Re: Mega Flops - Das Blockbuster Kino geht den Bach runter
Verfasst: 9. Juni 2026 11:05
Aber hier ist es eigentlich dasselbe: Mozart und seine Boys & Girls haben übrigens nicht englisch gesprochen.
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Ganz ehrlich gefragt: Was wollen uns die Macher denn damit sagen? Dass Asiaten komponieren und Schwarze schreiben können?ollistone hat geschrieben: Heute 10:26 In der Serie "Amadeus" wird Mozart von einem Asiaten (Will Sharpe) gespielt und sein Librettist Emanuel Schikaneder von seinem (sehr) Schwarzen. Das ist einfach Quatsch - unabhängig von woke oder anti-woke. Und da es ja nun keinen Mangel an Schauspielern geben sollte, die Mozart darstellen können, bin ich mir sicher, dass die Macher uns damit etwas sagen wollen. Und das ärgert mich dann schon wieder.
Exakt, werter Herr Mod Kollege: Warum ist der Engländer Paul Bettany mit Londoner Dialekt als Italo-Österreicher denn okay, aber ein Mozart mit asiatischen Wurzeln geht gar nicht? Weil das eine in der Synchro wegfällt und das andere nicht?GoldenProjectile hat geschrieben: Heute 11:05 Aber hier ist es eigentlich dasselbe: Mozart und seine Boys & Girls haben übrigens nicht englisch gesprochen.
Das musst du die Produzenten fragen. Aber wenn wir beide uns jetzt mal nicht bewusst dumm stellen, dann verstehen wir, dass dieses Konzept des "colour-blind casting" darauf abzielt, "Stereotype aufzubrechen und die Vielfalt der Gesellschaft realistischer auf der Leinwand widerzuspiegeln." Da schwingt eben eine pädagogische, belehrende Komponente mit, die ich persönlich nicht brauche. Ich weiß, dass die Gesellschaft vielfältig ist. Ich weiß auch, dass Asiaten komponieren und Schwarze schreiben können. Die Frage ist doch, warum es ein Stereotyp sein sollte, Mozart von einem Weißen darstellen zu lassen - das ist halt historisch authentisch. Würde man in einem Biopic über Martin Luther King einen Weißen besetzen? Dürfen sich Weiße nicht für Frieden und Gleichberechtigung einsetzen?Casino Hille hat geschrieben: Heute 12:02 Ganz ehrlich gefragt: Was wollen uns die Macher denn damit sagen?
Man hatte ja auch kein Problem damit, Joel Edgerton in "Exodus" vor zwölf Jahren als ägyptischen Pharao zu casten. Oder John Wayne als Dschinghis Khan oder Alec Guinness als saudi-arabischen Prinzen oder Scarlett Johansson als Japanerin oder eben einen Haufen amerikanischer Hollywood-Stars als Südländer aus dem osmanischen Raum.ollistone hat geschrieben: Heute 12:48 Würde man in einem Biopic über Martin Luther King einen Weißen besetzen?
Das unterstellst du. Vielleicht waren die Darsteller auch jeweils wirklich die Talentiertesten, die am besten die Anforderungen erfüllt haben, die man an die Rolle hatte.ollistone hat geschrieben: Heute 12:48 Aber wenn wir beide uns jetzt mal nicht bewusst dumm stellen, dann verstehen wir, dass dieses Konzept des "colour-blind casting" darauf abzielt, "Stereotype aufzubrechen und die Vielfalt der Gesellschaft realistischer auf der Leinwand widerzuspiegeln." Da schwingt eben eine pädagogische, belehrende Komponente mit, die ich persönlich nicht brauche.
Beides ist historisch falsch und unpassend. Salieri sprach kein Englisch mit Londoner Einschlag, und Mozart hatte keine asiatischen Gesichtszüge. Aber wir nehmen die eine "Falschheit" als gegeben hin und akzeptieren sie, und stoßen uns dafür an der anderen. Ich möchte ja nur mal die Frage aufwerfen, warum das so ist. Mel Gibson konnte seinen "The Passion of the Christ" auch auf Aramäisch und Hebräisch drehen. Warum geht dann Nolans "The Odyssey" nicht auf Altgriechisch? Quentin Tarantino lässt in "Inglourious Basterds" alle Landsleute in ihren jeweiligen Sprachen sprechen. Wenn er das kann, können es andere auch. Dann kann man nur den Cast nicht mehr mit den immer gleichen Hollywood-Millionären füllen, klar, den sauren Drops müsste man dann lutschen.ollistone hat geschrieben: Heute 12:48 Euren Vergleich mit der Filmsprache verstehe ich nicht, ich sehe da auch wirklich keine Parallele.
Das ist ja gerade das Problem - ich fand Will Sharpe als Mozart total fehlbesetzt. Hätte er einen genialen Mozart gegeben, würde ich über sein Aussehen auch gerne noch hinwegsehen, aber so rechtfertigt eigentlich gar nichts seine Besetzung. Gegen Tom Hulce muss man erstmal anstinken können.Casino Hille hat geschrieben: Heute 13:08 Das unterstellst du. Vielleicht waren die Darsteller auch jeweils wirklich die Talentiertesten, die am besten die Anforderungen erfüllt haben, die man an die Rolle hatte.
Nun, ich sehe da schon einen Unterschied. Wenn man im eigenen Land einen Film über Mozart dreht und dieses Land nicht deutschsprachig ist, dann ist es unumgänglich ihn Englisch oder etwas anderes sprechen zu lassen. Außer man will 99% der potentiellen Zuschauer verlieren. Und natürlich hat Mozart nicht Englisch gesprochen.Casino Hille hat geschrieben: Heute 12:02
Oder steckt nur in einem von beiden eine "Aussageabsicht" der Macher, und im anderen nicht?
Jup, genau, deshalb die vielen Beispiele, in denen umgekehrt eben auch weiße Darsteller Rollen verkörpert haben, die man schlicht mit ethnisch authentischeren Darstellern hätte besetzen können. Joel Edgerton, Aaron Paul, Sigourney Weaver und Co. als Ägypter in "Exodus"? Angelina Jolie als Afro-Kubanerin in "A Mighty Heart"? Emma Stone als asiatisch stämmige Hawaiianerin in "Aloha"? Alle weißen Kinder in "Die Legende von Aang" als asiatische Charaktere? James Caviezel als Jesus in "The Passion of the Christ"? Oder wenn wir Jesus als historische Figur zählen: so gut wie jeder Darsteller, der Jesus je gespielt hat?vodkamartini hat geschrieben: vor 51 Minuten Ihn aber mit einem Asiaten oder Schwarzen zu besetzten ist eine ganz andere Sache. Denn auch ohne Photos wissen wir ziemlich genau,wie Mozart aussah und will ich einigermaßen historisch korrekt sein, dann sind die genannten Besetzungen völliger Blödsinn.
Das habe ich doch aber geschrieben. Die eine historische Ungenauigkeit / bzw. Falschheit wird als "gegeben" und "muss halt so sein" akzeptiert und hingenommen, bei der anderen brennt gerne mal das Internet, wenn Darsteller oder Darstellerin XY "zu dunkel" oder "zu asiatisch" gerät. Man darf durchaus hinterfragen, warum das so ist, und wenn man schon den Machern eine ideologische Agenda unterstellt, würde ich mindestens der Hälfte der Kritisierenden ebenfalls eine ideologische Agenda unterstellen, und keine vorteilhafte im übrigen.vodkamartini hat geschrieben: vor 51 Minuten Wenn man im eigenen Land einen Film über Mozart dreht und dieses Land nicht deutschsprachig ist, dann ist es unumgänglich ihn Englisch oder etwas anderes sprechen zu lassen. Außer man will 99% der potentiellen Zuschauer verlieren. Und natürlich hat Mozart nicht Englisch gesprochen.
Ich kann mich schon erinnern, dass es bei Exodus Diskussionen gab und das völlig zu Recht. Was da zusammen gerastet wurde als Ägypter ist wirklich zum Kringeln.Casino Hille hat geschrieben: vor 40 MinutenJup, genau, deshalb die vielen Beispiele, in denen umgekehrt eben auch weiße Darsteller Rollen verkörpert haben, die man schlicht mit ethnisch authentischeren Darstellern hätte besetzen können. Joel Edgerton, Aaron Paul, Sigourney Weaver und Co. als Ägypter in "Exodus"? Angelina Jolie als Afro-Kubanerin in "A Mighty Heart"? Emma Stone als asiatisch stämmige Hawaiianerin in "Aloha"? Alle weißen Kinder in "Die Legende von Aang" als asiatische Charaktere? James Caviezel als Jesus in "The Passion of the Christ"? Oder wenn wir Jesus als historische Figur zählen: so gut wie jeder Darsteller, der Jesus je gespielt hat?vodkamartini hat geschrieben: vor 51 Minuten Ihn aber mit einem Asiaten oder Schwarzen zu besetzten ist eine ganz andere Sache. Denn auch ohne Photos wissen wir ziemlich genau,wie Mozart aussah und will ich einigermaßen historisch korrekt sein, dann sind die genannten Besetzungen völliger Blödsinn.
Wo stört es uns, wo nicht? Wo ist das Internet in seiner Kritik laut, wo nicht?
Das habe ich doch aber geschrieben. Die eine historische Ungenauigkeit / bzw. Falschheit wird als "gegeben" und "muss halt so sein" akzeptiert und hingenommen, bei der anderen brennt gerne mal das Internet, wenn Darsteller oder Darstellerin XY "zu dunkel" oder "zu asiatisch" gerät. Man darf durchaus hinterfragen, warum das so ist, und wenn man schon den Machern eine ideologische Agenda unterstellt, würde ich mindestens der Hälfte der Kritisierenden ebenfalls eine ideologische Agenda unterstellen, und keine vorteilhafte im übrigen.vodkamartini hat geschrieben: vor 51 Minuten Wenn man im eigenen Land einen Film über Mozart dreht und dieses Land nicht deutschsprachig ist, dann ist es unumgänglich ihn Englisch oder etwas anderes sprechen zu lassen. Außer man will 99% der potentiellen Zuschauer verlieren. Und natürlich hat Mozart nicht Englisch gesprochen.
Umgekehrt: Ich frage mich inwieweit eine rechts-konservative Bubble eigentlich konsequent ist, die mit weißen Jesus-Darstellern kein Problem hat, aber sich an schwarzen Helena-Darstellerinnen stört, und die finden, man solle sich nicht so anstellen wenn Indianer von Deutschen und Franzosen verkörpert werden, aber umgekehrt Schweißausbrüche kriegen, wenn Mozart asiatische Augenpartien hat.danielcc hat geschrieben: vor 39 Minuten Ich frage mich inwieweit eine links-woke Bubble eigentlich konsequent ist