Wie findet ihr No Time To Die?

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Re: Filmbesprechung: "No Time To Die (NTTD)"

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Natürlich konnte er 2006 keine Bedingungen stellen, hätte auch nach einem Film vorbei sein können. Mit den großen Erfolgen wurde er aber immer mächtiger, produzierte sogar mit und Brooccoli verband zunehmend eine ganz enge Beziehung zu ihrer „Entdeckung“. Das war schon eine völlig andere Gemengelage wie zu Beginn. So zumindest die Außensicht.

Ich bleibe dabei, Bond sterben zu lassen ist eine doofe, unpassende und für die Zukunft nicht unproblematische Idee. Es passt weder zu Figur noch zum Mythos, wie sie durch die Filmserie (Fleming spielt dabei keine Rolle, hat aber auch nie Jehova gesagt/geschrieben) aufgebaut worden waren. Für mein Gefühl hat Craig das nicht verstanden, oder weniger stark gewichtet. Ist auch meine ganz persönlichen Ansicht, will da keinen belehren oder überzeugen. Es fühlt sich verkehrt an, aber ich wiederhole mich da nur.

Ich weiß, dass das viele so sehen, übrigens auch sehr viele meiner Schüler, aber das ist nicht der Grund. Es war meine unmittelbare Reaktion direkt nach der Erstsichtung. Und daran hat sich bei den weiteren drei Sichtungen bzw. in der Zwischenzeit nichts geändert.

Zur Papst Allegorie. Ein solcher Kniff ist im Bond- Kosmos nicht irgendein Lüftchen - Tracy würde ich da eher einordnen, -, sondern ein Tsunami. Ich würde im Gegenteil sagen, man sollte das nicht klein reden.

Aber, es ist nun mal wie es ist, also schauen wir nach vorne und warten ab, was EON draus macht. Aber alles wird und kann nicht verhindern, dass es etwas mit Bond und seinem Mythos gemacht hat. Das wird bleiben.
http://www.vodkasreviews.de

https://ssl.ofdb.de/view.php?page=poste ... Kat=Review

Re: Filmbesprechung: "No Time To Die (NTTD)"

933
vodkamartini hat geschrieben: 28. Oktober 2021 11:31 Aber alles wird und kann nicht verhindern, dass es etwas mit Bond und seinem Mythos gemacht hat. Das wird bleiben.
Für dich und diejenigen, die sich an Bonds Ableben stören trifft das vielleicht zu. Ich, und ich würde mich wirklich als langjährigen Bondfan bezeichnen, habe kein Problem mit dem Ende von NTTD. Der Film hat in meinen Augen an anderen Stellen Schwächen.
So wie Bond in OHMSS heiratete, was auch eine Form von Entmsytifizierung darstellt, wird NTTD fortan der Bondfilm sein, indem er stirbt. Wie oft hat Bond seit 1969 geheiratet?

Re: Filmbesprechung: "No Time To Die (NTTD)"

934
Martin007 hat geschrieben: 27. Oktober 2021 23:27 Nun, ich werde den Film gewiss niemandem weiterempfehlen, auch wenn meine Wertung nicht so vernichtend war wie von anderen hier.

Und zur Frage: Weil wir jetzt wissen, dass Bond ein tragisches Ende hat, eigentlich gar ein Verlierer ist. Für mich ist dahingehend der Mythos des Agenten aus inhaltlicher Sicht ein Stück weit zerstört. Die Argumentation, dass man das ja nur für den Craig-Bond so sehen soll, kann ich auch nicht gelten lassen: Ganz offensichtlich haben sich die Macher nach über 50 Jahren dazu entschieden, Bond zur tragischen Figur umzuschreiben.
Wirtschaftlich gesehen wird es der Reihe dagegen kaum schaden, der Name Bond wird weiterhin genug Leute ins Kino locken, auch wenn es beim nächsten Film anfangs vielleicht ein paar Fragen geben wird ("Aber Bond ist doch tot?").


Du sprichst mir aus der Seele, Martin.

Mich haben auch viele Freunde nach meiner Meinung gefragt und ich hab jeder und jedem gesagt dass sie sich selbst ein Bild davon machen sollen und NTTD für mich kein guter Bondfilm ist. Meine Meinung ist aber natürlich weit davon entfernt die Benchmark zu sein, habe ich noch hinzugefügt. Und einer hatte tatsächlich die selben Kritikpunkte wie ich, auch er hat gesagt dass man damit eigentlich alle ungeschriebenen Gesetze des Bonduniversums gebrochen und er damit nicht einverstanden ist.
"Bond! Ich will sie zurückhaben." - "Ich war nie weg."

Quantum of Solace (2008)

Re: Filmbesprechung: "No Time To Die (NTTD)"

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StellaPolaris hat geschrieben: 28. Oktober 2021 08:36 Lässt man ihn jetzt kommentarlos wieder weitermachen als hätte es diese ganze Entwicklung nie gegeben?

Dann möchte ich aber eine intelligent gemachte Geschichte erzählt bekommen, die mir zumindest akzeptabel erklärt, wo wir uns mit der Figur (die ja tot war) befinden. Ich (als eine der langjährigen Begleiter der Reihe) wäre enttäuscht, wenn man nicht die Mühe machen würde diesen Bogen zu schlagen. Da wir es weiter vorne von vermeintlich enttäuschten Erwartungen hatten: In diesem Bezug habe ich tatsächlich eine Erwartung.

Und da bin ich gespannt drauf, ob und wie das gelingen kann.
Sorry, aber diese Forderung unfair. Dir sind sämtliche Darstellerwechsel und alle anderen Inkonsistenzien der Reihe nie erklärt worden. Aber den Tod, den willst du erklärt haben, wenn es weitergeht?

Stell dich schon mal auf eine Enttäuschung ein.
„When I was beaten up, suddenly I liked the idea of being alive.“ - James Bond

Re: Filmbesprechung: "No Time To Die (NTTD)"

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TWINE: Elektra (von Purvis/Wade/Wilson/Broccoli explizit als Hommage an den zu dem Zeitpunkt 30-jährigen OHMSS gedacht)
CR: Vesper
SP: Madeleine (ursprünglich mit deutlichen Anspielungen an OHMSS geplant: "We have all the time in the world" etc.)
NTTD: Madeleine (jetzt sind die OHMSS-Referenzen im Film selbst gelandet)
Prejudice always obscures the truth.

Re: Filmbesprechung: "No Time To Die (NTTD)"

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vodkamartini hat geschrieben: 28. Oktober 2021 11:31
Ich bleibe dabei, Bond sterben zu lassen ist eine doofe, unpassende und für die Zukunft nicht unproblematische Idee.

Für mein Gefühl hat Craig das nicht verstanden, oder weniger stark gewichtet.
….
Aber, es ist nun mal wie es ist, also schauen wir nach vorne und warten ab, was EON draus macht. Aber alles wird und kann nicht verhindern, dass es etwas mit Bond und seinem Mythos gemacht hat. Das wird bleiben.
Ich glaube MGW, DC und BB waren sich der Tragweite und Risiken dieser Entscheidung sehr bewusst.

Ich glaube sie haben es trotzdem gemacht weil (und das trifft auf alle der drei letzten Craigsters zu) man entschieden hat, dass der aktuelle Film immer der wichtigste ist.

Egal wie „schlecht“ man später daran anknüpfen kann oder wie inkonsistent die Entscheidung im Kontext der vorangegangenen Filme steht.

Wird sind. Hier und Jetzt. Was fühlt sich jetzt gerade am besten an? Was können wir mit Bond tun, was DIESEN Film (kommerziell) erfolgreich machen würde?

So fällen sie mindestens seit SF die Plot-Entscheidungen. Ein Umdenken wird es erst geben, wenn ein Film floppt.
„When I was beaten up, suddenly I liked the idea of being alive.“ - James Bond

Re: Filmbesprechung: "No Time To Die (NTTD)"

940
Ich denke, das ursprüngliche Ziel von NTTD war es, mit allen selbstauferlegten Regeln zu brechen, und zu beweisen, dass die Bond-DNA dardurch trotzdem erhalten bleiben kann. Bonds Tod ist da nur ein Baustein von vielen, und für mich persönlich geht die Rechnung voll auf.

Ich kann den Unmut und die Enttäuschung aber nachvollziehen, so weit ist das Franchise noch nie über seine eigenen Grenzen hinausgegangen. Vielleicht war es aber der notwendige Schritt, um auf einer frischen Seite mit neuem Stift anzufangen.

Ich für meinen Teil sehe es so: Ein Ende als glücklicher Familienvater hätte sehr viel weniger zu der Figur gepasst als der Tod.

Zu Craig:

Auch ich sehe da Probleme. Ich finde, ihm wurde von Seiten EONs einfach zu viel Bedeutung beigemessen und auch zuviel Macht übertragen.
Das Ende NTTDs darf durchaus als narzisstisches Zugeständnis an den Schauspieler hinter einer Figur verstanden werden. Craig hat in der Rolle schon immer transgressiv agiert, aber genau das hat für viele einen erheblichen Teil des Spaßes an seinen Filmen ausgemacht. Es schien jedoch schon immer so, als würde er sich eigentlich für den Bond-Charakter schämen. Ich hatte auch nie den Eidruck, dass er Michael und Barbara besonders respektiert, zumindest gemessen an der Aufmerksamkeit, die sie ihm schenken. Sein Gefasel nach SP war teilweise schon schwer zu ertragen, ich habe mich immer gefragt: „Warum wollt ihr jemanden, der so wenig Interesse an der Zukunft des Franchises zeigt, auf Biegen und Brechen behalten?”
(Könnt ihr euch an diesen Artikel über Craigs Verhalten hinter den Kulissen erinnern? Ich glaube der kam so um 2018, und darin meinte jemand, dass ihm Barbara total verfallen wäre, was die Arbeit wohl sehr erschweren würde. Nun, natürlich ist davon auszugehen, dass es sich um eine Ente handelte, ich kann mir aber durchaus vorstellen, dass da auch was wahres dran gewesen sein könnte.)
Eine ähnliche Dynamik gab es ja schon zu Connerys Zeiten, die, wie wir alle wissen, zum Zerwürfnis führte. Ich kann mir vorstellen, dass EON daraus lernen wollte.
Ich bewundere Craig in der Rolle wirklich sehr, ich denke schon, dass er mit seinem Zugang (aber es ist auch der Zugang aller anderen Beteiligten und nicht ausschließlich sein Verdienst) den Nerv der Zeit getroffen hat.
Trotzdem hoffe ich auf eine grundlegende Neuausrichtung der kommenden Filme, und auf einen Kandidaten, der sich nicht in alle Prozesse hinter der Kamera einmischt, sondern in der lage ist, das zu tun, was von ihm erwartet wird. Und siehe da, dann lässt sich ein Dreijahresrhythmus plötzlich wieder umsetzen.
Zuletzt geändert von craigistheman am 28. Oktober 2021 12:46, insgesamt 2-mal geändert.

Re: Filmbesprechung: "No Time To Die (NTTD)"

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Revoked hat geschrieben: 28. Oktober 2021 12:12
StellaPolaris hat geschrieben: 28. Oktober 2021 08:36 Lässt man ihn jetzt kommentarlos wieder weitermachen als hätte es diese ganze Entwicklung nie gegeben?

Dann möchte ich aber eine intelligent gemachte Geschichte erzählt bekommen, die mir zumindest akzeptabel erklärt, wo wir uns mit der Figur (die ja tot war) befinden. Ich (als eine der langjährigen Begleiter der Reihe) wäre enttäuscht, wenn man nicht die Mühe machen würde diesen Bogen zu schlagen. Da wir es weiter vorne von vermeintlich enttäuschten Erwartungen hatten: In diesem Bezug habe ich tatsächlich eine Erwartung.

Und da bin ich gespannt drauf, ob und wie das gelingen kann.
Sorry, aber diese Forderung unfair. Dir sind sämtliche Darstellerwechsel und alle anderen Inkonsistenzien der Reihe nie erklärt worden. Aber den Tod, den willst du erklärt haben, wenn es weitergeht?

Stell dich schon mal auf eine Enttäuschung ein.
Es ist keine Forderung sondern eine Erwartung, die ich habe. Und die wahrscheinlich enttäuscht werden wird, da gebe ich Dir recht...

Und ein Darstellerwechsel der Figur ist sehr wohl ein gravierender Unterschied zum Tod der Figur... Übertrag es meinetwegen aufs reale Leben, ein Vorstandsvorsitzender ersetzt einen anderen. Ist ne Schlagzeile wert oder auch zwei aber es geht weiter. Macht man den ganzen Konzern platt, ist das eine andere Liga und man würde den verunsicherten Kunden vielleicht erklären möchten/sollen, warum es trotzdem weitergeht.

Re: Filmbesprechung: "No Time To Die (NTTD)"

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Casino Hille hat geschrieben: 28. Oktober 2021 12:23 TWINE: Elektra (von Purvis/Wade/Wilson/Broccoli explizit als Hommage an den zu dem Zeitpunkt 30-jährigen OHMSS gedacht)
CR: Vesper
SP: Madeleine (ursprünglich mit deutlichen Anspielungen an OHMSS geplant: "We have all the time in the world" etc.)
NTTD: Madeleine (jetzt sind die OHMSS-Referenzen im Film selbst gelandet)
Die Craig Ära ist sehr klar eine grobe Nachbildung des Fleming'schen Zykluses von CR (Neuer 00 Agent, Vesper) bis hinzu OHMMS/NTTD (mögliche Liebe fürs Leben aber mit Tragödie). So ist das zu verstehen.

TWINE: Das war ein Versuch, wie ich in meiner lange Rezension geschrieben habe, der aber sehr sehr halbherzig war. Von Verlieben kann da ja auch nicht wirklich die Rede sein.

Über 60 Jahre Bond gesehen: OHMMS war die große Ausnahme aber von Fleming so vorgegeben; danach hat man mit FYEO angefangen, mehr Emotionalität und Persönliches einzubauen mit schwankendem Engagement und Erfolg. Mit CR und Craig hat das zum ersten Mal richtig funktioiert, weil die Zeit dafür reif war und Craig damit akzeptiert wurde vom Publikum. Dann hat man die Karte bis hinzu NTTD natürlich voll ausgespielt
"It's been a long time - and finally, here we are"

Re: Filmbesprechung: "No Time To Die (NTTD)"

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StellaPolaris hat geschrieben: 28. Oktober 2021 12:45 ….
Und ein Darstellerwechsel der Figur ist sehr wohl ein gravierender Unterschied zum Tod der Figur... ….
Jeder empfindet es anders. Aber Bonds Unsterblichkeit und nur bedingte Alterung wurde nie erklärt.

Aber gut, das hat mit dem individuellen Empfinden bzgl des Todes zu tun.
„When I was beaten up, suddenly I liked the idea of being alive.“ - James Bond

Re: Filmbesprechung: "No Time To Die (NTTD)"

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craigistheman hat geschrieben: 28. Oktober 2021 12:44

Ich für meinen Teil sehe es so: Ein Ende als glücklicher Familienvater hätte sehr viel weniger zu der Figur gepasst....
Das ist eine super interessante These, die wir am Montag nach dem Film bei nem Glas Wein in der Kinobar erörtert haben, weil genau das am Nebentisch diskutiert wurde. Eine aus unserer Runde ist Psychologin und hat das durch ihre "Berufsbrille" erläutert.

Re: Filmbesprechung: "No Time To Die (NTTD)"

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@Revoked
Ich gebe dir in vielem recht und denke zudem, dass wir die Thematik schon recht erschöpfend diskutiert haben. Nur ist dieses Ende halt nicht irgendein doofer Drehbuchkniff, oder irgendeine nicht ganz so dolle Idee. Was es für mich so schwerwiegend macht ist die Tatsache, dass es hier ans Eingemachte, den Mythos geht (und kommt mir nicht mit Tracy, das hat den Mythos bestenfalls leicht touchiert). Wie gesagt, es fühlt sich falsch an und mit diesem Eindruck verlässt man/ich dann halt das Kino.

Natürlich ist ein Darstellerwechsel per se schon bei derselben Figur unmöglich, aber das funktioniert im Vergleich problemlos. Blofeld, Leiter, M etc. bekamen allesamt neue Gesichter. Es geht auch gar nicht darum, dass man ihn nicht mit einem neuen Gesicht wieder auferstehen lassen kann. Das ist ein Kinderspiel und wird genau so gemacht werden.

Bond ist ein mythische Figur, wie ein antiker Held oder Ähnliches. Er gewinnt immer, ist immer Herr der Laage, meistert alles. Klar wollen wir ihn in Schwierigkeiten sehen, aber dabei geht es immer nur darum, wie er sie meistert und nie, ob er sie meistert. Dafür gibts Hunderte andere Kinofiguren. Er ist ein moderner Superheld, nur ohne Cape und Superkräfte. Er ist wenn man so will ein europäischer Ritter - deshalb funktioniert er auch dort am besten - , eine Sagengestalt mit ganz spezifischen Eigenschaften und Merkmalen.

Natürlich kann (und muss) man diesen Cocktail immer variieren, dem Zeitgeist anpassen, frisch halten. Das ist bis heute im Schnitt auch sehr gut gelungen. Aber er sollte schon noch nach der Urrezeptur schmecken bzw. nichts beigemischt bekommen, was sich mit den übrigen Zutaten beißt. Ansonsten kann ich auch gleich was anderes trinken.
http://www.vodkasreviews.de

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