Casino Hille hat geschrieben: Gestern 16:50
Habe ich nicht. Von Netflix Eigenproduktionen stand in meinem Post kein Wort. Den Vergleich hast du aufgemacht.
Das ist natürlich richtig. Weil es eben nach exakt dem Vorwurf klang, bzw. auf genau die gleiche Art und Weise dargestellt wurde, wie die Kritik bei Netflix klingt. Das war dann wiederum von mir nicht ganz fair, das dir mehr oder weniger zu unterstellen.
Casino Hille hat geschrieben: Gestern 16:50
Und ich kann deinen Punkt da auch leider wirklich nicht nachvollziehen. Weil (manche, längst nicht alle) Streaming-Produkte mittlerweile dazu neigen, jede Information dreimal im Dialog zu wiederholen, damit die Leute nebenbei zwei Stunden am Handy hängen können, darf man parallel Nolan nicht mehr für seine überdeutliche Erklärbär-Schreibe kritisieren? Bzw. soll es plötzlich "unfair" sein, wenn man das tut? Sehe ich nicht so.
Natürlich darf man Nolan für seine "Erklärbär-Scheibe", wie du es nennst, kritisieren. Aber es sind für mich zwei völlig unterschiedliche Dinge. Wenn wir eine Figur einen Kühlschrank öffnen sehen, die Kamera zeigt uns einen leeren Kühlschrank und die Person sagt dann "Oh, der Kühlschrank ist leer", dann geht es offensichtlich darum, die Notwendigkeit des Zuschauens zu reduzieren. Wenn in "The Odyssey" aber das Gespräch zwischen Odysseus und Penelope stattfindet und Odysseus zu seinem Bekenntnis ansetzt, dann schneidet die Kamera plötzlich nach Troja um. Doch offenkundig weil sie eben tatsächlich etwas zu zeigen hat. Und Odysseus gibt dann ja auch nicht einfach wieder was die Bilder uns zeigen. Er sagt nicht: "Unsere Männer stürmten durch das Tor... Man reichte mir meine Waffen und wir sind durch die Straßen gezogen. Einige unserer Leute zündeten die Dächer an, andere stürzten sich auf Zivilisten, wieder andere mussten die verbliebene Trojanischen Soldaten abwehren. Sogar Häuser stürzten ein"...., sondern er erzählt uns sein Empfinden, seine Interpretation der Dinge, die für die Story von zentraler Bedeutung sind.
Kann man das als "Erklärbär-Scheibe" empfinden? Natürlich. Aber ist die Kritik, dass man währenddessen auch aufs Handy schauen könnte angebracht? Nein, denn Bild und Monolog gehören hier zwar untrennbar zusammen, geben aber eben nicht das gleiche wieder. Im Kühlschrank-Beispiel verpasst man tatsächlich nichts, wenn man lediglich zuhört, in "The Odyssey" dagegen eine ganze Menge. Die Szene ist offenkundig so konstruiert, dass die verschiedenen Elemente zusammen ein Gesamtbild ergeben, und eben gerade nicht, dass eines der Elemente ausreicht.
Und deshalb geht die Form deiner Kritik, in meinen Augen völlig am Ziel vorbei.
Casino Hille hat geschrieben: Gestern 16:50
Aber gut, okay, wir können uns da gerne annähern. Bei Netflix-Filmen wie "Back in Action" oder der letzten "Stranger Things"-Staffel ist es noch um ein Vielfaches schlimmer als bei der "Odyssee". Ich fands da aber - zumindest an der Stelle, um die es ging - auch schon schlimm und aufdringlich genug. Da du die Szene anders empfindest, mag dir das dann "unfair" vorkommen, aber das sind dann halt einfach unterschiedliche Wahrnehmungen und Meinungen.
Natürlich wird der Unterschied dadurch nochmal größer, das stimmt sicherlich. Aber wie oben erläutert, selbst wenn man bei der Szene nicht das geringste emotional empfindet, sind es rein technisch gesehen völlig unterschiedliche Dinge.
Casino Hille hat geschrieben: Gestern 16:50
Wenn das so ist, dann war es doch überflüssig, das überhaupt zu erwähnen, oder?
Wieso das denn? Nur weil eine Schwäche oder ein Fehler regelmäßig vorkommt, soll man ihn ignorieren? Das sehe ich anders. Ich bitte definitiv darum darauf hingewiesen zu werden, wenn ich mich unfair verhalte. Insbesondere natürlich anderen Menschen gegenüber, aber gerne auch was ein Kunstwerk angeht. Wenn das im richtigen Tonfall passiert halte ich das nicht nur für in Ordnung sondern sogar als sehr hilfreich um als Mensch zu reifen.
Casino Hille hat geschrieben: Gestern 16:50
Und nein, da kommen wir nicht zusammen. Ich sehe diese Vokabel fundamental anders.
Ja gut, da ist dann wohl nix zu machen
