Re: Zuletzt gesehener Film

10111
Ich bin bei dem Fall eher auf Seiten Depps, hoffe auf ein paar gesellschaftliche Änderungen in der Wahrnehmung häuslicher Gewalt im Hinblick auf Opfer-Täterdynamiken, aber denke mal dass das Ganze nur eine unrelevante Fußnote bleibt und grundsätzliche Dinge wie Gamma Bias und Gender Empathy Gap im Hinblick auf häusliche Gewalt und die Wahrnehmung und Akzeptanz von Opfer- und Täterdynamiken unverändert bleiben.
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Re: Zuletzt gesehener Film

10112
Von diesen merkwürdigen Fachbegriffen habe ich noch nie gehört, aber ich würde mir auch wünschen, dass in Fällen von häuslicher Gewalt gegen Männern den Opfern mehr Gehör geschenkt wird. Depp deshalb zu einer Symbolfigur für dieses Anliegen zu machen ist nur halt ziemlicher Käse und geht mir in den Sozialen Netzwerken stark gegen den Strich. Da liest man dann absurd reißerische Headlines à la "5 MINUTES of Amber Heards Lawyers FAILING HARD | Johnny in tears Laughing", die vollkommen an den Haaren herbeigezogen sind und hinter denen sich manipulative Zusammenschnitte verbergen – und oft so tun, als wenn die Vorwürfe gegen Depp in einem gänzlich luftleeren Raum aufgekommen wären. Natürlich gilt für ihn die Unschuldsvermutung, das sehe ich wie Anatol – nur gilt die auch für Amber Heard, was mediale Kampagnen à la #JusticeForJohnnyDepp gekonnt ignorieren. Da machen es sich die Schreihälse im Netz, die Heard jetzt peinlicherweise "toxische Weiblichkeit" ( :mrgreen: ) unterstellen, etwas sehr einfach.
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Re: Zuletzt gesehener Film

10113
Ich muss gestehen, ich habe sehr große Teile des Prozesses bisher live mitverfolgt und finde das deutlich spannender als das allermeiste was ich seit Jahren zumindest im TV gesehen habe. Sensationell, was man da alles erfährt und lernt.

Wer da am Ende Recht bekommt und ob es sowas wie gut oder böse hier überhaupt gibt, ist mir fast egal. Allerdings gestehe ich gerne, dass mir Depp LICHTJAHRE sympathischer ist als diese Amber, deren Aussagen bisher aus meiner Sicht eine unterirdische schauspielerische Qualität offenbarten.
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Re: Zuletzt gesehener Film

10115
Sondervorstellung
iHaveCNit: Nawalny (2022) – Daniel Roher – DCM
Deutscher Kinostart: 05.05.2022
gesehen am 10.05.2022 in OmU
Arthouse-Kinos Frankfurt – Cinema – Studio – Reihe 3, Platz 1 – 17:45 Uhr

Sehr interessanter und spannender Dokumentarfilm, in dem der russische Anwalt und Oppositionspolitiker Alexej Nawalny begleitet wird. Der Film beleuchtet dabei vor allem den Zeitraum vom Giftanschlag auf einem Linienflug über die Überführung nach Deutschland, die Erholung im deutschen Exil, die Aufdeckung des Anschlags sowie den Rückflug nach Russland. Dabei gibt es durchaus auch zum Teil sehr intime Momente der Familie Nawalny aber auch spannende und schockierende Momente, die doch zeigen, welche Risse im sonst so unfehlbaren russischen Staatsapparat vorliegen und welchen Einfluss die oppositionelle Arbeit Nawalnys in der russischen Bevölkerung. Da der Dokumentarfilm jedoch sehr pro Nawalny eingestellt ist, werden kritische Untertöne relativ oberflächlich behandelt und einen tieferen Einblick in seine Motivation und den Aufbau seiner Organisation sucht man auch in diesem an einen Politthriller erinnernden Dokumentarfilm vergebens.
„Nawalny“ - My First Look – Ohne Wertung
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Re: Zuletzt gesehener Film

10116
iHaveCNit: Dog (2022) – Reid Carolin / Channing Tatum – Leonine Studios
Deutscher Kinostart: 19.05.2022
gesehen am 11.05.2022 in der Sneak
Kinopolis Main-Taunus-Zentrum – Kino 10 – Reihe 9, Platz 13 – 21:00 Uhr


In meiner nächsten Sneak bin ich zum Einen auf den Hund gekommen und zum Anderen konnte ich hier bereits einen Filmstart aus der Woche des 19.05.2022 abhaken. Die Rede ist natürlich von „Dog“, in dem Channing Tatum nicht nur in der Hauptrolle zu sehen ist, sondern auch gemeinsam mit Reid Carolin den Film inszeniert hat.

Jackson Briggs ist ein ehemaliger US-Soldat, der nach einer Verwundung am Kopf nicht mehr als Soldat arbeiten kann, sich jedoch während er Gelegenheitsjobs nachgeht nicht von dem Job als US-Soldat loslassen kann. Bis er einen Anruf von seiner ehemaligen Einheit bekommt und scheinbar wieder gebraucht wird. Ein guter Kamerad von damals ist gefallen und dessen Verwandte in Nogales im Bundesstaat Arizona haben als letzten Wunsch geäußert, dass der Spürhund des gefallenen Soldaten an der Beerdigung teilnehmen soll. Hier kommt Briggs ins Spiel, der die traumatisierte und sehr kampfeslustige Lulu dorthin bringen soll. Ein skurriler, aber auch heilender Roadtrip wartet auf die Beiden.

„Dog“ hat mir durchaus gefallen. Der in klassischen und typischen Bahnen verlaufende Road-Movie bietet natürlich eine abwechslungsreiche Portion aus unterschiedlichsten Momenten, die von komisch, über spannend bis hin zu leicht emotional reichen. Dabei versucht der Film immer eine Spur Komödie zu sein, was dem Film nicht immer gelingt, weil er natürlich im Herzen eigentlich eine Spur Drama ist, dass durch diese Unausgewogenheit und Sprunghaftigkeit etwas knöchern wirkte und nie tief genug in seine angesprochenen Themen geht mit dem Fokus auf die typische Wohlfühlatmosphäre. Da natürlich im Film auch ein Hund ein wichtige Rolle spielt und sich mit der Zeit das Thema des Tierwohls in unserer Gesellschaft eingefunden hat, sollte natürlich auch das Tierwohl der Hunde/des Hundes bei den Dreharbeiten im Auge behalten werden. Da ich hierzu im Vorfeld keine beziehungsweise keine negativen Stimmen vernommen habe, stehe ich diesem Film in diesem Bezug relativ neutral gegenüber so dass dies kein letztendlicher Bestandteil meiner Wertung des Films ist. Des weiteren legt der Film natürlich einen leichten Fokus auf die Art, wie verloren sich US-Soldaten fühlen, wenn sie sowohl nicht mehr ihrer Arbeit nachgehen können als auch den beschwerlichen normalen Weg gehen müssen und die Hürden, die ihnen hierfür sowohl Staat als auch Gesellschaft in den Weg stellen. Ebenso sind Themen wie Verletzungen und posttraumatische Belastungsstörungen bei sowohl Mensch als auch Tier ein Thema des Films, die jedoch nur grob und oberflächlich angetastet werden. Aber die kritischen Töne hier klingen kritischer als ich den Film letztendlich gefunden habe. Klar könnte man ihm vorwerfen ein wenig zu patriotisch zu sein, aber das ist für mich kein Problem. Und natürlich die Motivation für Tatum, diesen Film unter anderem wie ich gelesen habe für seinen eigenen verstorbenen Hund zu drehen ist durchaus ein Faktor, den ich dem Film positiv zugute halten möchte.

„Dog“ – My First Look – 7/10 Punkte
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Re: Zuletzt gesehener Film

10119
craigistheman hat geschrieben: 12. Mai 2022 01:55
Casino Hille hat geschrieben: 3. Mai 2022 23:29 Ich ha-ha-hasse "Die fabelhafte Welt der Amelie". Ein grauenvoller Film über eine unsympathische Person, die mir als "süß" aufgedrängt wird.
Ein geradezu faschistisches Machwerk dieser Postkartenkitsch
Harter Vorwurf. Kannst Du das näher erläutern? Vermutlich, weil es die Kritik gibt, ein Paris ohne POC etc. zu zeigen?
#Marburg2026

Ho hey ho

Re: Zuletzt gesehener Film

10120
Ja, mit "faschistisch" kann ich auch nicht viel anfangen. Aber der Film ist grauenvoll und doch, Maibaum, da pilchert es an allen Ecken und Enden. Hätte ich ihn alleine gesehen, hätte ich diese Diabetes-Atombombe nie beenden können.
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Re: Zuletzt gesehener Film

10122
Ich war bei der Erstsichtung begeistert und fasziniert, kann aber durchaus verstehen, warum einige mit "Amelie" überhaupt nichts anfangen können und es nahezu "hassen" - wobei "Hass" an dieser Stelle ein viel zu hartes Wort ist.
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Re: Zuletzt gesehener Film

10124
iHaveCNit: Firestarter (2022) – Keith Thomas – Universal
Deutscher Kinostart: 12.05.2022
gesehen am 12.05.2022
Kinopolis Main-Taunus-Zentrum – Kino 7 – Reihe 13, Platz 15 – 20:15 Uhr


Im Rahmen der Kooperation von Universal und der Horrorschmiede Blumhouse kommt es durchaus auch in letzter Zeit zu Neuauflagen diverser Klassiker des Genres. Dazu gehört nun auch die Neuverfilmung der Stephen-King-Buch-Verfilmung „Der Feuerteufel“ aus den 80ern mit dem Namen „Firestarter“, den ich mir im Kino angesehen habe.

Andy und Vicky besitzen telekinetische Kräfte und beide haben in jungen Jahren an Experimenten einer geheimen Organisation teilgenommen. Da das Paar jedoch eine Tochter namens Charlie bekommen hat, die über pyrokinetische Kräfte verfügt, und sie nicht möchten, dass Charlie in die Hände der Organisation kommt, sind sie ständig auf der Flucht und versuchen im Alltag komplett auf die Fähigkeiten zu verzichten, damit sie kein Aufsehen erregen. Bis Charlie einen Wutanfall in der Schule bekommt und die Organisation auf ihre Spur kommt.

Mit 95 Minuten ist „Firestarter“ eine relativ kurze und kompakte Nummer geworden. Nur mit dem Notwendigsten an Informationen steigt man in den Film ein, der relativ kompromiss- und schnörkellos bis an sein Ende gelangt. Der Film hatte dabei einige gute Momente, die mir gefallen haben, sei es durch den Aufbau von Spannung, der Musik und auch dem gebotenen Grad an Gewalt und den damit verbundenen Effekten. Trotz allem und der kurzen Laufzeit gab es dann doch noch den ein oder anderen Durchhänger und auch der gesamte Verlauf des Films war weitestgehend überraschungsarm, womit ich für den Film nicht wirklich brenne und sich nur eine laue Flamme bietet, die durchaus mehr Potential gehabt hätte.

„Firestarter“ – My First Look – 6/10 Punkte
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Re: Zuletzt gesehener Film

10125
The North Sea (John Andreas Andersen)

Netter Neo-Katastrophenfilm aus Norwegen, welcher neben der Genre-typischen Destruktionsaction durchaus auch etwas zum Nachdenken an Bord hat (durch die Grundprämisse, eine mutmaßlich durch Menschenhand und jahrzehntelange Umweltausbeutung ausgelöste Naturkatastrophe). Auch tricktechnisch kann sich North Sea problemlos mit seinen US-Pendants messen, Im Gegenteil hat er hier teilweise sogar die Nase vorn, da er sehr geschickt die gelungenen digitalen Effekte mit Location-Drehs verbindet. Einziger echter Kritikpunkt, aber das ist dann auch ein schmerzlicher, ist die Tatsache, dass der Film irgendwie nie so richtig Fahrt aufnehmen will. Man hat immer den Eindruck, dass Handlung und Action mit angezogener Handbremse ablaufen, was schade ist, da der Film ansonsten eigentlich vieles richtig macht. Für Genre-Fans aber dennoch allemal einen Blick wert.

6,5 / 10
"Ihr bescheisst ja!?" - "Wir? Äh-Äh!" - "Na Na!"