Re: Zuletzt gesehener Film

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vodkamartini hat geschrieben: 2. Mai 2026 13:15 Andys Flirt/Romanze mit diesem Mega blassen Immobilientypen war zu 100% überflüssig. Das hat nichts zur Handlung und nichts zur Figur Andy beigetragen.
Das stimmt aber ich hätte mir viel mehr davon gewünscht, weil es besser geschrieben und gespielt war, als viele der überflüssigen und konfusen Szenen in der ersten Hälfte des Films.
Das Ende desersten Flirts, als Andys Freundin diesen "Check" mit ihm macht, war auch der erste erfrischende Lacher im Film bei mir
"It's been a long time - and finally, here we are"

Re: Zuletzt gesehener Film

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Überflüssig ist ein schönes Wort. Der Rest vom Film hatte leider einen vergleichbaren Aggregatzustand. Vieles ist inhaltlich ein Verrat des Vorgängers. Hieß der nicht "Der Teufel trägt Prada", weil Meryl Streeps Figur eben ... teuflisch sein sollte? Darauf aufbauend hätte das Sequel "Das altgewordene Schmuse-Großmütterchen trägt auch Prada" heißen müssen. :mrgreen: Schon klar, die Figur ist Kult geworden, und wir alle lieben Meryl Streep, aber das war schlicht und ergreifend das, was man im Internet auch Character Assassination nennt.
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Re: Zuletzt gesehener Film

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Ach Hille. Wäre es denn besser gewesen, wenn sich die Figur in 20 (!) Jahren kein bisschen entwickelt hätte? Ausschließlich die gleichen Blicke und Sprüche, wieder nur angedeutete Probleme im Privaten,...? Ja fand es eher angenehm, dass ihr Charakter etwas mehrdimensionaler wird

Solche Filme zu schreiben ist unendlich schwer, und ein einziger Konflikt. Will man vieles wiederholen, will man die Figuren verändern, und wenn ja wieviel,...
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Re: Zuletzt gesehener Film

11329
Casino Hille hat geschrieben: 2. Mai 2026 13:21 Überflüssig ist ein schönes Wort. Der Rest vom Film hatte leider einen vergleichbaren Aggregatzustand. Vieles ist inhaltlich ein Verrat des Vorgängers. Hieß der nicht "Der Teufel trägt Prada", weil Meryl Streeps Figur eben ... teuflisch sein sollte? Darauf aufbauend hätte das Sequel "Das altgewordene Schmuse-Großmütterchen trägt auch Prada" heißen müssen. :mrgreen: Schon klar, die Figur ist Kult geworden, und wir alle lieben Meryl Streep, aber das war schlicht und ergreifend das, was man im Internet auch Character Assassination nennt.
Ja, kann man so sehen. :) Andererseits ist sie immer noch garstig, lächelt die PC Neuerungen süffisant weg und ist vor allem 20 Jahre älter. Bei vielen - ich hab das schon oft beobachtet - stellt sich eine Altersmilde ein bzw. man ordnet sich "mittiger" ein. Vor diesem Hintergrund kann man die "weichgespülte" Figur auch sehen.
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Re: Zuletzt gesehener Film

11330
Ja, kann man, aber es ist in dem Fall ja ein Symptom dessen, was grundsätzlich bei dem Film schiefläuft. Charakterentwicklungen werden zurückgedreht, damit Figuren sich wieder wie damals benehmen, gleichzeitig sind die Figuren in Teil 2 nicht mehr "sie selbst", sondern vor allem, woran Fans sich erinnern. Miranda ist im Original keine Figur, die man wirklich mögen soll, aber sie ist ikonisch geworden, Fans mögen sie (oder mögen es, sie zu hassen), also spielt Streep jetzt keine logische Weiterentwicklung von Miranda, sondern die Figur, zu der die Fans Miranda in ihrem Kopf zwanzig Jahre lang gemacht haben. Das ist alles sehr anbiedernd - und wenn man ehrlich ist eben voll und ganz PC.

Auch die Auflösung des Plots ist extrem fragwürdig. Der erste Film (und das Buch, auf dem er basiert) hatte einen system- und kapitalismuskritischen Unterton, einen Subtext. Teil 2 hingegen erklärt, dass das System und die Superreichen überhaupt kein Problem sind, solange es töfte Typen (oder Typinnen, weil eben PC-freundlich) sind.

Da geht vieles sehr gegen das Original, und es ist bizarr, dass das von quasi demselben Ensemble samt selber Crew stammt. Sagt aber auch wieder viel darüber aus, wie egal den Leuten bei diesen Nostalgie-Nachklapps das alles ist. Hauptsache Hathaway, Blunt, Tucci und Streep sind wieder zusammen zu sehen, und es "erinnert" irgendwie an den ersten Teil. Das reicht schon. Wer stellt da noch Fragen? Ach ja, 3/10.
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Re: Zuletzt gesehener Film

11331
PC mäßig sehe ich den Film nicht, er greift PC Themen auf und zeigt wie Miranda damit umgeht, für mich eine der gelungensten Aspekte des Films. Er löst sich in Wohlgefallen auf, ok, am Ende haben sich alle lieb, ok, aber das ist nicht PC, das ist von mir aus Mainstream, Disney etc.

Und hätte man Miranda exakt gleich präsentiert wie im Vorgänge hätte es überall geheißen: Null Entwicklung, pure Wiederholung, Einfallslosigkeit und damit erst recht Anbiederung. ich finde das haben sie mit der etwas menschlicheren Miranda ganz gut gelöst.

Was mich gestört hat, ist, dass der Film praktisch keinen Plot hat, das Finale zu lau daher kommt und einige Nebenfiguren komplett überflüssig sind.
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Re: Zuletzt gesehener Film

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danielcc hat geschrieben: 2. Mai 2026 13:40 Hille, du bist einfach irgendwie für einfachen Filmspass nicht mehr empfänglich. Da ist zu viel Kopf und zu wenig Herz :-)
Awww, du kanntest mich vorhin noch so gut, und jetzt liegst du wieder so falsch. Vielleicht brauchen wir mal wieder Paartherapie.
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Re: Zuletzt gesehener Film

11337
Seit der erste Trailer die Prämisse rund um seine ungewöhnlichen Spürnasen etablierte, bestand kein Zweifel daran, wie charmant dieses familienfreundliche Murder Mystery wohl ausfallen würde. Ein paar sprechende Schafe auf der Suche nach dem Mörder ihres Schäfers? Das klingt lustig und niedlich. Und das Ergebnis ist tatsächlich lustig und niedlich, so viel steht fest. Doch es wartet eine angenehme Überraschung: The Sheep Detectives springt viel höher, als es eigentlich nötig gewesen wäre. Klar, die alberne Whodunit-Handlung strapaziert die Lachmuskeln, aber gleichzeitig entpuppt sich die Erzählung als wirklich bewegende Auseinandersetzung mit den Themen Trauer und der Bewusstwerdung der eigenen Sterblichkeit.

Indem sie ländliche Verspieltheit mit diesen schwergewichtigen Themen verknüpfen, gelingt Regisseur Kyle Balda und Drehbuchautor Craig Mazin ein kleines Kunststück, und das nur, weil sie ihrem Publikum voll und ganz vertrauen. Anstatt Kinder mit der geistlosen visuellen Reizüberflutung im Stil heutiger TikTok-Videos zu ködern, vermitteln sie ihre Botschaft mit größter Sorgfalt und finden dabei eine tonale Balance, die subtil genug ist, ohne je ins Kitschige abzugleiten. Selbst die visuellen Effekte, die den schafischen Ermittlern Leben einhauchen, funktionieren ganz wunderbar; denn sie streben keineswegs nach Fotorealismus, sondern setzen stattdessen auf eine ausdrucksstarke, cartoonhafte Ästhetik. Auch die Sprecherleistungen (unter anderem von Bryan Cranston, Julia Louis-Dreyfus, Bella Ramsey und Patrick Stewart) sind nahezu makellos.

Als gemütlicher Ausflug in die britische Provinz und durch das ABC des Kriminalgenres (die Testamentseröffnung, die unrechtmäßige Verhaftung, der lange verschollene Verwandte) wirkt der Film in weiten Teilen wie eine Mischung aus Ein Schweinchen namens Babe und Knives Out. Zwar zünden nicht alle Witze, und das unterhaltsame Slapstick-Potenzial einer Geschichte um tierische Gesetzeshüter hätte sicherlich noch weit mehr Gelegenheiten geboten, sich kopfüber in skurrile Kreativität zu stürzen. Doch für das, was der Film ist, ist er ein wahrhaft wohliges, äh, wolliges Vergnügen. 7/10
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Re: Zuletzt gesehener Film

11338
Casino Hille hat geschrieben: Gestern 20:12 The Sheep Detectives
Jetzt ermitteln sie also schon! Das passiert, wenn man sie rauslässt...

Ich merke grad, von der Buchvorlage hab ich vor ein, zwei Jahren einige Exemplare als Wettbewerbspreis in unserem Magazin verlost.

Ich hab eben Super Happy Forever von Kohei Igarashi gesehen. Ein romantisches Drama aus Japan, das mit eleganter Schlichtheit von einem ganz besonderen Lebensabschnitt in einem Strandhotel und den davon übrig gebliebenen Erinnerungen erzählt. Minimalistisch, aber visuell sehr geschmacksvoll. Leichtfüssig, aber mit emotionaler Gravitas. Und es ist meines Wissens kein Remake oder Sequel. Hat mich super happy gemacht, womöglich forever.
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