Re: Regie für BOND26+

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Eine Handschrift, die durch verschiedene regelmäßige Manierismen eine wahrhaftige Exklusivität erreicht, haben nur sehr wenige Regisseure. Wenn man den Maßstab wählt, findet sich so etwas nirgendwo bei Bond. Aber damit fasst man den Begriff auch so eng, dass man ihn in letzter Konsequenz egalisiert.
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Re: Regie für BOND26+

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Casino Hille hat geschrieben: 23. Oktober 2021 17:43 Eine Handschrift, die durch verschiedene regelmäßige Manierismen eine wahrhaftige Exklusivität erreicht, haben nur sehr wenige Regisseure. Wenn man den Maßstab wählt, findet sich so etwas nirgendwo bei Bond. Aber damit fasst man den Begriff auch so eng, dass man ihn in letzter Konsequenz egalisiert.
Wright ist aber jemand mit so einer klaren Handschrift. Genau wie Tarantino oder auch Nolan.
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Re: Regie für BOND26+

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Invincible1958 hat geschrieben: 23. Oktober 2021 18:36 Wenn wir einen Regisseur mit universell eindeutiger Handschrift haben wollen,
bin ich für Wes Anderson.
Das würde dann auf jeden Fall wieder in Richtung Moore gehen. :lol:
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Re: Regie für BOND26+

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Henrik hat geschrieben: 16. Oktober 2021 09:20 Gott bewahre! Auf mehr Chronologie warte ich schon, seit ich Bondfan bin. Die sollen das mit der Chronologie jetzt endlich mal konsequent durchziehen, auf so etwas habe ich schon lange gewartet. Zum Glück hat man das mit SP jetzt endlich mal halbwegs vernünftig hinbekommen (besser als gar keine Chronologie).

Das muss ja nicht heissen, dass alle Missionen zusammenhängen im Sinne von "Bruder Ernst steckt hinter allem". Einen etwas lockereren Verbund würde ich mir aber schon wünschen. Beispiel: In AVTAK erfahren wir, dass sich Bond und Pola Ivanova schon länger kennen. Das wusste ich gar nicht, in welchem Film war das denn? Warum hat man sich hier eigentlich ein völliges anderes Bond-Girl ausgedacht und keine bekannte KGB-Agentin zurückgeholt (am Ende von TSWLM scheint sie ja keineswegs mehr Rachegelüste zu verfolgen, einen Logikbruch hätte es also nicht gegeben.) ?

Paris Carver und Bond kennen sich angeblich auch schon länger. Ist das so? Der Film ist mir offenbar bisher entgangen. Und GE hätte auch viel heftiger gewirkt, wenn wir 006 und 007 schon vorher zusammen gesehen hätten. Auch OP wäre etwas schlüssiger gewesen, wenn die Kurzgeschichte OP (also die Sache mit Major Dexter Smythe) schon in einem früheren Film vorgekommen wäre.

Dem durchschnittlichen Zuschauer dürfte das zwar entgehen, es wäre aber ein netter Fan-Service.

Also: Chronologie ja, aber bitte etwas besser. Auf solche "author of all your pain"-Sachen sollte man auch verzichten. So etwas wie in AVTAK oder TND, dass Bond und Person X sich angeblich schon kennen, wovon ich vorher noch nie etwas gesehen habe, möchte ich aber nicht mehr sehen, das sollte man künftig besser lösen.

In den ersten Filmen hat man das ja auch hinbekommen (Dr No wurde angesprochen und diese auf einmal völlig naive Sylvia Trench wurde zurückgeholt). Ja, ich weiss, mit Tracys Tod hat man schon ein Ereignis, was sich von Lazenby auch durch die Moore- und Dalton-Ära zieht. Ich sehe in der Serie aber mehr Potential, was man nicht unbedingt ausgeschöpft hat.

In der PTS von MR fragt M, ob Bond aus Afrika zurück ist. Dabei befindet sich Atlantis, wo TSWLM endet, doch in der Nähe von Sardinien (ja, ich weiss, man hätte TSWLM dann ganz anders enden lassen müssen als auf dem Navy-Schiff, erst recht ohne M vor Ort. Aber was M auf dem Navy-Schiff zu suchen hat ist mir ohnehin ein Rätsel).
Das ist tatsächlich so ein Standpunkt, den ich beim besten Willen so absolut gar nicht verstehen kann. Lieber schlecht gemachte und nachträglich hingeschusterte Chronologie als gar keine? Spannend.

Und auch die Logik, dass alles, was in einem Film erzählt wird, schon mal hätte gezeigt werden müssen, versteh ich absolut nicht. Der Logik folgend dürfte ja auf nichts Bezug genommen werden, was nicht schon 1:1 mal gezeigt wurde. Bond ist keine Serie wie Harry Potter, wo die Filme nahezu nahtlos aneinander anschließen. Natürlich leben alle Figuren auch während der gezeigten Episoden ihr Leben weiter. Oder willst du sehen, wie Bond frühstücken geht, danach zum Schwimmen geht und dann 3 Stunden Bürodienst macht? Muss ja alles gezeigt werden, sonst kann man ja nicht glauben, dass es passiert ist. ;)
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Re: Regie für BOND26+

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Nico hat geschrieben: 24. Oktober 2021 22:21 Das ist tatsächlich so ein Standpunkt, den ich beim besten Willen so absolut gar nicht verstehen kann. Lieber schlecht gemachte und nachträglich hingeschusterte Chronologie als gar keine? Spannend.
Sehe ich genau so, aber ein paar von Henriks Vorschlägen finde ich eigentlich okay. Beispiel Pola Ivanova, hätte man hier (wie glaube ich ursprünglich mal geplant) Barbara Bach in den Waschzuber steigen lassen wäre das ein netter Bonus gewesen, der auch keine genauen TSWLM-Vorkenntnisse erfordert hätte. Und die jüngste Idee, die habe ich von Hille gehört, ist Pam Bouvier als Carvers Frau. Solche Dinge fände ich gut, umgekehrt leiden die Filme aber auch nullkommanull drunter, dass es eben nicht so ist. Vorgeschichten zu 006 und Major Dexter Smythe fände ich dagegen schon unnötig (und die Dexter Smythe Geschichte gibt's übrigens in literarischer Form), alles weitere à la serielles Erzählen sowieso.

Aber auch so etwas wie der Doppelauftritt von Zukovsky dürfte es gerne mehr geben, für TWINE muss man GE nicht gesehen haben, aber wenn man GE noch genau im Kopf hat umso besser. Und der funktioniert für mich übrigens auch besser als z.B. das Vesper-Zeugs in NTTD.
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Re: Regie für BOND26+

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Nico hat geschrieben: 24. Oktober 2021 22:21 Und auch die Logik, dass alles, was in einem Film erzählt wird, schon mal hätte gezeigt werden müssen, versteh ich absolut nicht. Der Logik folgend dürfte ja auf nichts Bezug genommen werden, was nicht schon 1:1 mal gezeigt wurde. Bond ist keine Serie wie Harry Potter, wo die Filme nahezu nahtlos aneinander anschließen. Natürlich leben alle Figuren auch während der gezeigten Episoden ihr Leben weiter. Oder willst du sehen, wie Bond frühstücken geht, danach zum Schwimmen geht und dann 3 Stunden Bürodienst macht? Muss ja alles gezeigt werden, sonst kann man ja nicht glauben, dass es passiert ist. ;)
Die Idee muss man nicht mögen, ich hätte das gerne gesegen.

Ich meinte das aber auch eher anders herum. Ich sage nicht "TND ist Quatsch, weil Paris Carver nie zuvor aufgetaucht ist". Vielmehr ist es so, dass Filme wie OP, AVTAK, TND oder auch der Beginn von LALD in Bonds Wohnung (mit der französischen Agentin) mein Interesse wecken, mehr über die jeweilige Background-Story zu erfahren.

Drei der genannten Filme, OP, AVTAK und TND gehörten tatsächlich zu den ersten, die ich gesehen habe. Von da an war ich bei jedem weiteren, älteren Bond, den ich gesehen habe, immer sehr gespannt, wann wir endlich die jeweilige Background-Story zu Pola Ivanova oder Paris Carver zu sehen bekommen. Als ich irgendwann realisiert habe, dass das in den Filmen vorher noch nie thematisiert wurde, war ich ehrlich gesagt schon etwas enttäuscht.
GoldenProjectile hat geschrieben: 24. Oktober 2021 22:30 Solche Dinge fände ich gut, umgekehrt leiden die Filme aber auch nullkommanull drunter, dass es eben nicht so ist.
Genauso meinte ich das. Es schadet den Filmen nicht, dass man es nicht so gemacht hätte. Es wäre aber ein netter Fanservice gewesen, wo ich auf jeden Fall mit einem Lächeln im Kino gesessen hätte, wenn dort auf einmal Barbara Bach gestanden hätte (vorausgesetzt, ich härre 1985 ins Kino gehen können...). Wie gesagt, die Filme werden dadurch nicht schlecht gewesen, es wäre aber ein kurzer Moment der Freude gewesen.

Und besser als die author-of-all-yor-pain-Story wäre das auf jeden Fall gewesen, oder nicht ;)

Ich will es mal so formulieren: Ob z.B. Anya Amasova zurückkehrt, ist mir erst einmal reichlich wurscht. Es wäre ja auch langweilig, wenn in jedem Film immer nur bekannte Gesichter auftauchen würden. Wenn Bond aber schon auf alte Bekanntschaften trifft (und so wird es in AVTAK und TND dargestellt, die Rolle von Robbie Coltrane (wie hiess der noch mal?) kannte Bond ja auch schon vorher), dann wäre es meiner Meinung nach besser, auch solche zu nehmen, die wir schon kennen. Ansonsten sollte man es lieber gleich ganz lassen. Wenn es die in Rede stehenden Szenen in AVTAK und TND nicht geben würde, gäbe es diese Diskussion nicht.

Auch die Idee, Sylvia Trench zurückzuholen, finde ich grundsätzlich gut, wobei sie mich zugegebenermaßen deutlich weniger überzeugen kann als im Vorgängerfilm.
Zuletzt geändert von Henrik am 5. November 2021 18:22, insgesamt 12-mal geändert.

Re: Regie für BOND26+

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Revoked hat geschrieben: 25. Oktober 2021 09:30 Tja, leider hat der kleine Fanservice-Auftritt von Grace Jones nicht geklappt. Aber das wäre bzgl Kontinuität ohnehin ein Desaster für manche hier geworden.
Warum? Ist ja aus einer anderen Ära und demnach für die Kontinuität auch nicht relevant. Mit dem Auftritt von Joe Don Baker in GE hab ich auch kein Problem.
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Re: Regie für BOND26+

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@danielcc: du hast recht

@Samedi: ich weiß es ist Montag… also: ICH HÄTTE KEIN PROBLEM DAMIT GEHABT WENN GRACE JONES ALS MAYDAY ODER IN EINER ANDEREN ROLLE WIEDER AUFGETAUCHT WÄRE. Aber dass ihr Partner jetzt von Joe Don Baker gespielt worden wäre statt von Dolphy, wäre mir dann zu viel des Guten.

(Ich hoffe die Botschaft zwischen den Zeilen kommt an 🙄).
„When I was beaten up, suddenly I liked the idea of being alive.“ - James Bond

Re: Regie für BOND26+

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danielcc hat geschrieben: 25. Oktober 2021 11:19 ich werde nie verstehen warum der Thread hier ist, während wir unter "Allgemein" über zukünftige Wünsche, Locations, Hauptdarsteller,... diskutieren :-)
Wie wäre es eigentlich mit einem neuen dauerhaften Bereich mit dem Thema "Bond in Zukunft"? Dann müssten wir auch nicht ständig die immer gleichen Threads wie "Wer soll nächster Bond-Regisseur werden?" etc. archivieren. Zudem bräuchten wir dann für die gezielte Filmbesprechung des jeweils aktuellen Bondfilms nicht so viele Threads.
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Re: Regie für BOND26+

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GoldenProjectile hat geschrieben: 24. Oktober 2021 22:30
Nico hat geschrieben: 24. Oktober 2021 22:21 Das ist tatsächlich so ein Standpunkt, den ich beim besten Willen so absolut gar nicht verstehen kann. Lieber schlecht gemachte und nachträglich hingeschusterte Chronologie als gar keine? Spannend.
Sehe ich genau so, aber ein paar von Henriks Vorschlägen finde ich eigentlich okay. Beispiel Pola Ivanova, hätte man hier (wie glaube ich ursprünglich mal geplant) Barbara Bach in den Waschzuber steigen lassen wäre das ein netter Bonus gewesen, der auch keine genauen TSWLM-Vorkenntnisse erfordert hätte. Und die jüngste Idee, die habe ich von Hille gehört, ist Pam Bouvier als Carvers Frau.
Genau: Pola Ivanova wäre ursprünglich eigentlich Anja Amasova gewesen – und statt Mr. Chang hätten wir in DAD eigentlich Wai Lin wiedersehen sollen. Beides kam leider nicht zustande, hätte mir aber gut gefallen. Ebenso ein Auftritt von Pam Bouvier als Ehefrau von Elliott Carver, eine Idee, die übrigens fairerweise nicht von mir, sondern von YouTuber und Bond-Fan Calvin Dyson stammt. Klar, Pam war eigentlich ein Dalton-Girl, aber mich hätte ihr Wiedersehen bei Brosnan gefreut und vielleicht wäre es auch interessant, ihre jeweilige Chemie mit zwei verschiedenen 007-Darstellern zu vergleichen. :) Auch ein Comeback von Holly Goodhead in der PTS von AVTAK als die Bedienerin des Eisbergs wäre eine interessante Möglichkeit gewesen, ein Bond-Girl zurückzuholen, ohne all zu sehr das Fundament eines früheren Films dafür zu bemühen.

Eine ganz eigene Idee möchte ich aber noch einbringen: Statt der Figur Paloma in NTTD hätte sich für mich eine andere Konstellation viel mehr angeboten. Zwar möchte ich Ana de Armas nicht missen, aber da es hier schließlich um eine Agentin geht, die für (oder mit) Felix arbeitet und wir uns sogar im lateinamerikanischen Raum aufhalten, wäre es naheliegend gewesen, für die Kuba-Szenen des Films Olga Kurylenko als Camille zurückzuholen. Hier finde ich es besonders merkwürdig, dass das nicht gemacht wurde, explizit deshalb, weil NTTD als großes "Staffelfinale" der Daniel-Craig-Ära gedacht war und sich munter auf seine bisherigen Bond-Abenteuer bezieht.
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