Guillermo del Toro

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Hier mal seine Filmografie (Regie):

Cronos (1993)
Mimic - Angriff der Killerinsekten (1997)
Das Rückgrat des Teufels (2001)
Blade II (2002)
Hellboy (2004)
Pans Labyrinth (2006)
Hellboy 2 - Die goldene Armee (2008)
Pacific Rim (2013)
Crimson Peak (2015)


Was haltet ihr von seinen Filmen?

Hier meine Bewertungen:

Das Rückgrat des Teufels (2001) 7/10
Blade II (2002) 8/10
Pans Labyrinth (2006) 8/10
Pacific Rim (2013) 6/10
Crimson Peak (2015) 7.5/10


Optisch sind seine Filme meistens aufwändig und einfallsreich (bis auf "Pacific Rim", dem man kaum ansah, dass er von ihm ist). Ich könnte mir auch vorstellen, dass sein Stil ins "Batman"-Universum passen könnte. Leider sind die Drehbücher nicht immer die besten, aber vielleicht wäre es interessant gewesen, wenn er wie ursprünglich offenbar angedacht bei den "Hobbit"-Filmen die Regie übernommen hätte.

Re: Guillermo del Toro

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Cronos (1993)
Mimic (1997) 6/10
Das Rückgrat des Teufels (2001) 7,5/10
Blade II (2002)
Hellboy (2004) 4/10
Pans Labyrinth (2006) 7/10
Hellboy 2 - Die goldene Armee (2008)
Pacific Rim (2013)
Crimson Peak (2015)

Außerdem ist er noch an der Horror TV Serie The Strain beteiligt.

Re: Guillermo del Toro

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Maibaum hat geschrieben:Hellboy (2004) 4/10
Der gefiel dir nicht? Das überrascht mich. Der ist doch allein durch seinen durchgehenden Sarkasmus relativ spaßig. Was hattest du konkret daran auszusetzen?
Then out spake brave Horatius, the Captain of the Gate: "To every man upon this earth, death cometh soon or late. And how can man die better than facing fearful odds, for the ashes of his fathers, and the temples of his gods."

― Thomas Babington Macaulay, Lays of Ancient Rome.

I'm in love with your shape, so blue...

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The Shape of Water

"Show, don’t tell" – Was für den Dramaturgen eine Grundannahme, ist für Elisa eine Lebensnotwendigkeit. Während sie in den 1960er Jahren über einem Lichtspielhaus wohnt, und daher jeden Tag die dort aufgeführten großen Epen, Musicals und Dramen Hollywoods zu hören bekommt, ist sie selbst stumm und somit auf chaplineske Zeichen- und Körpersprache als Ausdrucksmöglichkeiten reduziert. Natürlich kein Zufall: Regisseur Guillermo del Toro erzählt in "The Shape of Water" ein modernes Märchen, dass zu jeder Sekunde voller Melancholie ist. Bewaffnet mit seiner Hingabe für die Goldene Ära der Traumfabrik beschwört der Mexikaner ein altmodisches Kino der Verzauberung hervor, und erzählt die wohl ungewöhnlichste Liebesgeschichte des Kinojahres, basierend auf einer simplen Prämisse: Was, wenn nicht der Held, sondern das Monster die Frau bekommt?

Es erinnert an das Märchen von der Schönen und dem Biest. Elisa, die als Putzfrau in einem Laboratorium arbeitet, macht Bekanntschaft mit einem dort festgehaltenen anthropoiden Fischwesen, mit dessen hilfloser Einsamkeit sie sich identifiziert. Was folgt ist eine wunderschöne, in fabelhaft schaurig-burlesken Farben festgehaltene Annäherung zweier verlorener Seelen, die eine tiefe emotionale Verbundenheit eingehen. Märchenkenner werden hierbei zahlreiche Analogien und Querverweise zu den unterschiedlichsten Sagen und Erzählungen herstellen können, während Filmexperten ihren Gefallen daran finden werden, wie del Toro cinephil, aber mit eigenem Stilbewusstsein die Optik der Schauerfilme der 50er von Jack Arnold mit der Ästhetik von TV-Tanzshows der 60er kreuzt. Immer wieder verliert sich die intelligente Kameraführung in den ausgefallenen Szenenbildern, die den richtigen Ton von simplifizierter Effektivität treffen, sodass sie einerseits entrückt, andererseits aber nicht zu ästhetisiert erscheinen. Brillant ist zweifellos, wie das Paar im Vordergrund ihre komplexe Romanze zum Leben erweckt. Doug Jones zeigt, wie überzeugend eine Mischung aus Kostüm- und Performance Capture Schauspiel auch darstellerisch sein kann, wenngleich das faszinierend gestaltete Lebewesen natürlich ein großer Verdienst der Kostüm- und Effektabteilungen ist.

Sally Hawkins in der Rolle der Elisa ist aber gar noch interessanter anzusehen. Immer wieder deutet sie in subtilen Gesten eine unbefriedigte Sinnlichkeit an, die nur von der animalischen Maskulinität der unwirklichen Kreatur befriedigt werden kann. Wie sie darin aufgeht, ist große Schauspielkunst und das emotionale Fundament der gesamten Erzählung. Doch del Toro begnügt sich nicht nur damit, seine einfache und doch (oder deshalb?) spannende Grundidee der "Monster liebt Frau"-Romanze erstaunlich konsequent anhand filmischer und literarischer Liebeserklärungen zu entwickeln. "The Shape of Water" ist gleichzeitig auch ein Film, der in die Moderne blickt und ganz nebenbei ein fesselndes Gesellschaftsporträt entwirft. Basierend auf der – für die meisten Leute auf den ersten Blick sicher leicht abstoßenden – Ausgangssituation einer sexuellen Beziehung zwischen Mensch und Fischwesen (welches optisch nicht von ungefähr an „Dagon“ von H. P. Lovecraft erinnert), scheinen sich alle Charaktere um das Leitmotiv der Xenophobie zu ranken. Elisa, die den Entschluss fasst, ihren Seelenverwandten aus den Fängen der Militärs-Wissenschaftler zu befreien, zieht dafür ihre Kollegin Zelda und ihren einzigen Freund und Nachbarn Giles hinzu. Wie auch sie selbst durch ihre Stummheit und das Monster aus offensichtlichen Gründen, sind beide Verbündeten Außenseiter der Gesellschaft ihrer Zeit: Giles ist homosexuell, Zelda ihrerseits dunkelhäutig. Später noch erhalten sie unerwartete Unterstützung des russischen Spions Dimitri, der das Monster im Auftrag des Kremls ermorden soll, als Wissenschaftler jedoch zu viel Ehrgefühl hat, um eine so bemerkenswerte Existenz auszuradieren.

Jeder dieser Charaktere, die von Richard Jenkins (Giles), Octavia Spencer (Zelda) und Michael Stuhlbarg (Dimitri) zum Leben erweckt werden, bekommt seine eigenen kleinen Einsichten ins Privatleben spendiert. Über sie kommuniziert del Toro mit seinem Publikum und erzählt von einem notwendigen Aufbegehren der Abgehängten gegen die dominant-unterdrückenden Privilegierten des Systems. Und wem stünde die Rolle des weißen Aggressors besser zu Gesicht als Michael Shannon? Grandios trumpft er als Regierungsbeamter Strickland auf, der mit rassistischer, sexistischer und selbstgerechter Attitüde aufzeigt, wie Macht korrupiert. Hinter seinem jovialen Saubermann-Image (wunderbar manifestiert in dem Kauf eines türkisen Cadillac) verbirgt sich ein abgründiges Bild eines Macho-Amerikaners, der seine von sich selbst empfundene Unmännlichkeit in all seinen Handlungen zu kompensieren sucht. Durch ihn erfährt die Genre-Kreuzung einen zusätzlichen Einschlag in die Welt des Spionagethrillers, welche dank steriler Beleuchtung kalter Büro- und Laborkulissen perfekt die märchenhaften Brauntöne und schaurigen Grünfärbungen kontrastiert. Er ist mit seinen egoistischen Motiven der perfekte Antagonist zu den ehrbar handelnden Protagonisten, die das edle und mit besonderen Kräften ausgestattete Amphibien-Geschöpf verteidigen. In ihrem Anliegen liegt eine rare Ehrlichkeit verborgen, die "The Shape of Water" seine besondere Stimmung verleiht. Es ist keine Rebellion der Underdogs, sondern ein ethisch notwendiges Handeln, dass immer wieder durch punktiert-überspitzte Gewalteinlagen, ausgelöst durch Strickland, angefochten wird. Es ist bezeichnend, dass trotz der märchentypischen Strukturen der Ausgang des Konflikts bis zuletzt in der Schwebe liegt: Ein klarer Beweis dafür, wie fantastisch del Toro visuell alle Register ziehend auf der Gefühls-Klaviatur seiner Zuschauer spielt und wie eingehend er die Genre-Vorbilder zu studieren und anzuwenden weiß.

Fazit: In kinematographisch wunderschön abgestimmten Farbnuancen findet Guillermo del Toro immer neue Wege, eine tiefgründige Fabel über Andersartigkeit, (Selbst-)Akzeptanz und aufrichtige Liebe zu erzählen, deren romantischer Humanismus so sehr berührt, wie ihre politische Aussage Gewicht erhält und zum Nachdenken anregt. Wie oft verurteilt man selbst nach dem Äußeren und hält an gesellschaftlichen Strukturen fest, nutzt vielleicht die eigene Privilegiertheit zum Vorteil aus? Unterstützt man jene, die dagegen rebellieren oder toleriert man nur untertätig deren Anliegen? "The Shape of Water" stellt große Fragen und schüttelt gehörig durch – und das alles in seinen kraftvollsten Momenten stumm durch die Kraft der Bilder, nicht mithilfe einiger Dialogzeilen. Show, don’t tell.

9/10

http://derkinoblog.de/the-shape-of-water-kritik/
Then out spake brave Horatius, the Captain of the Gate: "To every man upon this earth, death cometh soon or late. And how can man die better than facing fearful odds, for the ashes of his fathers, and the temples of his gods."

― Thomas Babington Macaulay, Lays of Ancient Rome.

Re: Guillermo del Toro

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iHaveCNit: Shape of Water (2018)

Der erstaunliche Lauf an guten Filmen in meiner Filmauswahl für das Jahr 2018 geht weiter. Der nächste Film, der sich nun einreihen darf, kann man in einer Zahl ganz gut beschreiben: 13. Mit genau so vielen Nominierungen geht der Film in die diesjährige Oscarverleihungen und damit mit mehr Nominierungen als alle anderen Filme honoriert worden ist. Es ist nun also ein regelrechter Hype um Guillermo Del Toros Film entstanden, bei dem auch viele von einem Meisterwerk und einem klaren Sieg bei der Oscarverleihung ausgehen. Auch wenn ich Del Toros Film sehr gut finde, so ganz gehe ich mit diesem Hype nicht mit.

Wir befinden uns in den 60er-Jahren und mitten im Kalten Krieg. Während die stumme Putzkraft Elisa in einer geheimen Forschungseinrichtung arbeitet, wird eine humanoide Echsenkreatur gefangen genommen und zu Forschungszwecken fest gehalten. Die stumme Elisa sieht jedoch mehr in diesem Wesen und verliebt sich in den Echsenmenschen. Doch kann die Liebe und der angestrebte Fluchtversuch in Zeiten des kalten Krieges bestehen, wenn es der rücksichtslose Agent Strickland sowie die Russen auf die Echse abgesehen haben ?

Eine Fantasyromanze in den 60ern vor dem Hintergrund des Kalten Krieges ist nun also der aktuellste Film von Guillermo Del Toro, der gerne das Fantasievolle, das Andersartige und auch Abgründige in seinen Filmen betrachtet. Mit „Shape of Water“ erzählt er nicht nur eine Liebesgeschichte sowie ein Spionagefilm, sondern auch eine Liebeserklärung an das Anders sein und das Überwinden der überall auftretenden Hindernisse und der allgemeinen Ausgrenzung. Das gilt für die stumme Elisa, das fantasievolle Fabelwesen, Elisas homosexuellen Nachbarn, sowie auch von Frauen und Afroamerikanern – und ist somit auch heute noch brandaktuell. Der Film schaffte einen schöne Atmosphäre von seinen Bildern, seinem Setting und auch der Musik her. Doch er hätte noch mehr auf die Kraft seiner Bilder und seiner audiovisuellen Wucht vertrauen können. Da wir hier als Identifikationsfigur zum einen Sally Hawkins mit ihrer Elisa Esposito eine stumme Putzfrau und auch den von Doug Jones verkörperten Echsenmenschen zwei Charaktere bekommen, die allein nur durch den nonverbalen Ausdruck miteinander kommunizieren, haben mir persönlich noch intensivere Momente gefehlt, um hier vollkommen mitgenommen zu werden. Die eingebundenen Spionagestory um einen verdeckt arbeitenden russischen Agenten in den Reihen der Forschungsmitarbeiter ist hier sehr typisch und von klassischen Motiven ausgearbeitet, die jedoch von beiden Michaels, Shannon und Stuhlbarg sehr gut aufgewertet wird. Octavia Spencer und auch Richard Jenkins runden das tolle Ensemble der Nebendarsteller sehr gut ab. Doch gerade die zurückhaltende und doch sehr ausdruckstarke Performance von Sally Hawkins, die sehr lange Zeit regelrecht unter dem Radar blieb, ist als Herzstück des Films richtig liebevoll und auch als sehr starke Frauenrolle ausgearbeitet worden. Der Film selbst hat aber auch in seiner Art der Erzählung und Aufarbeitung der Gefühle des Zuschauers das Problem, den Zuschauer zu gewollt in eine Richtung lenken zu wollen, damit dieser vollständig in den Film hereingezogen wird und genau die Gefühle erlebt, die ihn für manche somit zum Meisterwerk machen sollen. Ich erkenne die großartige Arbeit eines Del Toro in diesem Film an, aber so ganz hat mich der Film dann doch nicht erreicht, um für mich das letztendlich große Meisterwerk oder ein Kandidat für den eigenen Film des Jahres zu sein.

„Shape of Water“ - My First Look – 9/10 Punkte.
"Weiter rechts, weiter rechts ! ..... "

Re: Guillermo del Toro

8
also ich habe ihn mir gestern angeschaut und bin in der Charakterisierung der Figuren mit Dir komplett D'Accord, aber wegen der teilweise enormen Langatmigkeiten in gewissen Stationen der Handlung kommt der Film nie so richtig in Fahrt, er zieht einen nie so wirklich rein. Man hätte die Handlung auf die Hälfte reduzieren können, ohne viel am Ausgang zu ändern. Diese Russian Spy Story als Nebenhandlung hätte man vollkommen streichen können, so gut auch Stuhlberg als Dimitri auch war.
Am meisten überzeugt noch Michael Shannon als Ober-"A****loch" Strickland. Der ging so noch als der typische Südstaaten-Rassist der 1960iger am besten durch.
Das schlimmste Logikloch war, wie es möglich sein kann, dass einfache Putzfrauen da Zugang zu hochgeheimen Forschungsprojekten der Army haben können und Strickland kommt erst durch komplizierte komplett nicht überzeugende Umwege darauf, wer das Wasserwesen geklaut hat.

6/10 Punkte
"There is sauerkraut in my lederhosen."
Bild

Re: Guillermo del Toro

9
NickRivers hat geschrieben:Diese Russian Spy Story als Nebenhandlung hätte man vollkommen streichen können, so gut auch Stuhlberg als Dimitri auch war.
Hätte man eben nicht. Damit hätte der Film viel Schaden genommen, und einen großen Teil seiner Schönheit und Bedeutung verloren.
Then out spake brave Horatius, the Captain of the Gate: "To every man upon this earth, death cometh soon or late. And how can man die better than facing fearful odds, for the ashes of his fathers, and the temples of his gods."

― Thomas Babington Macaulay, Lays of Ancient Rome.

Re: Guillermo del Toro

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iHaveCNit: Pacific Rim (2013)

Da ich mir nächste Woche die Fortsetzung „Pacific Rim: Uprising“ ansehen werde, war es an der Zeit, den Vorgänger einer Zweitsichtung zu unterziehen. So ganz nach dem Award-Hype um Guillermo Del Toro und seine Fantasyromanze „The Shape of Water“ komme ich zu dem Schluss, dass zwar „The Shape of Water“ im Vergleich zu „Pacific Rim“ der bessere Film ist, mir aber „Pacific Rim“ besser gefällt. Das liegt am Konzept und auch an der gesamten Mischung, die uns der Film hier bietet.

Irgendwann tauchen riesige Monster an unterschiedlichen Orten der Erde auf, verwüsten ganze Landstriche und fordern unzählige Menschenleben. In der Verzweiflung produziert die Menschheit hochhausgroße, von Menschen per neuronaler Verbindung gesteuerte Roboter. Die Monster werden Kaiju genannt, die Roboter Jaeger. Einige Jahre später spitzt sich die Lage immer weiter zu, als man durch Wissenschaftler einen Weg finden könnte, das Leck im Pazifischen Ozean zu schließen, aus dem diese Kaijus kommen. Doch auch die Kaijus entwickeln sich weiter, so dass den Menschen nicht viel Zeit bleibt.

Was für eine Mischung uns hier abgeliefert wird. Del Toro scheint hiermit eine großartige Liebeserklärung an das klassische japanische durch Godzilla erschaffene Kaiju-Kino und auch den durch unter anderem Michael Bay inizierten Transformers-Filmen erschaffen haben. Knallbunt, irgendwo im Stil zwischen Trash, Cyber- und auch etwas Steampunk gelegen. Die Action, die sich hier im Film entfaltet, ist mit einer gewissen Ästhetik und einer guten Übersichtlichkeit inszeniert worden und bietet sehr coole und auch ausgedehnte Actionsequenzen, die gut choreographiert sind und sich von den Effekten definitiv sehen lassen können. Da können sich die Transformers-Filme und auch aktuelle Godzilla- bzw. Monster-Actionfilme eine Scheibe von abschneiden. „Pacific Rim“ zeigt auch, wie gut „Power Rangers“ als Film funktionieren könnte. Der geniale Score von Ramin Djawadi rundet diesen knallharten Action- und Effektbombast noch weiter ab. Aber auch über die Effektorgie hinaus gibt es auf der Charakter-Ebene nichts zu meckern. Es werden tolle Konflikte und Hintergrundgeschichten für die Charaktere, egal ob es der von Charlie Hunnam gespielte Raleigh Beckett, die von Rinko Kikuchi gespielte Mako Mori und auch Idris Elbas Stacker Pentecost. Neben der ernsten Komponente gibt es hier auch noch Charlie Day und Burn Gorman als zwei verrückte Wissenschaftler, die zusammen mit Ron Perlmans Hannibal Chau einen mehr spaßigen Aspekt noch hinzufügen, so dass der Film eine gute Mischung aus Ernsthaftigkeit und Spaß bietet. Wie man es dann auch noch über diese neuronale Verbindung schafft, eine gewisse Portion „Inception“ einzubinden, ist total cool. Darüber hinaus wird eine Welt geschaffen und spielend dem Zuschauer näher gebracht, wie diese Welt sich gesellschaftlich durch die Kaiju-Invasion verändert. All das macht für mich „Pacific Rim“ zu einem unglaublich spannenden und unterhaltsamen Fantasy-Actioner.

„Pacific Rim“ - My Second Look – 8/10 Punkte
"Weiter rechts, weiter rechts ! ..... "

Re: Guillermo del Toro

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iHaveCNit: Nightmare Alley (2022) – Guillermo Del Toro – Fox Searchlight Pictures
Deutscher Kinostart: 20.01.2022
gesehen am 22.01.2022
Kinopolis Main-Taunus-Zentrum – Kino 5 – Reihe 13, Platz 15 – 19:50 Uhr


Eigentlich war „Nightmare Alley“ als Film erst gar nicht auf meiner Liste, aber als ich sowohl Trailer als auch die in diesem Projekt involvierten Personen gesehen habe war klar, dass ich ihn mir ansehen wollte. Dies ist der erste Film nach Guillermo Del Toros gefeiertem Werk „The Shape Of Water“ und eine Verfilmung des gleichnamigen Romans von William Lindsay Gresham, die bereits Ende der 40er Jahre verfilmt worden ist. Sowohl Buch als auch Verfilmung kannte ich persönlich nicht, womit mal wieder ein unvoreingenommener Blick möglich war. Das Erlebnis, das ich an dieser Stelle bekommen habe war ein gleichwohl faszinierendes als auch abgründiges.

Stanton Carlisle verlässt seine Heimat ohne Ziel und er kommt an einem Jahrmarkt an, bei dem ihm kurzzeitig Obdach und Arbeit gewährt wird. Durch die Bekanntschaften zu den Schaustellern entwickelt er eine Faszination für deren Tricks, besonders das manipulative, theatralische Spiel der Mentalistin Zeena und deren Mann Pete hat es ihm angetan, so dass er sich diesem Wissen bemächtigt. Auf dem Jahrmarkt lernt er auch die junge Molly kennen und lieben. Beide ziehen hinaus nach New York, wo Stanton Carlisle als Mentalist in die höchsten Kreise aufsteigt, bis er die verhängnisvolle Begegnung mit der Psychiaterin Lillith Ritter macht.

Der Film ist mit seinen 150 Minuten schon sehr ausgedehnt in der Erzählung seiner Geschichte. Das ist zum einen gut, dass er sich die Zeit zur Entfaltung seiner Geschichte nimmt, aber das nimmt ihm ein wenig seines Tempos, seiner Spannung und seiner Sogwirkung, die er in einer knackigeren, kürzeren Laufzeit hätte entwickeln können – und damit wäre ich bereits mit genau dem Teil durch, den ich eher kritischer bei „Nightmare Alley“ betrachten würde. Denn unabhängig davon ist „Nightmare Alley“ ein faszinierender Film, der durch seine Ausstattung, seine Inszenierung, seine Musik und seine großartig gewählte Besetzung ganz großes Kino bietet. Im Stile der Film Noir bekommen wir mit Stanton Carlisle einen faszinierend, abgründigen Charakter geboten, an dessen Fersen wir nahezu den gesamten Film über haften und dessen Entwicklung und Katharsis wir hautnah mit erleben können. Genau wie er entwickeln wir eine Faszination für die Tricks und Manipulationen von Schaustellern auf Jahrmärkten und von Mentalisten. Und natürlich wie sich diese Faszination auch bei Stanton, der perfekt von Bradley Cooper gespielt wird, am Ende in Gier verwandelt und welche Folgen diese Befriedigung innerer Bedürfnisse seiner Opfer sowohl bei den Opfern selbst aber auch bei ihm haben wird. Im großartigen Ensemble sind neben Cooper vor allem Cate Blanchett, Rooney Mara und Toni Collette diejenigen, die hervorragen.

„Nightmare Alley“ – My First Look – 9/10 Punkte.
"Weiter rechts, weiter rechts ! ..... "
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