Welchen Film von Matthew Vaughn mögt ihr am liebsten?

Layer Cake (2004)
Insgesamt abgegebene Stimmen: 2 (29%)
Der Sternwanderer (2007)
Insgesamt abgegebene Stimmen: 1 (14%)
Kick-Ass (2010) (Keine Stimmen)
X-Men: Erste Entscheidung (2011)
Insgesamt abgegebene Stimmen: 3 (43%)
Kingsman: The Secret Service (2014)
Insgesamt abgegebene Stimmen: 1 (14%)
Kingsman: The Golden Circle (2017) (Keine Stimmen)
Insgesamt abgegebene Stimmen: 7

Re: Matthew Vaughn

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Thunderball1965 hat geschrieben: 16. Oktober 2018 09:33 Wow, etwas überraschend, dass auch der erste Kingsman nicht wirklich gut wegkommt bei dir.
Teile vom Erstling haben mir gut gefallen, meist dann, wenn Kingsman ganz offen als Parodie angelegt ist (die Anfangsszene in den Bergen mit dem entführten Mark Hamill oder das Aufeinandertreffen von Sam L. Jackson und Colin Forth à la Thunderball wären da zu nennen). Außerdem ist die erste Hälfte mit ihrer an Men in Black angelehnten Ausbildungsstory des Neulings Eggsy ordentlich erzählt und hat ein gutes Tempo. Aber die letzten 45 Minuten sind teilweise unterirdisch. Die grotesk brutale, in ihrer Absurdität völlig unverhältnismäßige Kirchenszene ist eher peinlich und kann den konservativen Mief des Films kaum verschleiern, der endlose Showdown entpuppt sich als müdes Geballer im zeitgemäßen Blockbuster-Stil (Massenzerstörung frisch aus den Avengers-Filmen, "coole" Zeitlupen-Effekte aus jedem zweiten Actionfilm heute), womit die Bond-Hommage flöten geht, der Plot ist selbst für so einen Film himmelschreiend dämlich und das letztlich alle Altherren Platz machen müssen, damit zwei austauschbare Teens die Welt retten, passt gut ins Bild. Imo insgesamt also kein guter Film und auch in seiner Überdrehtheit eher konstruiert denn vergnüglich, aber fürs einmalige Ansehen okay. Mit 5/10 gut bedient. Der zweite Teil zeigt dann ganz gut, warum es sich lohnt, zwischen schlechten Filmen noch zu differenzieren. Der ist größtenteils eine reine Zumutung, da gucke ich lieber noch 20 Jahre lang weiter nur Superheldenfilme, wenn das die Alternative ist.
Then out spake brave Horatius, the Captain of the Gate: "To every man upon this earth, death cometh soon or late. And how can man die better than facing fearful odds, for the ashes of his fathers, and the temples of his gods."

― Thomas Babington Macaulay, Lays of Ancient Rome.

Re: Matthew Vaughn

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Ist mir deutlich zu garstig formuliert, kann ich auch nur teilweise nachvollziehen. Das mit dem Finale und der Kritik am Superhelden-Plagiat: Kingsman ist auch eine Comicverfilmung. Und das mit der Supperei: man denke nur an das ähnlich hohl drehende Finale in Hateful 8 - den du ja sehr schätzt, ich übrigens gar nicht -, das kam mir seinerzeit befremdlich vor, auch in einem Tarantino. Also alles nur verschiedene Geschmäcker. Wo ich mit gehen würde ist, dass Teil 2 der schwächere ist.
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Re: Matthew Vaughn

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Was mich bei Kingsman stört, ist die Vermischung von Parodie und roher, exzessiver Gewalt. Das bekomme ich nicht zusammen. Ich habe nichts gegen Gewaltszenen in einem Film, wenn sie einem bestimmten Zweck dienen. Bei Kingsman sehe ich den Zweck nicht, daher finde ich die Filme eher abstoßend. Keine Filme, die ich besitzen und mehrmals anschauen möchte. Wobei der erste noch deutlich besser ist als der zweite.
#Marburg2022

Though this be madness, yet there is method in’t
William Shakespeare, Hamlet

Re: Matthew Vaughn

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vodkamartini hat geschrieben: 17. Oktober 2018 07:00Das mit dem Finale und der Kritik am Superhelden-Plagiat: Kingsman ist auch eine Comicverfilmung.
Aber das hat jetzt doch mit dem, was ich geschrieben habe nichts zu tun. Oder irre ich mich? Mein Problem ist, dass da zwei Ansätze sich überhaupt nicht vertragen: Einmal die Bond-Parodie oder nennen wir es Hommage an alte Agentenfilme, dann aber der genau im Blockbuster-Trend liegende Showdown mit viel Zeitlupen-Geballer und CGI-Massenzerstörungen, die direkt aus den Avengers-Filmen stammen könnten. Kann man mögen, tu ich aber ganz und gar nicht - und was an meinem vorherigen Post garstig formuliert sein soll, weiß ich auch nicht. Wenn du die Kingsman Filme magst, möchte ich dich nicht davon abhalten, aber Teile des ersten Films und der gesamte Zweite sind für mich schlicht misslungen. Der H8ful 8 Vergleich passt imo überhaupt nicht, ganz unterschiedliche Filme und ich habe nicht mit Gewalt an sich ein Problem, sondern damit, wie sie bei den Kingsman zum Einsatz kommt.
DonRedhorse hat geschrieben: 17. Oktober 2018 08:40 Was mich bei Kingsman stört, ist die Vermischung von Parodie und roher, exzessiver Gewalt. Das bekomme ich nicht zusammen. Ich habe nichts gegen Gewaltszenen in einem Film, wenn sie einem bestimmten Zweck dienen.
Das unterschreibe ich. Die sehr brutale Gewalt in Kingsman war für mich auch meist eher unpassend, genauso wie ihre ironische Brechnung (etwa beim Kopf-Feuerwerk im ersten Film) und lässt die Filme arg konservativ wirken. Wirklich lustig fand ich beispielsweise das blutige Abschlachten der Kirchenbesucher durch Colin Firth auch nicht - gerade diese Szene hätte doch ernst und heftig wirken müssen, um die Bedrohung und den Schock über den Kontrollverlust von Firth deutlich zu machen, stattdessen läuft aber Lynyrd Skynyrd und Vaughn zeigt uns vorher kurz, dass die Leute da es eh verdient haben, umgelegt zu werden (im Comic ist es stattdessen eine harmlose Hochzeitsgesellschaft, die ins Gras beißt, was deutlich pervertierter gewirkt hätte).

Schade ist das für mich deshalb, weil "X-Men: First Class" von Vaughn einer der allerbesten Superheldenfilme überhaupt ist und mit seinem schicken 60s Look und vielen tollen Anspielungen an die alten Bonds und Dr. Strangelove durchaus suggerierte, dass er für eine Bond-Hommage im Agentenfilmbusiness genau der richtige sein könnte. Aber letztlich nimmt er seine Kingsman leider viel zu ernst, und so blieb es für mich bei Stückwerk.
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Re: Matthew Vaughn

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Casino Hille hat geschrieben: 17. Oktober 2018 09:33
DonRedhorse hat geschrieben: 17. Oktober 2018 08:40 Was mich bei Kingsman stört, ist die Vermischung von Parodie und roher, exzessiver Gewalt. Das bekomme ich nicht zusammen. Ich habe nichts gegen Gewaltszenen in einem Film, wenn sie einem bestimmten Zweck dienen.
Das unterschreibe ich. Die sehr brutale Gewalt in Kingsman war für mich auch meist eher unpassend, genauso wie ihre ironische Brechnung (etwa beim Kopf-Feuerwerk im ersten Film)
Ebenfalls meine, wohl größte, Kritik am Film. Gut ist er, wenn er sich im Agentenfilm-Metier bewegt. Dann gibt es aber solche Dinge wie die Kopfexplosionen am Ende. Auch eine Leistung von MV, massenhafte Kopfexplosionen zu Klamauk verkommen zu lassen.

Schwach fand ich verwunderlicherweise auch das Gespräch mit SLJ und Firth, als sie sagen, sie wären gerne die Pro- oder Antagonisten in alten Spionagefilmen gewesen. Je mehr ich drüber nachdenke, ist Kingsmen eine seltsame Mischung mehrerer Komponenten. von denen manche besser, manche schlechter funktionieren und die auch nicht wirklich ineinander passen, sondern von Sequenz zu Sequenz variieren.

Auch ist er voll von Klischees, fand das aber wiederum nicht störend, sondern ganz passend zum schon klischeehaft angelegten Plot.

Der Film hätte besser sein sollen.
It's the BIGGEST... It's the BEST
It's BOND

AND BEYOND

Re: Matthew Vaughn

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Casino Hille hat geschrieben: 17. Oktober 2018 09:33 Der H8ful 8 Vergleich passt imo überhaupt nicht, ganz unterschiedliche Filme und ich habe nicht mit Gewalt an sich ein Problem, sondern damit, wie sie bei den Kingsman zum Einsatz kommt.
Wie gesagt das sehe ich anders. Zum Vergelich: auch Hateful 8 - natürlich insgesamt ein anderer Film - haut im Finale mächtig in die Suppen-Kerbe, was sich ebenfalls nicht so recht mit dem Rest des Films vertragen mag. Auch ich habe mit Gewalt in Filmen bekanntermaßen gar kein Problem, wenn sie in irgendeiner Form stimmig im SInne des Films funktioniert (für mich bei Kingsman gegeben, bei Hateful 8 eher nicht). Will sagen, ich verstehe, dass es dich bei Kingsman stört, denn mich hat es bei Hateful 8 gestört, den ich aber auch ansonsten für reichlich misslungen halte (aber das gehört nicht hierher).
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Re: Matthew Vaughn

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Thunderball1965 hat geschrieben: 17. Oktober 2018 10:10 Je mehr ich drüber nachdenke, ist Kingsmen eine seltsame Mischung mehrerer Komponenten. von denen manche besser, manche schlechter funktionieren und die auch nicht wirklich ineinander passen
Genau. Das beschreibt es eigentlich perfekt. Letztendlich funktioniert der erste Teil hauptsächlich nur deshalb etwas besser als die missratene Fortsetzung, weil er einen Großteil seiner Laufzeit World Building betreibt und dadurch Interesse generieren kann - nur kann man 120 Minuten Exposition nicht wirklich fortsetzen. Ein ähnliches Problem hatte die Men in Black Reihe, auch hier fiel das Sequel enorm ab und kopierte mit der Neueinführung von Tommy Lee Jones bloß seine eigene Formel. Kingsman versucht das mit den Statesman übrigens in "The Golden Circle" ebenfalls.
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Re: Matthew Vaughn

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Haha, ich mag die Men in Black Filme ja alle 3 ganz gerne (auch wenn Teil 2 klar der schwächste ist) und finde gerade den ersten sogar richtig gut gealtert (gewagte These, aber: Vincent D’Onofrio ist schlicht absolut brillant - und kriegt viel zu wenig Anerkennung für seine physische Slapstick-Meisterleistung in dem Film!), war vom dritten sogar gewissermaßen äußerst positiv überrascht. Die Filme sind aber lustigerweise auch (neben dem legendären Independence Day von Emmerich) die einzigen Streifen, in denen mich die pure Präsenz von Will Smith nicht sofort anödet, sondern ich an seinem "Fresh Prince of Bel-Air" Gehabe ordentlich Gefallen finden. Also durchaus eine Trilogie, die bei mir einen Stein im Brett hat - und trotzdem freue ich mich auf den Soft Reboot mit Chris Hemsworth und der umwerfenden Tessa Thompson nächstes Jahr!

Zu Vaughn kann man vielleicht noch sagen: Auch wenn ich die Kingsman-Dinger schon sehr blöd finde, hat er es ähnlich wie der ähnliche Kollege Guy Ritchie geschafft, sich im Blockbuster-Bereich zu etablieren, ohne seinen Stil aufgeben zu müssen. Schade nur, dass ich bei beiden in ihrem jeweiligen 2011er Film grandioses Popcorn-Entertainment sehe (X-Men: First Class, Sherlock Holmes: A Game of Shadows), mich ihr folgender Output aber stark gelangweilt hat (Arthur von Ritchie ist nahezu grässlich, UNCLE uninspiriert langweilig). Dementsprechend bin ich an ihren geplanten Projekten (Ritchies Aladdin-Remake und Vaughns möglicher dritter Kingsman) ehrlich gesagt wenig interessiert, obwohl ich die beiden eigentlich durchaus schätze.
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Re: Matthew Vaughn

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Ne, Men in Black ist für mich inzwischen wie kalter Kaffee. Reicht höchstens für ein paar Schmunzler, mehr nicht.

Aladin klingt nich vielversprechend, sondern eher nach einem Arthur Sequel nur diesmal halt im Orient.

Kingsman 3 schon eher, denn ich hoffe immer nich, dass er den ersten übertreffen kann, wenn auch das nicht sooo wahrscheinlich ist.
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Re: Matthew Vaughn

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vodkamartini hat geschrieben: 18. Oktober 2018 14:19 Kingsman 3 schon eher
Die Dreharbeiten dafür starten im September. Aber vorher können wir uns ja auf das Prequel freuen.



Für mich der Film, den ich aktuell am sehnlichsten erwarte.

Bin vor allem gespannt, welche Zeitspanne hier abgedeckt wird.

Wenn man den Gerüchten glaubt, geht es ja
Spoiler
vom Viktorianischen Zeitalter bis zu den Nazis.
Böser schwarzer Mann

#SanMonique2022

"Wo man lacht, da lass dich ruhig nieder. Böse Menschen lachen immer wieder."

Re: Matthew Vaughn

59
Kings Man gesehen. Die erste Hälfte dümpelt irgendwie vor sich hin, ohne zu wissen was das eigentliche Ziel ist. Die zweite zieht dann an und macht deutlich mehr Spaß, wird zwischenzeitlich sogar emotional und hat ein paar coole Actionszenen. Der Soundtrack hat ein paar nette Stellen, ist aber oft irgendwie unpassend oder too much. Darstellerisch ist das okay. Fiennes geht eigentlich immer.

6,5

Re: Matthew Vaughn

60
aus dem zuletzt gesehenen Film herausgezogen - Ursprungspost in Platzhalter umgewandelt.

iHaveCNit: The King´s Man - The Beginning (2022) – Matthew Vaughn – 20th Century Studios
Deutscher Kinostart: 06.01.2022
gesehen am 09.01.2022 in Dolby Atmos
Kinopolis Main-Taunus-Zentrum – Kino 10 – Reihe 9, Platz 15 – 17:05 Uhr


Ein Film, der auch schon ewig in der Pipeline zur Kinoauswertung stand und ein paar Verschiebungen durch die pandemiebedingte Kinolage hinnehmen musste ist Matthew Vaughns Fortsetzung der „The King´s Man“- Reihe, die mir bereits mit ihren ersten beiden Teilen „The Secret Service“ und „The Golden Circle“ gut gefallen hat, so dass die Sichtung der Fortsetzung, die zeitgleich als Entstehungsgeschichte bezeichnet werden kann, auch auf meiner Liste stand. Und nun ja, an dieser Stelle habe ich ihn gesehen, damit ich ihn gesehen habe.

In den Entwicklungen zum ersten Weltkrieg wird der unabhängige Geheimdienstler Duke Of Oxford durch die Kontakte in Politik, Militär und Geheimdienste auf eine Verschwörung einer Geheimorganisation aufmerksam, die das Geschehen im ersten Weltkrieg essentiell beeinflussen und die Welt ins Chaos stürzen könnte. Gemeinsam mit seinem Sohn Conrad macht sich Oxford auf den Weg, die Verschwörung aufzudecken und die Bedrohung einzudämmen.

Die Fortsetzung beziehungsweise auch Entstehungsgeschichte ist ein relativ unterhaltsames Spionage-Action-Abenteuer geworden, das für meinen Geschmack ein paar interessante und sehenswerte Einfälle bietet, aber irgendwie in seinem gesamten Verlauf seiner Geschichte und seiner Handlungsentwicklung unfassbar überladen und chaotisch wirkt. Auch habe ich ein wenig die übertriebenen, kreativen Einfälle in Bezug auf Action und Humor vermisst, die für mich ein wenig die ersten beiden Filme ausgemacht haben – und er sich dafür in seinem Kern auch etwas zu ernst nimmt. Aber mich hat überrascht, mit welch bekannten Namen der Film dann doch besetzt ist, auch wenn man bis auf Ralph Fiennes einen Großteil der Namen dann doch eher ungenutzt nur die Rolle runterspielen lässt. Mehr kann ich auch an dieser Stelle nicht schreiben.

„The King´s Man - The Beginning“ – My First Look – 6/10 Punkte.
"Weiter rechts, weiter rechts ! ..... "