Re: Der TV Serien Thread

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Obwohl ich verstehe was Hille meint, freue ich mich ebenfalls darauf. Die zunehmende Episierung finde ich zwar ebenfalls grenzwertig, aber es gibt dennoch noch genug, das mich weiterhin schauen lässt (Steve, Hopper, der Sound und schlicht die Neugierde, wie alles enden wird).

Ich schau insgesamt eher weniger Serien, aber das ist mal ein Kosmos in dem ich gerne verweile (was selten vorkommt).
http://www.vodkasreviews.de


https://www.ofdb.de/autor/reviews/45039/

Re: Der TV Serien Thread

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Ein kleiner Jahresrückblick - 64 Serien gesehen, obwohl es für mich ein äußerst unterdurchschnittliches Serienjahr war und ein Jahr der enttäuschten Erwartungen: Die zweiten Staffeln von “Severance” und “Last of Us” blieben deutlich hinter den ersten Staffeln zurück, “White Lotus Staffel 3” konnte den beiden ersten Staffeln nicht das Wasser reichen und die vierte Staffel von “The Bear” wusste auch nicht, wohin sie wollte. Eine außergewöhnliche deutsche Serie gab es gar nicht, vielleicht mit Ausnahme von “Naked”. Viele wirklich gute Serien (z.B. "Diplomatische Beziehungen Staffel 3", “Your Friends And Neighbours” oder “Paradise”), aber wenig Herausragendes – viel Qualität in der Mitte, aber nach oben wurde es sehr dünn.

Gesehen habe ich:
Spoiler
Skeleton Crew
Yellowstone Staffel 5
Landman
Zorro
Industry Staffel 1 bis 3
The Day of the Jackal
Big Little Lies Staffel 1 und 2
Night Agent Staffel 2
Cobra Kai Staffel 6
Dopesick
Fargo Staffel 5
What We Do in the Shadows Staffel 6
Paradise
Zero Day
Severance Staffel 2
Euphoria Staffel 1
Adolescence
1923 Staffel 2
The Residence
White Lotus Staffel 3
Das zweite Attentat
Ein neuer Sommer
North of North
Dying For Sex
Reacher Staffel 3
The Studio
Etoile
Last of Us Staffel 2
The Four Seasons
The Marvelous Mrs. Maisel Staffel 1
Your Friends and Neighbors
Das Reservat
9 Perfect Strangers Staffel 2
Sirens
Careme
Andor Staffel 2
Department Q
Mobland
Warum ich?
La Palma
Stick
The Bear Staffel 4
Dope Thief
Westworld Staffel 1
Unter der schwarzen Sonne
Poker Face Staffel 2
Chief of War
Cat’s Eyes
Call My Agent Berlin
House of Guinness
Wednesday Staffel 2
Task
Diplomatische Beziehungen Staffel 3
Alien Earth
Parlament Staffel 1 und 2
Slow Horses Staffel 5
Herrhausen
Morning Show Staffel 4
Naked
The Beast in Me
Stranger Things Staffel 5
The Leftovers Staffel 1 – 3
Last Samurai Standing
Pluribus

Meine Top 10 2025:


Lobende Erwähnung: 1923 Staffel 2
Mein guilty pleasure in diesem Jahr: Die zweite Staffel hat vieles besser gemacht als die erste. Harrison Ford und Helen Mirren zuzusehen ist die reinste Freude. Die Serie hat Spannung und Tragik und mit dem Angriff auf die Dutton-Ranch das sicherlich längste Shootout des Jahres.


10. The Residence
Höchst vergnügliches Whodunit in ungewöhnlicher Umgebung: Das Thema “Mord im Weißen Haus” kann tatsächlich auch schwung- und humorvoll inszeniert werden. Klassischer Krimispaß.


9. Alien: Earth
Das ziemlich verhunzte Ende hätte “Alien Earth” fast noch aus meiner Top 10 gekegelt, allerdings hatte sie für mich in diesem Jahr auch die besten Spannungsmomente und Actionszenen, außerdem verdammt unterhaltsame Neben-Monster. Die Figurenentwicklung in den beiden letzten Folgen ist allerdings so missraten, dass die Serie dann doch nicht über Platz 9 hinauskommt.


8. Pluribus
Die neue Serie des “Breaking Bad”-Machers fühlt sich ein bisschen an wie ein umgekehrtes “The Leftovers” – ein zunächst absurdes Szenario mit globalen Auswirkungen, das zu einer Vielzahl spannender Konsequenzen führt. Die Serie mit der vielleicht interessantesten Ausgangslage. Rhea Seehorn ist eine Wucht und hat die Ehre, die wohl schlechtestgelaunte Serienfigur des Jahres zu spielen. Könnte vorbehaltlich der letzten Folgen auch noch im Ranking steigen, wenn sich das Erzähltempo ein wenig steigert.


7. Cat’s Eyes
Eine etwas wacklige Prämisse – der vorgetäuschte Mord an einem Galeristen – ist nur der Aufhänger für eine Reihe hervorragender Heists an den spektakulärsten Schauplätzen von Paris: Eiffelturm, Louvre, Versailles. Aufwändig gedreht, clever gemacht und mit gutem Tempo erzählt, dazu eine schöne Schwestern-Dynamik. Ich bin gespannt auf Staffel 2.


6. Task
Ruffalo und Pelphry sind die darstellerischen Säulen dieser sensibel gespielten Serie, die meisterhaft zwischen in Moll gehaltenem Drama und Suspense wechselt. Interessante Konstellation zwischen drei Parteien – den Guten, den weniger Guten und den Bösen – die in einem so epischen wie verlustreichen Shootout mündet.


5. Etoile
Grundsympathische Ballett-Serie mit charismatischen, verschrobenen Figuren, das liebevolle Spielen mit transatlantischen Klischees, jede Rolle perfekt besetzt, und der leichtfüßige Blick hinter die Kulissen eines Kulturbetriebes liefert eine ungewöhnliche Perspektive. Hoffentlich bald mehr.


4. Andor Staffel 2
Die wohl beste Star-Wars-Serie geht in die zweite Runde und enttäuscht auch diesmal nicht. Star-Wars-Serien, die den Kosmos wirklich bereichern, sind selten. Die Vorgeschichte der Vorgeschichte zu “Star Wars – Eine neue Hoffnung” ist allerdings das Faszinierendste und Reifeste, was Disney hervorgebracht hat, mit dramaturgischen Zuspitzungen, die ihresgleichen suchen.


3. The Studio
Zweifellos die lustigste Serie des Jahres. Meisterhafte One-Shot-Einstellungen, der urkomische Seth Rogen als Studioboss neben unzähligen Gaststars, das hat ganz viel Spaß gemacht. Nicht alle Folgen waren von gleich hoher Qualität, daher nur Platz 3.


2. Adolescence
Verdienter zweiter Platz für eine schwierige Serie, die so sehr an die Nieren geht wie keine andere. Die darstellerischen Leistungen aller Beteiligten sind atemberaubend, allen voran der junge Owen Cooper. Die verblüffende One-Shot-Technik ist hier mal kein Selbstzweck, sondern verleiht dieser Serie eine schwer auszuhaltene Intensität.


1. Stranger Things Staffel 5
Die langerwartete finale Staffel der letzten großen Serie unserer Zeit ist mein Serienereignis des Jahres. In der ersten Halbzeit machen die Duffer-Brüder alles richtig und fahren zum Glück auch die Horrormomente der teilweise wirklich gruseligen vierten Staffel wieder etwas herunter. Das Grundproblem, dass man viel zu viele Akteure beschäftigen muss, kriegen sie auf den letzten Metern nicht mehr in den Griff. Davon abgesehen der gelungene Auftakt zu einem epischen, würdigen Ende einer der besten Serien aller Zeiten.
Zuletzt geändert von ollistone am 16. Dezember 2025 14:34, insgesamt 1-mal geändert.
"Der Baggersee war Ozean, die Ente war ein Schwan, ein Topf ein Hut, damals hinterm Mond."

Re: Der TV Serien Thread

1444
ollistone hat geschrieben: 16. Dezember 2025 10:38 Ein kleiner Jahresrückblick - 64 Serien gesehen, obwohl es für mich ein äußerst unterdurchschnittliches Serienjahr war und ein Jahr der enttäuschten Erwartungen:
WTF. Echt!?!? Krass.
Wie macht man das? Das sind ja mehr als eine Serie pro Woche? Keine Ahnung wie lang so eine Serie (oder Staffel?`) im Schnitt ist, aber da ist ja praktisch keine Zeit mehr für was anderes
"It's been a long time - and finally, here we are"

Re: Der TV Serien Thread

1446
Maibaum hat geschrieben: 16. Dezember 2025 11:00 Westworld # 1 war nicht großartig?
Ich habe ein paar ältere Serien wie "Westworld" oder "Leftovers" nachgeholt, aber ins Ranking kommen nur die 2025er-Serien.
danielcc hat geschrieben: 16. Dezember 2025 10:57 Das sind ja mehr als eine Serie pro Woche?
Och, eine Stunde am Abend, das kriegt man schon hin, wenn man will.
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Re: Der TV Serien Thread

1447
danielcc hat geschrieben: 16. Dezember 2025 10:57 WTF. Echt!?!? Krass.
Wie macht man das? Das sind ja mehr als eine Serie pro Woche? Keine Ahnung wie lang so eine Serie (oder Staffel?`) im Schnitt ist, aber da ist ja praktisch keine Zeit mehr für was anderes
Die Frage stellt sich mir auch. Mit 90% Arbeit, sehr kurzem Arbeitsweg, keinen Kindern, nur wenigen zeitaufwändigen Hobbys und spätem Zubettgehen schaffe ich im Durchschnitt wohl 3-5 Filme pro Woche (und im Sommer massiv weniger).
We'll always have Marburg

Let the sheep out, kid.

Re: Der TV Serien Thread

1448
Wenn man es will / anstrebt und wirklich diszipliniert schaut, schafft man noch deutlich mehr Serien im Jahr.
Ist eine Frage der Priorisierung. Wenn man anderes lieber tut, ist das ja genauso wunderbar.
https://filmduelle.de/
https://letterboxd.com/casinohille/

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Re: Der TV Serien Thread

1450
Casino Hille hat geschrieben: 16. Dezember 2025 13:39 Wenn man es will / anstrebt und wirklich diszipliniert schaut, schafft man noch deutlich mehr Serien im Jahr.
Ist eine Frage der Priorisierung.
Allein im Januar starten für mich folgende Pflichtserien:

The Pitt (HBO)
Industry Staffel 4 (Wow)
Drops of God Staffel 2 (AppleTV)
Seven Dials (Netflix)

Da kommt man dann eben hochgerechnet auf 50+ Serien pro Jahr.
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Re: Der TV Serien Thread

1452
Wo wir gerade bei GoT sind: Im Januar startet ja mit "A Knight of the Seven Kingdoms" ein weiterer Ableger. Verstehe nicht, warum sie nicht endlich mal "House of the Dragon" zu Ende führen, anstatt sich in neuen Prequels zu verzetteln.
"Der Baggersee war Ozean, die Ente war ein Schwan, ein Topf ein Hut, damals hinterm Mond."

Re: Der TV Serien Thread

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ollistone hat geschrieben: Gestern 11:32 Wo wir gerade bei GoT sind: Im Januar startet ja mit "A Knight of the Seven Kingdoms" ein weiterer Ableger. Verstehe nicht, warum sie nicht endlich mal "House of the Dragon" zu Ende führen, anstatt sich in neuen Prequels zu verzetteln.
Naja, komplett andere Teams, hat nicht viel miteinander zu tun. "House of the Dragon" bekommt dieses Jahr eine dritte Staffel und wird dann nach einer weiteren vierten Staffel enden. So bestürzend schlecht wie die zweite Staffel allerdings war, könnten sie es meinetwegen auch absetzen.
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Re: Der TV Serien Thread

1454
Zu Stranger Things:

Ich bin hin und her gerissen. Als großer Fan v.a. der ersten drei Staffeln habe ich mich sehr auf das Finale gefreut, aber man konnte schon mit und nach der vierten Staffel ahnen, dass es mindestens "zwei Probleme" geben würde. Erstens wurde der Fantasy-Gehalt immer weiter hoch gefahren, was zu Lasten der für mich viel interessanteren Coming of age-Geschichten geht. Die Monster waren anfangs kaum sichtbar, man wusste gar nicht was hinter der Bedrohung steckt etc., aber schon in der dritten Staffel war die Katze diesbezüglich aus dem Sack. Und schließlich wurden es immer mehr Figuren, so dass die einzelnen Charaktere immer weniger Zeit bekamen (ein Problem, das z.B. auch das Finale von Cobra Kai betraf). Schließlich ist durch den Hype um die Serie die Erwartungshaltung dermaßen in die Stratosphäre geschossen, dass man im Prinzip nur verlieren konnte.

Angesichts all dessen, haben sie es ganz gut hinbekommen. Ja, Vecna wird zu leicht besiegt. Ja, Linda Hamilton hat nix zu tun, ist reiner Fanservice. Ja, es findet praktisch fast alles im Upside Down statt. Und ja, die ganz großen emotionalen Szenen bleiben aus, auch weil man sehr schnell ahnt, was mit den Figuren passieren wird bzw. nicht passieren wird. Und ja, es gibt ein paar Logiklöcher, die nicht nur TikTokern aufgefallen sein dürften

Was mir aber sehr gut gefallen hat, dass sich die letzte Folge fast 45 Minuten Zeit nimmt, um die Geschichten aller relevanten Figuren zu einem schönen und passenden Ende zu führen. Da stellt sich dann doch noch einmal die Magie von den ersten drei Staffeln ein, die ab 4 immer mehr dem Actionbombast gewichen war.
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Re: Der TV Serien Thread

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vodkamartini hat geschrieben: Gestern 18:52 viel interessanteren Coming of age-Geschichten
Die halt irgendwann schwer zu vermitteln sind, wenn die Hauptfiguren mittlerweile von überdeutlich Erwachsenen (teils bereits Eltern) gespielt werden. Stranger Things hatte da gar keine so große Wahl. Wie will man Millie Bobbie Brown und Co. jetzt noch die Teenager abnehmen? Das muss scheitern, also hat man andere Schwerpunkte gesetzt.
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