Re: Bond 26+ Ausrichtung

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Casino Hille hat geschrieben: 24. Januar 2022 11:53 Mit Villeneuve und Refn hat man doch aktiv gesprochen, soweit ich weiß.
Wenn ich Produzent wäre, würde ich auch mit den verschiedensten Leuten sprechen.

Aber offenbar waren die oft beschworenen "kreativen Differenzen" da so groß, dass man sich gegen eine Zusammenarbeit entschieden hat.
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Re: Bond 26+ Ausrichtung

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Revoked hat geschrieben: 24. Januar 2022 08:08
Samedi hat geschrieben: 23. Januar 2022 22:16 Wie gesagt, wäre mir Nolan zu nah dran an dem, was die letzten drei Bondfilme geboten haben.

Zudem wäre Nolan vermutlich auch nur für eine Trilogie zu haben und nicht für einen in sich abgeschlossenen Einzelfilm. Kann mir zumindest nicht vorstellen, dass Nolan einen Bond einführt und ein anderer Regisseur dann damit weitermacht.
Der ist natürlich dafür bekannt Trilogien machen: Tenet 1-3, Interstellar, Suppenteller und Oberkellner.
:mrgreen:
ja, wofür Nolan oder EON zu haben wäre, wissen wir nicht. Und sie selbst sicherlich auch noch nicht.

ich "brauche" Nolan auch nicht unbedingt, auch wenn ich ihn mir vorstellen könnte und wenn es sicherlich funktionieren würde (jedenfalls nicht schlechter als die letzten Filme). Nolan wäre daher nicht mehr oder weniger Quatsch als ein Danny Boyle (wohl eher klar weniger).

Man kann es schon als Verdienst von EON in den letzten Jahrzehnten ansehen, dass sie in der Hinsicht doch immer wieder für Überraschungen gut waren und das Bond-Franchise nun auch für künstlerisch anspruchsvollere Regisseure interessant gemacht haben. Ein Umstand, der natürlich auch wieder Nachteile mit sich bringt. Aber "Das Problem" der Craig-Filme waren nicht die Regisseure, behaupte ich (wieder) einmal *Zwinkersmiley*

Ausschließen kann man niemanden, wir werden auch wieder viele Namen hören in den nächsten Monaten/Jahren, so bleibts auch weiterhin spannend und unterhaltsam für uns ;)
Bond... JamesBond.de

Re: Bond 26+ Ausrichtung

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Gernot hat geschrieben: 24. Januar 2022 11:59
Man kann es schon als Verdienst von EON in den letzten Jahrzehnten ansehen, dass sie in der Hinsicht doch immer wieder für Überraschungen gut waren und das Bond-Franchise nun auch für künstlerisch anspruchsvollere Regisseure interessant gemacht haben.
Sehe ich genauso. Wobei ich glaube, dass Craig hier mehr dafür gesorgt hat als Babs und MGW.
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Re: Bond 26+ Ausrichtung

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GoldenProjectile hat geschrieben: 24. Januar 2022 10:27 "Schlimm" könnte man jetzt definieren und diskutieren. Mir würde es wohl tatsächlich überwiegend das Interesse am näheren Fortgang der Reihe nehmen.

Für mich ist in den nächsten Jahren Feuerprobe für Eon. Jetzt wo die vereinigte Meute lauter denn je Hardy, Elba, Nolan und Villeneuve schreit wird sich zeigen ob man jeden noch so Bond-inkompatiblen Trend der seit zehn Jahren von der Boulevardpresse durchgekaut wird aufgreift oder ob man noch mit Identität und Integrität voranschreiten und überraschen kann.
Ich kann deinen Standpunkt verstehen. Es wäre aus (unserer Sicht) schön bei Bond eine Art „Back to the roots“ oder ein wirklich frisches Konzept (außerhalb der aktuellen Trends) zu sehen.

Da aber das Folgen der Trends in den letzten 20 Jahren kommerziell so erfolgreich war, muss ich befürchten, dass es eben so weiter gehen wird.

(Edit: hab diesen Grammatik-Salat nochmal verbessert)
Zuletzt geändert von Revoked am 24. Januar 2022 13:37, insgesamt 2-mal geändert.
This is the the tale of Robin Hood in reverse

Re: Bond 26+ Ausrichtung

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Back to the Roots wäre schön.
Einfach erstmal ein Film... keine Origin... keine tiefe Liebe... kein Bond Cinematic Universe aufbauen... einfach einen Film, einen Fall und gut ist.

Nehmt einen coolen Schauspieler als Schurken. Schreibt eine ordentliche Story und gut ist. (nicht dass das so leicht wäre)
www.ewiggestern.de (der Retro-Podcast)

Re: Bond 26+ Ausrichtung

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Es gibt doch viele Möglichkeiten, beides zu machen. Den neuen Ansatz beibehalten und trotzdem mehr Classic Bond zu zeigen – und dabei noch frisch zu wirken. Im Ernst, jeder von uns bekäme da ein paar gute Ideen zusammen.

Wie wäre es zum Beispiel mal mit einem Bond, der nach einer actionreichen PTS in London sein Alltagsleben lebt, in seinem MI6-Büro seine Schreibtischarbeit erledigt (den Papierkram eben, der nach getaner Mission ansteht), in einer großen Kantine alleinesitzend zu Mittag isst etc., dessen Date mit seiner neuen Bekanntschaft Sylvia Trench von ihr per SMS abgesagt wird (!), und dem man anmerkt, dass ihn sein normales Leben langweilt, dass er nicht aus dem Trott kommt, ohne eine Mission. Das schafft einen Kontrast in der Figur, verglichen mit Indiana Jones als Lehrer und als Archäologe.

Dann bekommt Bond endlich einen Auftrag, aber er ist eher unspektakulär, langweilig eben. Bei seinen Ermittlungen stößt James aber auf eine viel größere Verschwörung, die M und der Rest vom MI6 ihm erst nicht abnehmen, weil sie glauben, er steigere sich da in etwas hinein, um etwas zu tun zu haben. Also versucht er bei seinen Ermittlungen, eigenständig Beweise zu sammeln, die M überzeugen, die Sache ernster zu nehmen. In den MI6-Szenen zu Beginn könnte auch ein Kollege oder eine Kollegin etabliert werden, die Bond kontaktiert und ihn mit Informationen versorgt, die er er offiziell eigentlich nicht anfragen könnte usw. usf.

Ist nicht originell, aber es ist ein für die Reihe neuer Ansatz (Bond als gelangweilter Privatmann, der die Mission braucht, um Selbstbewusstsein zu tanken, hatten wir noch nicht), der Elemente der Craig-Ära beibehält und trotzdem Raum für Classic Bond Stoff lässt. Und es gäbe noch 4.000 andere Möglichkeiten, mit einem neuen Darsteller durchzustarten.
Then out spake brave Horatius, the Captain of the Gate: "To every man upon this earth, death cometh soon or late. And how can man die better than facing fearful odds, for the ashes of his fathers, and the temples of his gods."

― Thomas Babington Macaulay, Lays of Ancient Rome.

Re: Bond 26+ Ausrichtung

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Die Idee von Hille könnte ich mir an sich bei Bond schon vorstellen. Wenn man sowas machen möchte, wäre eine Amazon-Serie aber praktischer. Und die wurde von EON im Prinzip (zumindest vorerst) ausgeschlossen.
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Re: Bond 26+ Ausrichtung

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Ich habe das schon x mal vorgeschlagen aber tue es noch mal. Was ich lieben würde wären 10-15min Kurzfilme in denen nur ein Ereignis gezeigt wird (ähnlich wie Hille vorschlägt) oder eine kurze Mini Suspense / Actionszene. Sowas könnte man parallel zur Kinofilm-Reihe machen ohne dass es diese kompromittiert oder kannibalisiert. Es könnten jeweils ausgedehnte Versionen von dem sein was in jedem Bond vorkommt (M Szene, Q Szene, Briefing, Moneypenny Szene, Actionszene, Kampf, Verfolgung) oder auch was ganz anderes.

Man könnte sogar sowas banales wie "James Bond in New York" verwursten.

Was auch toll wäre:
- Eine Szene die nur aus einem Flirt besteht. Bond wartet in einer Rooftop-Bar auf seinen Kontakt, er glaube es wird eine irre langweilige Mission, bestellt einen Drink, dann kommt eine heiße Dame und involviert ihn völlig beiläufig in ein Gespräch, es wird zu einem Flirt,... Bond vergisst fast seinen eigentlichen Auftrag, bis sich die Dame als sein Kontakt herausstellt.

Solche Kurzfilme könnte man von kreativen, jungen Talenten schreiben und inszenieren lassen
"It's been a long time - and finally, here we are"

Re: Bond 26+ Ausrichtung

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Gernot hat geschrieben: 24. Januar 2022 11:59 ich "brauche" Nolan auch nicht unbedingt, auch wenn ich ihn mir vorstellen könnte und wenn es sicherlich funktionieren würde (jedenfalls nicht schlechter als die letzten Filme). Nolan wäre daher nicht mehr oder weniger Quatsch als ein Danny Boyle (wohl eher klar weniger).

Man kann es schon als Verdienst von EON in den letzten Jahrzehnten ansehen, dass sie in der Hinsicht doch immer wieder für Überraschungen gut waren und das Bond-Franchise nun auch für künstlerisch anspruchsvollere Regisseure interessant gemacht haben. Ein Umstand, der natürlich auch wieder Nachteile mit sich bringt. Aber "Das Problem" der Craig-Filme waren nicht die Regisseure, behaupte ich (wieder) einmal *Zwinkersmiley*
Das ist mir in Bezug auf Nolan noch viel zu positiv gedacht und auch diese Unterteilung in "künstlerisch anspruchsvolle Regisseure" und die talentfreien Nieten vor Craig (Hast du natürlich nicht so gesagt, ist jetzt auch nicht nur auf deinen Beitrag bezogen) ist für mich nicht so einfach. Ein Regisseur und (Regie-)Konzept im Ausmasse vieler "alter" Bondfilme wären für mich in Bezug auf Integrität, Identität und Zukunftsperspektive der Reihe auch "künstlerisch" wesentlich wertvoller als Trend-Nolan, von dem Heiner Hatnochnie aus Oberhinterkaffistan weiss dass er ein toller und angesagter und wichtiger und ach so cleverer Filmemacher ist, seinen Nolan-Manierismen-Film unter dem Bond-Deckmantel machen zu machen. Das wäre genauso einfallslos wie Waltz als Blofeld. Wenn es so gemacht wird, wie es jeder der im letzten Jahr mehr als einmal mit offenen Augen im Kino war machen würde, dann ist es tendenziell nicht der richtige Weg. Und der Fairness und Vollständigkeit halber: Einen Hitchcock-Bond in den 60ern oder einen Spielberg-Bond in den 80ern hätte ich genauso abgelehnt, denn das wären die passenderen Vergleiche zu Nolan als Danny Boyle.

Und natürlich sollte man nicht nur das alte kopieren und erst recht nicht eine reine Nostalgie-Show abziehen. Es braucht frische Impulse, aber die müssen anderswo her kommen. Für mich einer der wichtigsten Schritte für Bond 26 ist, dass der Film aus der Mission und Agententätigkeit kommen muss. Denn wie ich vor kurzem schrieb:

Die Veränderungen und Variationen gehen so weit, dass sie mit dem Bondrezept nicht mehr wirklich viel zu tun haben. Statt dass sich die unter Brosnan eingeführte persönlichere Involvierung Bonds (z.B. in Bezug auf Alec, Paris, Elektra, Vesper) aus der Mission und dem Abenteuer heraus entwickelt, sind die "persönlicheren" Elemente (z.B. Silvas Rache an M, Ernstles Stiefbruder-Neidkomplex, Bonds Beziehung und Familie mit Maddy) eher erst Auslöser des Films und Bonds Agententätigkeit und -missionen sind vielmehr Lückenfüller, um das gezeigte "Charakterdrama" noch irgendwie mit dem Beruf und damit dem eigentlichen Konzept der Figur Bond (Geheimagent) zu verknüpfen. Aber während das Grundrezept Bond nur noch so halb erfüllt wird um Platz zu machen für einen Bond mit Trauma, Familie und tragischer Lebensgeschichte wird im anderen Extrem auf die Retro-Nostalgie-"Fanservice"-Tube gedrückt wie nur geht.

Und da gibt es zig Möglichkeiten für.
We'll always have Marburg

Re: Bond 26+ Ausrichtung

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Jaume Collet-Serra wäre auch noch jemand, der einerseits zwar schon größere Filme gedreht hat, aber trotzdem selbst noch keinen großen Namen hat. Vom Stil her könnte ich ihn mir ganz gut für Bond vorstellen.
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Re: Bond 26+ Ausrichtung

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Ich mag das gesamte MI6-Team der Craig-Ära, auch Tanner. Trotzdem würde ich mir jetzt einen Neustart mit neuen Leuten wünschen. Es gibt ja auch so viele gute britische Schauspieler, die bei Bond noch nicht besetzt wurden.
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Re: Bond 26+ Ausrichtung

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Die Neugründung eines nach außen hin hermetischen und auf Nachhaltigkeit ausgelegten (Insel-)Staates innerhalb eines ökologischen Reservats, in dem neue gesellschaftliche und ökonomische Konzepte erprobt werden, der Trade mit Kryptowährungen, Whistleblowing, Cancel-Culture und Personenkult wären meiner Ansicht nach ergibige Themencluster für einen bondianischen Plot. Eigentlich ein bisschen das, was in El Salvador passiert...
Ich schlage Thimothée Chalamet als Archetyp eines neuen, jungen Antagonisten vor, der in keinster Weise darauf bedacht ist, Bond zu töten, oder überhaupt Gewalt anzuwenden, sondern mit eiskalter Disziplin und glühendem Idealismus seine Ziele verfolgt - dabei möglicherweise selbst manipuliert wird. Widerum ist Bond nicht unbedingt darauf aus, diesem Menschen, für den er eine gewisse Form von Bewunderung empfindet, zu schaden.

Großes Finale in den franz. Alpen auf Skiern, mit noch nie dagewesenen Stunts und Bildern!