Re: Das Kino - Erfahrungen, Erlebnisse, Entwicklungen
166Ja, kann ich bestätigen. Sehr starker Film! 
"Wo man lacht, da lass dich ruhig nieder. Böse Menschen lachen immer wieder."
Diese Kritik kann ich persönlich überhaupt nicht nachvollziehen. Mercurys Privatleben wurde im Film sehr wohl ziemlich ausführlich behandelt und man hat auch seine Schattenseiten nicht ausgespart. Einen solchen Film, bei dem es ja auch nicht nur um ihn geht, nur darauf zu fokussieren, wäre doch arg deplatziert gewesen.vodkamartini hat geschrieben: 20. November 2018 15:59 dass man Mercurys ausschweifendes Privatleben sehr in den Hintergrund drängte (was man durchaus kritisieren kann)
Ob der Film eine Jugendfreigabe erhält, ist mir persönlich ziemlich egal. Aber ich wüsste echt nicht, warum man im Film noch mehr Party hätte zeigen sollen als ohnehin schon. Hätte der Film deiner Meinung nach länger sein sollen oder was hättest du lieber weggelassen?vodkamartini hat geschrieben: 20. November 2018 17:58 Würde man den Partytiger Mercury in all seinen Einzelheiten zeigen, hätte der Film keine Jugendfreigabe bekommen.
So weit würde ich nicht gehen. Mercurys selbstzerstörerischer Trieb, die Diskrepanz zwischen Privatmann und öffentlicher Person, die bandinternen Streitigkeiten, seine sexuellen Ausschweifungen etc. werden allesamt thematisiert und auch nicht umgedeutet. Was fehlt, ist ein stärkerer Fokus darauf bzw. ein schärferes Charakterprofil inwieweit möglich. Wer der Mann genau war, ist heute kaum mehr "korrekt" rekonstruierbar zumal bis zu einem gehörigen Grad Ansichtssache und vom eigenen Standpunkt abhängig. Den Film als reines Entertainment-Bonbon abzutun wird ihm nicht gerecht, da hat er schon ein wenig mehr zu bieten.Casino Hille hat geschrieben: 20. November 2018 18:30 Bohemian Rhapsody ist genauso historisch verlogen und zugespitzt wie zahlreiche Kriegs- und Geschichtsfilme, die hier gerne zerpflückt werden. Hollywood kann eben nur pathetische Heldenmärchen, das man einem Künstler wie Mercury damit nicht gerecht wird versteht sich von selbst.
Nicht länger, sondern an manchen Stellen radikaler und offener. Mercury hat nicht einfach nur Party wie der Standartstudent gemacht. Das war schon eine etwas andere Dimension.Samedi hat geschrieben: 20. November 2018 18:35Ob der Film eine Jugendfreigabe erhält, ist mir persönlich ziemlich egal. Aber ich wüsste echt nicht, warum man im Film noch mehr Party hätte zeigen sollen als ohnehin schon. Hätte der Film deiner Meinung nach länger sein sollen oder was hättest du lieber weggelassen?vodkamartini hat geschrieben: 20. November 2018 17:58 Würde man den Partytiger Mercury in all seinen Einzelheiten zeigen, hätte der Film keine Jugendfreigabe bekommen.
Ging mir hier genauso.Agent 009 hat geschrieben: 20. November 2018 19:00 Ich verstehe die Kritik, finde aber das man nicht so explizit darstellen muss weil es reicht, wie es angedeutet wird. Vielleicht sehe ich das anders, weil ich seine Geschichte kenne und weiß wie heftig das war, vielleicht.Ich finde das ist schon okay so.
Dann frag ich mich aber, warum eine Sequenz wie die, in der Winston Churchill in "Darkest Hour" mit der U-Bahn fährt ein Problem darstellen soll, zahlreiche faktisch völlig erfundene Szenen rund um die Mercury Figur dann aber in "Bohemian Rhapsody" in Ordnung sind. Für mich ist beides in etwa gleich anzusehen und gerade die absurden dramaturgischen Zuspitzungen um das Live Aid Konzert oder die Bandgründung selbst waren mir nicht nur zu zuckrig, sondern auch zu unterentwickelt - und da finde ich es schon kurios, dass das hier als "Kann man so machen" abgetan wird, während historische Filme besonders in diesem Forum sonst mit fast schon penibel genauem Faktenwissen abgeklopft und zerpflückt werden. Zumal beim Queen-Film diese vielen Drehbuch-Erfindungen für mich nur selten einen angemessenen Payoff erhalten, Höhepunkt des ganzen ist eine (vom Drehbuch sehr unglückliche) lange Szene um die (frei erfundenen) Probleme mit einem Produzenten bezüglich des Songs "Bohemian Rhapsody", die zwanzig Sekunden später wieder egalisiert wird, da sich sämtliche Prophezeiungen des Unruhestifters innerhalb einer Minute als Falsch herausstellen. Wenn schon dramaturgisch zuspitzen, warum dann nicht auch mit etwas Spannung?vodkamartini hat geschrieben: 20. November 2018 18:47Wer der Mann genau war, ist heute kaum mehr "korrekt" rekonstruierbar zumal bis zu einem gehörigen Grad Ansichtssache und vom eigenen Standpunkt abhängig.
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