Wie findet ihr No Time To Die?

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Re: Filmbesprechung: "No Time To Die (NTTD)"

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vodkamartini hat geschrieben: 26. Oktober 2021 07:28 Auch der Einwand mit CR und SF ist richtig, nur dass ich da beim letzterem schon den Eindruck habe, dass er ebenfalls häufig als unbondig gesehen wird, zumindest teilweise. Er ist in Summe noch mehr Charakterdrama wie NTTD, schlägt aber nach dem imo deutlich unbondigeren QOS wieder die Kurve in Richtung Bond-DNA (Moneypenny, Q, Casino, DB5 etc.) Er profitiert also von der in dieser Hinsicht negativeren Wahrnehmung des Vorgängers, wenn man so will.
Das ist auch meinen Wahrnehmung. Als ich das erste Mal CR gesehen habe, habe ich Rollen wie Q und Moneypenny schon vermisst, auch wenn ich mit dem Film im großen und ganzen einigermaßen zufrieden war. In QOS habe ich diese Elemente ebenfalls vermisst, der Film war aber auch sonst bsolut nicht mein Fall (und er steht bis heute ganz weit unten in meinem Ranking, aktuell aber immerhin vor DAF, NSNA und NTTD).

In SF hat man die Elemente zurückgebracht, die ich in den beiden Vorgängern vermisst habe. Damit war die Befürchtung aus dem Weg geräumt, dass wir die 'klassischen Filme' mit Q und Moneypenny usw. nie wieder zu sehen bekommen. Ich fand es jedenfalls gut, dass SF wieder verstärkt an die alten Filme anknüpft. Schon dadurch war klar, dass der Film sich sehr weit oben in meinem Ranking ansiedeln wird. Mit einiger Distanz ich allerdings mittlerweile, dass SF bei mir immer weiter ins Mittelfeld absackt. Die Enttäuschung nach QOS hat SF also seinerzeit geholfen.

Re: Filmbesprechung: "No Time To Die (NTTD)"

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Invincible1958 hat geschrieben: 25. Oktober 2021 15:03
vodkamartini hat geschrieben: 25. Oktober 2021 15:02 Na ja, ohne ihr zu nahe treten zu wollen, aber das ist doch genau der Punkt. :) Für Lazenby Roy Black stehen zu lassen spricht nicht gerade für die toughe, virile (Lady-)Killer Ausstrahlung des Australiers.
Nö.
Ich wollte damit auch nur sagen, dass man mit dem Film neue Zielgruppen angesprochen hat. Eben Teenie-Mädels, die vorher womöglich nicht so stark an Bond interessiert waren.
Das hat man mit Craig übrigens ebenso.
Das Publikum (vor allem das weibliche) ist viel stärker vertreten als noch zu Brosnan-Zeiten.
Dann geh ich in die falschen Kinos :D Ich war gestern Abend in der (für mich 3.) Vorstellung. Kleinstadtkino aber großer Saal und der für späten Montagabend beachtlich voll. Ich war mit drei Freundinnen und die Leute an der Einlasskontrolle fragten spaßhaft ob wir das Quotenpublikum seien :D Was ich damit aber sagen (fragen) will.... kann man das so stringent festmachen? Im Sinne von "der oder jener zieht eher dies oder jenes Publikum an"? Um beim Oma/Mutterbeispiel zu bleiben, meine Oma fand Connery und Roy Black gleichermaßen sexy, fragte sich aber ernsthaft, warum Lazenby (dessen Name sie sich wahrscheinlich gar nicht hatte merken können) so alberne Hemden trug. Auch meine drei Freundinnen (wir gucken traditionell Bonds, MI, die neuen Batmans u.ä. zusammen im Kino) sind mit Eindrücken raus, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Re: Filmbesprechung: "No Time To Die (NTTD)"

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Ich habe schon ein bisschen das Gefühl, dass viele Fans in einigen Jahren sehr gerne wieder zur Craig-Ära zurück blicken und die Filme (vor allem SF und NTTD) durchaus mehr mögen werden als momentan. Vielleicht freut man sich dann über all die Retro-Aspekte von SP und NTTD und schätzt genau das dann an ihnen. Ich glaube auch, dass Bonds Tod in Zukunft nicht mehr so kritisch gesehen wird.
Es wird schon heftig kontrovers diskutiert und wie Hille auch schon meinte - nicht Bonds Tod alleine ist schuld, dass sehr viele ein mittelgroßes Problem mit NTTD haben. Ich sehe seinen Tod zum Beispiel nicht so kritisch. Ob es die genau richtige Wahl war - vermutlich nicht. Obwohl ich kein großes Problem mit dem Ende habe bin ich trotzdem nicht sehr zufrieden mit dem Streifen. Da spielen viel mehr Dinge mit rein.

Ich hoffe auf jeden Fall, dass mit dem nächsten Darsteller nochmal eine neue Schiene gefahren wird. Ich denke es wird dem Franchise gut tun wieder von all dem Retro abzuweichen, das haben SP und NTTD einfach zu genüge geboten. Ich wünsche mir etwas frisches, vielleicht wieder einen etwas härteren Bond, ähnlich zu CR. Was mir vor allem bei CR immer so gefallen hat: Bond war kalt und grausam, aber er hat auch Gefühl gezeigt, nur eben ohne Worte. Sowas in die Richtung fände ich wieder sehr interessant. Ich würde in den nächsten Filmen auch gerne keine "große Liebe" mehr sehen, lieber wieder den Charmeur Bond.
Schwer in Worte zu fassen.
The name's Bond, James Bond.

Re: Filmbesprechung: "No Time To Die (NTTD)"

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StellaPolaris hat geschrieben: 26. Oktober 2021 08:09
Invincible1958 hat geschrieben: 25. Oktober 2021 15:03
vodkamartini hat geschrieben: 25. Oktober 2021 15:02 Na ja, ohne ihr zu nahe treten zu wollen, aber das ist doch genau der Punkt. :) Für Lazenby Roy Black stehen zu lassen spricht nicht gerade für die toughe, virile (Lady-)Killer Ausstrahlung des Australiers.
Nö.
Ich wollte damit auch nur sagen, dass man mit dem Film neue Zielgruppen angesprochen hat. Eben Teenie-Mädels, die vorher womöglich nicht so stark an Bond interessiert waren.
Das hat man mit Craig übrigens ebenso.
Das Publikum (vor allem das weibliche) ist viel stärker vertreten als noch zu Brosnan-Zeiten.
Dann geh ich in die falschen Kinos :D Ich war gestern Abend in der (für mich 3.) Vorstellung. Kleinstadtkino aber großer Saal und der für späten Montagabend beachtlich voll. Ich war mit drei Freundinnen und die Leute an der Einlasskontrolle fragten spaßhaft ob wir das Quotenpublikum seien :D Was ich damit aber sagen (fragen) will.... kann man das so stringent festmachen? Im Sinne von "der oder jener zieht eher dies oder jenes Publikum an"? Um beim Oma/Mutterbeispiel zu bleiben, meine Oma fand Connery und Roy Black gleichermaßen sexy, fragte sich aber ernsthaft, warum Lazenby (dessen Name sie sich wahrscheinlich gar nicht hatte merken können) so alberne Hemden trug. Auch meine drei Freundinnen (wir gucken traditionell Bonds, MI, die neuen Batmans u.ä. zusammen im Kino) sind mit Eindrücken raus, die unterschiedlicher nicht sein könnten.
Warum sollte NTTD Teenies anziehen? Weil er emotional ist? Sorry, aber JB bleibt ein Action-Spionage-Franchise und das weiß auch jeder. Entweder man mag das oder nicht. Niemand, der eigentlich nur an RomComs oder Liebesfilmen interessiert ist wird in NTTD gehen nur weil er gehört hat, dass er emotional sein soll.
Und Craig wird rein aus optischen Gründen auch nicht der Grund sein. Ich gebe zu, ich war selbst so 16 oder 17 als ich das erste Mal CR sah und bin seit dem hin und weg von Craig und auch von James Bond generell. Mich haben optisch aber auch schon immer eher "ältere" Schauspieler angesprochen, deswegen fall ich da wohl aus dem Muster. Außerdem zählt Können für mich auch mit ins Gesamtbild... Naja, genug davon.
Ich habe den Eindruck JB hat ein sehr gemischtest Publikum, aber Teenies sind eine deutliche Minderheit.

Ich frage mich aber schon immer, warum James Bond-Filme (oder generell Action-Streifen) so untypisch für Frauen sein sollen? Ich hasse so ein Schubladen-Denken.
The name's Bond, James Bond.

Re: Filmbesprechung: "No Time To Die (NTTD)"

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Das ist kein Schubladen-Denken sondern Fakt. Sieht man bei jedem (echten) Actionfilm im Kino, es sei denn du willst sagen, Frauen lieben zwar Actionfilme aber gehen dafür nicht ins Kino.
Es ist aktuell recht nervig überall in der Öffentlichkeit und den Medien, dass man Fakten nicht mehr beim Namen nennen soll aus einer falsch verstandenen Gleichmacherei oder einem Diversitäts-Wahn. Es ist eine Sache, dass natürlich jeder - egal welches Geschlecht - solche Filme mögen kann. Aber es ist eine andere Sache, dass die Mehrheit der Actionfilm Zuschauer männlich ist.

Ja, James Bond Filme haben mehr als reine Actionfilme ein gemischtes Publikum vor allem auch was die Altersstruktur angeht. James Bond ist das Wetten, Dass des Unternahltungsfilms, zumindest in Deutschland und UK, da kommen mehrere Generationen und tendentiziell auch beide Geschlechter zusammen
"It's been a long time - and finally, here we are"

Re: Filmbesprechung: "No Time To Die (NTTD)"

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danielcc hat geschrieben: 26. Oktober 2021 10:27

Das ist kein Schubladen-Denken sondern Fakt. Sieht man bei jedem (echten) Actionfilm im Kino, es sei denn du willst sagen, Frauen lieben zwar Actionfilme aber gehen dafür nicht ins Kino.
Es ist aktuell recht nervig überall in der Öffentlichkeit und den Medien.......... Aber es ist eine andere Sache, dass die Mehrheit der Actionfilm Zuschauer männlich ist.
Ich hasse Schubladen-Denke ebenfalls aber es ist wirklich eine Tatsache. Und sicher nicht nur in dem Teil Deutschlands, in dem ich zuhause bin und ins Kino geh... Ich behaupte mal, ich bin eine ganz normale Frau, die auch mal "so Mädelskram" mag aber hab eben ein vertieftes Faible für Kino und die Bond- und artverwandte Sparte. Ich guck auch gern clever gemachte Thriller, bin ein wandelndes Star-Trek-Lexikon.... Und bin mit all dem wirklich in der Minderheit. Im Kino und offensichtlich auch hier im Forum (oder täusche ich mich?). Wieviele Frauen schreiben hier? In einer Samstagabendvorstellung trifft man eher mal Frauen an, die oft auch dem Partner zuliebe mitgehen aber zu den eher untypischen Kinozeiten oder gar in der OV fällt man als Frau (und wenn gar noch der Partner daheim geblieben ist) wirklich auf!

Gestern (3. Sichtung, davon 2x deutsch) ist mir nochmal der Unterschied zur OV aufgefallen. Gerade im ersten Teil, wo Bond und Madeleine noch am unbeschwertesten sind, hat mich das Original viel mehr überzeugt. Der Originalfassung konnte ich das Verliebtsein und die tieferen Gefühle eher abnehmen als der Synchronisation. Bond kommt (gefühlt für mich) in der deutschen Synchronisation in solchen Situationen unangenehm-verweichlicht rüber. Ich glaube damit, für mich einen meiner gefühlten Schwachpunkte in der Liebesgeschichte und deren Glaubwürdigkeit als erklärbar abhaken zu können.

Ja, mich hat der Tod Bonds (obwohl befürchtet) wirklich allein zurück gelassen sozusagen.... Aber das ist nicht gleichbedeutend damit, dass ich den ganzen Film schlecht fände. Ich hab manchmal das Gefühl, dass Kritik an Einzelteilen gleich als Beleidigung des Großen Ganzen aufgefasst wird. Sicher hätte ich nicht 3x Geld fürs Kino und viel Zeit in diesem (mir bis dato fremden) Forum aufgewendet, wenn ich den Film durchweg Scheiße gefunden hätte. Und er muss auch nicht mein Lieblingsstreifen werden..... Aber die Kritik, die hier so fundiert, wohlüberlegt, begründet und in allen Beiträgen nach den Regeln guter Kommunikationskunst formuliert wird? Also das kann man nicht mit der heute gern genommenem Medienhetze gleichsetzen. Was bei Craigs Erstauftritt social-medial veranstaltet wurde, das ja, das war unterirdisch. Aber doch nicht hier...

Re: Filmbesprechung: "No Time To Die (NTTD)"

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Also ich finds wirklich unglaublich die Posts von Daniel und Hille zu lesen! Erstens mal super Kritik Daniel, tolle Zusammenfassung der Craig Ära und bei vielem kann ich sogar zustimmen. Und super Antwort von Hille. Ich bewundere echt die Ausdrucksweise die einige hier haben, ich bin da leider weit davon entfernt und bemühe mich zumindest wenig Fehler zu machen :lol:

Ich bin echt gespannt wie NTTD wenn die Emotionen irgendwann abkühlen und hoffentlich wirklich ein neuer Darsteller ein neues Kapitel startet den Langzeittest bestehen wird. Der Film ist ganz bestimmt weder so schlecht wie ihn Hille empfindet noch so gut wie ihn Daniel gern haben möchte. Ich kann da auch fast alle Pro und Contra Argumenten verstehen, und ich verteufel den Film auch bestimmt nicht nur wegen Bonds Tod, auch wenn er absolut sinnlos und erzwungen war.

Bonds Tod ist nur der letzte Schlag ins Gesicht für mich, nachdem der Film aber schon mindestens im letzten drittel zum kompletten blödsinn wurde. Und das nach 60 Jahren und einigen der besten Schurken aller Zeiten gerade eine unglaublich langweilige und nichtssagende Pappnase wie Safin Bonds Leben mehr oder weniger beendet find ich schon zum kotzen. Wo man ja sogar Spectre und Blofeld im Film hat.

Ich glaub warum der Film für einige so gut funktioniert und für andere eher schlecht hängt fast ausschließlich davon ab ob man die Beziehung Madeliene/Bond frisst. Mal von der 'Chemie' abgesehen (die ja zb bei Lazeby/Rigg auch gar nicht funktionierte), Bond stellt die schwangere Madeleine am Ende der PTS in einer unfassbaren Arschlochaktion in den Zug, die beiden sehen sich 5(!) Jahre nicht, treffen sich kurz, Bond sülzt einige schwülstige Zeilen und alles wieder gut?? Plötzlich ist da ein Kind, Bond schält ihr einen Apfel, und ca 20 (Film)Minuten später sind sie eine Familie. Sorry Leute, so läuft das nicht, wirklich nicht.
Casino Hille hat geschrieben: 26. Oktober 2021 01:31 Bei all dem sei noch gesagt, dass auch CR und SF auf dem Papier kontroverse Bond-Filme hätten sein müssen, aber mitnichten eine solche Radikalität der Ablehnung entfachen konnten, wie es nun NTTD bei einem Teil des Fan-Publikums "gelingt"
Genau deshalb verstehe ich auch den Versuch NTTD mit dem Argument "wollen wir wirklich 60 Jahre Schablonenhafte Filme" zu verteidigen nicht. CR wird für immer einer meiner Lieblings Bonds sein, und der bricht mir ALLEM, und hätte auch die größte Demontage der Legende Bond werden können. Und NTTD ist doch zusammen mit SP der Schablonenhafteste Craig Bondfilm. Ich finde das Craig mit CR-QOS-SF eine in sich schlüssige Triologie geschaffen hat, und SP/NTTD machen leider fast alles kaputt was vorher aufgebaut wurde.
Did you ever expect me to die? No Mr. Bond, but some assholes must have thought it was a good idea..

Re: Filmbesprechung: "No Time To Die (NTTD)"

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Casino Hille hat geschrieben: 26. Oktober 2021 01:31 Bei all dem sei noch gesagt, dass auch CR und SF auf dem Papier kontroverse Bond-Filme hätten sein müssen, aber mitnichten eine solche Radikalität der Ablehnung entfachen konnten, wie es nun NTTD bei einem Teil des Fan-Publikums "gelingt".
Ist das wirklich so? Immerhin 50 % der hier abgegebenen Stimmen geben dem Film 8, 9 oder 10 Punkte. So ablehnend finde ich das nicht.

Das Kriterium der "Bondigkeit" finde ich schwierig zu fassen, weil jeder, gerade der angesprochene Hardcore-Fan, sicherlich seine ganz eigenen Vorstellungen von Bondigkeit hat; ich finde allerdings den Vergleich zu den Star-Wars-Filmen und den Reaktionen in Fan-Kreisen ganz interessant. Ich darf mich ja als Star-Wars-Fan der ersten oder vielleicht zweiten Stunde bezeichnen, für Epsiode IV war ich mit vier Jahren noch etwas zu jung, ab Epsiode V dann aber voll dabei, Episode VI sogar noch im Kino gesehen. Skywalker war der Held meiner Kindheit, noch vor Bond. Und für mich atmet jede Sekunde der Sequel-Trilogie mehr Star-Wars-Feeling als die komplette unsägliche Prequel-Trilogie zusammen. Epsiode VII und VIII haben extrem viel richtig gemacht (Episode IX wiederum nicht, aber das ist ein anderes Thema). Die Tonalität stimmt hier meines Erachtens total. Wenn mir im "Projekt Star Wars"-Forum ein 20-Jähriger kommt und behauptet, "Revenge of the Sith" sei besser als "The Last Jedi"´, kann ich nur müde lächeln. Das Bond-Franchise hatte die Ära Brosnan, Star Wars hatte die Prequels. Schwamm drüber.

Aber selbst das ist nur mein subjektives Empfinden. Sicherlich gibt es da Nerds, die in Star-Wars-Bettwäsche schlafen und jede Clone-Wars-Folge am Geruch erkennen, die das ganz anders empfinden. Eine einheitliche Meinung wird es kaum geben. Die einen werden voll abgeholt, die anderen nicht, das hat aber nicht damit zu tun, wie "hardcore" der Fan ist und wieviel Ahnung und Wissen er von der Filmreihe hat. Wieso funktioniert die Tonalität für manche und für andere nicht? Abgesehen von der Problematik, dass den Machern "Fan-Service" vorgeworfen wird, wenn sie versuchen, die richtige Atmosphäre zu treffen, das ist dann auch wieder nicht recht...

Ich war und bin von SP tief enttäuscht, schätze dagegen NTTD sehr, wenn auch nicht ohne Einschränkung; aber beiden Beiträgen kann ich ausgerechnet fehlendes Bond-Feeling eigentlich nicht vorwerfen. Wenn man mich nach Beispielen für dieses "Bond-Feeling" fragte, würde ich aus dem Bauch heraus die Enten-Verfolgung in FYEO und die Flucht im Cellokasten (TLD) nennen. Action, Innovation, Witz, Alleinstellungsmerkmale. Einfach Bond. Das macht kein anderer. Das sehe ich in NTTD vielleicht nicht so ausgeprägt, ist aber mit der PTS und Kuba durchaus ansatzweise vorhanden, soweit es der Machart der Craig-Bonds angemessen ist. Selbst in SP flackerte das mal auf ("atmosphere").

Langer Rede kurzer Sinn, solange ich persönlich als langjähriger Fan einer Filmreihe ein Gefühl vermittelt bekomme, eine Bondigkeit oder Star-Wars-igkeit, solange mich das anspricht und abholt, kann ich diese Vorwürfe eigentlich nicht unterschreiben, weil es für mich eben funktioniert. Und ich glaube nicht, dass ich hier ganz andere Kriterien habe als andere. Dass also die (behauptete) Ablehnung von NTTD durch weite Teile der Fan-Szene ausgerechnet in der fehlenden Bond-Tonalität begründet ist, würde ich nicht so sehen. Auch unter der Prämisse, dass das, was wir suchen und erwarten, mehr ist als die Summe aus Q, Moneypenny, Casino-Szene, "Geschüttelt, nicht gerührt" und" Bond, James Bond". Das wäre zu einfach.

Re: Filmbesprechung: "No Time To Die (NTTD)"

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danielcc hat geschrieben: 26. Oktober 2021 10:27 Das ist kein Schubladen-Denken sondern Fakt. Sieht man bei jedem (echten) Actionfilm im Kino, es sei denn du willst sagen, Frauen lieben zwar Actionfilme aber gehen dafür nicht ins Kino.
Es ist aktuell recht nervig überall in der Öffentlichkeit und den Medien, dass man Fakten nicht mehr beim Namen nennen soll aus einer falsch verstandenen Gleichmacherei oder einem Diversitäts-Wahn. Es ist eine Sache, dass natürlich jeder - egal welches Geschlecht - solche Filme mögen kann. Aber es ist eine andere Sache, dass die Mehrheit der Actionfilm Zuschauer männlich ist.
Also aus der Sicht einer Frau, die generell wohl auf für Frauen untypische Dinge steht, kann ich nur sagen: Ja, du hast durchaus recht. Was aber noch nerviger ist als dieses "Fakten nicht beim Namen nennen" ist, dass man als Frau nicht ernstgenommen wird, wenn man genau diese untypischen Sachen mag. Ich will nicht an der Kinokasse belächelt und als Quotenfrau benannt werden, wenn ich in einen Actionstreife gehe. Ich will einfach ernst genommen werden, egal bei was. Und das ist das Problem. Keinen Bock auf Schubladen-Sprüche.

Aber das ist auch ein anderes Thema. Sorry :D
The name's Bond, James Bond.

Re: Filmbesprechung: "No Time To Die (NTTD)"

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BlofeldsKatze hat geschrieben: 26. Oktober 2021 12:09
danielcc hat geschrieben: 26. Oktober 2021 10:27 Das ist kein Schubladen-Denken sondern Fakt. Sieht man bei jedem (echten) Actionfilm im Kino, es sei denn du willst sagen, Frauen lieben zwar Actionfilme aber gehen dafür nicht ins Kino.
Es ist aktuell recht nervig überall in der Öffentlichkeit und den Medien, dass man Fakten nicht mehr beim Namen nennen soll aus einer falsch verstandenen Gleichmacherei oder einem Diversitäts-Wahn. Es ist eine Sache, dass natürlich jeder - egal welches Geschlecht - solche Filme mögen kann. Aber es ist eine andere Sache, dass die Mehrheit der Actionfilm Zuschauer männlich ist.
Also aus der Sicht einer Frau, die generell wohl auf für Frauen untypische Dinge steht, kann ich nur sagen: Ja, du hast durchaus recht. Was aber noch nerviger ist als dieses "Fakten nicht beim Namen nennen" ist, dass man als Frau nicht ernstgenommen wird, wenn man genau diese untypischen Sachen mag. Ich will nicht an der Kinokasse belächelt und als Quotenfrau benannt werden, wenn ich in einen Actionstreife gehe. Ich will einfach ernst genommen werden, egal bei was. Und das ist das Problem. Keinen Bock auf Schubladen-Sprüche.

Aber das ist auch ein anderes Thema. Sorry :D
Du sprichst mir sowas von aus der Seele :angel:
Und schön, hier doch auch andere Frauen mit exquisitem Filmgeschmack zu treffen.

Hier im Forum spüre ich da wenig "Berührungsängste" mit weiblichen Fans. Draußen aber sehr wohl. Aus dem Grund bin ich auch so kritisch, was die ganze PC-Geschichte angeht. Ich will auch in Filmen keine Quoten-Figuren drin haben, sondern gute, starke, der Story dienende Rollen, egal ob die aufs Mädchen- oder Bubenklo gehen, in die Kirche, die Moschee oder sonstwo hin...

Re: Filmbesprechung: "No Time To Die (NTTD)"

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Moin
hmmm...ich bin ja einer von denen, die den Film (nach bislang nur einer Sichtung) sehr gut fanden, bis auf das Ende, das mir den ganzen Film allerdings aus dargelegten Gründen (coole Sprüche sind nur cool, wenn man am Ende nicht tot ist) allerdings ziemlich versaut hat. Ich habe bewusst hier oben noch nicht bewertet, weil diese Bewertung nicht differenziert genug ist. Aber sagen wir mal: Mit Happy End hätte der Film sicher eine 8, vielleicht sogar eine 9 von mir bekommen, zumindest nach der ersten Sichtung. Das Ende macht mir das aber unmöglich.
Ich habe allerdings bei NTTD nie das Bondfeeling vermisst. Guter Score, das Theme immer mal wieder dabei, tolle Landschaft, den ein oder anderen Spruch, das macht für mich viel aus. Davon gab es bei NTTD für mich auf jeden Fall genug.
Also, es gibt auch die, die sagen: Guter Film, wenn das Ende nicht wäre.
Grüße
Der Dingens

PS Schaue mir den Film noch doch noch im Kino in der OV an, der Schwager hat drauf bestanden :-)

Re: Filmbesprechung: "No Time To Die (NTTD)"

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Von Paul Duncans neuer THE JAMES BOND ARCHIVES Ausgabe über die Entscheidung Bond zu töten und was schon im 1. Drehbuch von P&W stand.
Craig hatte also schon 2005 von Beginn an die Idee, seinen Bond am Ende sterben zu lassen...

Gregg Wilson: There were three core elements from the original Purvis and Wade script that we wanted to keep. Since Bond retires at the end of Spectre we liked the idea of introducing a new 007; she’s competitive with Bond and represents the new guard at MI6. Secondly, the DNA-targeted poison was the core idea for the threat. And lastly, we wanted a satisfying way for Bond to sacrifice himself at the end.

Daniel Craig: When I started as Bond on Casino Royale, one of the early discussions I had with Barbara and Michael was that I would like to kill off Bond when I finished.

Barbara Broccoli: We had considered killing Bond in Spectre, but decided against it.
Bond... JamesBond.de

Re: Filmbesprechung: "No Time To Die (NTTD)"

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Gernot hat geschrieben: 26. Oktober 2021 15:26 Von Paul Duncans neuer THE JAMES BOND ARCHIVES Ausgabe über die Entscheidung Bond zu töten und was schon im 1. Drehbuch von P&W stand.
Craig hatte also schon 2005 von Beginn an die Idee, seinen Bond am Ende sterben zu lassen...

Gregg Wilson: There were three core elements from the original Purvis and Wade script that we wanted to keep. Since Bond retires at the end of Spectre we liked the idea of introducing a new 007; she’s competitive with Bond and represents the new guard at MI6. Secondly, the DNA-targeted poison was the core idea for the threat. And lastly, we wanted a satisfying way for Bond to sacrifice himself at the end.

Daniel Craig: When I started as Bond on Casino Royale, one of the early discussions I had with Barbara and Michael was that I would like to kill off Bond when I finished.

Barbara Broccoli: We had considered killing Bond in Spectre, but decided against it.
Ja, ich denke das ist schon länger kein Geheimnis mehr, dass die Idee für Bonds "Finale" von Daniel stammt.
http://www.vodkasreviews.de

https://ssl.ofdb.de/view.php?page=poste ... Kat=Review