Wie findet ihr FYEO?

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Re: Filmbesprechung: "For Your Eyes Only (FYEO)"

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Das habe ich mir kürzlich erst angehört. Was ich davon halte, habe ich ja schon mehrfach deutlich gemacht. "In the Basket" gehört für mich auf jeden Fall zu den musikalisch großartigsten Momenten aus allen Bond-Filmen.

Bei manchen Stücken aus dem Soundtrack kann ich absolut verstehen, dass man die nicht mag, etwa bei "Runaway" (und selbst der gefällt mir :)), aber der Conti-Score hat noch viel mehr zu bieten. Es gibt nur einen Barry-Soundtrack, der mich noch besser gefällt.

"Moscow" finde ich auch klasse. Schade, dass Conti nicht noch einmal ran durfte. Wenn ich mir die Tracks jetzt anhöre, will ich mir den Film gleich wieder angucken. Wann habe ich den das letzte Mal gesehen? Vor drei Monaten? OP und QOS warten hingegen bestimmt schon deutlich über drei Jahre... SF und SP habe ich auch ewig nicht mehr gesehen.

"Submarine" finde ich auch großartig.



Nächster Track:

Was gibt es hierzu noch zu sagen? Nur ein Track aus sämtlichen Bond-Soundtracks gefällt mir besser, und zwar "Licence Revoked" von Michael Kamen. Großartig!



Noch einer: "Goodbye Countess"




Dieses Stück fehlt oben auch noch:




EDIT: Die 4.000 Beiträge habe ich jetzt voll :)

https://www.youtube.com/watch?v=8lWX_lJBTiQ2
https://www.youtube.com/watch?v=Bxt-dzFn3Ks
Zuletzt geändert von Henrik am 17. September 2022 08:55, insgesamt 2-mal geändert.

Re: Filmbesprechung: "For Your Eyes Only (FYEO)"

1293
Agent 009 hat geschrieben: 20. Oktober 2021 08:26 Wie kann FYEO auf Platz 2 sein? Ich werde es nie verstehen.
Agent 009 hat geschrieben: 20. Oktober 2021 13:55 Ich glaube, dass ich den nochmal sehen muss. Ich habe den als so spannungsarm und öde in Erinnerung.
Für dich ganz allein nachgeprüft. Platz 2 im Moore-Ranking passt schon.

FYEO ist ganz klar der vielzitierte Kurswechsel zu mehr Bodenständigkeit. Mal ganz abgesehen von Gadgets, Action und Humor fühlt sich wohl kein Bond in den Bildern so sehr nach einem "realen" Thriller an. Das liegt an der Tiefe der Bilder, an den Platzverhältnissen des Raums zwischen Akteuren und Kamera, die allesamt eine gefühlt echtere Welt suggerieren. Schwer zu beschreiben und auch gar nicht negativ gemeint, hätte ich mitgeschrieben so hätte ich einen Notizblock mit grossartigen Einstellungen und Schnittfolgen füllen können. Glen wird gerne runtergemacht und belächelt, aber ich finde seine Arbeit in FYEO sehr souverän, teilweise auch sehr inspiriert, wenn auch sicher nicht immer konsequent auf dem hohen Niveau der Top-Momente. Kristatos ist kein Top-Schurke, aber das liegt mehr an der hohen Meslatte als an ihm, er erfüllt seinen Zweck, das von Fleming adaptierte Doppelrollenspiel mit Columbo passt super und er hat später im Film einige dezente aber herrliche Arsc.hlochmomente. Columbo ist dafür einer der absolut besten Bond-Verbündeten, jeder Gesichtsausdruck von Topol zaubert ein Grinsen. Und natürlich gibt es einige der besten Action- und Spannungsszenen bei Bond überhaupt, aber von der Art, bei der man vielleicht nicht immer auf dem Schirm hat wie gut sie eigentlich sind bis man den Film wieder einwirft.

Die PTS ist indiskutabel, grottig, erbärmlich und komisch zusammengeschusterst, das Ende mit dem Thatcher-Late-Night-Sketch ist auch ein Nope. Dafür ist die Titelsequenz eine der besten, der Titelsong sowieso und der Score, meine Damen und Herren, der Score. Instinktiv denkt man vielleicht zuerst nur an "Runaway", das Elektrofunk-Stück aus der Cortina-Action, aber Conti bietet so vieles mehr, vom folkloristisch-spanischen Marsc.h bei der Ankunft von Locque, über die schaurig schöne Nutzung des Titelsongs zum Beispiel in der Schlittenszene, die mächtige, mittelalterlich anmutende Musik wenn Kristatos auf St. Cyril gezeigt wird und vieles, vieles mehr. Conti liefert ab, und FYEO als Ganzes liefert ab. Er liefert Conti-nuierlich ab. FYEO rulez.

Gernot, ich fordere endlich die Aufhebung der Zensur von Arschloc.h und vor allem Marsc.h. :roll:
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Re: Filmbesprechung: "For Your Eyes Only (FYEO)"

1294
Wenn ich das mal so frech sagen darf: FYEO ist schon gut, aber er hat tatsächlich ein paar Elemente, die ich nie richtig überzeugend fand und ihn bei mir immer recht weit unten positionieren. Ich gebe dir aber mit allem Recht, was du schreibst, und ich mag Kristatos sehr gerne als Schurke, nur … ach naja. Die PTS ist einfach totale Grütze (und mit großem Abstand die schlechteste der Reihe … so, jetzt ist es raus!), die Unterwasserszene wird für mich irgendwie durch das Element kaputt gemacht, dass Bond und Melina miteinander reden können und tja, der Racheplot ist nicht so richtig überzeugend für mich. Ich fand es immer merkwürdig, wie Bond den ganzen Film über versucht, Melina den Racheakt zu "verbieten" bzw. ihr ihn auszureden und besonders merkwürdig ist der Moment oben auf dem Berg, als er einen auf Konfuzius macht mit diesem "Dann musst du aber zwei Gräber schaufeln". Keine Ahnung, ich verstehe den ganzen Plotpunkt nicht. Ich könnte es nachvollziehen, wenn Bond quasi weiß, was durch den "Akt einer Tötung" in der eigenen Seele verloren geht und er Melina davor schützen will, aber … sie hat zu dem Zeitpunkt, als er sie kennenlernt, längst getötet. :? Da steht bei mir einfach ein großes Fragezeichen über dem ganzen Handlungsbogen. Mag jetzt nicht super gewichtig sein (im Fußball würde man sagen: "Es ist nicht spielentscheidend"), aber es passt einfach nicht ganz für mich. Erst recht nicht, weil er doch in der super dummen PTS selbst Rache übt. :lol:

Ansonsten hast du recht: Glen wird inszenatorisch gerne Unrecht getan (und er wurde ja nach FYEO noch sichtbar besser), das Figurenensemble in FYEO ist toll (Highlight: Charakterdarsteller Michael Gothard als Emile Leopold Locque) und die Actions teils sensationell (vor allem die Ski-Szenen!). Den ganzen Plot um die Gräfin finde ich selbst ziemlich überflüssig, da längt sich der Film etwas und am Ende fehlt mir ein etwas zünftigeres Finale, der eigentliche Höhepunkt ist die (immerhin spektakuläre) Kletterpartie. Insgesamt für mich ein Mittelfeld-Bond, aber er steht nur deshalb in meiner Rangliste recht weit unten, weil ich an vielen Bonds einfach gewisse Aspekte und bestimmte Einzelszenen noch lieber mag. Von den Moo7e-Auftritten könnte es für mich sogar sein schwächster sein, was aber trotzdem bedeutet, dass das hier immer noch ein durchweg unterhaltsamer Bond-Film ist, wie ich ihn mir vorstelle.
Then out spake brave Horatius, the Captain of the Gate: "To every man upon this earth, death cometh soon or late. And how can man die better than facing fearful odds, for the ashes of his fathers, and the temples of his gods."

― Thomas Babington Macaulay, Lays of Ancient Rome.

Re: Filmbesprechung: "For Your Eyes Only (FYEO)"

1295
Casino Hille hat geschrieben: 7. November 2021 02:40 die Unterwasserszene wird für mich irgendwie durch das Element kaputt gemacht, dass Bond und Melina miteinander reden können
hast du dieses Problem auch z.B. bei Camerons Abyss? Da sollte dieser Punkt ja noch deutlicher schwerer wiegen aufgrund der höheren Gewichtung innerhalb der Geschichte.

Casino Hille hat geschrieben: 7. November 2021 02:40 und tja, der Racheplot ist nicht so richtig überzeugend für mich. Ich fand es immer merkwürdig, wie Bond den ganzen Film über versucht, Melina den Racheakt zu "verbieten" bzw. ihr ihn auszureden und besonders merkwürdig ist der Moment oben auf dem Berg, als er einen auf Konfuzius macht mit diesem "Dann musst du aber zwei Gräber schaufeln". Keine Ahnung, ich verstehe den ganzen Plotpunkt nicht. Ich könnte es nachvollziehen, wenn Bond quasi weiß, was durch den "Akt einer Tötung" in der eigenen Seele verloren geht und er Melina davor schützen will, aber … sie hat zu dem Zeitpunkt, als er sie kennenlernt, längst getötet. :? Da steht bei mir einfach ein großes Fragezeichen über dem ganzen Handlungsbogen. Mag jetzt nicht super gewichtig sein (im Fußball würde man sagen: "Es ist nicht spielentscheidend"), aber es passt einfach nicht ganz für mich. Erst recht nicht, weil er doch in der super dummen PTS selbst Rache übt. :lol:
Der Punkt auf den Maibaum und Wilson hier hinaus wollen ist denke ich zum einen im Hinblick auf Melina die Befriedigung der Rache bzw. dass eben keine echte Befriedigung nach Erfüllung der Rache eintritt. Ja, sie tötet bereits früh im Film im Rahmen ihrer Rachemission, aber zum einen nicht den wirklichen Verantwortlichen, der hinter dem Mord an ihren Eltern steckt (wodurch ihre Rache nicht vollendet ist) und zum anderen macht gerade dieser Punkt auch deutlich, dass sie nur noch für die Rache lebt. Bonds Sorge gilt daher wohl auch, dass Melina nach Abschluss ihrer Rache nichts mehr hat, für das es sich zu leben lohnt bzw. auch, dass die Rache sie charakterlich so schwer beschädigt, dass sie nie wieder derselbe Mensch sein wird (wobei hier natürlich die bereits erfolgte Tötung von Gonzalez nicht so ganz reinpasst). Dass Bond selbst Rache in der PTS übt ist übrigens für mich kein Widerspruch, sondern der eigentliche Aufhänger dafür, dass Bond soviel Anteil an Melinas Schicksal nimmt: er weiss, wovon er spricht. Alles in allem passt das für mich daher durchaus, wenngleich man dem Film hier schon anmerkt, dass M&W diesen Plotaspekt zum einen für einen anderen Darsteller geschrieben haben und zum anderen, dass durch die relativ späte Zusage Moores der Rache-Gedanke zwar beibehalten wurde, aber nicht so greift, wie es wohl ursprünglich gedacht war (u.a. auch durch den humorvollen Tonfall am Ende der PTS, welche übrigens - und da seid ihr beide auf dem Holzweg - aufgrund ihrer unkomplizierten und abwechslungsreichen Art eine der besten der gesamten Serie ist. :wink: ).
"Ihr bescheisst ja!?" - "Wir? Äh-Äh!" - "Na Na!"

Re: Filmbesprechung: "For Your Eyes Only (FYEO)"

1296
GoldenProjectile hat geschrieben: 7. November 2021 01:30 Für dich ganz allein nachgeprüft. Platz 2 im Moore-Ranking passt schon.

FYEO ist ganz klar der vielzitierte Kurswechsel zu mehr Bodenständigkeit. Mal ganz abgesehen von Gadgets, Action und Humor fühlt sich wohl kein Bond in den Bildern so sehr nach einem "realen" Thriller an. Das liegt an der Tiefe der Bilder, an den Platzverhältnissen des Raums zwischen Akteuren und Kamera, die allesamt eine gefühlt echtere Welt suggerieren. Schwer zu beschreiben und auch gar nicht negativ gemeint, hätte ich mitgeschrieben so hätte ich einen Notizblock mit grossartigen Einstellungen und Schnittfolgen füllen können. Glen wird gerne runtergemacht und belächelt, aber ich finde seine Arbeit in FYEO sehr souverän, teilweise auch sehr inspiriert, wenn auch sicher nicht immer konsequent auf dem hohen Niveau der Top-Momente. Kristatos ist kein Top-Schurke, aber das liegt mehr an der hohen Meslatte als an ihm, er erfüllt seinen Zweck, das von Fleming adaptierte Doppelrollenspiel mit Columbo passt super und er hat später im Film einige dezente aber herrliche Arsc.hlochmomente. Columbo ist dafür einer der absolut besten Bond-Verbündeten, jeder Gesichtsausdruck von Topol zaubert ein Grinsen. Und natürlich gibt es einige der besten Action- und Spannungsszenen bei Bond überhaupt, aber von der Art, bei der man vielleicht nicht immer auf dem Schirm hat wie gut sie eigentlich sind bis man den Film wieder einwirft.

Die PTS ist indiskutabel, grottig, erbärmlich und komisch zusammengeschusterst, das Ende mit dem Thatcher-Late-Night-Sketch ist auch ein Nope. Dafür ist die Titelsequenz eine der besten, der Titelsong sowieso und der Score, meine Damen und Herren, der Score. Instinktiv denkt man vielleicht zuerst nur an "Runaway", das Elektrofunk-Stück aus der Cortina-Action, aber Conti bietet so vieles mehr, vom folkloristisch-spanischen Marsc.h bei der Ankunft von Locque, über die schaurig schöne Nutzung des Titelsongs zum Beispiel in der Schlittenszene, die mächtige, mittelalterlich anmutende Musik wenn Kristatos auf St. Cyril gezeigt wird und vieles, vieles mehr. Conti liefert ab, und FYEO als Ganzes liefert ab. Er liefert Conti-nuierlich ab. FYEO rulez.
Der Beitrag könnte von mir kommen (mit der Ausnahme, dass ich AVTAK noch zwischen TSWLM und FYEO quetschen würde. Früher war FYEO ein Film, den ich weder besonders gut, noch besonders schlecht fand, vielmehr einer, dem ich wenig Beachtung geschenkt habe. Inzwischen ist er aber zu einem meiner absoluten Favoriten aufgestiegen.

"Realer Thriller" bescheint es schon gut. Topol als Colombo gefällt mir sehr, ebenso die ganzen Szenen, in denen klar wird, dass eigentlich Kristatos der Böse ist statt Colombo. Kristatos gehört für mich jetzt nicht unbedingt zu den stärksten, ich finde ihn aber alles andere als schlecht. Immer wieder beeindruckend finde ich den Moment, in dem Kristatos erstmals als Villain präsentiert wirtd (nach der ATAC-Bergung), hier wirkt er auf einmal richtig schön bedrohlich.
Casino Hille hat geschrieben: 7. November 2021 02:40 Die PTS ist einfach totale Grütze (und mit großem Abstand die schlechteste der Reihe … so, jetzt ist es raus!)
Was an der PTS so schlimm sein soll, habe ich nie verstanden. Sie stand sogar zeitweise mal auf Platz 1. Nun ja, da steht sie nicht mehr, aber auch nicht auf dem letzten Platz (da gehört wohl eher QOS hin. Aber selbst TSWLM oder MR gefallen mir als Gesamtwerk nicht (die Einzelepisoden aus der PTS eigentlich schon).

Das Ende mit Maggie Thatcher geht für mich am Anfang sogar noch in Ordnung, wenn es dann aber mit dem Papageien losgeht, wird es mir dann doch zu viel. Keine Ahnung, was man sich dabei gedacht hat.

Zum Score habe ich ja eigentlich schon alles gesagt. 'Runaway' muss man nicht mögen, was ich auch absolut nachvollziehen kann, wenngleich ich ihn trotzdem sehr spaßig finde und ebenfalls mag. Allerdings wird der Score völlig zu Unrecht nur mit solchen Stücken in Verbindung gebracht. An anderer Stelle schafft es Conti, eine bedrohliche Stimmung aufzubauen wie kein anderer (Run them Down!!!!)

Der Titelsong stand früher mal ganz weit oben in meinem Ranking, inzwischen ist er aber etwas abgesackt, auch wenn mit jedes mal wieder klar wird, wie sehr ich den doch mag. Auf jeden Fall meilenweit besser als solche Gurken wie MR, ATH, DAD, GE oder auch (sorry) AWTD.
Casino Hille hat geschrieben: 7. November 2021 02:40 Ich fand es immer merkwürdig, wie Bond den ganzen Film über versucht, Melina den Racheakt zu "verbieten" bzw. ihr ihn auszureden und besonders merkwürdig ist der Moment oben auf dem Berg, als er einen auf Konfuzius macht mit diesem "Dann musst du aber zwei Gräber schaufeln". Keine Ahnung, ich verstehe den ganzen Plotpunkt nicht. Ich könnte es nachvollziehen, wenn Bond quasi weiß, was durch den "Akt einer Tötung" in der eigenen Seele verloren geht und er Melina davor schützen will, aber … sie hat zu dem Zeitpunkt, als er sie kennenlernt, längst getötet. :? Da steht bei mir einfach ein großes Fragezeichen über dem ganzen Handlungsbogen. Mag jetzt nicht super gewichtig sein (im Fußball würde man sagen: "Es ist nicht spielentscheidend"), aber es passt einfach nicht ganz für mich. Erst recht nicht, weil er doch in der super dummen PTS selbst Rache übt. :lol:
Das sehe ich genauso. Bond verzucht die ganze Zeit, Melina die Rache auszureden und den Moralapostel zu spielen, er selber bringt aber ständig irgend welche Menschen um. Um bei FYEO zu bleiben, sei mal die Tötung von Loque zu nennen.

Aber den Film kaputtmachen kann mir das nicht.
AnatolGogol hat geschrieben: 7. November 2021 07:34
Casino Hille hat geschrieben: 7. November 2021 02:40 die Unterwasserszene wird für mich irgendwie durch das Element kaputt gemacht, dass Bond und Melina miteinander reden können
hast du dieses Problem auch z.B. bei Camerons Abyss? Da sollte dieser Punkt ja noch deutlicher schwerer wiegen aufgrund der höheren Gewichtung innerhalb der Geschichte.
Ich habe jetzt keine Tauchererfahrung, aber ist das denn so merkwürdig? Es handelt sich ja nicht um eine normale Tauchausrüstung, vielmehr scheint der gesamte Kopf (Mund, Nase, Augen usw.) unter einem großen Helm verdeckt zu sein. Warum sollte man da unter nicht sprechen können? Ich finde es aber komisch, dass Bond erst sagt, man solle nur miteinander sprechen, wenn es unbedingt notwendig ist (um Sauerstoff zu sparen), dann aber ständig völlig unnötige Kommentare von sich gibt.

Zuletzt geändert von Henrik am 20. Oktober 2022 09:36, insgesamt 2-mal geändert.

Re: Filmbesprechung: "For Your Eyes Only (FYEO)"

1297
Henrik hat geschrieben: 7. November 2021 08:07
Casino Hille hat geschrieben: 7. November 2021 02:40 Ich fand es immer merkwürdig, wie Bond den ganzen Film über versucht, Melina den Racheakt zu "verbieten" bzw. ihr ihn auszureden und besonders merkwürdig ist der Moment oben auf dem Berg, als er einen auf Konfuzius macht mit diesem "Dann musst du aber zwei Gräber schaufeln". Keine Ahnung, ich verstehe den ganzen Plotpunkt nicht. Ich könnte es nachvollziehen, wenn Bond quasi weiß, was durch den "Akt einer Tötung" in der eigenen Seele verloren geht und er Melina davor schützen will, aber … sie hat zu dem Zeitpunkt, als er sie kennenlernt, längst getötet. :? Da steht bei mir einfach ein großes Fragezeichen über dem ganzen Handlungsbogen. Mag jetzt nicht super gewichtig sein (im Fußball würde man sagen: "Es ist nicht spielentscheidend"), aber es passt einfach nicht ganz für mich. Erst recht nicht, weil er doch in der super dummen PTS selbst Rache übt. :lol:
Das sehe ich genauso. Bond verzucht die ganze Zeit, Melina die Rache auszureden und den Moralapostel zu spielen, er selber bringt aber ständig irgend welche Menschen um. Um bei FYEO zu bleiben, sei mal die Tötung von Loque zu nennen.
Bond will Melina ein Stück ihrer Unschuld behalten lassen, und es ist nicht abwegig dass er sie vor weiteren Rachemorden bewahren will selbst wenn sie bereits einen begangen hat. Er selber muss das nicht, denn er kennt das Geschäft des Tötens zur Genüge und auch wenn z.B. Locque ein Stückweit sicher ein Rachemord von Bonds Seite ist so gehört es trotzdem zum Geschäft und zur Mission.
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Re: Filmbesprechung: "For Your Eyes Only (FYEO)"

1298
AnatolGogol hat geschrieben: 7. November 2021 07:34
Casino Hille hat geschrieben: 7. November 2021 02:40tja, der Racheplot ist nicht so richtig überzeugend für mich. Ich fand es immer merkwürdig, wie Bond den ganzen Film über versucht, Melina den Racheakt zu "verbieten" bzw. ihr ihn auszureden und besonders merkwürdig ist der Moment oben auf dem Berg, als er einen auf Konfuzius macht mit diesem "Dann musst du aber zwei Gräber schaufeln". Keine Ahnung, ich verstehe den ganzen Plotpunkt nicht. Ich könnte es nachvollziehen, wenn Bond quasi weiß, was durch den "Akt einer Tötung" in der eigenen Seele verloren geht und er Melina davor schützen will, aber … sie hat zu dem Zeitpunkt, als er sie kennenlernt, längst getötet. :?
Der Punkt auf den Maibaum und Wilson hier hinaus wollen ist denke ich zum einen im Hinblick auf Melina die Befriedigung der Rache bzw. dass eben keine echte Befriedigung nach Erfüllung der Rache eintritt. Ja, sie tötet bereits früh im Film im Rahmen ihrer Rachemission, aber zum einen nicht den wirklichen Verantwortlichen, der hinter dem Mord an ihren Eltern steckt (wodurch ihre Rache nicht vollendet ist) und zum anderen macht gerade dieser Punkt auch deutlich, dass sie nur noch für die Rache lebt. Bonds Sorge gilt daher wohl auch, dass Melina nach Abschluss ihrer Rache nichts mehr hat, für das es sich zu leben lohnt bzw. auch, dass die Rache sie charakterlich so schwer beschädigt, dass sie nie wieder derselbe Mensch sein wird (wobei hier natürlich die bereits erfolgte Tötung von Gonzalez nicht so ganz reinpasst).
Ja, die Intention sehe ich da auch irgendwie, aber das ist für mich viel zu schwach erzählt, um ehrlich zu sein. Das ist ein durchaus interessanter Gedanke und hätte das Potenzial für einen tollen Plot in einem Bond-Film, aber ich finde das Script da leider ein wenig schwach auf der Brust. Einerseits führt man Melina (nach dem Tod ihrer Eltern) als coole Kampfamazone mit Armbrust und Killer-Blick ein, andererseits will man im selben Film erzählen, dass Rache deine Seele beschädigt und man Feuer nicht immer mit Feuer bekämpfen sollte. :? Zugegeben: Vielleicht bin ich bei FYEO etwas unfair kritisch, aber es fügt sich alles nicht ganz schlüssig zusammen für mich (erst recht, weil Melina wie erwähnt a) schon getötet hat (zweimal btw!) und dabei b) auch tatsächlich den Killer ihrer Eltern erledigt, selbst wenn Kristatos der Auftraggeber hinter all dem ist). Da geht meines Erachtens QOS besser mit der Thematik um und zeigt uns, wie Bond merkt, dass er Camille von ihrer Rache nicht abhalten kann und sie daher unter seine Fittiche nimmt.

Vielleicht ist mir Bond auch einfach etwas zu sehr Moralapostel in FYEO, ich kann den Finger nicht ganz auf die Wunde legen. Sein Konfuzius-Zitat am Ende finde ich tatsächlich etwas peinlich. "Dann musst du zwei Gräber schaufeln" ... Wirklich? Warum? Willst du sie umbringen, wenn sie die Rache durchzieht? :wink: Deine Interpretation der PTS gefällt mir, leider ist es ja nicht so, dass der Film ernsthaft darauf eingeht, wie Bond den Mord an Blofeld verarbeitet. Und später rächt er auch seinen Kollegen Luigi, was bemerkenswerterweise für den Film und seine Rachethematik ziemlich unerheblich scheint.

Nicht falsch verstehen: Ich will in FYEO nicht Moore als den Craig-Bond sehen, der als depressives Wrack mit seinen seelischen Narben durch die Welt läuft und fortgehend ins Phrasenschwein einzahlt, aber ein klein wenig dramaturgisches Futter hätte der Film meines Erachtens schon benötigt, damit der Melina-Plot nicht so sehr in der Luft hängt, wie er es für mich jetzt tut.
AnatolGogol hat geschrieben: 7. November 2021 07:34
Casino Hille hat geschrieben: 7. November 2021 02:40 die Unterwasserszene wird für mich irgendwie durch das Element kaputt gemacht, dass Bond und Melina miteinander reden können
hast du dieses Problem auch z.B. bei Camerons Abyss?
Komischerweise nicht. Bei "Abyss" kann ich das leichter akzeptieren, weil nun mal ein Großteil des Films im nassen Blau spielt und Cameron eben keinen Stummfilm drehen wollte (stark überspitzt formuliert, du weißt bestimmt, wie ich das meine). In FYEO klingt der Dialog zwischen 007 und Melina für mich ein wenig nach dem guten alten Erklärbär, erst recht, da sie all die Ereignisse rekapitulieren (bzw. sich erschließen), die wir in der Eröffnungsszene des Films (nach der TS) bereits gesehen haben.
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Re: Filmbesprechung: "For Your Eyes Only (FYEO)"

1299
AnatolGogol hat geschrieben: 7. November 2021 07:34 (u.a. auch durch den humorvollen Tonfall am Ende der PTS, welche übrigens - und da seid ihr beide auf dem Holzweg - aufgrund ihrer unkomplizierten und abwechslungsreichen Art eine der besten der gesamten Serie ist. :wink: ).
So sehr ich Glen für den restlichen Film lobe (da sind wirklich einige zu Unrecht übersehen Schmankerl drin), so schlecht ist die PTS. Wie gesagt, für all die tollen Bilder im Restfilm hätte ich mitschreiben müssen, aber in der PTS konnte ich diesmal den Überblick bewahren und darf nun verkünden dass es zweieinhalb Einstellungen gibt, die nicht scheisse aussehen. :D Das endlose Hin- und Hergeschneide zwischen Blofelds Gekicher und Bonds erst hilflosen, dann völlig sprunghaften Manövern im Heli ist von Regieseite einfach nur amateurhaft und schwach. Von dem Moment als an Bond das Ernstlein in den Schornstein schmeisst statt sich von ihm eine Delikatesse kaufen zu lassen darf man dann wieder die Augen öffnen, denn dann wird es richtig gut.

Die zweieinhalb Einstellungen sind übrigens:
1. Die Bekreuzigung des Priesters durch die Glasscheibe.
2. Der Vorbeiflug des Helis mit einem Rollstuhlernst in Rückenansicht ist stylish gefilmt.
2.5. Die Nahaufnahme der fauchenden Katze als Bond den Spiess umdreht hat etwas cooles.

Zum Konfuzius-Ende würde ich auch sagen dass Bond nicht Melina am Morden hindern will nur um dann Kristatos vor ihren Augen selbst hinzurichten. Ihm reicht es in diesem Moment, Kristatos festzunehmen, sein Gedanke ist dass nicht immer gleich getötet werden muss. Klingt angesichts von Bonds Bodycount etwas unrealistisch, aber ein Mörder um des Mordens willen ist Bond im Kern ja eigentlich nicht, er würde Kristatos nicht in diesem Film und in der Situation, in der Kristatos sich befindet, hinrichten. Und gerade in FYEO ist Bond kein Massenmörder - Locque hat es nun wirklich verdient und zu helfen war ihm eh nicht gross (das Auto rutschte ja schon von selber ab), Blofeld zählt nicht weil PTS = Pathetic Trash Sequence und in Actionszenen wie Citroën, Ski/Motorrad, Eishockey etc. geht Bond gefühlt brutal, aber vergleichsweise non-lethal vor. Am Ende erwischt Columbo Kristatos, und der darf das auch aufgrund ihrer gemeinsamen Historie und Feindschaft, das ist ein guter Kompromiss um Kristatos sterben zu lassen ohne dass Melina noch tiefer in den Rachemord-Strudel gerät und ohne dass Bond hier den Henker spielen muss. Das hält jetzt keinen tiefsinnigen Drama-Massstäben stand, aber in FYEO funktioniert es.
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Re: Filmbesprechung: "For Your Eyes Only (FYEO)"

1300
GoldenProjectile hat geschrieben:PTS = Pathetic Trash Sequence
Herrlich und in diesem Film genau auf den Punkt. Vor allem, da der Moore-Bond mit der ganzen Blofeld-Geschichte sonst ja nie etwas am Hut hatte. Aber da sieht man mal: Blofeld als verbindendes Element verschiedener Bondfilme hat auch vor Craig schon nicht funktioniert :lol: .
GoldenProjectile hat geschrieben: Zum Konfuzius-Ende würde ich auch sagen dass Bond nicht Melina am Morden hindern will nur um dann Kristatos vor ihren Augen selbst hinzurichten
Darin würde ich dir generell zustimmen und mir ist das Ganze noch bei keiner Sichtung irgendwie komisch vorgekommen. Vielleicht hat Bond aber auch nur gehofft, auf die einfühlsame Tour besser bei Melina zu landen... und das Ende zeigt ja, dass das durchaus funktioniert hat :wink: .
"East, West, just points of the compass, each as stupid as the other."
(Joseph Wiseman in Dr. No)

Re: Filmbesprechung: "For Your Eyes Only (FYEO)"

1301
Casino Hille hat geschrieben: 7. November 2021 21:43
AnatolGogol hat geschrieben: 7. November 2021 07:34
Casino Hille hat geschrieben: 7. November 2021 02:40 die Unterwasserszene wird für mich irgendwie durch das Element kaputt gemacht, dass Bond und Melina miteinander reden können
hast du dieses Problem auch z.B. bei Camerons Abyss?
Komischerweise nicht. Bei "Abyss" kann ich das leichter akzeptieren, weil nun mal ein Großteil des Films im nassen Blau spielt und Cameron eben keinen Stummfilm drehen wollte (stark überspitzt formuliert, du weißt bestimmt, wie ich das meine). In FYEO klingt der Dialog zwischen 007 und Melina für mich ein wenig nach dem guten alten Erklärbär, erst recht, da sie all die Ereignisse rekapitulieren (bzw. sich erschließen), die wir in der Eröffnungsszene des Films (nach der TS) bereits gesehen haben.
Wenn ich das hier mal so reinwerfen darf: Mich hat es immer gestört, dass Bond Am Anfang sagt, Melina solle nur reden, wenn unbedingt erforderlich (um Sauerstoff zu sparen), aber er selber reißt ständig irgend welche unnötigen Witze ("Der hatte schon gefrühstückt", glaube ich).

Und die Moralapostel-Geschichte habe ich immer verstanden als "Bond hat seinen Spaß am Töten aber gönnt Melina das nicht", wenn man versteht, was ich meine. Das Ende bezüglich Kristatos finde ich sowieso merkwürdig. Bond will Kristatos festnehmen und den griechischen Behörden übergeben? Er ist doch immer derjenige, der am Ende des Filmes den Villain umbringt. Stromberg hat er beispielsweise auch eiskalt hingerichtet (der müsste auch unbewaffnet gewesen sein, sonst hätte er sicherlich noch einen Schuss auf Bond abgegeben). Tatsächlich sind das solche Momente in FYEO, die mir Bond so richtig unsymphatisch machen, wie er ihr ihre Rache versaut.
Zuletzt geändert von Henrik am 16. Oktober 2022 16:43, insgesamt 1-mal geändert.

Re: Filmbesprechung: "For Your Eyes Only (FYEO)"

1302
Gestern war FYEO beim Marathon dran.

Ich hab erlichgesagt wenig zu sagen zu dem Film. Er ist für mich wahrscheinlich der 'okayste' der ganzen Reihe. Wenig Herausragendes, wenig wirklich schlechtes.

Gut finde ich die ganzen OHMSS Bezüge. Die PTS, die Bobbahn und auch das Melina geliebte Menschen verloren hat und Rache sucht schlägt für mich eine Brücke zu Bonds Verlust in OHMSS. Die Autoverfolgung mit der Ente und die gesamte Ski Action sind Highlights. Moore ist im ganzen Film sehr gut und ich glaube das hier zum ersten mal wirklich etwas Mitgefühl rüberkommt. (Eben weil Bond mitfühlen kann mit Melina weil er das selbe erlebt hat) Und Columbo ist einer der besten Verbündeten und der Twist mit Kristatos ist recht gut gelungen

Schlecht finde ich alles mit Bibi, die ganzen Schurken sind recht langweilig, die Rocky Musik beim Skifahren passt für mich leider überhaupt nicht und den Showdown finde ich auch recht fad. Und natürlich die fürchterlich peinliche Margaret Thatcher Szene!

Das wars eigentlich, wie gesagt FYEO ist einfach okay.
Did you ever expect me to die? No Mr. Bond, but some assholes must have thought it was a good idea..

Re: Filmbesprechung: "For Your Eyes Only (FYEO)"

1303
Warum wurde eigentlich dieser Thread geschlossen?

viewtopic.php?t=5948&start=15

Ich habe gestern FYEO gesehen und bei 01:14:26 (im Lagerhaus in Albanien) findet sich eine Person, die auf den ersten Blick tatsächlich aussieht wie Shane Rimmer.

Das müsste bei 2:00 sein, aber auf dem Video erkennt man fast nichts, da ist die DVD qualitativ besser. Aber wenn er es tatsächlich wäre, wäre das wohl bekannt.

Re: Filmbesprechung: "For Your Eyes Only (FYEO)"

1304
Casino Hille hat geschrieben: 7. November 2021 21:43
... Deine Interpretation der PTS gefällt mir, Anatol.
Leider ist es ja nicht so, dass der Film ernsthaft darauf eingeht, wie Bond den Mord an Blofeld verarbeitet.
Und später rächt Bond auch seinen Kollegen Luigi, was bemerkenswerterweise für den Film und seine Rachethematik ziemlich unerheblich scheint.
.
Ungewöhnlicher Weise hatte Bond-Darsteller Roger Moore bei seinem "Auf/Tritt" – oder sollte man vielleicht "Tritt/ Auf" schreiben – hinsichtlich des Abg(es)angs von Emile Leopold Locque sich sprichwörtlich mit Händen und Füßen zu wehren versucht, nicht vor den Mercedes treten zu müssen. Wie man weiß, wurde er von John Glen förmlich dazu genötigt, die Szene doch so zu liefern, wie es der Regisseur verlangte. Moore vertrat damals vor aller Welt die Ansicht, dass dies nicht im Einklang stände hinsichtlich seines persönlichen Rollenverständnis im Hinblick auf sein jugendliches Publikum. In Großbritannien bezog er dies auf eine weitaus jüngere Zielgruppe als bei uns.
Sicherlich ein Grund warum der Brite in seiner persönlichen Wertung mit A VIEW TO A KILL später auch so haderte, da ihm stumpfsinnige Gewalt im Alter immer mehr zuwider war. Natürlich kann und darf man sich als Fan fragen, ob irgendein Erlebnis 1980 Moores Einstellung zum Thema Gewalt verändert hatte, da er in der 79er Verfilmung des Kriegsspektakels THE SEA WOLVES noch genügend brutale Spielszenen in ähnlicher Richtung hatte, die der Mime nicht öffentlich hinterfragt hat.

Ich stimme Hille zu, dass der Moralapostel-Part in diesem Bond-Film eher befremdlich wirkt und von Seiten der Drehbuchautoren sicherlich nicht überzeugend ausgearbeitet worden ist.

Kristatos-Darsteller Julian Glover hat in einem Fan-Interview mal zugegeben, dass seine Drohung gegenüber Trainerin Jacoba Brink in der Klosterfestung von Seiten des Drehbuchs erst nachträglich während der Dreharbeiten eingefügt worden ist, um den Antagonisten brutaler erscheinen zu lassen, aber der Schauspieler auch die Ansicht vertrat, dass ihm dies in dieser Szene nicht groß gelungen sei.
Sicherlich nur ein Fingerzeig, dass auch in früheren Produktionen, das Drehbuch nie alles war, aber diese nachträgliche Änderungen während des Drehs einen Film am Ende durch Änderungen aber nicht automatisch immer rund erscheinen lassen (müssen).

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Re: Filmbesprechung: "For Your Eyes Only (FYEO)"

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photographer hat geschrieben: 11. Oktober 2022 16:18 Ich stimme Hille zu, dass der Moralapostel-Part in diesem Bond-Film eher befremdlich wirkt und von Seiten der Drehbuchautoren sicherlich nicht überzeugend ausgearbeitet worden ist.
Ah, wie cool, noch einer. :mrgreen: :)

Ich fand Anatols Bemerkung damals (in diesem Thread sogar?) recht schlüssig, dass Maibaum und Wilson die Rache-Thematik wohl ursprünglich schon für einen etwaigen Moore-Nachfolger im Sinn hatten und dann, als Old Rog sich ein weiteres Mal die Ehre gab, der ganze Plot etwas umgeändert und humooriger gemacht wurde – wodurch der Rache-Überbau aber nun etwas schwach auf der dramaturgischen Brust verbleibt.
Then out spake brave Horatius, the Captain of the Gate: "To every man upon this earth, death cometh soon or late. And how can man die better than facing fearful odds, for the ashes of his fathers, and the temples of his gods."

― Thomas Babington Macaulay, Lays of Ancient Rome.