AnatolGogol hat geschrieben:GoldenProjectile hat geschrieben:In meiner Welt ist PF ein zusammenhangsloser Episodenfilm. Keine Ahnung, was daran konzeptionell genial sein soll.
Ganz so weit würde ich nicht gehen, ich sehe aber auch keine erheblichen Auswirkungen auf den Film durch die teilweise antichronologische Erzählstruktur. Die Eliminierung einer Hauptfigur (Travolta) im 2. Akt ist schon ein sehr schöner Effekt, ähnlich wie in Hitch seinerzeit bei Psycho im Sinn hatte. Das kommt schon sehr überraschend und vor allem derart beiläufig, dass zwangsläufig beim Zuschauer die Fragezeichen nur so um den Kopf schwirren. Wenn er dann im 3.Akt wieder auftaucht ist das schon ein sehr schöner Aha-Moment, mehr aber eigentlich auch nicht. Die kleinen Querverweise wie Willis Auftritt in Akt 1 sind nette Gimmicks, haben aber für mich keinen wirklichen Einfluss auf die Handlung im Sinne einer Verwebung der Teilplots.
Dann kannst du auch PF nicht genial finden, wenn du dass so siehst.
Die Travolta Szene in der 2. Geschichte ist noch der kleinere Effekt in der genialen Erzählstruktur von PF. Und das ist genial, hier passt das Wort perfekt, und zwar sowohl von einer rein intellektuellen Betrachtung her, wie auch von der emotionalen Seite her.
Wenn man die 3 Kurzgeschichten jeweils für sich präsentieren würde, und dann müsste das ja auch chronologisch erfolgen, da die ja doch miteinander verbunden sind, dann wärer PF immer noch ein sehr starker Film, aber er würde einiges von seiner frapanten Wirkung verlieren.
Und im übrigen GP, es ist schon so daß durch die erzählerischen Verschachtelungen, die garantiert nicht willkürlich sind, sich der Film für mich auch überhaupt nicht wie ein Episodenfilm anfühlt. Gar nicht.
Es wäre für mich sogar unvorstellbar sich PF chronologisch anzuschauen. Das wäre wie die Weltraumszenen in 2001 ohne den Donauwalzer, The Wild Bunch ohne spritzendes Blut oder Fußball ohne Ball. Möglich, aber irgendwie sehr sinnlos ...