Re: Der Sergio Leone Thread
316Ich finde das Bild von 2014 am besten.
"Wo man lacht, da lass dich ruhig nieder. Böse Menschen lachen immer wieder."
Schwer zu beurteilen, ausser dass sie fast schon ähnliche Qualitäten entfaltet wie die berühmte Rückblende aus C'era una Volta. Weniger mächtig und gewaltig, dafür trägt diese (quasi) letzte Szene etwas geheimnisvolles über das Filmende hinaus, wie du das mal so schön beschrieben hast. Ob die offensichtliche Zuneigung des damaligen Coburn-Kollegen zu Jimmys Freundin mehr oder weniger direkt zur Entzweiung, zu den Erlebnissen in der irischen Revolution und über viele Umwege zu Coburns Reise nach Mexiko geführt hat vermag ich nicht zu sagen, aber es geht doch in die Richtung und es ist auf eine starke, kryptische Art dargestellt.Maibaum hat geschrieben:Was entnimmst du denn der letzten Rückblende, die für Jahrzehnte nicht zu sehen war, und erst auf den neueren DVDs wieder im Film ist.
Die war in Handvoll, und ist aber eigentlich nicht zu dunkel, sondern bei vernünftiger Bildqualität und richtiger TV-Einstellung hell genug.GoldenProjectile hat geschrieben:Handvoll Dollar ist etwas länger her, erinnere mich aber dass da eine Actionszene die in der Nacht spielt viel zu dunkel war. Oder war das in Paar Dollar mehr?
Ich meine mich zu erinnern dass die einfach sehr unnatürlich wirkt. Zu dunkel war das falsche Wort, im Gegenteil, es ist wahrscheinlich eher zu hell weil früher Nachtszenen schwieriger waren und man alles in frühester Blue Hour gefilmt hat, das sieht dann nach heutigen Massstäben in Technicolor etwas seltsam aus, vor allem weil es eine sehr lange Filmpassage ist.Casino Hille hat geschrieben:Die war in Handvoll, und ist aber eigentlich nicht zu dunkel, sondern bei vernünftiger Bildqualität und richtiger TV-Einstellung hell genug.
Sehe ich auch so, nur die von dir im Eingangsreview erwähnten fehlenden Szenen fallen etwas ins Gewicht, da wirkt der Film dann zu sprunghaft. Ich glaube man kriegt gar nicht mit, wie Juan überhaupt vors Exekutionskommando gerät, oder habe ich da etwas vergessen?AnatolGogol hat geschrieben:Schwerfällig finde ich Leones Inszenierung hier nicht, dafür ist trotz aller betonter Langsamkeit seine Regie bei Giu la Testa insgesamt zu flüssig und elegant.
Dito, Amerika lässt im letzten Akt wirklich zu sehr nach, das ist schade um die übermenschlich herausragende erste Stunde.AnatolGogol hat geschrieben:Diesbezüglich sehe ich eher im letzten Drittel von Es war einmal in Amerika ein Problem, wo sich die Geschichte kaum noch vom Fleck zu bewegen scheint.
Ich meinte nicht Leone inden 90ern (was natürlich auch spannend gewesen wäre, sondern die Zeit zwischen Giu la testa und Es war einmal in Amerika, inkl. eines komplett von Leone inszenierten Mein Name ist Nobody.AnatolGogol hat geschrieben:Schwerfällig finde ich Leones Inszenierung hier nicht, dafür ist trotz aller betonter Langsamkeit seine Regie bei Giu la Testa insgesamt zu flüssig und elegant. Diesbezüglich sehe ich eher im letzten Drittel von Es war einmal in Amerika ein Problem, wo sich die Geschichte kaum noch vom Fleck zu bewegen scheint. Dass Mercenario was die Inszenierung angeht viel Aussergewöhnliches bietet würde ich auch unbedingt unterstreichen, allerdings ist er mir dramaturgisch zu fragmentiert und gleicht eher einer Aneinanderreihung einzelner Szenen denn einer genau abgestimmten und feinjustierten komplexen Handlung (wie es Coburns und Steigers Einsatz in Mexiko ist).
Hätte Leone länger gelebt und weitere Filme gedreht wären diese wohl etwas aus der Zeit gefallen gewesen, ähnlich wie bei Hitchs letzten anderthalb Jahrzehnten. Ein Leone ist irgendwie sehr schwer vorstellbar im Kino der 90er.
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