Bloody Brilliance – Die Filme des Quentin Tarantino

Für die Filmkenner: In unserem Cinema könnt ihr über den neuesten Blockbuster im Kino, alten Klassikern, neuen Kultfilmen bis hin zu euren Lieblingsserien uvm. diskutieren! Alles aus der TV/Kinowelt, das nicht ins Bondforum passt, bitte hier herein!

Welcher ist der beste Film von Quentin Tarantino?

Reservoir Dogs
5
15%
Pulp Fiction
8
24%
Jackie Brown
1
3%
Kill Bill: Volume 1
2
6%
Kill Bill: Volume 2
2
6%
Death Proof: Todsicher
2
6%
Inglourious Basterds
7
21%
Django Unchained
2
6%
The Hateful Eight
3
9%
Once Upon a Time... in Hollywood
2
6%
 
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onkelsam
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vodkamartini
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:roll: Keine Ahnung welche Gesinnung du hast, oder nicht hast. Aber das ist hier nicht das Thema.

Die These, dass IB "deutschfeindlich" ist, habe ich übrigens schon öfter gehört, allerdings kann ich sie absolut nicht teilen.
Zunächst eimal sind die meisten der dort auftretenden Deutschen intellektuell ihren Widersachern sogar deutlich überlegen. Allen voran natürlich Landa alias Christoph Waltz, der fließend in mehreren Sprachen parliert und dessen Winkelzüge wenn überhaupt, dann viel zu spät durchblickt werden. Auch Daniel Brühls Charakter - obschon nicht sonderlich sympathisch - spricht zumindest fließend Französisch. August Diehl durchschaut in der Kneipe recht schnell, dass es sich um Spione handelt und führt sie vor (gut dafür wird er auch erschossen).

Demgegenüber sind die Basterds ein Haufen debiler Hinterwäldler, die eigentlich außer draufhauen wenig zu bieten haben. Brad Pitt und Eli Roth sind von allen die größten Dumpfbacken und werden von Landa gegen Ende gleich mehrfach vorgeführt ("Italienenisch"; Landas "Deal" etc.). Zudem ist eines ihrer Mitglieder ebenfalls Deustcher (Til Schweiger-Figur).

Die im Wald überfallenen deutschen Soldaten sind zumindest keine Feiglinge.

Vieles an dem Film ist ohnehin satirisch überhöht bzw. mit filmhistorischen Zitaten gespickt. Ein Aussage, wie sie viele amerikanische Kriegsfime tätigen nach dem Motto: die tapferen, ehrenhaften und gutherzigen amerikanischen Soldaten gegen die feigen, perfiden und hinterhältigen "Nazis" (als ob jeder einfache Landser ein Nazi gewesen wäre) kann ich hier nirgends feststellen.

Willst du einen amerikanischen Film neuerer Provinienz sehen, der diese Tendenzen herausarbeitet bzw. beinhaltet, dann schau dir mal Spielbergs Oscar-prämiertes Machwerk "Private Ryan" an. Lustigerweise hat sich da kaum jemand aufgeregt, wenn der gute Märchenonkel Steven einen Kriegsfilm dreht, der verlogen, tendenziös und ultrakonservativ ist.
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https://www.ofdb.de/autor/reviews/45039/
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onkelsam
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Ja, meine Gesinnung tut nichts zur Sache.

Nur auch die ach so bösen "Nazis" waren Söhne und oder Väter.
Man darf nicht zweierlei Maß messen-früher böse Deutsche vgl. heute gute Deutsche.

Es ist nur ein Film aber wie viele Deutsche Opfer hat es alleine in Dresden durch die Amis gegeben......

Da es off topic ist und hier sowieso nicht hingehört, lassen wir das Thema jetzt mal so stehen.

Zu Spielberg: Ja geb ich dir absolut Recht.

Egal in welchen Film (ausnahme Stalingrad) sind die Allierten immer die Helden.
Aber wie gesagt-am Thema vorbei.
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Maibaum
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Du darfst aber nicht vergessen das Hitler den Krieg angefangen hat, das die Deutschen (nicht nur Hitler allein) für 50 Mio Tote verantwortlich sind, von denen sie mehrere Mio. bestialisch ermordet hatten.

Da sind sie schon irgendwie die "Bösen" was diesen Krieg betrifft.
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vodkamartini
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@Maibaum

Das sehe ich auch so. Trotzdem gibt es natürlich gerade in amerikanischen Filmen die Tendenz, die deutsche Soldaten als dumm, hinterhältig und feige darzustellen, um den Kontrast zu den eigenen Helden zu erhöhen. Den Tasachen entspricht dies natürlich überhaupt nicht, da musst man sich nur mal die Gefallenstatistiken ansehen (die für die Amerikaner wenig schmeichelhaft ausfallen). Rein militärisch (taktisch, ausbildungstechnisch etc.) war die Wehrmacht der US-Armee überlegen, was auch nicht verwunderlich ist, da im Deutschen Reich jahrelang alles auf Krieg abgestellt war. Ähnlich wie gegen Japan war es in erster Linie die totale Überlegenheit an Material, die den Ausschlag für die Amerikaner gab. In den Filmen ist davon natürlich nichts zu spüren.
Natürlich hat die deutsche Armee im 2. WK klar für die falsche Sache gekämpft und war auch an so einigen Kriegsverbrechen und Greueltaten beteiligt (wie übrigens auch die rote Armee, was gerne vergessen wird).

Völliger Unsinn ist es zudem (wie in fast jedem US-Kriegsfilm) die deutschen Soldaten pauschal als "Nazis" zu bezeichnen. Das Groß war nicht in der Partei. Natürlich gab es da - vor allem bei den Jungen, die durch Hitlerjugend etc. "geformt" waren - durchaus fanatische Hitler-Anhänger.
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MX87
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Man darf auch nicht vergessen: Nazis eignen sich prächtig als Bösewichte. Symbolik, die hart klingend deutsche Sprache und diverse andere Eigenschaften prädestinieren sie eigentlich dafür Bösewichte zu sein. Man sah es doch bei Indiana Jones, da waren die filme eindeutig am besten bei denen die Bösen eben die Nazis waren. Die Russen haben in Indy 4 einfach in keiner Sekunde bedrohlich genug gewirkt...

Die Chinesen beschweren sich über Dr Fu-Man-Chu auch nicht :wink:

Jetzt zurück zum Thema:

Was haltet ihr so far von "Django Unchained", dem neuesten QT-Projekt?
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GoldenProjectile
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MX87 hat geschrieben:Man darf auch nicht vergessen: Nazis eignen sich prächtig als Bösewichte. Symbolik, die hart klingend deutsche Sprache und diverse andere Eigenschaften prädestinieren sie eigentlich dafür Bösewichte zu sein. Man sah es doch bei Indiana Jones, da waren die filme eindeutig am besten bei denen die Bösen eben die Nazis waren. Die Russen haben in Indy 4 einfach in keiner Sekunde bedrohlich genug gewirkt...

Die Chinesen beschweren sich über Dr Fu-Man-Chu auch nicht :wink:

Jetzt zurück zum Thema:

Was haltet ihr so far von "Django Unchained", dem neuesten QT-Projekt?
Besonders stark darüber informiert habe ich mich noch nicht aber ich werde ihm im Kino sicherlich einen Besuch abstatten, allein schon wegen Leonardo DiCaprio, Joseph Gordon-Levitt und Christoph Waltz :wink:
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vodkamartini
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MX87 hat geschrieben:Man darf auch nicht vergessen: Nazis eignen sich prächtig als Bösewichte. Symbolik, die hart klingend deutsche Sprache und diverse andere Eigenschaften prädestinieren sie eigentlich dafür Bösewichte zu sein. Man sah es doch bei Indiana Jones, da waren die filme eindeutig am besten bei denen die Bösen eben die Nazis waren. Die Russen haben in Indy 4 einfach in keiner Sekunde bedrohlich genug gewirkt...
Eine merkwürdige Aussage, zumal du damit genau das Gleiche machst, was die amerikanischen Kriegsfilme zelebrieren: Nazis = deutsche Soldaten bzw. deutsche Soldaten = Nazis. Eine nicht nur blödsinnige, sondern auch faktisch falsche Aussage.
Natürlich wird die schwarze SS-Uniform immer mit Bedrohung und Mord assoziiert und eignet sich damit perfekt für Bösewichte. Man kann natürlich nicht erwarten, dss hier die verschiedenen Untergruppierungen auseinander gehalten werden. Können ja auch die allermeisten Deutschen ncht. Nur die Armee mit den SS-Totenkopf-Verbänden und dem Holocaust pauschal in einen Topf zu werfen, ist dann doch einen Zacken zu pauschal und unwissend. Spielberg weiß es eigentlich besser, was Schindlers Liste beweist. Bei Indiana Jones stört es nicht sonderlich, denn das sind reine Comic-Strip-Filme, da geht es nicht um historische Authentizität. Wie gesagt, weitaus nerviger, weil wahrheitsheischend, ist Private Ryan.
Dass übrigens die Russen - im amerikanischen Kino ja mindestens die zweitiebsten Schurken - in Indy 4 nicht so recht funktionieren, liegt an der lahmen Inszenierung Spielbergs, der seine Gespür für fesselnde Geschichten und Mainstream-Blockbuster schon seit geraumer Zeit verloren hat.

Aber lassen wir es gut sein. Das ist kein thread, in dem man solch historische Diskurse führen sollte. Hier gehts um Tarantino.

IB ist ein KLasse-Film, falls ich das nocht nicht gesagt haben sollte :wink: :

http://www.ofdb.de/review/172289,376175 ... s-Basterds
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Django Unchained

So, nun mal ein ausführlicheres Statement. Für mich kein neues Meisterwerk - dafür sind die Ähnlichkeiten zu IB zu groß und das ausgefranste Ende zu unpassend bzw. nervend. Natürlich ist das Jammern auf hohem Niveau. Tarantino liefert wie erwartet und seine Fans sollten absolut zufrieden sein:


http://www.ofdb.de/review/233288,534013 ... -Unchained
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Maibaum
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Das Ende könnte von Il mercenario (Sergio Corbucci, 1968)) inspiriert sein. Der nahm sich damals die Freiheit nicht da aufzuhören wo der Zuschauer das Ende erwartete, sondern einfach noch einmal anzufangen. Und dann hatte Corbucci kurz vor dem richtigen Ende auch noch begonnen ein Ende zu inszenieren, daß dann auch nur ein falsches war. Ich glaube das hatte vor Corbucci so noch keiner gemacht, und seitdem auch fast niemand.

Ein sehr empfehlenswerter Film übrigens, brillant inszeniert. Mit einer tollen Musik von Morricone.
Zuletzt geändert von Maibaum am 20. Januar 2013 21:58, insgesamt 1-mal geändert.
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vodkamartini
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Stimmt, wäre denkbar. Den habe ich seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen, guter Tipp. Mir hat das doppelte Ende trotzdem nicht so recht gefallen, zumal ich Nr. 1 schon zu ausufernd empfand.
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Er meinte doch das er eh unter Zeitdruck stand, am Ende. Vielleicht kommt ja ein Extended Cut oder sowas raus. Wer weiß ;) Ich muss bald ins Kino und ihn nochmal gucken.
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Maibaum
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Il mercenario ist ist die # 4 unter Tarantinos Lieblings Italowestern.

Die legendäre L'arena Sequenz:

http://www.youtube.com/watch?v=1zlEtG229R0
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vodkamartini
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Ah ja 8) . Den muss ich mir demnächst dringend mal wieder vornehmen. Freue mich schon darauf.
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danielcc
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Irgendwie bin ich wieder besonders gespannt auf Maibaums Urteil zu Django Unchained...
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