John Gardner-Romane

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Hi ich wollte mal Fragen ob einige von euch Bondromane von John Gardner gelesen haben. Mich würde interesserien wie die so sind.

Sind sie würdige Bondromane?
Wie ist Gardners Stil so?

Leider sind die Bücher derzeit vergriffen. Ich hoffe dass es bald eine Neuauflage gibt. Bald hab ich die Fleming-Romane durch und möchte weitere literarische Abenteuer von Bond erleben :wink:
"In a Bond film you aren't involved in cinema verite or avant-garde. One is involved in colossal fun."

Terence Young

Re: John Gardner-Romane

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Ich kenne:
Icebraker
Nobody lives forever
No,Deals Mr.Bond
Win,Lose or Die
The Man from Barbarossa
Death is forever
Role of Honour
und lesen tue ich zurzeit:
Never send Flowers

Seine Bücher sind mal gut mal schlecht.
Ich schreib nochmal ein Bewertung im 10er Punkte system und die Bücher ab 8/10 empfehle ich weiter.

Icebraker 7/10
Nobody lives Forever 9/10
No,Deals Mr.Bond 4/10
Win Lose or Die 8/10
The Man from Barbarossa 8/10
Death is forever 10/10
Role of Honour 6/10
Wie ist Gardners Schreibstil?
Über Gardners Schreibstil kann ich nicht urteilen weil ich nicht weiß woran man das festlegt.
Sind es würdige Bond-Romane?
Also No,Deals Mr.Bond und Role of Honour nein.
Der rest ja.

Ich habe die Romane im Englischen gelesen muss ich dazu sagen.
"Mr.White kriegt voll den Schuss in den Arm."
"Das war ins Bein!"
"Sag ich doch"

(Dialog zwischen mir und Casino Hille)

Re: John Gardner-Romane

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Ist schon eine Weile her, dass ich welche gelesen habe, aber der Gesamteindruck war eher mittelmäßig. Vielleicht wäre das bei einem erneuten Lesen auch anders, keine Ahnung. Positiv ist, dass gardner nicht in Science-Fiction/Fantasy abgleitet, wie Charlie Higson, und relativ realistisch bleibt.

Ziemlich fragwürdig fand ich viele von Gardners Ideen. Zum Beispiel ein weiblicher Q (Q'te), oder dass Bond erbt und zum reichen Dandy wird. Oder die einbrüstige Tochter von Blofeld, und solche Späße. Am schlimmsten fand ich dieses masochistische Indianerritual am Ende von "Brokenclaw", dem Bond sich zusammen mit dem Bösewicht, einem Häuptling, stellt. Bond meets Winnetou...

Am besten fand ich "Icebreaker". Der hat eine düstere Atmosphäre, und man weiß nie genau, wer Freund und Feind ist, ein Element, das Gardner ziemlich oft benutzt. Auch "Countdown für die Ewigkeit" war ganz okay. Teilweise sind gute Einfälle dabei, und viele Fans sind ja der Meinung, dass man bei den Filmen z.T. aus Gardners Büchern geklaut hat. Beispielsweise gibt es einen Kampf mit einem Handlanger am Heck eines Flugzeuges oder einen Bösewicht mit einem Luftschiff.

Einige Bücher gibts sehr preiswert gebraucht bei amazon.

Qualität der Gardner-Romane

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Hi,

ich spiele mit dem Gedanken mir die wieder aufgelegten Gardner-Romane zu bestellen. Von den ersten Fünf gibt es sogar eine äußerst schmucke Box als Hardcover mit den Originalcovern.

Allerdings weiss ich nicht was mich so beim Lesen erwartet. Sicher, ich habe schon Zusammenfassungen und Kritiken gelesen. Besonders interessiert mich dass der Fleming-Bond weitergeführt wird (also kein Literatur-Reboot) und die Story um SPECTRE u.a. weitergeführt wird. Mein Eindruck nach meiner Reicherche ist, dass die Gardner-Romane schon ziemlich gut sein sollen (vor allem die ersten paar), dennoch wollte ich fragen ob hier noch jemand die Romane gelesen hat und wie ihr die Gardner-Reihe findet.
"In a Bond film you aren't involved in cinema verite or avant-garde. One is involved in colossal fun."

Terence Young

Re: Qualität der Gardner-Romane

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Guten Morgen! Ich gehöre zu denen, die von sich behaupten können, Exemplare der Erstausgaben im Regal stehen zu haben. Die James Bond Freunde haben die Ankündigung. Gardner würde Folgeromane verfassen damals sicherlich mit großer Skepsis betrachtet. Immerhin wusste man, dass zwischen den Handlungen Flemings und Gardners rund 30 Jahre liegen würden. Würde es einem Autoren gelingen, diese Distanz zu überwinden wie es den Filmemachern scheinbar mühelos gelang? Immerhin akzeptieren die Kinogänger die an sich absurde Tatsache, dass der Held niemals zu altern scheint und sich daher quer durch die Jahrzehnte kämpfen kann. Ich habe damals diese Frage fortgeschoben und versucht, die Gardner Romane als eigenständige Werke zu betrachten. Der erste Roman "Operation Eisbrecher" trug eindeutige Versuche, die Figur zeitgemäßer und moderner agieren zu lassen. So tauchte, wenn ich mich nicht täusche, auch hier ein weiblicher attraktiver Waffenexperte auf, den die deutsche Übersetzung als "Qsinchen" betitelte. Ein eher bescheiden anmutenden Gag. Interessanter war dann schon die Story um einen ehemaligen finnischen Nazi-Kollaborateur, der unverändert von seinem eigenen "1000 jährigen Reich" träumte, dabei längst von allen internationalen Geheimdiensten durchschaut und schon gescheitert war - ohne das er es wusste. Bond selber gerät allenthalben zum Spielball der Konkurrenz... was teilweise einen eher hilflosen Eindruck hinterlässt. Damit hebt sich der Roman allerdings auch schon frühzeitig von den Flemingschen Werken ab. Alles in allem fand ich den Roman gut genug, hiernach die Folgewerke Gardners ebenfalls zu erwerben. Wenn gewünscht kann ich gerne noch etwas mehr "Input" liefern, einstweilen lasse ich es damit bewenden.

Re: John Gardner-Romane

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Wer sich mal mit Gardner-Bonds befassen möchte, dem gebe ich diese lockere Rangliste mit.
Außer den "Gut"en ist der Rest wirklich verzichtbar (auch für Hardcore-Bondfans).

Gut
- Icebreaker („Operation Eisbrecher“, „Eisbrecher“ 1983)
- Win, Lose or Die („Sieg oder stirb, Mr. Bond“, „Flottenmanöver“ 1989)
- The Man From Barbarossa („Der Mann von Barbarossa“, 1991)

Ganz OK
- Licence Renewed („Countdown für die Ewigkeit“, „Kernschmelze“ 1981)
- For Special Services („Moment mal, Mr. Bond“, „Der Kunstsammler“ 1982)
- Role of Honour („Die Ehre des Mr. Bond“, „Eine Frage der Ehre“ 1984)
- Death is Forever (1992)

Zeitverschwendung
- Nobody Lives Forever („Niemand lebt für immer“, „Niemand lebt ewig“ 1986)
- Scorpius („Scorpius“, 1988)
- Cold oder "Cold Fall" (1996)

Unlesbar
- No Deals Mr. Bond („Nichts geht mehr, Mr. Bond“, „Das Spiel ist aus“ 1987)
- Brokenclaw („Fahr zur Hölle, Mr. Bond“, „Operation Jericho“ 1990)
- Seafire (1994)

Ohne Wertung
- (Licence to Kill („Lizenz zum töten“, 1989) – Romanfassung des Drehbuchs)
- Never Send Flowers (1993) - der Umschlagtext verheißt aber nichts Gutes...
- (GoldenEye („GoldenEye“, 1995) – Romanfassung des Drehbuchs)
#NoTimeToMarburg, Oct. 2nd, 2021

Re: John Gardner-Romane

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Ich habe keine Lust, einen Thread für Role of Honour zu eröffnen. Das erste Drittel ist so wirr, sprunghaft und zerschlissen dass ich vieles gar nicht verstanden habe und mehrfach sehnsüchtig in Richtung Kaminfeuer schielen musste. Gardner hat eine Szene drin, die in der Prämisse eins zu eins einer Szene aus FAAD entspricht - Bond muss geheimnisvolle Kontaktfrau beim Glücksspiel im Monte Carlo Casino ausfindig machen - nur dass es bei Horowitz zwanzig Mal besser ist. Später wird es etwas besser, auch wenn der Plot um den Bösewicht mit seinen Computerspielen der Bond in sein Haus einlädt andauernd an einen Schurken aus einem Alex-Rider-Roman erinnert, siehe Stormbreaker oder Eagle Strike, und ein weiteres Mal unterliegt Gardner Horowitz. Zehntausend Charaktere rennen durch das Geschehen, darunter eine Brigade völlig bedeutungsloser Handlanger und Co-Verschwörer sowie ein Bondgirl, dass von Gardner ein paar Mal kurz mit Behauptungen wie "Bond verbrachte mit ihr die schönste Zeit seines Lebens" in den Raum geworfen wird. Ermüdend ist auch das ständige Wechselspiel zwischen direkten Dialogen, und Sätzen die nur indirekt beschrieben werden. Es ist nicht so, dass alles nur Müll wäre, es gibt auch gute und gut geschriebene Passagen und viele vielversprechende Ansätze auch wenn die meisten nicht wirklich eingelöst werden. Aber dennoch, wenn die beste Location des Buches eine kurze Landung am Flughafen Bern-Belp ist... ROH darf sich gefährlich nahe an Solo im unteren Ranglistenbereich niederlassen.
We'll always have Marburg
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