Re: Die Zukunft des James Bond Franchises

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Michael3390 hat geschrieben: 21. Juni 2022 18:44 Glaubt ihr denn, dass das Bond-Franchise auch nach dem Abgang von Wilson und Babs fortbestehen wird?
Hab mir darüber natürlich auch schon Gedanken gemacht. Wilson ist über 80 und Babs wurde 62. Besteht ja vllt die Möglichkeit, dass Gregg Wilson das Ruder übernimmt.
Ich vermute, dass MGW das Zepter an Gregg übergibt und dieser dann zusammen mit Babs weitermacht.

Ob er nach einem möglichen Abschied von Babs dann allein weitermacht, das wird die Zeit zeigen. Aber das wird bestimmt noch 10 Jahre dauern.
Böser schwarzer Mann

#SanMonique2022

"Wo man lacht, da lass dich ruhig nieder. Böse Menschen lachen immer wieder."

Re: Die Zukunft des James Bond Franchises

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Also ich denke sofern es gesundheitlich möglich ist wird Barbara noch weit mehr als 10 Jahre dabei sein (sie ist jetzt 62).

Dass MGW in den Hintergrund treten wird und Gregg in die 1. Reihe kommt, ist auch ziemlich sicher. Es hat schon damals bei der NTTD-Premiere für mich nach Abschied ausgesehen, aber bisher ist Michael ja noch voll an Board und wird wohl auch noch beim neuen Bond mitsprechen.

Aber vielleicht ist er ja auch wie John Williams, der auch mit 90 Jahren noch vollzeit arbeitet, herumreist und Konzerte mit den besten Orchestern der Welt spielt ;)
Bond... JamesBond.de

Re: Die Zukunft des James Bond Franchises

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Casino Hille hat geschrieben: 21. Juni 2022 09:40 Mag dies anno 1987 noch ein tolles Statement gewesen sein, denkt man beim heutigen Ansehen: Bond reitet fröhlich mit den Dschihadisten der Taliban.
Hmm, hatten wir jetzt schon öfter hier, aber es gab damals noch keine Taliban, die haben sich erst so Mitte der 90er formiert, und vereinfachend beschrieben haben die Taliban dann die Mudschahedin (und das sind Bonds Mitkämpfer), die zuvor die russisch unterstützte Regierung besiegt hatte, bekämpft und weitgehend besiegt.

Jedenfalls kann man nicht die extrem fundamentalistischen Taliban mit den bondschen Freiheitskämpfern gleich setzen, auch wenn deren Idealisierung bei Bond sicher zu hinterfragen ist.

Wie siehts eigentlich mit Quantes nicht so netter Sicht auf Bolivien aus? Könnte fast der Wahrheit nahe kommen ...

Re: Die Zukunft des James Bond Franchises

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Also bestanden die Taliban zu Beginn nicht weitgehend aus früheren Mudschahedin? Das hab ich dann anders im Kopf. Aber wurscht, war ja nicht unbedingt unter den Top 5 wichtigsten Inhalten meines Ausgangsposts.
Then out spake brave Horatius, the Captain of the Gate: "To every man upon this earth, death cometh soon or late. And how can man die better than facing fearful odds, for the ashes of his fathers, and the temples of his gods."

― Thomas Babington Macaulay, Lays of Ancient Rome.

Re: Die Zukunft des James Bond Franchises

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Frag mich nicht nach Details, da waren sicherlich auch die radikaleren Gruppen der Mudschahedin vertreten, oder Teile davon.

So wie, sagen wir heute und hierzulande, bei der AFD auch ehemalige CDU/CSU Leute sind, ohne daß diese damit gleich eine Nachfolgepartei der CDU ist. Und die Linke auch nicht gleichgesetzt werden kann mit der ehemaligen SED.

Aber Afghanistan war und ist ja ein großes Durcheinander, und halbwegs geeint waren alle nur solange man mit der von den Russen gestützten Regierung, und mit den Russen selber, einen eindeutigen Gegner hatte.

Allerdings wäre auch die Frage berechtigt, daß auch wenn sicherlich die Gleichsetzung der Bond-Muschahedins mit den Taliban üblich ist, inwiefern ein größerer Teil des heutigen Publikums von TLD überhaupt darüber nachdenkt mit wem Bond da kämpft. Dagegen sind die Russen (nicht nur in TLD), und auch in anderen Filmen "die gelbe Gefahr", noch immer leicht auszumachen.

Re: Die Zukunft des James Bond Franchises

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Ob die Taliban nun aus den Mudschas hervorgingen oder nicht wäre für mich auch nicht der entscheidende Kritikpunkt, sondern dass sich TLD hier an einer weltpolitischen schwarz/weiss-Malerei verhebt, die vor allem durch die romantisierende Inszenierung der afghanischen Rebellen einen sehr unangenehmen Beigeschmack bekommt. Zumal wie ja bereits geschrieben man sich dennoch nicht klar gegen die Russen positionieren will und es am Ende doch wieder so darstellt, dass es nur "einzelne böse abtrünnige Russen" sind, die für den ganzen Schlamassel verantwortlich sind. Da ist mir am Ende dann tatsächlich Rambo III diesbezüglich noch lieber. An dessen Darstellung des Konflikts lässt sich auch genug kritisieren, aber wenigstens ist er so ehrlich klar die Partei zu ergreifen, für die er werben möchte. TLD macht das so wachsweich, dass ich es einfach nicht ernst nehmen kann.
"Ihr bescheisst ja!?" - "Wir? Äh-Äh!" - "Na Na!"

Re: Die Zukunft des James Bond Franchises

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Aber das entspricht ja der generell naiven Schwarz/Weiß Sicht in fast allen Bond Filmen. In denen als ideologische Basis der britische Geheimdienst, und darüber hinaus der gesamte Westen (die 1. Welt) und dessen "offiziellen Werte", ja auch immer total positiv verklärt wird. Also so ziemlich das Gegenteil des damals ja auch zum Erfolg aufsteigenden John le Carre.

Ich weiß gar nicht mehr genau wie das in TLD war mit der Darstellung der Russen? Waren die in Afghanistan wieder nur als Täter als einzelne Abweichler zu identifizieren?

Ernst nehmen tue ich da TLD auch nicht, aber für mich ist da kein Unterschied zu den anderen Bonds in ihrer schlichten Weltsicht, die man ja eigentlich als total verlogen bezeichnen muß. Sofern man auch in der Kunst im Blick auf die Welt an mehr als an Propaganda interessiert ist.

Re: Die Zukunft des James Bond Franchises

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Maibaum hat geschrieben: 22. Juni 2022 10:14 Aber das entspricht ja der generell naiven Schwarz/Weiß Sicht in fast allen Bond Filmen. In denen als ideologische Basis der britische Geheimdienst, und darüber hinaus der gesamte Westen (die 1. Welt) und dessen "offiziellen Werte", ja auch immer total positiv verklärt wird. Also so ziemlich das Gegenteil des damals ja auch zum Erfolg aufsteigenden John le Carre.
Der Unterschied ist, dass man in TLD dann tatsächlich zum ersten mal einen weltpolitischen Konflikt als netten Background für den typischen Agenten-Eskapismus genommen hat. Der einzige echte aussenpolitische Bezug (wenn auch kein realer) war YOLT mit der Beteiligung von China, ansonsten gab es nur den Kalten Krieg als Thema und selbst da wurde das Verhältnis zwischen den Geheimdiensten (und damit stellvertretend für die Nationen) als weitgehend "sportlich-fair" gezeigt. Von daher ist TLD da dann schon eine echte Ausnahme, weil man hier ein weltpolitisches Thema aufgreift, ohne es aber so zu integrieren, wie es eigentlich notwendig wäre. Sicherlich kann man disktuieren, ob es nicht auch legitim ist solch ein Thema als Backdrop für eine filmische Räuberpistole zu nutzen und entsprechend stark vereinfacht darzustellen. Und ehrlich gesagt bin ich da sogar hin- und hergerissen. Ich glaube, das was mich bei TLD dann diesbezüglich am Meisten stört ist, dass man das Thema weitgehend "seriös" behandelt - oder besser gesagt: man glaubt es seriös zu behandeln (weil eigentlich ist es ja genau das nicht). Während zB in den Indy-Filmen die Nazis klar als überzeichnete Comic-Figuren erkennbar sind und man daher nie das Gefühl, dass die Filme eine eigentlich ernsthaftes Sujet nicht korrekt behandeln.
Maibaum hat geschrieben: 22. Juni 2022 10:14 Ich weiß gar nicht mehr genau wie das in TLD war mit der Darstellung der Russen? Waren die in Afghanistan wieder nur als Täter als einzelne Abweichler zu identifizieren?
Schon eher als Täter, zB durch den korrupten Stützpunktkommandant oder den brutalen Aufseher. Darüber hinaus halt als gesichtsloses Armeewerkzeug. Durch die Involvierung von Koskov (der hier in seinem militärischen Rang agiert) bekommt es aber schon etwas den Anstrich, dass auch die Armee von Koskov (oder Typen wie ihm, zB seinem korrupten Kumpel) missbraucht werden, was als eine gewisse Legitimierung ihrer Taten angesehen werden könnte. Hinzu kommen eben die integren Pushkin und Gogol, welche deutlich prominenter in Szene gesetzt werden als die genannten russischen Baddies (abgesehen von Koskov), was wiederum eine Art Relativierung darstellt.
"Ihr bescheisst ja!?" - "Wir? Äh-Äh!" - "Na Na!"

Re: Die Zukunft des James Bond Franchises

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Ich empfand die Romantisierung der Mudschahedin in TLD auch immer sehr befremdlich, war wohl so nach dem Motto "Der Feind meines Feindes ist mein Freund". Die Russen kommen aber dennoch gar nicht so schlecht weg, eigentlich wie immer bei Bond, nur Koskov übernimmt ein wenig den Part von Orlov in Octopussy. Und der gute Puschkin und der in den Bondfilmen längst als "guter Russe" etablierte Gogol sind am Ende diejenigen, die den Ton angeben. Sie sind integer und vernünftig, womit man garantiert niemand auf die Füße tritt.

Im Prinzip sieht man diese "Vorsicht" in sehr vielen Mainstream-Filmen, Hollywood, vor allem Marvel und Disney generell, ist da inzwischen noch weit "schlimmer" als die Bondfilme. Vor allem die Cashcow China darf auf gar keinen Fall verärgert oder gar düpiert werden. Selbst ein mittelprächtiges Interesse garantiert bereits sehr gute zweistellige Millioneneinnahmen.

Hätten die Macher von Top Gun vorher gewusst, dass ihr Film in China keinen Cent einspielen würde, dann hätten sie gar keinen imaginären "Schurkenstaat" bemühen müssen, sondern gleich die Chinesen nehmen können. :mrgreen:
http://www.vodkasreviews.de

https://ssl.ofdb.de/view.php?page=poste ... Kat=Review

Re: Die Zukunft des James Bond Franchises

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Was man so beim Stöbern findet !!! Zitat eines Nutzers namens ernest stavro b vom 11. November 2012:

"Die Craig-Ära wird meines Erachtens einmal als der anspruchsvoll inszenierte Abschluss einer großen Filmreihe gesehen werden. Es wird dermaßen viel an Themen und biographischen Hintergründen verheizt, dass schon jetzt - und es kommen noch zwei Craig-Filme - kaum etwas übrig bleibt. In der Skyfall-Rezension der FAZ wurde angemerkt, mit Skyfall habe Bond nun endgültig eine Biographie bekommen - durch den Hinweis auf die Eltern und das Elternhaus -, und wessen Biographie bekannt ist, der werde auch irgendwann sterben. Bond ist nicht mehr zeitlos."

Plus Überlegungen zur Einstellung der Reihe oder vielleicht noch einen Bond mit schwarzer Hautfarbe.


Der Mensch schreibt mir aus der Seele.

Re: Die Zukunft des James Bond Franchises

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StellaPolaris hat geschrieben: 28. Juni 2022 15:29 Was man so beim Stöbern findet !!! Zitat eines Nutzers namens ernest stavro b vom 11. November 2012:

"Die Craig-Ära wird meines Erachtens einmal als der anspruchsvoll inszenierte Abschluss einer großen Filmreihe gesehen werden. Es wird dermaßen viel an Themen und biographischen Hintergründen verheizt, dass schon jetzt - und es kommen noch zwei Craig-Filme - kaum etwas übrig bleibt. In der Skyfall-Rezension der FAZ wurde angemerkt, mit Skyfall habe Bond nun endgültig eine Biographie bekommen - durch den Hinweis auf die Eltern und das Elternhaus -, und wessen Biographie bekannt ist, der werde auch irgendwann sterben. Bond ist nicht mehr zeitlos."

Plus Überlegungen zur Einstellung der Reihe oder vielleicht noch einen Bond mit schwarzer Hautfarbe.


Der Mensch schreibt mir aus der Seele.

Nicht schlecht, dass du das gefunden hast und dass es geschrieben wurde.

Aber der User verkennt, dass ein Filmcharakter wie Bond nicht endet nur weil er ein mal stirbt. Zumindest ist das in 2022 nicht mehr so.
James Bond Will Return
"It's been a long time - and finally, here we are"