Samedi hat geschrieben: 25. Juli 2018 10:34
Dazu kommt noch, dass auch hier unterschieden wird. Wenn Özil Weltmeister wird, ist er ein gelungenes Beispiel für Integration. Wenn nicht, dann wird gesagt, dass er sowieso lieber Türke ist und nie ein "echter" Deutscher war.
Aber eben nicht von den gleichen Leuten. Diejenigen, die jetzt ihre Ressentiments vom Stapel lassen, für die war Özil auch 2014 kein gelungenes Beispiel von Integration et vice versa. Bei Özil schwang doch von Anfang seiner Karriere mit, dass er sich nicht zuletzt aus sportlicher Berechnung für D und gegen die Türkei entschieden hat (etwas, was er in seinem Buch ja selbst auch genau so bestätigt)
Samedi hat geschrieben: 25. Juli 2018 10:34
Bei Beckenbauer hingegen wird dessen "klares Bekenntnis zu Deutschland" nie in Zweifel gezogen, auch wenn er für Russland arbeitet.
Bei Beckenbauer gibt es aber auch nicht die Ausgangssituation, dass er mal zwei Pässe hatte und sein Lebensumfeld immer noch stark von der alten Heimat geprägt ist. Es steht ja außer Zweifel, dass genau das der springende Punkt an der Debatte ist. Natürlich kann man sagen, dass Özil für seine Situation "zwischen zwei Ländern" originär genau so wenig kann wie Beckenbauer dafür, dass bei ihm die Situation nun mal eindeutig ist. Aber so sind nun mal die Realitäten. Von daher sind diese Vergleiche mit Leuten wie Beckenbauer oder Matthäus zwar gut gemeint, aber sie gehen doch am Kern des Ganzen vorbei, da die Ausgangssituation eine andere ist. Übrigens war das Geschrei, als der Kaiser 77 nach New York ging auch sehr groß und mit der Nationalmannschafts-Karriere wars aufgrund seiner "Flucht" dann auch gleich mal aus. Es ist also durchaus nicht so, wie momentan zuweilen der Eindruck vermittelt wird, dass Özil der erste Sportler ist, der fragwürdig vom DFB behandelt wurde.