Casino Hille hat geschrieben:
Henrik hat geschrieben: 25. April 2024 12:47
M sollte sterben, und sie sollte aufgrund einer Fehlkalkulation Bonds draufgehen.
Nein, eben nicht. M sollte sterben, ja. Aber das sie aufgrund einer bescheuerten Idee seitens Bond ins Gras beißt, war ganz sicher nicht der Plan, denn der Film behandelt es nicht so. Ich bin mir sicher, Mendes und den Autoren ist das nie aufgefallen, wie absurd die Konstruktion des dritten Akts ist.
Das sehe ich anders, was ich weiter oben schon mal kurz angerissen habe. Der Film beginnt damit, dass M beinahe Bonds Tot verschuldet hat und endet mit der umgekehrten Konstellation, nämlich damit, dass Bond M unter die Erde befördert, womit sich der Kreis wieder schließt. Das ist für mich ein absolut logischer Gedanke. Alles nur Zufall? Mit diesem Ende wird so schön der Bogen zum Beginn des Filmes (also der PTS) geschlagen. Dies würde wegfallen wenn man sich vorstellt, dass Bond nicht für den Tod von M verantwortlich ist.
Außerdem: Wann weint Bond denn bitte, wenn jemand anderes stirbt? Bei M schon. Und das, obwohl Bond wegen M's Verhalten zu Beginn des Filmes noch fast selbst draufgegangen ist, er also eigentlich jeden Grund hätte, sie zu hassen. Die Szene, in der M in Bonds Armen stirbt, ergibt in der jetzigen Form meiner Meinung nach nur dann Sinn, wenn man sie so interpretiert, dass Bond in diesem Moment klar wird, dass er ihren Tod verschuldet hat. Er fühlt sich selbst dafür verantwortlich.
Zeige mal jemandem, der den Film noch nicht kennt, die ersten Minuten des Filmes, also die PTS und die anschließenden London/MI6-Szenen bis zur Q-Szene und sage ihm "der Film endet damit, dass M stirbt". Was wird er wohl antworten? "Wahrscheinlich geht das auf Bonds Kappe".
Außerdem hast du ja selbst geschrieben:
Casino Hille hat geschrieben:
Insbesondere der Tod von M stößt mir zudem sauer auf. Ich verstehe, dass man Judi Dench eine emotionale Abschlussszene geben wollte, und das ist auch fein. Die Szene selbst, wenn sie in Bonds Armen verstirbt, ist von ihr exzellent gespielt, und auch Craig ist super dabei. Aber die Szene macht den ganzen Film ein wenig ... sinnlos? Bond hat letztlich versagt. Er hat eigentlich nichts erreicht in Skyfall. Silva wollte M töten und offenbar dabei selbst draufgehen (zumindest deutet die Gerichtsszene das schon an, später in der Kapelle sagt er es direkt), und beide sind tatsächlich tot. Film vorbei, Mission gescheitert. Natürlich kann man das machen, aber seltsamerweise spielt der Film es gar nicht als Tragödie aus. Bond bekommt von niemandem auf die Finger dafür, dass er bei seinem Alleingang mit M gescheitert ist. Die letzten zwei Minuten sind viel eher heroisch und triumphal arrangiert: "Neuer M, neuer Auftrag, Bond ist zurück!" Das passt für mich nicht. Wenn es den ganzen Film nur darum geht, M zu retten, und diese stirbt dann am Ende, dann sollte der Film das mit mehr Gewicht behandeln, statt auf einer fröhlichen Back-to-business-Note zu enden. Skyfall muss nicht Chinatown sein, aber etwas mehr Anstrengung wäre schon nett.
Das sagt er nur einige Sekunden vor Ms Tod. Nicht eine Stunde früher, nicht 20 Minuten früher, sondern vielleicht 30 Seukunden früher. Da muss den Verantwortlichen doch aufgefallen sein, dass Silva nun sein Ziel erreicht hat, welches er wenige Sekunden früher ausdrücklich genannt hat. Es war eine bewusste Entscheidung, dass Silva em Ende sein Ziel erreicht hat und Bond versagt hat.