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von danielcc
00-Agent
Sorry, ich muss hier mal für Kinder-Nerdtum unterbrechen:
14 Uhr Vorstellung ist auch mal ein Erlebnis...
Die Drei Fragezeichen - Die Totensinsel
Insgesamt wie ich finde gute Unterhaltung für ein kindliches Publikum, was wohl klar der Zielgruppe der Filme entspricht. Ich war überrascht, dass mindestens die erste Hälfte, aber eher noch zwei Drittel sich sehr eng ans Hörspiel halten.
Was daran aber besonders spannend ist: Zu sehen, dass die Story eines Dreiteilers offenbar gar nicht mehr "Fleisch am Knochen" hat, als jede normale Vorlage. Also, ich kenne die Vorlage nur als Hörspiel, und das auch nicht sonderlich gut, aber ich hatte nicht das Gefühl, dass in der ersten Hälfte viel fehlen würde.
Positiv überrascht war ich auch vom Aufwand der Umsetzung, sowohl in kleinen Details wie auch im großen Ganzen. Zu den netten Details gehören u.a. das wirklich alte aber eben amerikanische Telefon in der Zentrale, die Visitenkarten auf Englisch, messenger chats auf Englisch, die rote MG, usw. Was das große Ganze angeht hat man beim Film nicht den Eindruck, dass groß gespart wurde. Die kanarischen Inseln bieten eine tolle Kulisse vom Schrottplatz über Bürogebäude, Häfen, der Ozean bis hin zu Macatao als tropische Insel. Auch die mystische Städte am Ende ist ganz nett umgesetzt. Überhaupt, Macatao als Vulkaninsel und der angedeutete Ausbruch zum Ende hin sehen wirklich gut aus. Besonders hervorheben möchte ich die Musik im ganzen Film. Sie wirkt nicht wie das, was man überall zu hören bekommt, hat durchaus eigenen Charakter.
Weniger gut gefallen hat mir die Abänderung der Story zum Ende hin, nicht weil ich finde, dass sich ein Film sklavisch an eine Romanvorlage halten muss. Vielmehr macht der Film dadurch wenig Sinn und frustriert in seiner "Nicht-Auflösung" am Ende. Also, wir schauen 100 Minuten eine Art Schatzsuche, bei der der Schatz am Ende in einer Schatzkarte besteht, die dann aber nicht weiter aufgegriffen wird (wohl kaum im nächsten Film!). Das ist enttäuschend und lahm.
Als filmerfahrener Erwachsener stört mich nach wie vor das Casting der drei Hauptdarsteller. Nicht weil ich kleinkariert meckern will im Sinne von "die habe ich mir aber ganz anders vorgestellt". Weckauf ist einfach wirklich unsympathisch in der Rolle. Ja sicher, Justus ist nicht wirklich ein charmanter oder liebenswerter Typ. Er ist halt altklug, überheblich, etwas arrogant. Nur funktioniert das nicht so gut, wenn man es explizit zeigt. Vor allem auch im Hinblick auf die Chemie der Drei, die mein größeres Problem ist. Diese Drei wirken einfach nicht, als könnten sie wirklich Freunde sein. Nevio Wendt macht seine Sache eigentlich sehr gut, auch wenn er hier jetzt schon sehr erwachsen wirkt - irgendwie zu erwachsen für die anderen beiden. Levi Brandt macht das Beste aus Bob, was ja bei der Vorlage nicht so leicht ist.
Glücklicherweise profitiert die Chemie hier durch die Ergänzung des Jelena Charakters. Sie bringt Schwung rein, und hat auch einige gute Lacher in ihren Scharmützeln mit dem Ersten.
Die Truppe der Bösewichte bleibt recht farblos, man bekommt kaum deren Namen mit. Obwohl sie sehr viel Screentime in der zweiten Hälfte haben, sind sie irgendwie nur Staffage.
"It's been a long time - and finally, here we are"