Welcher Film von Christopher Nolan ist der Beste?

Following (1998) (Keine Stimmen)
Memento (2000)
Insgesamt abgegebene Stimmen: 3 (12%)
Insomnia (2002) (Keine Stimmen)
Batman Begins (2005) (Keine Stimmen)
Prestige (2006)
Insgesamt abgegebene Stimmen: 2 (8%)
The Dark Knight (2008)
Insgesamt abgegebene Stimmen: 4 (16%)
Inception (2010)
Insgesamt abgegebene Stimmen: 4 (16%)
The Dark Knight Rises (2012) (Keine Stimmen)
Interstellar (2014)
Insgesamt abgegebene Stimmen: 4 (16%)
Dunkirk (2017)
Insgesamt abgegebene Stimmen: 1 (4%)
Tenet (2020)
Insgesamt abgegebene Stimmen: 3 (12%)
Oppenheimer (2023)
Insgesamt abgegebene Stimmen: 1 (4%)
Die Odyssee (2026)
Insgesamt abgegebene Stimmen: 3 (12%)
Insgesamt abgegebene Stimmen: 25

Re: Grasp for resonant symbols – Die Filme des Christopher Nolan

2236
danielcc hat geschrieben: Gestern 12:29 Hatte übrigens gestern eine relativ kleine Leinwand in merkwürdigem Format. Hat aber wenig bis keinen Unterschied zur ersten IMAX Sichtung gemacht.
Inwiefern merkwürdig? Was gibt es bei euch denn für Formate außer den regulären (und 1.90:1 IMAX)
danielcc hat geschrieben: Gestern 12:29 Aber hey, solange das Marketing funktioniert
Das tut es definitiv. Meine IMAX-Sichtungen hab ich in den September verschoben...
Interessanterweise reagieren die Zuschauer in verschiedenen Ländern ganz unterschiedlich darauf:

- In Süd-Korea geht der Film gerade absolut durch die Decke, hat am zweiten WE das erste überboten und es wird prognostiziert, dass das dritte WE noch erfolgreicher wird. Dadurch tritt der einzigartige Effekt auf, dass der IMAX-Anteil am Gesamteinspielergebnis sinkt, da die IMAX-Screens seit tag 1 unter Volllast laufen und die Zuschauer auf reguläre Leinwände ausweichen müssen.
- In China weigern sich die Zuschauer dagegen regelrecht, den Film auf regulären Leinwänden zu schauen: Die 800 IMAX Leinwände haben bisher mehr Geld eingespielt als die 20 000 restlichen Leinwände, auf denen "The Odyssey" gezeigt wird. 4% der Leinwände sind also für über 50% des Einspiels verantwortlich. Und dort warten die Leute lieber, weshalb das Startwochenende vergleichsweise schwach war, die für chinesischen Verhältnisse absurd starken Wochentage, sowie die ersten Prognosen fürs Wochenende aber auf einen sehr langen Kinorun hindeuten, was für China absolut untypisch ist.

Scheinbar gibt es also große kulturelle Unterschiede, wie das Marketing sich in den unterschiedlichen Ländern auswirkt.
"You only need to hang mean bastards, but mean bastards you need to hang."

Re: Grasp for resonant symbols – Die Filme des Christopher Nolan

2237
danielcc hat geschrieben: Gestern 14:04 Die Verschachtelung der Erzählebenen bei Odyssey mag teilweise recht "simpel" sein, aber sie macht für mich total Sinn und sie ist vor allem nachvollziehbar. Es geht ja um etwas Erlebtes und jetzt nachwirkt. Es geht darum zu zeigen, dass er jahrelang bei Calypso war, und sich langsam wieder erinnert... Dann die Szenen um Troja, die Stück für Stück für ihn wieder greifbarer werden, bis zur "Auflösung".
Wenn es um die Erinnerungen geht stimme ich dir zu. Aber wann der Wechsel von Odysseus nach Ithaka oder Sparta stattfindet ist relativ austauschbar. Das ist gar nicht als Kritik gemeint, ich mag das ja auch, aber ich halte das Lob für überzogen.
danielcc hat geschrieben: Gestern 14:04 Bei Oppenheimer... tja. Da habe ich nix verstanden. Ich wusste einfach gar nicht mehr wer welche Rolle hat, warum das gezeigte wichtig ist, in welcher Abfolge es steht... Mag alles Sinn machen, aber ich habe es nicht geschnallt.
Dann kann ich nur empfehlen den Film nochmal zu schauen. Dann ist eigentlich immer klar zu welchem Zeitpunkt welche Szene spielt. Und warum es wichtig ist sieht man in aller Regel direkt in der nächsten Szene. Deshalb springt der Film ja so wild hin und her - um genau das zu zeigen. Den "Chevallier-Incident" sehen wir beispielsweise aus vier verschiedenen zeitlichen Blickwinkeln - in einer Sequenz. Weil die Bedeutung der Szene vollkommen verpuffen würde, wenn man nur den Dialog in der Küche zeigen würde. Die Bedeutung des Ganzen wird einem direkt durch die nächsten Szenen gezeigt, die zu völlig anderen Zeitpunkten spielen, nahegebracht. Eine lineare Erzählweise wäre hier völlig wirkungslos gewesen.
Aber ja, bei meiner ersten Sichtung konnte ich gerade in den Szenen mit Lewis Strauss auch nicht immer sagen, wann da gerade was spielt. Bzw. erst in der zweiten Hälfte des Films.
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Re: Grasp for resonant symbols – Die Filme des Christopher Nolan

2238
dernamenlose hat geschrieben: Gestern 13:55 Also sorry, das ist aber schon sehr polemisch und unfair.
Meine individuelle Sicht der Dinge ist unfair? Ach Mensch, das tut mir leid.

Nein, mal im Ernst: "Fairness" ist kein Kriterium für mich. War es auch nie.
dernamenlose hat geschrieben: Gestern 13:55 Lange vor release hast du dir eine poetische Umsetzung des Stoffes gewünscht.
Stimmt. Leider hab ich die nicht wirklich bekommen. Aber das hab ich ja auch erwartet.
Und es macht auch gar nichts. Es gab dieses Jahr genug andere Filme, die ich toll fand.
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Re: Grasp for resonant symbols – Die Filme des Christopher Nolan

2239
Im Grunde ist der die imax Bedeutung dann ka überall gleich. Auch in Deutschland laufen die imaxe unter Volllast. Nur weigern sich die Leute nicht den Film auch anders zu sehen


Was ich mit komischen Format meine: meist fährt ja die Leinwand nach den Trailern an der Seite richtig auf um das möglichst breite Format zu zeigen. Hier war das nicht so und damit war die Leinwand echt klein.
"It's been a long time - and finally, here we are"

Re: Grasp for resonant symbols – Die Filme des Christopher Nolan

2240
Casino Hille hat geschrieben: Gestern 14:40 Meine individuelle Sicht der Dinge ist unfair? Ach Mensch, das tut mir leid.
Ach Hille, dann mal meine individuelle Sicht der Dinge: Beiträge wie dieser machen es echt anstrengend mit dir zu diskutieren. Wenn man seine Meinung in ein Forum stellt und jemand reagiert dann mit Argumenten darauf, dann ist es einfach nur schwach sich dann hinter ein simples "Ist halt meine Meinung" zurückzuziehen - und es macht jede vernünftige Diskussion unmöglich. Eigentlich war doch Samedi mal für solche Einzeiler zuständig und nicht du. Ich glaube ich finde es vor allem deshalb so anstrengend (und frustrierend) weil offensichtlich ist, dass du zu anderen Diskussionsbeiträgen in der Lage bist. Ich hab hier im Forum schon unglaublich gewinnbringende und interessante Diskussionen mit dir geführt (auch in diesem Thread), aber eben auch unglaublich frustrierende.
Und ein offenkundiges nicht Ernstnehmen des Gegenübers "Ach Mensch, das tut mir leid" macht es nicht besser.
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Re: Grasp for resonant symbols – Die Filme des Christopher Nolan

2241
Ich nehme hier grundsätzlich jeden ernst, aber meine Meinung mal eben als "unfair" abzukanzeln eröffnet einfach wenig Diskussionsgrundlage. Oder sagen wir es anders: Es macht mir wenig bis keine Lust, nach dieser Vokabel noch eine gehaltvolle Antwort zu verfassen. Hat ja relativ wenig Sinn, wenn das was ich sage sowieso unfair ist und mir damit direkt eine Absicht unterstellt wird.
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Re: Grasp for resonant symbols – Die Filme des Christopher Nolan

2242
danielcc hat geschrieben: Gestern 15:09 Im Grunde ist der die imax Bedeutung dann ka überall gleich. Auch in Deutschland laufen die imaxe unter Volllast. Nur weigern sich die Leute nicht den Film auch anders zu sehen
Das ist richtig. Der Unterschied zwischen Süd-Korea und dem Rest der Welt besteht halt nur darin, dass der IMAX-Anteil sinkt, weil die Gesamtzuschauerzahl weiter steigt, während im Rest der Welt maximal am zweiten WE steigende Zuschauerzahlen zu verzeichnen waren und es danach zu einem langsamen Absinken in den regulären Kinos kam, während die IMAX-Kinos gefüllt blieben. Dadurch steigt der IMAX-Anteil in den meisten Ländern kontinuierlich an. Irgendwann wird das auch in Süd-Korea der Fall sein, aktuell sinkt er aber noch, weil das Besucherwachstum nur von regulären Kinos aufgefangen werden kann.

China ist hier die große Ausnahme, weil hier kaum jemand auf die regulären Kinos ausweicht. Und eine 50%ige IMAX Quote ist schlichtweg absurd hoch. Ich weiß nicht, ob es das schon mal gab...

Bin sehr gespannt ob Japan eher dem koreanischen oder eher dem chinesischen Verlauf ähneln wird.
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Re: Grasp for resonant symbols – Die Filme des Christopher Nolan

2243
Casino Hille hat geschrieben: Gestern 15:20 Ich nehme hier grundsätzlich jeden ernst, aber meine Meinung mal eben als "unfair" abzukanzeln eröffnet einfach wenig Diskussionsgrundlage. Oder sagen wir es anders: Es macht mir wenig bis keine Lust, nach dieser Vokabel noch eine gehaltvolle Antwort zu verfassen. Hat ja relativ wenig Sinn, wenn das was ich sage sowieso unfair ist und mir damit direkt eine Absicht unterstellt wird.
Warum soll eine Absicht unterstellt werden, wenn man von "unfair" redet. Jeder Mensch wird sich regelmäßig unfair verhalten oder zumindest unfair über andere denken, und das passiert oft unterbewusst. Auch meine Einschätzung davon, dass du mich nicht ernst nimmst dürfte unfair gewesen sein, wenn deine Aussage, dass du hier grundsätzlich jeden ernst nimmst, zutreffend ist. In unserer Beurteilung von Dingen sind wir regelmäßig unfair, manchmal bewusst manchmal unbewusst.

Und nein, was du sagst ist definitiv nicht "sowieso unfair". Deinen ersten Punkt "
Casino Hille hat geschrieben: Gestern 12:27 Das ist sie bei Nolan immer. In der Regel muss man dafür nicht mal zur Leinwand gucken. Die Figuren sprechen es in voller Breite aus.
sehe ich beispielsweise absolut nicht als unfair an. Ich stimme ihm nicht vollständig zu, aber das ist ja erst mal egal. Es ist eine völlig legitime Einschätzung. Dann wechselst du aber eben schon rein sprachlich in eine überspitze bis polemische Darstellung:
Casino Hille hat geschrieben: Gestern 12:27 Eigentlich total praktisch. Man kann nebenbei in Ruhe WhatsApp Nachrichten checken oder das runtergefallene Popcorn aufheben, und braucht keine Angst zu haben, etwas Essentielles zu verpassen. Das nennt man Service.
Hier steht ziemlich eindeutig nicht mehr der Inhalt der Aussage im Fokus, sondern die Art und Weise. "Eigentlich total praktisch" und "Das nennt man Service" sind schlichtweg zynische Kommentare. Die darf man gerne so bringen, solche Beiträge können eine trockene inhaltliche Diskussion ja auch auflockern, aber man muss dann halt auch damit rechnen, dass es kritisiert wird.

Und ja, ich halte es für unfair und für nicht zielführend, wenn man einen Nolanfilm (wie auch immer man ihn qualitativ fand) mit der klassischen Netflix Eigenproduktion auf eine Stufe stellt, was das Element des aktiven Schauens angeht. Der eine konzipiert seine Filme für die große Leinwand und volle Konzentration über drei Stunden, die anderen konzipieren ihre Filme exakt für das von dir beschriebene Verhalten (Das hat Matt Damon dieses Jahr ja sogar öffentlich ausgesprochen, obwohl es davor schon ein offenes Geheimnis war). Ich hab absolut kein Problem damit, wenn du sagst, dass du mit dem durchschnittlichen Netflix-Film der letzten Jahre mehr Spaß hattest als mit "The Odyssey". Ich hab auch kein Problem damit, wenn du Nolan "Tell don´t show" vorwirfst. Das halte ich zwar für falsch, ist aber ebenfalls nicht unfair. Ich hätte vermutlich nicht mal ein Problem damit, wenn du behaupten würdest, dass es die Bilder in einem Nolan Film nicht braucht, da die Dialoge ausreichen um alles relevante mitzubekommen. Dem würde ich zwar entschieden widersprechen, aber es wäre nicht unfair. Unfair wird es durch die Art und Weise, wie du den Punkt vorbringst.
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Re: Grasp for resonant symbols – Die Filme des Christopher Nolan

2244
dernamenlose hat geschrieben: Gestern 15:44 Und ja, ich halte es für unfair und für nicht zielführend, wenn man einen Nolanfilm (wie auch immer man ihn qualitativ fand) mit der klassischen Netflix Eigenproduktion auf eine Stufe stellt, was das Element des aktiven Schauens angeht.
Habe ich nicht. Von Netflix Eigenproduktionen stand in meinem Post kein Wort. Den Vergleich hast du aufgemacht. Ich mache mir den nicht zu eigen. Und ich kann deinen Punkt da auch leider wirklich nicht nachvollziehen. Weil (manche, längst nicht alle) Streaming-Produkte mittlerweile dazu neigen, jede Information dreimal im Dialog zu wiederholen, damit die Leute nebenbei zwei Stunden am Handy hängen können, darf man parallel Nolan nicht mehr für seine überdeutliche Erklärbär-Schreibe kritisieren? Bzw. soll es plötzlich "unfair" sein, wenn man das tut? Sehe ich nicht so.

Aber gut, okay, wir können uns da gerne annähern. Bei Netflix-Filmen wie "Back in Action" oder der letzten "Stranger Things"-Staffel ist es noch um ein Vielfaches schlimmer als bei der "Odyssee". Ich fands da aber - zumindest an der Stelle, um die es ging - auch schon schlimm und aufdringlich genug. Da du die Szene anders empfindest, mag dir das dann "unfair" vorkommen, aber das sind dann halt einfach unterschiedliche Wahrnehmungen und Meinungen.
dernamenlose hat geschrieben: Gestern 15:44 Ich hätte vermutlich nicht mal ein Problem damit, wenn du behaupten würdest, dass es die Bilder in einem Nolan Film nicht braucht, da die Dialoge ausreichen um alles relevante mitzubekommen.
Genau das hat mein Beitrag - zugegeben: humorvoll formuliert - ausgesagt (wenngleich auch nur auf eine bestimmte Szene bezogen - oder besser: auf eine bestimmte Art Szene; die "Message"-Szene). Du hast einen Vergleich mit Netflix-Filmen reingelesen, den ich mit keiner Silbe impliziert habe, und dich dann an dem gestört. Kann ich zwar nur halb verstehen (ich finde den Vergleich erstmal völlig zulässig, auch wenn ich ihn selbst für übertrieben halten würde), aber okay. Passiert.
dernamenlose hat geschrieben: Gestern 15:44 In unserer Beurteilung von Dingen sind wir regelmäßig unfair
Wenn das so ist, dann war es doch überflüssig, das überhaupt zu erwähnen, oder? :wink:
Und nein, da kommen wir nicht zusammen. Ich sehe diese Vokabel fundamental anders.

Ansonsten kann ich mich nur wiederholen: Fairness ist kein Kriterium, auf das ich bei sowas Wert lege. Meine Meinung muss nicht fair sein (oder Pseudo-Fairness anstreben). Sie muss nur ehrlich sein.
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Re: Grasp for resonant symbols – Die Filme des Christopher Nolan

2245
Casino Hille hat geschrieben: Gestern 16:50 Habe ich nicht. Von Netflix Eigenproduktionen stand in meinem Post kein Wort. Den Vergleich hast du aufgemacht.
Das ist natürlich richtig. Weil es eben nach exakt dem Vorwurf klang, bzw. auf genau die gleiche Art und Weise dargestellt wurde, wie die Kritik bei Netflix klingt. Das war dann wiederum von mir nicht ganz fair, das dir mehr oder weniger zu unterstellen.
Casino Hille hat geschrieben: Gestern 16:50 Und ich kann deinen Punkt da auch leider wirklich nicht nachvollziehen. Weil (manche, längst nicht alle) Streaming-Produkte mittlerweile dazu neigen, jede Information dreimal im Dialog zu wiederholen, damit die Leute nebenbei zwei Stunden am Handy hängen können, darf man parallel Nolan nicht mehr für seine überdeutliche Erklärbär-Schreibe kritisieren? Bzw. soll es plötzlich "unfair" sein, wenn man das tut? Sehe ich nicht so.
Natürlich darf man Nolan für seine "Erklärbär-Scheibe", wie du es nennst, kritisieren. Aber es sind für mich zwei völlig unterschiedliche Dinge. Wenn wir eine Figur einen Kühlschrank öffnen sehen, die Kamera zeigt uns einen leeren Kühlschrank und die Person sagt dann "Oh, der Kühlschrank ist leer", dann geht es offensichtlich darum, die Notwendigkeit des Zuschauens zu reduzieren. Wenn in "The Odyssey" aber das Gespräch zwischen Odysseus und Penelope stattfindet und Odysseus zu seinem Bekenntnis ansetzt, dann schneidet die Kamera plötzlich nach Troja um. Doch offenkundig weil sie eben tatsächlich etwas zu zeigen hat. Und Odysseus gibt dann ja auch nicht einfach wieder was die Bilder uns zeigen. Er sagt nicht: "Unsere Männer stürmten durch das Tor... Man reichte mir meine Waffen und wir sind durch die Straßen gezogen. Einige unserer Leute zündeten die Dächer an, andere stürzten sich auf Zivilisten, wieder andere mussten die verbliebene Trojanischen Soldaten abwehren. Sogar Häuser stürzten ein"...., sondern er erzählt uns sein Empfinden, seine Interpretation der Dinge, die für die Story von zentraler Bedeutung sind.
Kann man das als "Erklärbär-Scheibe" empfinden? Natürlich. Aber ist die Kritik, dass man währenddessen auch aufs Handy schauen könnte angebracht? Nein, denn Bild und Monolog gehören hier zwar untrennbar zusammen, geben aber eben nicht das gleiche wieder. Im Kühlschrank-Beispiel verpasst man tatsächlich nichts, wenn man lediglich zuhört, in "The Odyssey" dagegen eine ganze Menge. Die Szene ist offenkundig so konstruiert, dass die verschiedenen Elemente zusammen ein Gesamtbild ergeben, und eben gerade nicht, dass eines der Elemente ausreicht.
Und deshalb geht die Form deiner Kritik, in meinen Augen völlig am Ziel vorbei.
Casino Hille hat geschrieben: Gestern 16:50 Aber gut, okay, wir können uns da gerne annähern. Bei Netflix-Filmen wie "Back in Action" oder der letzten "Stranger Things"-Staffel ist es noch um ein Vielfaches schlimmer als bei der "Odyssee". Ich fands da aber - zumindest an der Stelle, um die es ging - auch schon schlimm und aufdringlich genug. Da du die Szene anders empfindest, mag dir das dann "unfair" vorkommen, aber das sind dann halt einfach unterschiedliche Wahrnehmungen und Meinungen.
Natürlich wird der Unterschied dadurch nochmal größer, das stimmt sicherlich. Aber wie oben erläutert, selbst wenn man bei der Szene nicht das geringste emotional empfindet, sind es rein technisch gesehen völlig unterschiedliche Dinge.
Casino Hille hat geschrieben: Gestern 16:50 Wenn das so ist, dann war es doch überflüssig, das überhaupt zu erwähnen, oder?
Wieso das denn? Nur weil eine Schwäche oder ein Fehler regelmäßig vorkommt, soll man ihn ignorieren? Das sehe ich anders. Ich bitte definitiv darum darauf hingewiesen zu werden, wenn ich mich unfair verhalte. Insbesondere natürlich anderen Menschen gegenüber, aber gerne auch was ein Kunstwerk angeht. Wenn das im richtigen Tonfall passiert halte ich das nicht nur für in Ordnung sondern sogar als sehr hilfreich um als Mensch zu reifen.
Casino Hille hat geschrieben: Gestern 16:50 Und nein, da kommen wir nicht zusammen. Ich sehe diese Vokabel fundamental anders.
Ja gut, da ist dann wohl nix zu machen :D
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Re: Grasp for resonant symbols – Die Filme des Christopher Nolan

2246
Ich will mich eigentlich nicht einmischen, nur dieses Argument "Show, don't tell" ist sowas von blödsinnig und überholt. Woher kommt das? Aus der Stummfilmzeit? Ich meine, Kino besteht seit fast 100 Jahren aus Ton und Bildern. Warum kann man nicht beides nutzen? Manchmal ergänzt das eine das andere, manchmal steht es auch bewusst in Gegensatz zueinander. In jedem Fall ist beides gleich wichtig und hat seinen Platz.
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Re: Grasp for resonant symbols – Die Filme des Christopher Nolan

2247
danielcc hat geschrieben: Heute 10:22 Ich will mich eigentlich nicht einmischen, nur dieses Argument "Show, don't tell" ist sowas von blödsinnig und überholt.
Nein, es gilt bis heute, und wird in jedem Dramaturgie-Seminar den Teilnehmern ins Stammhirn geritzt.

Aber "Show, don't tell" meint nicht, dass man keine Dialoge nutzen darf. Auch Dialoge können "Show" statt "Tell" sein - tatsächlich ist ja gerade für Dialoge diese Regel insbesondere gemeint. Und auch Romane sind voll von "Show" statt "Tell", obwohl sie nur aus geschriebener Schrift bestehen. :wink:

Rein faktisch ist das jedenfalls überhaupt nicht überholt, sondern noch immer die oberste Kernregel, um die niemand herumkommt, der sich mit Storytelling beschäftigt.

Also ja, doch, man soll bitte Bilder und Ton nutzen, und im Idealfall gilt fürs visuelle Erzählen wie fürs Dialogschreiben: "Show, don't tell." Aber natürlich ist das nicht immer zu 100 Prozent umsetzbar, sagt auch keiner. Es sollte aber so nah an die 100 Prozent ran wie möglich. Und die Großen Filmemacher, von Ford und Hawks über Hitchcock und Fellini oder Bergman bis Spielberg und Cameron oder Nolan streben genau das auch an.
dernamenlose hat geschrieben: Heute 09:59 Kann man das als "Erklärbär-Scheibe" empfinden? Natürlich. Aber ist die Kritik, dass man währenddessen auch aufs Handy schauen könnte angebracht? Nein, denn Bild und Monolog gehören hier zwar untrennbar zusammen, geben aber eben nicht das gleiche wieder.
Sorry, Nalo, aber genau das stört mich an dieser Diskussion. Du hast nicht die Deutungshoheit darüber, ob diese Kritik angebracht ist oder nicht. Ich finde sie angebracht. Und das ganz unabhängig davon, ob andere Produktionen da noch um ein Vielfaches dummdreister sind. Und nun?
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Re: Grasp for resonant symbols – Die Filme des Christopher Nolan

2248
Nur weil etwas aus einem Seminar stammt, muss es ja nicht richtig sein.
Aber man muss dich für solche Sätze lieben:
Rein faktisch ist das jedenfalls überhaupt nicht überholt, sondern noch immer die oberste Kernregel, um die niemand herumkommt, der sich mit Storytelling beschäftigt.
Man könnte ja auch einfach festhalten, dass der erfolgreichste Regisseur unserer Zeit, der seine eigenen Drehbücher schreibt, es offenbar anders sieht. Aber was weiß ich schon und was weiß der schon :-)
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Re: Grasp for resonant symbols – Die Filme des Christopher Nolan

2249
danielcc hat geschrieben: Heute 11:08 Man könnte ja auch einfach festhalten, dass der erfolgreichste Regisseur unserer Zeit, der seine eigenen Drehbücher schreibt, es offenbar anders sieht.
Tut er nicht. Auch Nolan ist in jedem Film offensichtlich darum bemüht, sich so weit wie möglich an diese Regel zu halten.

Daniel, du hast ja gar nicht verstanden, was "Show" und was "Tell" ist, wenn du das wirklich einfach auf "Visuals vs. Dialoge" herunterbrichst. Ist auch okay, man muss sich da nicht auskennen. Aber das Selbstbewusstsein, mit dem du es dann mal eben vom Tisch bügelst, finde ich bemerkenswert. Zu sagen "Show, don't Tell" sei überholt, ist in etwa gleichzusetzen damit, am kleinen Einmaleins zu zweifeln.

In aller Kürze:

Wenn in einem Roman steht:
"Als die Lichter ausgingen, bekam Annabell plötzlich Angst."
... dann ist das mehr Tell als Show.

Steht in dem Roman aber:
"Annabell hörte die Neonröhren über ihr noch einmal laut knacken, dann sah sie nichts mehr. In völlige Dunkelheit gehüllt blickte sie umher. Ihre Beine begannen zu Zittern, ihr Puls schoss in die Höhe. Sie hörte ihre eigenen Zähne klappern."
... dann ist das mehr Show als Tell.

Und das geht mit Dialogen genauso.

Du kannst eine Figur in einem Film sagen lassen: "Ich habe Hunger", oder du kannst sie jemanden fragen lassen: "Hey, habt ihr noch was von der Pasta übrig?"

Beides kommuniziert dieselbe Info, aber das eine ist langweilig überdeutlich und das andere hat Subtext. Und jeder, vom Kinderbuchautor aus Dortmund bis zu Christopher Nolan und Steven Spielberg, wird wann immer er kann das eine über das andere deutlich bevorzugen.

Es geht halt nicht immer. Manches muss man sehr deutlich aussprechen. Manchmal ist die Abkürzung der richtige Weg. Aber in 99 von 100 Fällen entscheidet sich jeder, der halbwegs Geschichten erzählen kann, für "Show, don't tell".
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Re: Grasp for resonant symbols – Die Filme des Christopher Nolan

2250
Casino Hille hat geschrieben: Heute 10:57 Sorry, Nalo, aber genau das stört mich an dieser Diskussion. Du hast nicht die Deutungshoheit darüber, ob diese Kritik angebracht ist oder nicht.
Sorry Hille, aber genau das stört mich an dieser Diskussion. Du kannst nicht in absoluten Formulierungen schreiben und dich dann daran stören, wenn es jemand anderes auch tut...
Casino Hille hat geschrieben: Heute 10:57 Und das ganz unabhängig davon, ob andere Produktionen da noch um ein Vielfaches dummdreister sind.
Es geht nur halt nicht um dummdreister, sondern um ein völlig anderes Prinzip. Aber gut, das wird wohl nichts...
"You only need to hang mean bastards, but mean bastards you need to hang."