren, bodenständigeren Film wie FYEO gepasst hätte.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass ein 79er FYEO von Gilbert ganz anders ausgesehen hätte als der bekannte FYEO.

Der inszenatorische Richtungswechsel kam ja erst nach MR und das hatte auch seine Gründe.

In einen Gilbert-FYEO hätte der Beißer vermutlich genauso gepasst wie in MR.
Böser schwarzer Mann

#SanMonique2021

"Wo man lacht, da lass dich ruhig nieder. Böse Menschen lachen immer wieder."

Re: Welchen Bondfilm, den es so nie gab, hättet ihr am liebsten gesehen?

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Samedi hat geschrieben: 28. Juli 2021 19:45
Henrik hat geschrieben: 28. Juli 2021 19:22 Aber DAF ist für mich sowieso auf fast jeder Ebene ein Totalausfall.
Wenn man mit Lazenby weitergemacht hätte, dann wäre DAF bestimmt ganz anders geworden. Vielleicht hätte auch Peter Hunt wieder die Regie übernommen. Und vielleicht wäre dann auch Savalas bereit gewesen, nochmal in die Blofeld-Rolle zu schlüpfen.
DAF hätte mMn nur besser werden können. Ob mit Lazenby oder Gavin. Dieses ständige Blofeld-Umbesetzungen gehen mir auch ziemlich auf den Keks. Bleibt nur zu hoffen, dass DAF nicht trotzdem so ein Klamauk-Film geworden wäre.

Am Ende spielt es aber keine Rolle, einen Lazenby-DAF gibt es nicht. Ich hätte es begrüßt.

Und was OHMSS mit Connery angeht, habe ich auch die Befürchtung, dass da so etwas wie DAF herausgekommen wäre.
Zuletzt geändert von Henrik am 16. August 2021 19:00, insgesamt 1-mal geändert.

Re: Welchen Bondfilm, den es so nie gab, hättet ihr am liebsten gesehen?

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IMHO wäre DAF mit Lazenby gänzlich anders geworden. Der Film hätte mit Sicherheit die Ereignisse aus OHMSS fortgesetzt. Vielleicht wäre er einer der besten Bondfilme geworden - eine düstere Rachegeschichte und vor allem weniger klamaukig. So aber rangiert er bei mir am unteren Ende.

So sehr ich Daniel Craig in der Rolle mag - einen Bondfilm mit Clive Owen hätte ich wahnsinnig gerne einmal gesehen.
Das große Warten scheint nun endlich ein Ende gefunden zu haben. Looking forward to NTTD :-)

Re: Welchen Bondfilm, den es so nie gab, hättet ihr am liebsten gesehen?

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Samedi hat geschrieben: 15. August 2021 07:55
Ich bin mir ziemlich sicher, dass ein 79er FYEO von Gilbert ganz anders ausgesehen hätte als der bekannte FYEO.

Der inszenatorische Richtungswechsel kam ja erst nach MR und das hatte auch seine Gründe.
Inszenatorische Richtungswechsel?
Tja, ist aber weder mir noch meinen Freunden damals aufgefallen. Heute sehe ich natürlich Filme von damals mit ganz anderen Augen, den großen inszenatorischen Richtungswechsel suche ich allerdings immer noch. Irgendwo wird er sich schon versteckt haben ... eventuell im nirgendwo ...

Hätte ein FYEO in 1979 von Gilbert anders ausgesehen?
Sofern ich jetzt mal dasselbe Drehbuch voraussetze, dann hätte es glaube ich nur am Ende deutlich mehr Geballer gegeben. Und das war das einzige was mir damals aufgefallen ist, das matte Ende auf dem Berg, da haben wir natürlich eine abschließende Actionszene erwartet, eine bei der noch mal richtig viel kaputt geht.

Natürlich wäre auch die Frage gewesen welcher Gilbert in 1979 da inszeniert hätte: der überraschend inspirierte von TSWLM, oder der jämmerliche von MR?
Nun ja, Glen hat sich 1981 anscheinend beim Kopieren für den MR Gilbert entschieden ...

Re: Welchen Bondfilm, den es so nie gab, hättet ihr am liebsten gesehen?

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FYEO ist für mich auch ein ganz typischer Bondfilm, der genauso gut von Gilbert stammen könnte. Nur die fehlende Ballerei ist etwas merkwürdig, aber das ist sie unabhängig vom Regisseur hinter dem Film. Ihr Fehlen kann auch nichts mit dem Konzept einer angeblichen "Erdung" zu tun gehabt haben, denn durch eine zünftige Schießerei im Bergkloster wäre der Film jetzt nicht mehr oder weniger "abgehoben" geraten. Dieser Käse von wegen "Back to Earth" wird von manchen Fans viel zu ernst genommen, finde ich. Natürlich ging es in FYEO "Back to Earth", was auch sonst, hätte man nochmal ins All fliegen sollen? :lol: Aber das macht FYEO als Film wohl kaum realistischer und "geerdeter" (außer im aller wahrsten Sinne des Wortes).
Prejudice always obscures the truth.

Re: Welchen Bondfilm, den es so nie gab, hättet ihr am liebsten gesehen?

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Casino Hille hat geschrieben: 17. August 2021 01:42 Dieser Käse von wegen "Back to Earth" wird von manchen Fans viel zu ernst genommen, finde ich. Natürlich ging es in FYEO "Back to Earth", was auch sonst, hätte man nochmal ins All fliegen sollen? :lol: Aber das macht FYEO als Film wohl kaum realistischer und "geerdeter" (außer im aller wahrsten Sinne des Wortes).
Sicher, das ist ein ähnliches Phänomen wie die komplett unterschiedliche Einstufung von TSWLM/MR. :mrgreen:
Was aber nicht von der Hand zu weisen ist, das ist der zwangsläufig etwas nüchternere und "kleinere" Ansatz, der sich aus der veränderten Budgetierung ergab. Hinzu kommt, dass das Gespann Maibaum/Wilson erstmals drehbuchtechnisch federführend war und sich dies durch diverse neue Akzente (die sich durch die kompletten 80er hindurchziehen) durchaus auch bemerkbar macht. Von daher würde ich sagen, dass die Zäsur 79/81 nichts weltbewegendes, jedoch bei etwas genauerer Betrachtung durchaus erkennbar ist.

FYEO79 wäre vermutlich weitgehend wie der echte MR geworden, nur ohne Ausflug ins All. Es besteht ja kein Grund anzunehmen, dass man nur wegen eines anderen Titels nicht ebenfalls ein Quasi-Remake vom erfolgreichen TSWLM gedreht hätte. Natürlich kann man darüber spekulieren, wie ein FYEO79 ausgesehen hätte, wenn man die echte Kurskorrektur von 1981 schon vorgenommen hätte. Aber nüchtern betrachtet bestand dafür 78/79 ja keinerlei Veranlassung (im Gegensatz zu 80/81, nachdem MR so viel teurer geworden war als ursprünglich geplant plus den Wirren um UA).
"Ihr bescheisst ja!?" - "Wir? Äh-Äh!" - "Na Na!"

Re: Welchen Bondfilm, den es so nie gab, hättet ihr am liebsten gesehen?

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Allerding hat FYEO, so wie ich das sehe, einen ernsteren Grundton. Ich denke da etwa an den Tod von Locque. Sehr brutal und definitiv deutlich geerdeter als jemanden ins Weltall zu schicken oder wie einen Luftballon platzen zu lassen.

Auch bezüglich des Humors und ähnlichem hält sich FYEO zurück. Wir haben keine Zwinkertaube, keinen Tarzanschrei, keinen Bond im Clownskostüm und ähnliches.

Auch der Henchman ist deutlich bodenständiger, realistischer als sein Vogänger (hinterlässt dadurch aber leider keinen so bleibenden Eindruck wie sein Vorgänger). Kein Übermensch wie Oddjiob, keine Kneifzangen-Armprothese, kein Stahlgebiss oder ähnliches. Der Nachfolget hat mit de Würfel-zu-Sand-Zermaler-Gobinda schon wieder eine ganz anderes Kaliber von Henchman.

Insgesamt würde ich FYEO schon als "Back to Earth-Bond" bezeichnen. Viel merkwürdiger finde ich in dieser Hinsicht, dass manchmal so getan wird, als ziehe sich dies durch die gesamte Glen-Ära. Schon im Nachfolger muss Bond eine Atombombe entschärfen und läuft im Clownskostüm rum. Auch die Zerstörung von Sillicon Valley ist nicht unbedingt "back to the eart", wenn auch im wörtlichen Sinne.
Zuletzt geändert von Henrik am 2. September 2021 19:04, insgesamt 2-mal geändert.

Re: Welchen Bondfilm, den es so nie gab, hättet ihr am liebsten gesehen?

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Diese ganze Diskussion macht mir wieder den Mund wässrig…. Ich habe Lust bekommen FYEO (oder mein deutscher Lieblingsalternativtitel „Im Sog der Rache“) zu schauen.

Ich denke viel interessanter wäre eben das 79er FYEO Drehbuch gewesen. Denn FYEO 81 hat ja ein paar kleine FYEO Roman Anleihen und sonst einen etwas größeren Batzen von RISICO.
Somit viel Spielraum für einen „outta space“ Bond, wenn man gewollt hätte. Alles was in MR in Rio, Venedig, LA passiert hätte ohne weiteres in einen 79er FYEO gepasst.
Die Frage ist: wäre das ATAC auch im 79er der Aufhänger geworden?
Life's too short, you have to get weird. If you don't get weird, you're weird.

Re: Welchen Bondfilm, den es so nie gab, hättet ihr am liebsten gesehen?

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Henrik hat geschrieben: 17. August 2021 07:29 Allerding hat FYEO, so wie ich das sehe, einen ernsteren Grundton. Ich denke da etwa an den Tod von Locque. Sehr brutal
Henrik hat geschrieben: 16. August 2021 20:20 Corinne Dufour - ihre Todeszone ist schon brutal. Eigentlich passt das gar nicht in einen James Bond-Film.
:wink:

Man könnte alternativ auch noch den Tod der Labortechniker in Venedig anführen, das ist auch alles andere als Pillepalle-Kille.

Henrik hat geschrieben: 16. August 2021 20:20 Auch bezüglich des Humors und ähnlichem hält sich FYEO zurück. Wir haben keine Zwinkertaube, keinen Tarzanschrei, keinen Bond im Clownskostüm und ähnliches.
Du meinst den FYEO, in welchem Maggie Thatcher mit einem Papagei flirtet, Q als Pope verkleidet seinen Dienst verrichtet, Old Rog munter Eishockey-Goons zum fröhlichen Klang der Torsirene ins Netz befördert oder Blofeld nonchalant im Kamin entsorgt wird?
Und den Gilbertschen Weinsäufer haben wir da ja auch wieder. FYEO mag den albernen Humor etwas sorgsamer dosieren als sein Vorgänger, stilistisch ist da aber eigentlich kein Unterschied.
Henrik hat geschrieben: 16. August 2021 20:20Auch der Henchman ist deutlich bodenständiger, realistischer als sein Vogänger (hinterlässt dadurch aber leider keinen so bleibenden Eindruck wie sein Vorgänger). Kein Übermensch wie Oddjiob
Da sehe ich auch nicht, wo Oddjob übermenschlicher wie Moped-Weitwurf-Weltrekordler Kriegler dargestellt wird.
Henrik hat geschrieben: 16. August 2021 20:20keine Kneifzangen-Armprothese, kein Stahlgebiss oder ähnliches.
Das stimmt und das ist dann auch eines der Mosaiksteinchen, an denen die Zäsur sich bemerkbar macht. Allerdings sind die von dir angführten Henchman-Gimmicks auch diesbezügliche Extreme, die man so sonst in dieser Form in der Reihe so auch nicht findet.
Henrik hat geschrieben: 16. August 2021 20:20Viel merkwürdiger finde ich in dieser Hinsicht, dass manchmal so getan wird, als ziehe sich dies durch die gesamte Glen-Ära. Schon im Nachfolger muss Bond eine Atombombe entschärfen und läuft im Clownskostüm rum.
Das Clownskostüm ist inhaltlich aber ja begründet und kein albernes Gimmick (wie zB der Tarzanschrei). Wenn wir schon von geerdetem Ansatz sprechen, dann macht sich dies meiner Ansicht nach am meisten in den Drehbüchern bemerkbar. Und da zieht sich eine realistischere Herangehensweise durch sämtliche Vorlagen von Maibaum & Wilson. Natürlich ist da auch nicht alles realistisch, das meiste ist bzw. bleibt sogar unrealistisch. Aber vor allem die zentralen Bedrohungsszenarien wie auch die Gegenspieler sind deutlich mehr der realen Welt angelehnt als z.B. ein bräsiger, wasserliebender Tycoon mit Schwimmhäuten.
Revoked hat geschrieben: 17. August 2021 08:12 Die Frage ist: wäre das ATAC auch im 79er der Aufhänger geworden?
Vielleicht als eine Art Ersatz fürs U-Boot-Ortungssystem? Ich würde aber ausschliessen, dass man es als für sich selbstehende Bedrohung wie in FYEO81genutzt hätte, da dies nicht zum Quasi-Remake-Ansatz passen würde.
"Ihr bescheisst ja!?" - "Wir? Äh-Äh!" - "Na Na!"

Re: Welchen Bondfilm, den es so nie gab, hättet ihr am liebsten gesehen?

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Henrik hat geschrieben: 17. August 2021 07:29

Auch bezüglich des Humors und ähnlichem hält sich FYEO zurück. Wir haben keine Zwinkertaube, keinen Tarzanschrei, keinen Bond im Clownskostüm und ähnliches.

Na, dann schau ihn dir nochmal genauer an, da ist jede Menge von dieser Art "Humor" drin. Jede Menge.

Und nach dem Beißer musste ja zwangsläufig jeder geerdeter wirken, trotzdem stemmt Herr Krieger mal eben ein Motorrad über seinen Kopf, und wirft es dann mehrere Meter weit weg. Eine eher sinnlose Szene, die auch hauptsächlich der Belustigung dient.

Im Übrigen bezog ich mich auf einen nicht erfolgten inszenatorischen Richtungswechsel und nicht auf einen inhaltlichen. Der Inhaltliche ist schon erkennbar, wenn man genau hinschaut, aber er ist so inkonsequent umgesetzt, daß er kaum auffällt. Uns ist er damals jedenfalls nicht so wirklich aufgefallen, es gab fast alles was wir von Bond so erwarteten (nur eben zu wenig Action am Ende). Und im übrigen wäre es dann damals TMWTGG gewesen, bei dem wir weitaus mehr von unseren Bond Erwartungen nicht vorgefunden hätten, aber den kannten wir damals noch nicht.

Edit: Anatol war schneller (darf er das eigentlich ungestraft?), und hat jetzt vieles von meiner Antwort schon vorweggenommen.