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Re: Star Trek - Der thread

Verfasst: 21. Mai 2013 15:42
von AnatolGogol
Maibaum hat geschrieben:
AnatolGogol hat geschrieben:
Maibaum hat geschrieben:Produktionsbudget. Das was ein Film zunächst kostet von der Planung bis zum fertigen Produkt.
Soderbergh sagt aber was anderes und bezieht bewusst die Marketingkosten mit ein.
Nee, sagt er nicht. Der 10 mio Billig Film würde dann noch einmal 140 Mio an weiteren Kosten verschlingen. Absurde Zahl finde ich.

Den Gewinnpunkt für einen teuren Film legt er übrigens auch auf das 3fache der Produktionskosten.
Stimmt, sagt er nicht. Ich meinte eigentlich auch, dass die Marketingkosten abgedeckt sein müssen. Daniels Aussage mit dem 3fachen Produktions+Marketingbudget hat mich irritiert, da das ja niemand bislang behauptet hat. Die allgemeine Faustformel lautet 3x "normales" Budget (ohne Marketingbudget) = Break Even.

Re: Star Trek - Der thread

Verfasst: 21. Mai 2013 15:44
von AnatolGogol
danielcc hat geschrieben:Bei wiki stand irgendwo im Artikel, dass offiziell nur 5% der Hollywood Produktionen einen Gewinn in ihrer Kinoauswertung machen.
Dies wurde aber auch erwähnt im Zusammenhang damit, dass Studios aus steuerlichen oder Gewinnbeteiligungsgründen die Filme schlecht rechnen. Das darf man auch nicht unterschätzen.
Eine UMSATZbeteiligung ist übrigens absurd und wenn es sowas wirklich gibt, ein Zeichen dafür, dass man in Hollywood irgendwie ziemlich blöde ist.
Wenn überhaupt sollte ein Star etwas vom Nettogewinn bekommen. Aber lassen wir das.
Ist aber gängige Praxis in Hollywood. Top-Filmemacher wie Spielberg sind unglaublich reich, Topschauspieler genauso. Das Topmanagement in den Studios wird auch absolut fürstlich entlohnt. Da bleibt ein Großteil des Profits hängen.

Re: Star Trek - Der thread

Verfasst: 21. Mai 2013 15:49
von danielcc
Ja das sieht man gut in den Beispielen bei wiki auf die ich verlinkt habe.
besonders gaga sind aber die Summen für Story, Rechts und vor allem die Produzenten. Da soll eine Produzentin von Spiderman 3 30 Mio USD bekommen haben... Wofür???

Außer denen und den Stars verdient wohl der DOP noch das meiste und der Komponist.

Re: Star Trek - Der thread

Verfasst: 21. Mai 2013 16:03
von AnatolGogol
danielcc hat geschrieben:Da soll eine Produzentin von Spiderman 3 30 Mio USD bekommen haben...
Pah, Peanuts:
http://www.getthebigpicture.net/blog/20 ... -2012.html
:D

Re: Star Trek - Der thread

Verfasst: 21. Mai 2013 16:32
von danielcc
Sorry, aber da fehlen mir die Worte. Das ist übrgens aus meiner Sicht ein weiteres Indiz dafür, dass diese Rechnungen die diskutiert haben nicht stimmen können.

Wer zum Henker verschenkt 20% vom Box Office Umsatz (!!!!!) wenn er sowieso nur 60% vom Box Office bekommt? Wenn all unsere Annahmen oben stimmen, wie würde man jemals glauben, dass man mit dem Film (teuer in Produktion und Marketing) noch Gewinn machen könnte???

Also irgendwie kann das was nicht stimmen - in unseren Annahmen oder in den Köpfen der Hollywood Verantwortlichen :-)

oder die Studios machen ein so dermaßen absurdes Geld mit DVDs und TV Rechten, das Kino sowiso nur noch ein Teil der Marketing Kampagne für den DVD Release ist

Re: Star Trek - Der thread

Verfasst: 21. Mai 2013 18:02
von AnatolGogol
danielcc hat geschrieben:Sorry, aber da fehlen mir die Worte. Das ist übrgens aus meiner Sicht ein weiteres Indiz dafür, dass diese Rechnungen die diskutiert haben nicht stimmen können.

Wer zum Henker verschenkt 20% vom Box Office Umsatz (!!!!!) wenn er sowieso nur 60% vom Box Office bekommt? Wenn all unsere Annahmen oben stimmen, wie würde man jemals glauben, dass man mit dem Film (teuer in Produktion und Marketing) noch Gewinn machen könnte???

Also irgendwie kann das was nicht stimmen - in unseren Annahmen oder in den Köpfen der Hollywood Verantwortlichen :-)

oder die Studios machen ein so dermaßen absurdes Geld mit DVDs und TV Rechten, das Kino sowiso nur noch ein Teil der Marketing Kampagne für den DVD Release ist
Ich wundere mich dass du dich da so erstaunt zeigst, dass ist doch eine allgemein bekannte Tatsache dass bei großen Produktionen Regisseure und Schauspieler mit einem gewissen Renommee eine stattliche Beteiligung am Gross bekommen - mein Beispiel mit Spielberg und Hanks war ja auch nicht aus der Luft gegriffen sondern ist belegbar (die bekamen wie gesagt je 20% - also insgesamt 40%). Ich finde auch nicht, dass man hier sagen kann dass die Studios was verschenken, sie kaufen sich hochqualifizierte Spezialisten zu einem sehr teuren Preis ein - aber das machen sie auch nur, weil sie sich ein Geschäft davon erhoffen. Nehmen wir das Beispiel Emmerich: hier ist ein Regisseur, dessen Filme fast 3,5 Milliarden Dollar eingespielt haben, noch dazu ein Garant für profitable Bugbudget-Blockbuster (welche ja das größte Risiko für die Studios darstellen). Also ging man das Wagnis ein ihm einen derartigen Deal vorzuschlagen und kaufte sich damit eine gewisse Erfolgssicherheit ein (soweit dies in diesem Business möglich ist). Und letztlich ging der Deal für für Columbia auf, da bei einem Boxoffice von 770 Millionen wohl noch ein Gewinn bei rumkam (wenngleich sie sich vermutlich noch etwas mehr erhofft hatten). Sind die Kosten erst mal abgedeckt und ein Film läuft weiter prächtig (wie zB SF), dann partizipiert auch das Studio letztlich kräftig daran.

Ich sehe auch nicht, warum in unseren Annahmen ein Fehler sein sollte: gerade die Beteiligungen am Gross führt doch letztlich dazu, dass die Filme ein mehrfaches ihrer Produktionskosten einspielen müssen. Die Wahrheit ist: Filmbusiness ist Lotterie und wie wir alle wissen sind die Sechser da recht rar.

Re: Star Trek - Der thread

Verfasst: 21. Mai 2013 18:08
von Maibaum
Und dann wäre da noch der bereits erwähnte Heim Video Markt. Der bringt ja wahrscheinlich noch einmal eine ähnliche Summe. Irgendwann, und vielleicht schon jetzt, ist die Kinoauswertung nur noch der wichtigste Bestandteil für die Vermarktung des Filmes für Zuhause.




(Zuhause ist, wie man mittlerweile herausgefunden hat, da wo Thunderball65 wohnt)

Re: Star Trek - Der thread

Verfasst: 21. Mai 2013 18:21
von danielcc
Maibaum hat geschrieben:Und dann wäre da noch der bereits erwähnte Heim Video Markt. Der bringt ja wahrscheinlich noch einmal eine ähnliche Summe. Irgendwann, und vielleicht schon jetzt, ist die Kinoauswertung nur noch der wichtigste Bestandteil für die Vermarktung des Filmes für Zuhause.
Genau. Wie ich oben gesagt habe, wahrscheinlich ist es längst so:
danielcc hat geschrieben: oder die Studios machen ein so dermaßen absurdes Geld mit DVDs und TV Rechten, das Kino sowiso nur noch ein Teil der Marketing Kampagne für den DVD Release ist

Re: Star Trek - Der thread

Verfasst: 21. Mai 2013 18:24
von danielcc
Das mit der Beteiligung am Umsatz ist übrigens nicht selbstverständlich. Grade mit Connery gab es da doch Streitereien, weil man damals immer irgendwas vom net profit oder so in den Verträgen hatte, und da wurde dann so gerechnet, dass es diesen net profit nie gab.

Aber vermutlich gibt es beide Varianten: Eine Umsatzbeteiligung und eine Gewinnbeteiligung. In der Industrie würde niemand auf die Idee kommen, einen Spitzenmanager am Umsatz zu Beteiligen...

Um bei dem Emmerich Beispiel zu bleiben. Mich überrascht das so, weil wir ja festgestellt haben, dass ein Film sehr viel einspielen muss, damit das, was bei der Produktionsfirma ankommt, noch reicht. Und wenn man dann aber von der Gesamtsumme gleich 20% an den Regisseur abschiebt (der zudem noch ein dummer Stümper ist ;-) ), dann erscheint mir das sehr riskant. Aber nun gut

Re: Star Trek - Der thread

Verfasst: 21. Mai 2013 18:25
von AnatolGogol
Das sehe ich auch so. Andererseits darf man auch nicht vergessen, dass in den letzten Jahren vermehrt Filme die Milliardengrenze überschritten haben. In solchen Gefilden rentiert sich dann auch die Kinoauswertung wieder für die Studios.

Re: Star Trek - Der thread

Verfasst: 21. Mai 2013 18:44
von AnatolGogol
danielcc hat geschrieben:Das mit der Beteiligung am Umsatz ist übrigens nicht selbstverständlich. Grade mit Connery gab es da doch Streitereien, weil man damals immer irgendwas vom net profit oder so in den Verträgen hatte, und da wurde dann so gerechnet, dass es diesen net profit nie gab.

Aber vermutlich gibt es beide Varianten: Eine Umsatzbeteiligung und eine Gewinnbeteiligung. In der Industrie würde niemand auf die Idee kommen, einen Spitzenmanager am Umsatz zu Beteiligen...

Um bei dem Emmerich Beispiel zu bleiben. Mich überrascht das so, weil wir ja festgestellt haben, dass ein Film sehr viel einspielen muss, damit das, was bei der Produktionsfirma ankommt, noch reicht. Und wenn man dann aber von der Gesamtsumme gleich 20% an den Regisseur abschiebt (der zudem noch ein dummer Stümper ist ;-) ), dann erscheint mir das sehr riskant. Aber nun gut
Deine Meinung in allen Ehren, aber Emmerich ist einer der erfolgreichsten Regisseure aller Zeiten - Punkt. Er spielt in der gleichen Liga wie Spielberg oder Bay und was immer man auch von seinen Fähigkeiten als Regisseur halten mag - ich beurteile sie beispielsweise offenbar weit positiver als du - man kommt nicht um die Tatsache herum, dass er ein Händchen dafür hat teure Produktionen erstens innerhalb des Budgets heimzubringen und zweitens seine Filme genau den Geschmack des Publikums treffen. Wenn also jemand derart bizarr viel Geld verdient hat (im wahrsten Sinne des Wortes), dann doch derjenige Regisseur der am wirtschaftlich erfolgreichsten arbeitet. Emmerich hat sich diesen Status erarbeitet und die Studios sind letztlich so dumm dann auch nicht, als dass sie nicht genau wüssten welche Qualitäten sie sich mit einem Kaliber wie Emmerich einkaufen. Denn wenn wir ehrlich sind ist es weit riskanter ein solch teuren FIlm einem weitgehenden Noname oder unerfahrenem Regisseur anzuvertrauen - zB Stanton bei John Carter. Da hat das Studio dann letztlich auch nix davon, dass sie sich eine hohe Beteiligung des Regisseurs am Gross gespart haben. :wink:

Die klassischen Bondfilme sind nicht mit dem heutigen Hollywoodsystem zu vergleichen. Man darf hier nicht vergessen, dass die Bondproduzenten zunächst mal an ihre eigene Tasche dachten (es sei ihnen gegönnt). Eine 20% Beteiligung am Gross hätte Cubby nie zugelassen, die von UA mit Connery ausgehandelten Beteiligung am US-Gross von DAF waren für ihn ein absolutes Greuel. Aber selbst dieses Beispiel zeigt sehr deutlich, dass die Studios auch damals schon weit freigiebiger mit Beteiligungen am Einspiel waren als beispielsweise die Bond-Produzenten. Es ist bezeichnend, dass Broccoli und Saltzman nach dem unerwarteten Riesenerfolg von GF die prozentuale Beteiligung Connerys am US-Gross in den Folgefilmen ganz schnell wieder gegen eine weit ungefährlichere Beteiligung an den Merchandising-Erlösen getauscht haben.

Übrigens mal wieder ein richtig spannender Thread hier wie ich finde - wenn auch hauchdünn OT. :D

Re: Star Trek - Der thread

Verfasst: 21. Mai 2013 20:23
von Maibaum
Dany, da mußt du jetzt aber noch einmal drüber nachdenken. Wenn Erfolg ein Synonym für Qualität sein soll, und du mir auch noch ankreidest Spielberg zu gering zu schätzen, dann solltest du aber vor Emmerich auf die Knie fallen. Jedenfalls kann der unmöglich ein Stümper sein. ;)

Re: Star Trek - Der thread

Verfasst: 22. Mai 2013 08:56
von danielcc
Meine Herren, kaum gibt man mal in einem Nebensatz seine unqualifizierte Meinung zu Herrn Emmerich zu Besten und schon kassiert man eine verbale Tracht Prügel :-)

Also ganz kurz: Ich halte nicht so viel von Emmerichs Masche und seine Filme sind leider keine besonders raffinierten filmischen Werke, wobei ich zB Der Patriot ganz gut fand und auch meinen Frieden mit ID4 gemacht habe.
Und JA, praktisch alle seine Filme sind sehr erfolgreich und kommen beim Zielpublikum sehr gut an.
Da er zudem die Filme zumeist vergleichsweise günstig und zuverlässig produziert, kann ich verstehen, warum er aus Produzentensicht eine sichere Bank ist

Re: Star Trek - Der thread

Verfasst: 22. Mai 2013 09:06
von AnatolGogol
danielcc hat geschrieben:Meine Herren, kaum gibt man mal in einem Nebensatz seine unqualifizierte Meinung zu Herrn Emmerich zu Besten und schon kassiert man eine verbale Tracht Prügel :-)

Also ganz kurz: Ich halte nicht so viel von Emmerichs Masche und seine Filme sind leider keine besonders raffinierten filmischen Werke, wobei ich zB Der Patriot ganz gut fand und auch meinen Frieden mit ID4 gemacht habe.
Und JA, praktisch alle seine Filme sind sehr erfolgreich und kommen beim Zielpublikum sehr gut an.
Da er zudem die Filme zumeist vergleichsweise günstig und zuverlässig produziert, kann ich verstehen, warum er aus Produzentensicht eine sichere Bank ist
Deine Meinung ist dir ja auch unbenommen, aber Emmerich ist sicherlich weder dumm noch ein Stümper - gerade im Kontext unserer kleinen OT-Diskussion. Ich denke im Gegenteil, dass Emmerich die Marktmechanismen so gut durchschaut wie kaum ein zweiter. Der Patriot ist für mich übrigens ziemliche Grütze, dafür ist Anonymous in meinen Augen ein Paradebeispiel für ein raffiniertes filmisches Werk - überforderte aber anscheinend mit seinen permanenten Zeitsprünge auch viele wenn man den Meinungen auf imdb glauben darf. Schade, dass gerade der gefloppt ist.

Re: Star Trek - Der thread

Verfasst: 22. Mai 2013 09:13
von danielcc
Das ist jetzt wirklich selbst innerhalb unseres OTs noch OT ;-)
Aber grade weil Emmerich das Business und die Zuschauer so gut verstanden hat, mag ich ihn nicht besonders. Seine Filme (außer eben der gefloppte Anonymous) zeigen allzu deutlich eine Reißbrettartige Herangehensweise, die nur auf weichgespülte Massenkompatibilität abzielt. Ob er dumm ist oder ein Stümper, kann ich natürlich nicht sagen. Ich kanns auch gerne zurücknehmen