Re: Zuletzt gesehener Film

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Habe den Astronauten heute auch gesehen - guter Film, interessanter Plot, ein fantastischer Ryan Gosling (-> Oscarnominierung fix!?), witzig, spannend und unterhaltsam, vereinzelt fast „too much“ aber noch OK, und insgesamt vielleicht um 15 min zu lange? Und ja, großartige Bilder und Effekte, gemacht für die große Kinoleinwand - spitze!

Eine gute 8/10 für mich.
Bond... JamesBond.de

Re: Zuletzt gesehener Film

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Ich muss übrigens gestehen, dass ich so sehr auf die Situationskomik geachtet habe, dass ich vom eigentlichen Plot und der Lösung des Problems nichts mitbekommen habe. Fand das auch irgendwie konfus: erst entdecken sie den Strahl, dann wird dieser Strahl auf einmal als Antrieb fürs Raumschiff genutzt, dann ist der Strahl böse, oder doch wieder gut,... Vielleicht mag mir das jemand erklären :-)
"It's been a long time - and finally, here we are"

Re: Zuletzt gesehener Film

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Der Magier im Kreml (OV)

Habe mir ihn gestern Nacht angeschaut. Kann ich nicht empfehlen. Wirkt wie eine 140 Minuten lange Geschichtsstunde. Einmal Russland/Sowjetunion von 80ern bis heute.
Wenig erzählerische Raffinesse. Zudem wirkt der Hauptdarsteller (Paul Dano) merkwürdig theatralisch, und jeder seiner Sätze klingt wie ein abgelesener Satz aus einem Lehrbuch.

Jude Law als Putin war irgendwie auf skurrile Weise interessant. Einzig die Vikander konnte mich überzeugen.
"It's been a long time - and finally, here we are"

Re: Zuletzt gesehener Film

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Gerade Stromberg 2025 gesehen, eine mittelgroße Enttäuschung. Die Macher lassen Bernd wie gewohnt auf die Pauke hauen um ihn gleich darauf wieder die Holzschlägel wegzunehmen und zu sagen: Du böser, böser Junge, das macht man aber (heutzutage) nicht (mehr).

Das funktioniert nicht, weil es anbiedernd wirkt. Auch die eingebaute Tragik passt nicht. Schade.
http://www.vodkasreviews.de


https://www.ofdb.de/autor/reviews/45039/

Re: Zuletzt gesehener Film

11316
Ja, Wokeaganda. Und damit fünf Jahre zu spät dran.

Ein Film, der sein Publikum für dumm verkauft, und uns ständig sagen will: "Das Verhalten von Stromberg ist heute aber nicht mehr okay." Ja, danke, ach was, war es 2005 doch auch schon nicht. Deshalb hat er ständig auf die Schnauze bekommen und sich zum Affen gemacht.

Der Witz war schon immer, dass Stromberg Dinge sagt, die nicht gehen, die politisch unkorrekt sind. Deshalb heißt das Fremdscham-Comedy. 20 Jahre später noch die Erklärung für ganz Dumme nachzuschieben wirkt einfach peinlich.
https://filmduelle.de/
https://letterboxd.com/casinohille/

Let the sheep out, kid.

Re: Zuletzt gesehener Film

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Diesen doppelten Boden zum Thema "darf man nicht sagen" fand ich gar nicht das Problem. Für mich war es eher die wirklich unpassende Tragik. Man will doch den Bern schauen um sich fremdzuschämen aber auch Spaß mit ihm zu haben. Wenn er dann wirklich zur tragischen Figur wird, dann ist der Spaß irgendwie weg
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Re: Zuletzt gesehener Film

11323
@Hille? Hast du Prada gesehen? Haha, ich musste an dich denken. Der Film macht ja genau das was Stromberg gemacht hat. Du wirst es "lieben"


Ich weiß gar nicht so genau, was ich von der späten Fortsetzung halten soll. Ich bin großer Fan des ersten Films, und hatte diesen auch gestern noch mal gesehen. Als solcher war ich regelrecht nervös im Kino, und das ist nie eine gute Voraussetzung für Kinogenuss. Wahrscheinlich wäre eine Zweitsichtung (und dann in der OV) empfehlenswert.

Zunächst ist es beachtlich wen man für diesen Film (wieder) zusammengetrommelt hat, nämlich nicht nur die grandiosen vier Hauptdarsteller. Auch die Liste der hochkarätigen Cameos diverser Designer und Promis bis hinzu einem ganzen "Live"-Song von Lada Gaga ist beeindruckend und trägt zum hochwertigen Charakter des Films bei. Gleiches gilt für die Mode, die Ausstattung, die Locations, etc. Der ganze Film wirkt einfach sehr edel. Alle spielen ihre Rollen praktisch wie damals und - erschreckenderweise - sehen auch nach 20 Jahren genau so aus. Hathaway ist großartig in ihrer Mimik, übertreibt es aber manchmal mit ihrer gespielten Hibbeligkeit. Wie es Emily Blunt schafft, mühelos von Oscar-Rollen zu dieser Klischee-Rolle zu wechseln, ist einmalig. Streep brilliert wieder als eiskalte Mode-Ikone, wobei der Film ihrem Charakter deutlich mehr privaten Raum gibt, was gleichermaßen ungewohnt wie auch erfrischend ist. Emotionales Herz ist wieder Stanley Tucci, dessen liebenswerter Nigel auch einen der absoluten Herzensmomente bekommt. Leute wie Branagh und Lucy Liu ergänzen einen großartige Cast, während New York und Mailand praktisch zu eigenen Charakteren werden.

Doch irgendwas will nicht so zünden wie damals. In der ersten Hälfte fehlt es dem Film an Flow. Zu sehr bemühen sich Drehbuch und Regie darum und die Figuren anhand von Wiederholungen des ersten Teils näher zu bringen, dabei kennen wir diese doch all zu gut, und warten auf eine NEUE Story. A propos Story. Es dauert lange bis der Film überhaupt weiß, was er eigentlich erzählen will. Hier zeigt sich das Problem im Vergleich zum Vorgänger. Dieser lebt davon, dass er all die einzigartigen Figuren mit ihren Ecken und Kanten und Macken einführen kann und in Stellung bring. Dem Sequel fällt es schwer, jetzt mit diesen Figuren wirklich etwas anzustellen. Der Film dann auch teilweise zu viel, indem er gesellschaftliche Probleme und Veränderungen im Konsumverhalten und der Medienbranche thematisiert. Durch den ganzen Film fallen auch einige Unarten des heutigen Kinos auf: Häufig werden Dinge wiederholt, als gehe man davon aus, dass auch die Kinozuschauer die ganze Zeit am Smartphone seien. Unschön ist auch, dass der Film keine klare Erzählperspektive zu haben scheint. Man hat das Gefühl, hier fehle es an Stringenz, und so wechselt man oft zwischen Miranda, Andy, Emily oder ganz anderen Figuren.
Das Ganze wird dann deutlich besser in der zweiten Hälfte. Endlich gibt es eine Story mit einer Mission, es kommt mehr Tempo in die Sache. Erstaunlich gut funktioniert Andys Flirt/Romanze, und man wünscht sich fast mehr davon.
Das Ende ist versöhnlich und bietet wohl genau das, was alle Fans wollen.
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