Re: Das Oscar Tippspiel 2014

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Maibaum hat geschrieben:Trailer lügen häufig genug.
Gravity war der einzige Film dieses Jahr, der dies zu erreichen vermochte.
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Re: Das Oscar Tippspiel 2014

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Gernot hat geschrieben:
Invincible1958 hat geschrieben:In diesem Jahr hätte man auch Steve McQueen den Regie-Oscar geben können, da Alfonso Cuarón ja bereits den Schnitt-Oscar gewonnen hat.
was heißt hätte geben können? es stimmten halt alle mitglieder irgendwie ab und am schluss kommen für den einen halt die meisten stimmen heraus? hoffen wir halt, dass es so funktioniert... ;)
Ja, aber die kundigen Academy-Mitglieder denken schon in diese Richtung. Auch der einzelne denkt: "Ich möchte, dass alle 3 Regisseure einen Oscar bekommen, also kreuze ich hier den einen an, da den zweiten und hier den dritten."
Und viele Academy-Mitglieder sind ja auch nicht abgeschottet von der Außenwelt. Wenn sie dann sehen, dass dieser oder jener bei jeder Preisverleihung den Drehbuchpreis bekommen hat, dann stimmen sie auch bei den Oscars dafür ab. Jedenfalls gibt es eine Masse, die groß genug ist, damit am Ende dieses vorhersehbare Ergebnis zustande kommt.
Maibaum hat geschrieben:Trailer lügen häufig genug.
Das unterschreibe ich so.
Außerdem ist nicht "Betroffenheitsfilm" gleich "Betroffenheitsfilm".
Diesselbe Geschichte kann auf viele verschiedene Arten erzählt werden.

Ich mag im Grunde auch keine Filme, die eine Botschaft mit "erhobenem Zeigefinger" übermitteln wollen, damit es auch der letzte noch versteht. Aber wenn es gut inszeniert ist.
Allerdings gibt es auch Leute, die mit solchen Stoffen einfach nicht fertig werden bzw. sowas einfach ausblenden, weil sie das Kino in erster Linie nur als reines Unterhaltungsmedium sehen.

Was Steve McQueen angeht, würde ich ihm aber nie vorwerfen, dass er Filme mit dem Kalkül dreht, um damit dann Preise zu gewinnen. Dafür kommt der einfach aus einem ganz anderen künstlerischen Background.
Und jeder weiß, dass es sowieso nicht so einfach ist, für die Oscars nominiert zu werden.
Es gab letztes Jahr bestimmt 50 Bio-Pics, von denen die meisten nichtmal eine Nominierung bekamen. Also der Gedanke, dass man nur das Leben einer interessanten Persönlichkeit verfilmen muss, und dann automatisch die Aufmerksamkeit der Academy erhält, trifft überhaupt nicht zu. Man denke nur an Niki Lauda, Prinzession Diana, Nelson Mandela und Co.

Re: Das Oscar Tippspiel 2014

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Invincible1958 hat geschrieben:Was Steve McQueen angeht, würde ich ihm aber nie vorwerfen, dass er Filme mit dem Kalkül dreht, um damit dann Preise zu gewinnen. Dafür kommt der einfach aus einem ganz anderen künstlerischen Background.
Und jeder weiß, dass es sowieso nicht so einfach ist, für die Oscars nominiert zu werden.
Es gab letztes Jahr bestimmt 50 Bio-Pics, von denen die meisten nichtmal eine Nominierung bekamen. Also der Gedanke, dass man nur das Leben einer interessanten Persönlichkeit verfilmen muss, und dann automatisch die Aufmerksamkeit der Academy erhält, trifft überhaupt nicht zu. Man denke nur an Niki Lauda, Prinzession Diana, Nelson Mandela und Co.
Was McQueen dieses Jahr aber eindeutig getan hat und zwar mit vollem Anlauf Richtung Auszeichnung und das merkt man dem Film leider immer wieder gerade dann an, wenn er richtig emotional greifen sollte.
Die These trifft aber trotzdem zu, der Lauda-Film war hervorragend, aber eben mit einer Geschichte gesegnet, die in den USA niemanden interessiert, der Mandela-Film hat überraschenderweise mal eine Bruchlandung hingelegt, der Diana-Film wurde eben einfach so katastrophal schlecht bereits vorab bewertet, dass man sich mit einer Nominierung ziemlich lächerlich gemacht hätte.
Diese stets kurz vor der Oscar-Verleihung erscheinenden "Ganz Großen Gefühls"-Filme sind auf nichts anderes ausgelegt, als auf einen der begehrten Filmpreise. Ist ja an und für sich okay, nur muss denen das ja nicht immer so ins Gesicht geschrieben stehen.

Und zu den lügenden Trailern... nennt mir doch mal einen, der in letzter Zeit veröffentlich wurde und eine ganz andere Wirkung oder gar einen komplett anderen Eindruck von einem Film hat erwecken lassen, als letzten Endes dann dabei rausgekommen ist. Viel Spaß beim Suchen! :)
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Re: Das Oscar Tippspiel 2014

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Und zu den lügenden Trailern... nennt mir doch mal einen, der in letzter Zeit veröffentlich wurde und eine ganz andere Wirkung oder gar einen komplett anderen Eindruck von einem Film hat erwecken lassen, als letzten Endes dann dabei rausgekommen ist. Viel Spaß beim Suchen!
Maibaum hat geschrieben:Trailer lügen häufig genug.
ja, das ist auf alle fälle so.

vielleicht ist lügen nicht immer das passende wort, aber ein trailer ist ja lediglich eine werbung für den film - und wir sollten ja alle wissen, wie werbung funktioniert - und da versucht man (die pr- und marketing-abteilung zusammen mit dem regisseur/produzenten) natürlich den film in einem guten oder einem besonderen/passenden licht erscheinen zu lassen, sodass eben die neugier geweckt wird und die leute ins kino gehen, aus welchen möglichen gründen auch immer.

ich glaube es gibt unzählige beispiele dafür. oft wird der film dann nicht den erwartungen gerecht, die der trailer in mir geweckt hat. manchmal führt man die menschen auch absichtlich "hinters licht", damit man überrascht wird.

zu ersterem fällt mir spontan etwa "prometheus" (doch nicht episch, nicht visionär entgegen dem trailer ziemlich fad) oder "burn after reading" ein oder zuletzt "RIPD".

da gibts übrigens auch noch ein paar andere beispiele: http://whatculture.com/film/10-movie-tr ... iences.php
Bond... JamesBond.de

Re: Das Oscar Tippspiel 2014

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Mir geht es nicht um die Qualität des Filmes, sondern die Auslegung und die Genrezugehörigkeit. Prometheus mag für den ein oder anderen als Film nicht so episch gewesen sein, wie der Trailer vorgaukelte, aber dass es ein groß angelegter CGI-Sci-Fi-Film mit Survival Horror Einlagen werden würde, war ja wohl deutlich absehbar und genauso ist eben auch beim Trailer zu 12 Years A Slave klar erkennbar, worauf das ganze im Kino dann hinaus laufen wird, der tatsächlichen filmischen Qualität des Endresultates jetzt einmal zum Trotze.
Gernot hat geschrieben:ich glaube es gibt unzählige beispiele dafür. oft wird der film dann nicht den erwartungen gerecht, die der trailer in mir geweckt hat.
Da hat man dann irgendwo aber eben auch selber Schuld, weil man ja weiß, dass in Trailern immer (meistens in den letzten Sekunden) selten mit Spektakelszenen gegeizt wird und viele dann ohnehin besser ausschauen, als der Film dann ist. Die Erwartungshaltung von der Qualität des Filmes sollte sich bei einem Trailer eher bedeckt halten, wenngleich man aber eben schon ausgucken kann, ob es thematisch etwas für einen selbst zu werden scheint oder nicht.
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Re: Das Oscar Tippspiel 2014

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Um mal aus "Bowfinger" zu zitieren: "Wenn ein Schwarzer nen Sklaven spielt, kriegt er vielleicht nen Oscar. Wenn ein Weißer nen Behinderten spielt, kriegt er auf jeden Fall nen Oscar. Also besorgen Sie mir ein Drehbuch mit nem schwarzen, schwachsinnigen Sklaven!" :mrgreen: :mrgreen:
http://www.vodkasreviews.de


https://www.ofdb.de/autor/reviews/45039/

Re: Das Oscar Tippspiel 2014

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Casino Hille hat geschrieben:Und zu den lügenden Trailern... nennt mir doch mal einen, der in letzter Zeit veröffentlich wurde und eine ganz andere Wirkung oder gar einen komplett anderen Eindruck von einem Film hat erwecken lassen, als letzten Endes dann dabei rausgekommen ist. Viel Spaß beim Suchen! :)
Wenn man sich die beiden Trailer zu "Alles eine Frage der Zeit" ansieht, könnte der durchschnittliche Kinobesucher eine typische Romantic Comedy erwarten:

http://www.youtube.com/watch?v=9UNtJAsDLaM

http://www.youtube.com/watch?v=JQm23tN5EtQ

Eigentlich ist der Film aber ein Familien-Drama bzw. Vater-Sohn-Film.

In sofern wird mit den Trailern versucht, die lustigen Szenen des Films hervorzuheben, um mehr Leute anzuziehen.
Der tatsächliche Film ist aber viel besser als eine 08/15-Comedy.

Und in dieser Hinsicht gibt es viele Trailer, von denen man nicht auf den Film schließen kann.

Ein klassisches Beispiel dafür hatten wir auch 10 Jahre zurück: der Trailer zu "Million Dollar Baby" lässt einen typischen Sportfilm erwarten: Underdog wird zum Champion.
Dass es sich in Wirklichkeit um ein Sterbehilfe-Drame handelt, erfährt man erst, wenn man sich den Film ansieht.

Re: Das Oscar Tippspiel 2014

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Das stimmt definitiv, wobei sich mir der Sinn da nicht erschließt. Im Normalfall verprellt man damit sein Publikum.
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https://www.ofdb.de/autor/reviews/45039/

Re: Das Oscar Tippspiel 2014

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vodkamartini hat geschrieben:Das stimmt definitiv, wobei sich mir der Sinn da nicht erschließt. Im Normalfall verprellt man damit sein Publikum.
Ja, zum Beispiel bei "Buddy" von Michael Herbig.
Da wurde ein Flachwitz-Trailer rausgehauen, der mit dem Film absolut gar nichts zu tun hat.
Verstehe ich bis heute nicht, warum der Film so beworben wurde.

Warum aber in Trailern eher "leichte" Kost angeboten wird, liegt wohl daran, dass die Leute da schneller drauf anspringen. Eigentlich.
Zudem möchte man ja vielleicht auch den Film eben noch nicht im Trailer verraten, obwohl gerade das vielen Trailern vorgeworfen wird.
Ich möchte im Kino jedenfalls positiv von einem Film überrascht werden. Ich möchte etwas zu sehen bekommen, was ich nicht schon zig mal gesehen habe. Ich weiß, dass ein Großteil des Publikums anders denkt: die wollen genau wissen, was ihnen vorgesetzt wird, um ja nicht enttäuscht zu werden. Aber wo liegt dabei der Spaß?

So einen Story-Cut wie in "Million Dollar Baby" habe ich seitdem leider viel zu selten im Kino erlebt. Aber damals in dem Moment habe ich gedacht: Wow, was für eine großartige Art und Weise diese Geschichte zu erzählen.
Und dabei wurde das Publikum ja nicht verprellt, weil der Trailer ja nicht verraten hat, worauf es hinausläuft.

Oder auch Filme wie "There Will Be Blood": der trifft einen viel epischer als es ein Trailer ankündigen könnte. Und dann denke ich: für solche Filme ist das Kino erfunden wurden.
Und eben nicht für 08/15-Komödien oder 08/15-Actionfilme, die immer nach dem selben Schema gestrickt sind.