Re: Das Filmstudio "A24"

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iHaveCNit: The Green Knight (2021) – David Lowery – A24
Deutscher Kinostart: 29.07.2021
gesehen am 29.07.2021
Cineplex Wiesbaden Thalia/Hollywood – Thalia – 19:30 – Reihe 7 Platz 9


Als nächsten Film aus einem meiner Lieblingsfilmstudios „A24“ war nun David Lowerys „The Green Knight“ und damit eine weitere Verfilmung eines Bereiches der Artussage an der Reihe. Der Film ist ein visuelles und berauschendes Erlebnis, das durchaus auch schwerfällig und schwer zugänglich wirken kann.

An einem Weihnachtsfest in Burg Camelot kommt ein grüner Ritter dazu und stellt eine Herausforderung in die Runde. Es möge ihn einer der Anwesenden einen Schlag versetzen und ein Jahr später den gleichen Schlag von ihm empfangen. Aus den Anwesenden tritt Sir Gawain hervor und dieser enthauptet den grünen Ritter, der daraufhin seinen Kopf nimmt und von dannen zieht. Nahezu ein Jahr später tritt Sir Gawain die beschwerliche Reise an.

„The Green Knight“ ist vor allem auf der visuellen und erzählerischen Ebene ein absolut sehenswertes und berauschendes Erlebnis. Selbst wenn der Teil der Artussage um Sir Gawain und den grünen Ritter durchaus auch in der Umsetzung des Films etwas schwerfällig und schwer zugänglich ist, so kann man sich das ähnlich wie in Justin Kurzels Verfilmung von Macbeth vorstellen, der ebenfalls auch in seiner Umsetzung schwer zugänglich sein kann. Aber ähnlich berauschend sind beide Filme. Ganz stark spielt hier vor allem Dev Patel auf, vor allem wenn es um das Schicksal seiner Rolle geht. Interessant wird es sein, sich vielleicht in Zukunft ein wenig mehr mit dem Film auseinanderzusetzen und das hier gebotene etwas genauer zu analysieren.

„The Green Knight“ - My First Look – 9/10 Punkte.
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Re: Das Filmstudio "A24"

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iHaveCNit: The Green Knight (2021) – David Lowery – A24
Deutscher Kinostart: 29.07.2021
Gesehen am 08.08.2021 in Samsung ONYX LED
Kinopolis Main-Taunus-Zentrum – Kinosaal 6 – Platz 13 – Reihe 24 – 19:45 Uhr


Da das aktuelle Kinowochenende ein wenig Freiraum bietet, gibt es für mich 2 interessante Reisen - eine Bekannte und eine Unbekannte im Kino. Die bereits bekannte Reise im Kino ist David Lowerys "The Green Knight", den ich dieses Mal auf dem großen LED-Schirm im Kino genießen konnte - ganz abseits von einem stressigen Arbeitstag mit einer durchaus stressigen Heimreise nach dem Kinobesuch. Gerade David Lowerys eignet sich da mit seinen visuellen Schauwerten enorm und war auch nochmal eine Wucht. An meiner Kritik vom Veröffentlichungstag ändert sich aber beim Second Look nichts.

„The Green Knight“ - My Second Look – 9/10 Punkte.
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Re: Das Filmstudio "A24"

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iHaveCNit: Spotlight-Sneak 09.03.2022
Überraschungsfilm in OmU mit unbekanntem Kinostart
Arthouse-Kinos Frankfurt – Große Harmonie – Parkett – Reihe 4, Platz 9 – 21:00 Uhr


Spotlight-Sneak Nummer 4 für mich im Jahre 2022.

Wie immer ein Überraschungsfilm mit unbekanntem Kinostart aus dem Programm der Arthouse-Kinos Frankfurt – meist aus der kommenden oder übernächsten Kinowoche – Mit Anmoderation, gelegentlichem Gewinnspiel und am Ende darf eine Wertung abgegeben werden.

Das Ranking an der Stelle:

1. Belfast (2,2) / Was geschah mit Bus 670 ? (2,2)
2. Licorice Pizza (2,5)
3. Spencer (2,7)

Der Hinweis war folgender:
### Unser Spotlight-Hinweis zum heutigen Überraschungsfilm ###
Mit seinem letzten Kinofilm hatte der Hauptdarsteller möglicherweise seine bisher größte Rolle seines Lebens. Die Rolle der Herzen hat er in weiteren vielen großartigen (Indie-)Filmen bewiesen, spätestens heute Abend werden wir ihn alle lieben lernen! Bedingungslos. Ausnahmslos. Wetten wir!?

Der Film selbst ist auf meiner Liste gewesen und wird auch noch bei seiner regulären Auswertung in knapp 2 Wochen gesehen und dort ausführlich von mir nochmal besprochen, da dieser Film auch eine zweite Sichtung in der deutschen Fassung benötigt, damit ich das was ich bei diesem kleinen Highlight des Kinojahres 2022 gesehen habe auch noch genauer in Worte fassen kann.

Die Auflösung:
*** Spotlight-Auswertung vom 09.03.2022 ***
In der gestrigen Spotlight-Sneak haben wir euch den neuen, wunderbaren Film C'MON C'MON von Mike Mills (20th Century Women) mit Oscar-Preisträger Joaquin Phoenix in der Hauptrolle gezeigt. Es ist seine erste große Rolle seit seiner Verkörperung von JOKER im Jahr 2019. Im von Kult-Studio A24 produzierten Indie-Drama spielt er einen Radiojournalisten, der aus heiterem Himmel auf seinen Neffen Acht geben muss. Wir starten COME ON COME ON am 24. März bei uns in der Harmonie.
Eure Bewertung
NS = 1,9
Note 1 = 44x
Note 2 = 32x
Note 3 = 13x
Note 4 = 10x
Note 5 = 2x
Note 6 = 0x
Damit ist COME ON COME ON die neue Nr. 1 in unserer bisherigen Spotlight-Auswertung. Die nächste Spotlight Sneak findet dann wieder am 23.3. um 21.00 Uhr in der Harmonie statt! Wir freuen uns auf euch!

Das Ranking an der Stelle:

1. Come On, Come On (1,9)
2. Belfast (2,2)
Was geschah mit Bus 670 ? (2,2)
3. Licorice Pizza (2,5)
4. Spencer (2,7)

Eigene Note: 1
Wertung: 10/10
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Re: Das Filmstudio "A24"

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iHaveCNit: Come On Come On (2022) – Mike Mills – DCM / A24
Deutscher Kinostart: 24.03.2022
gesehen am 09.03.2022 in OmU in der Spotlight-Sneak
Arthouse-Kinos Frakfurt – Große Harmonie – Parkett - Reihe 4, Sitz 9 – 21:00 Uhr
gesehen am 26.03.2022
Arthouse-Kinos Frankfurt – Cinema - Lumiere – Reihe 5, Platz 12 – 20:30 Uhr


Für mich sind sowohl Joaquin Phoenix als auch A24 immer eine sichere Bank. Nach seinem persönlichen Oscartriumph für seine Rolle in „Joker“ hat es jedoch etwas gedauert bis Phoenix wieder auf der großen Leinwand zu sehen ist und wieder einmal hat er dafür einen großartigen Film und eine großartige Rolle bekommen, die seine Vielseitigkeit unter Beweis stellt und sich wieder signifikant von dem unterscheidet, was er in seinen vorigen Rollen spielen durfte. Dafür arbeitet er hier mit Regisseur und Drehbuchautor Mike Mills zusammen, dessen letzter Film „Jahrhundertfrauen“ mit Anette Benning und Lucas Jade Zumann mir in seiner Mischung aus Coming-Of-Age und Gesellschafts- sowie Generationenporträt bereits sehr gut gefallen hat. Doch mit „Come On Come On“ hat er für mich noch ein Schippe mehr drauf gelegt und ein kleines, feines Highlight meines Kinojahres 2022 geschaffen.

Johnny ist Radioreporter und derzeit mit einem Projekt beschäftigt, an dem er Kinder und Jugendlicher in verschiedenen amerikanischen Großstädten und Regionen nach deren Ängsten, Hoffnungen, Zukunftsvorstellungen und deren Sicht auf Welt und Gesellschaft interviewt. Bis er eines Tages einen Anruf seiner Schwester Viv bekommt, die für einige Tage ihren kranken Ex-Mann unterstützen muss und jemanden braucht, der auf ihren Sohn Jesse aufpasst. In den darauffolgenden Tagen und Wochen nähern sich der alleinstehende Johnny und der aufgeweckte Jesse an und finden allmählich den Zugang zu den eigenen Gefühlen.

Wie auch „Jahrhundertfrauen“ ist „Come On Come On“ in gewisser Art und Weise eine Mischung aus Coming-Of-Age und Gesellschafts- und Generationenporträt geworden, dass sehr reduziert in großartigen Schwarz-Weiß-Bildern inszeniert worden ist. Das Dou aus Joaquin Phoenix und dem jungen Woody Norman versprüht eine großartige Chemie und eine Leichtigkeit, die den Film locker trägt. Der Film ist nachdenklich, reichhaltig, warmherzig und hoffnungsvoll. Mit scheinbar spielender Leichtigkeit werden in dem dargestellten Familiendrama Themen wie Demenz und psychische Erkrankungen aber auch die Wichtigkeit von Vater- und Mutterrollen verhandelt. Die im Film fast teil-dokumentarisch anmutenden Radiointerviews mit den Kindern und Jugendlichen bieten einen gleichermaßen zeitlosen als auch dem Zeitgeist entsprechenden Blick auf die Gesellschaft und die Welt, verkommen dabei meiner Meinung nach nie zum Selbstzweck. Sie sind auch in ihrer Art und Weise eine spiegelnde Reflektionsfläche für Johnny durchaus ein Verständnis für die zwischenmenschlichen Interaktionen mit Jesse zu entwickeln, dass durchaus für beide in der Verarbeitung unverarbeiteter Konflikte und unterdrückten Gefühlen hilft. Insgesamt ist „Come On Come On“ ein kleines Highlight meines Kinojahres 2022 und auch ein Film, der mich sowohl spielend leicht zum Lachen als auch zum Weinen gebracht hat.

„Come On Come On“ - My Second Look – 10/10 Punkte.
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Re: Das Filmstudio "A24"

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iHaveCNit: Everything Everywhere All At Once (2022) – Daniel Kwan und Daniel Scheinert – Leonine / A24
Deutscher Kinostart: 28.04.2022
gesehen am 28.04.2022
Arthouse-Kinos Frankfurt – Kleine Harmonie – Reihe 3, Platz 9 – 20:30 Uhr


Noch bevor es für uns im Kino in der nächsten Startwoche gemeinsam mit Doctor Strange in das Multiverse of Madness geht und bereits in den letzten Jahren Multiversen sowohl filmisch als auch gesellschaftlich teilweise auf dem zensiert sind, bescheren uns die Regisseure hinter dem originellen schweizer Taschenmesser „Swiss Army Man“ ein unfassbar originelles und abgedrehtes Multiversenspektakel mit „Everything Everywhere All At Once“, der nicht nur Michelle Yeoh in ihr persönliches Multiverse of Madness führt, sondern auch eines meiner großen Filmhighlights des Jahres ist.

Für Evelyn Wang läuft es mehr schlecht als recht und sie scheint mit der Gesamtsituation überfordert. Inmitten der Vorbereitungen für die Steuerprüfung des Finanzamtes ihres Waschsalons nimmt sie kaum Notiz davon, dass ihr Mann Waymond sich von ihr scheiden lassen möchte, die Geburtstagsfeier ihres pflegebedürftigen Vaters muss auch vorbereitet werden und sie bringt es gegenüber ihrem konservativen Vater nicht übers Herz zur Homosexualität ihrer Tochter zu stehen, was ihrer Tochter auch das Herz zu brechen scheint. Inmitten dieser Überforderung wird sie während des Termins bei der Steuerbehörde in die Besenkammer gezogen, wo ihr eine selbstbewusste Version ihres Mannes klar macht, dass sie sich in einem Multiversum befindet. Dieses Multiversum scheint durch eine aktuelle Bedrohung vor der Vernichtung und Evelyn scheint die einzige Person zu sein, die diese Bedrohung aufhalten kann, wenn sie auf alle ihre Versionen in ihrem Multiversum zugreifen kann.

„Everything Everywhere All At Once“ ist ein Film- und Kino-Erlebnis, für das man nachdem man es zum ersten Mal gesehen hat etwas braucht, das Gesehene in Worte fassen zu können. In seinen knapp 140 Minuten ist der Film eine unfassbar vielseitige, überraschende, überdrehte, abgedrehte, unterhaltsame, emotionale, originelle und kreative Mischung aus sehr vielen Einfällen, die aber auch allesamt inklusive dem Konzept der Multiversen in der gesamten Konzeption des Films Sinn ergeben – seien sie sonst noch zu abstrus und absurd. Der Film ist insgesamt auch eine Verbeugung und Verneigung vor Michelle Yeoh, die hier wenn nicht sogar die Rolle ihres Lebens spielt und den Film quasi alleine auf ihren Schultern tragen könnte, wären da nicht noch weitere großartige Rollen neben ihr. Der Film liefert auf die Frage was aus dem jungen Sidekick aus dem zweiten Indiana Jones geworden ist die perfekte Antwort – Der Schauspieler Ke Huy Quan ist ein so unglaublich unterhaltsamer und vielschichtiger Ehemann und eine perfekte Ergänzung zu Michelle Yeoh. Eine weitere perfekte Ergänzung ist Stephanie Hsu als Tochter Joy – die Mutter-Tochter-Dynamik ist unfassbar großartig, menschlich und glaubwürdig, dass es einem zu Herzen geht – genau wie natürlich auch die Dynamik von Yeoh und Quan. Darüber hinaus ist auch die Rolle von Jamie Lee Curtis als grimmige, pedantische Finanzbeamtin großartig. Die ganzen Einfälle des Films möchte ich an dieser Stelle nicht spoilern, da sie jeder selbst erleben sollte. Der Genremix aus Familiendrama, Komödie, Martial Arts, Science Fiction auch mit philosophischen Ansätzen ergibt insgesamt eine sehr runde Mischung, die mich im Kino nicht nur immer wieder zum Lachen, aber auch bei dem im Kern rührenden Familiendrama durchaus fast zum Weinen gebracht hat. Ein weiteres Highlight meines Kinojahres 2022.

„Everything Everywhere All At Once“ - My First Look – 10/10 Punkte.
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Re: Das Filmstudio "A24"

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iHaveCNit: X (2022) – Ti West – A24
Deutscher Kinostart: 19.05.2022
gesehen am 23.05.2022
Kinopolis Main-Taunus-Zentrum – Kino 2 – Reihe 16, Platz 20 – 20:45 Uhr


„Das Beste kommt zum Schluss“ ist so ein schmissiger Kalenderspruch, der im Falle des noch aktuellen Kinostartwochenendes vom 19.05.2022 nie besser gepasst hat als er das jetzt tut. Grund dafür ist, dass ich mir den gehypten Festivalhit „X“ von Ti West bis zum Schluss der Starts des aktuellen Wochenendes aufgehoben und nun auch gesehen habe. Gute und unterhaltsame Slasher scheinen es dieses Jahr sehr leicht zu haben, denn nach dem 5. Teil von „Scream“ und der Foo-Fighters-Hommage „Studio 666“ ist nun „X“ der dritte Film im Bunde, der dieses Jahr ordentlich reingehauen – und mir sogar noch eine Spur besser als die beiden anderen gefallen hat.

Der Stripclubbesitzer Wayne macht sich mit seiner Muse Maxine sowie den Schauspielern Jackson und Bobby und den Filmemachern RJ und Lorraine in einem Van Richtung texanisches Hinterland auf die Ranch eines älteren Ehepaars. Das Ziel ist die Produktion eines edlen Pornos mit Anspruch. Doch das ältere Ehepaar weiß davon erst einmal nichts. Als die alte Frau davon Wind bekommt und ein kleines Ereignis zu leichten Konflikten innerhalb der Gruppe führt wissen sie noch nicht, dass sich in der Nacht einiges für sie ändern könnte.

„X“ ist ein auf handwerklicher Ebene perfekt überzeugend inszenierter Slasher der alten Schule, bei dem für mich sowohl die Kameraarbeit, der Schnitt, der Sound als auch das gesamte übrige Design bis hin zu den visuellen, handgemachten Effekten absolut überzeugt hat. Die gesamten Charaktere werden nicht nur überzeugend gespielt – sie sind auch clever geschrieben, werden Ernst genommen und nicht der Lächerlichkeit preisgegeben. Dabei sticht vor allem Mia Goth in der Hauptrolle der Maxine hervor und mir ist aufgefallen, dass Jenna Ortega an allen 3 guten Slashern des bisherigen Jahres beteiligt war. Während des Films werden natürlich auch durchaus aktuellere Geschlechterthemen angesprochen, die den Film für seine Zeit, in der er spielt, 1979, sehr modern und seiner Zeit voraus wirken lässt. Man spürt auch die Liebe zu Klassikern des Horror-Genres, die hier in einigen Momenten gekonnt zitiert und zeitgleich auf clevere Art und Weise neu interpretiert werden, ohne purer Selbstzweck zu sein. „X“ ist im Film das gewisse Etwas von Maxine und auch das ehemalige Rating bezüglich Altersfreigaben im Hinblick auf Pornos und Horror. „X“ ist aber auch eine römische Zahl, die für die 10 steht, die der Film beinahe auch bekommen hätte.

„X“ – My First Look – 9/10 Punkte
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