Re: Mega Flops - Das Blockbuster Kino geht den Bach runter

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ollistone hat geschrieben: Heute 10:26 In der Serie "Amadeus" wird Mozart von einem Asiaten (Will Sharpe) gespielt und sein Librettist Emanuel Schikaneder von seinem (sehr) Schwarzen. Das ist einfach Quatsch - unabhängig von woke oder anti-woke. Und da es ja nun keinen Mangel an Schauspielern geben sollte, die Mozart darstellen können, bin ich mir sicher, dass die Macher uns damit etwas sagen wollen. Und das ärgert mich dann schon wieder.
Ganz ehrlich gefragt: Was wollen uns die Macher denn damit sagen? Dass Asiaten komponieren und Schwarze schreiben können?
Ich denke, das wissen die meisten eh schon. Und die die es nicht wissen, sind ehrlich gesagt in jeder Hinsicht völlig verloren...
GoldenProjectile hat geschrieben: Heute 11:05 Aber hier ist es eigentlich dasselbe: Mozart und seine Boys & Girls haben übrigens nicht englisch gesprochen.
Exakt, werter Herr Mod Kollege: Warum ist der Engländer Paul Bettany mit Londoner Dialekt als Italo-Österreicher denn okay, aber ein Mozart mit asiatischen Wurzeln geht gar nicht? Weil das eine in der Synchro wegfällt und das andere nicht?

Oder steckt nur in einem von beiden eine "Aussageabsicht" der Macher, und im anderen nicht?
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Re: Mega Flops - Das Blockbuster Kino geht den Bach runter

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Casino Hille hat geschrieben: Heute 12:02 Ganz ehrlich gefragt: Was wollen uns die Macher denn damit sagen?
Das musst du die Produzenten fragen. Aber wenn wir beide uns jetzt mal nicht bewusst dumm stellen, dann verstehen wir, dass dieses Konzept des "colour-blind casting" darauf abzielt, "Stereotype aufzubrechen und die Vielfalt der Gesellschaft realistischer auf der Leinwand widerzuspiegeln." Da schwingt eben eine pädagogische, belehrende Komponente mit, die ich persönlich nicht brauche. Ich weiß, dass die Gesellschaft vielfältig ist. Ich weiß auch, dass Asiaten komponieren und Schwarze schreiben können. Die Frage ist doch, warum es ein Stereotyp sein sollte, Mozart von einem Weißen darstellen zu lassen - das ist halt historisch authentisch. Würde man in einem Biopic über Martin Luther King einen Weißen besetzen? Dürfen sich Weiße nicht für Frieden und Gleichberechtigung einsetzen?

Euren Vergleich mit der Filmsprache verstehe ich nicht, ich sehe da auch wirklich keine Parallele. Mein Gott, warum spricht Luke Skywalker englisch und nicht ... naja, was auch immer man auf Tatooine spricht? Warum heißt der überhaupt Luke Skywalker?
"Der Baggersee war Ozean, die Ente war ein Schwan, ein Topf ein Hut, damals hinterm Mond."

Re: Mega Flops - Das Blockbuster Kino geht den Bach runter

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ollistone hat geschrieben: Heute 12:48 Würde man in einem Biopic über Martin Luther King einen Weißen besetzen?
Man hatte ja auch kein Problem damit, Joel Edgerton in "Exodus" vor zwölf Jahren als ägyptischen Pharao zu casten. Oder John Wayne als Dschinghis Khan oder Alec Guinness als saudi-arabischen Prinzen oder Scarlett Johansson als Japanerin oder eben einen Haufen amerikanischer Hollywood-Stars als Südländer aus dem osmanischen Raum.

Btw: Wie viele Weiße haben nochmal bislang Jesus gespielt? Bei dessen Herkunft ist das ja auch eine sehr ... naja, großzügige Auslegung seiner Ethnie. :wink:
ollistone hat geschrieben: Heute 12:48 Aber wenn wir beide uns jetzt mal nicht bewusst dumm stellen, dann verstehen wir, dass dieses Konzept des "colour-blind casting" darauf abzielt, "Stereotype aufzubrechen und die Vielfalt der Gesellschaft realistischer auf der Leinwand widerzuspiegeln." Da schwingt eben eine pädagogische, belehrende Komponente mit, die ich persönlich nicht brauche.
Das unterstellst du. Vielleicht waren die Darsteller auch jeweils wirklich die Talentiertesten, die am besten die Anforderungen erfüllt haben, die man an die Rolle hatte.
ollistone hat geschrieben: Heute 12:48 Euren Vergleich mit der Filmsprache verstehe ich nicht, ich sehe da auch wirklich keine Parallele.
Beides ist historisch falsch und unpassend. Salieri sprach kein Englisch mit Londoner Einschlag, und Mozart hatte keine asiatischen Gesichtszüge. Aber wir nehmen die eine "Falschheit" als gegeben hin und akzeptieren sie, und stoßen uns dafür an der anderen. Ich möchte ja nur mal die Frage aufwerfen, warum das so ist. Mel Gibson konnte seinen "The Passion of the Christ" auch auf Aramäisch und Hebräisch drehen. Warum geht dann Nolans "The Odyssey" nicht auf Altgriechisch? Quentin Tarantino lässt in "Inglourious Basterds" alle Landsleute in ihren jeweiligen Sprachen sprechen. Wenn er das kann, können es andere auch. Dann kann man nur den Cast nicht mehr mit den immer gleichen Hollywood-Millionären füllen, klar, den sauren Drops müsste man dann lutschen.

Ich verstehe schon, was du mit den "Mozart" und "Martin Luther King" Beispielen bezweckst, und bei historischen Personen lässt sich bis zu einem gewissen Grad sicher über Hautfarben-Entsprechung diskutieren. Aber um zur Ursprungsdiskussion zurückzukehren: Helena aus der "Odyssee" ist eine fiktive Fantasy-Gestalt und kann aussehen, wie immer der jeweilige Neuinterpret einer Verfilmung es für richtig hält. Für die Geschichte ist nur wichtig, dass sie von atemberaubender Schönheit sein muss - so schön, dass ihretwegen tausend Schiffsbesatzungen sich in Bewegung setzen. Geschmack ist sicher subjektiv, aber zumindest ich würde für Lupita Nyong'o ohne zu Zögern in den Krieg ziehen.
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Re: Mega Flops - Das Blockbuster Kino geht den Bach runter

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Casino Hille hat geschrieben: vor 58 Minuten Das unterstellst du. Vielleicht waren die Darsteller auch jeweils wirklich die Talentiertesten, die am besten die Anforderungen erfüllt haben, die man an die Rolle hatte.
Das ist ja gerade das Problem - ich fand Will Sharpe als Mozart total fehlbesetzt. Hätte er einen genialen Mozart gegeben, würde ich über sein Aussehen auch gerne noch hinwegsehen, aber so rechtfertigt eigentlich gar nichts seine Besetzung. Gegen Tom Hulce muss man erstmal anstinken können.

Aber nun gerne zurück zum Thema "Mega Flops".
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