iHaveCNit: Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße (2025) – Wolfgang Becker – Warner
Deutscher Kinostart: 11.12.2025
gesehen am 20.12.2025
Arthouse-Kinos Frankfurt – Eldorado – Reihe P8, Platz 5 – 20:30 Uhr
Michael Hartung ist ein mittlerweile erfolgloser und mit finanziellen Problemen kämpfender Inhaber einer Videothek in Berlin. Doch eines Tages wird er zum Punkt des öffentlichen Interesses, als der Journalist Alexander Landmann ihn aufgrund seiner Vergangenheit aufsucht und daraus ihn zu einem Helden stilisert, weil der ehemalige Gleisarbeiter über 100 Ostdeutschen durch eine versehentliche Weichenstellung die Flucht in den Westen ermöglicht haben soll. Doch je größer diese zufällige und von der Öffentlichkeit aufgebauschte Heldengeschichte seine Kreise bis in höchste politische Ämter zieht, umso mehr muss Hartung irgendwann die Reißleine ziehen, weil er damit auch in den Fokus anderer ostdeutscher Helden gerät, denen er nun deren Relevanz streitig machen soll.
„Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße“ ist eine Romanverfilmung des gleichnamigen Romans von Maxim Leo und der letzte Film des Regisseurs Wolfgang Beckers, der nun nach dessen Tod in der Postproduktion fertig gestellt und in die Kinos gebracht worden ist. Hier hat er auch eine große Riege an bekannten deutschen Schauspielern und Personen für das Ensemble gewinnen können. Neben einem Charly Hübner in der Hauptrolle ist das Ensemble in den Nebenrollen mit Leon Ullrich, Leonie Benesch, Christiane Paul, Thorsten Mertens, Arndt Klawitter, Daniel Brühl, Jürgen Vogel, Bernhard Schütz, Katarina Witt, Claudia Eisinger und Peter Kurth zum Beispiel besetzt. Der Film ist eine gut gelaunte Komödie geworden, die vor allem auch als oberflächliche Mediensatire funktioniert und da vor allem auf kritische Art und Weise zeigt, mit welcher Überheblichkeit der Westen teilweise über ostdeutsche Heldengeschichten, Erinnerungen und Errungenschaften drüber fährt und welche Spirale mit Halbwahrheiten, Zudichtungen und Lügen in Gang gesetzt werden kann. So sehr es natürlich interessant und faszinierend wäre, wenn die Geschichte, die hier Teil des öffentlichen Interesses wird, auch tatsächlich oder so ähnlich passiert sein mag, aber da ist der Film und das Buch ein rein fiktionaler Stoff.
„Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße“ - My First Look – 7/10 Punkte
Re: iHaveCNit – Der HCN-Review-Sammelthread
467iHaveCNit: Eddington (2025) – Ari Aster – Leonine / A24
Deutscher Kinostart: 20.11.2025
gesehen am 22.12.2025 in OmU
Arthouse-Kinos Frankfurt – Harmonie – Kleine Harmonie – Reihe 4, Platz 1 – 18:15 Uhr
Für Joe Cross, den Sheriff von Eddington im Bundesstaat New Mexico läuft es nicht gut. Nicht nur, dass er mit der seit Beginn der Corona-Pandemie herrschenden Maskenpflicht aufgrund seines Athmas hadert, seine Frau leidet an Depressionen und seine Mutter verfällt in das tiefe Loch von Schwurbel und Verschwörungstheorien – auch das große regionale Bauprojekt eines Rechenzentrums ist ihm wie der Bürgermeister Ted Garcia ein Dorn im Auge. Doch dann trifft er eine folgenschwere und folgenreiche Entscheidung den Bürgermeister bei den anstehenden Wahlen herauszufordern.
Regisseur Ari Aster hat es durchaus geschafft mit seinen beiden Erstlingswerken „Hereditary“ und „Midsommar“ bei mir einen gewissen Eindruck zu hinterlassen. Sein letzter Film „Beau Is Afraid“ konnte da leider nicht ganz ansetzen. „Eddington“ ist nun sein neuer Film und auch er hat es schwer bei den vorigen Erstlingswerken einen ähnlichen Eindruck zu hinterlassen. Klar ist der Film mit seiner Inszenierung und audiovisuellen Gestaltung großartig gelungen und sein Ensemble kann sich mit den Stars Joaquin Phoenix, Pedro Pascal, Emma Stone, Austin Butler, Michael Ward, Deirdre O´ Connell und Luke Grimes sehen lassen, dennoch ist der Film im Kern das gewöhnlichste und am leichten zugänglichste Werk des Regisseurs. Die Mischung aus schwarzer Komödie, Neowestern und Gesellschaftssatire ist gefühlt mit seiner Laufzeit von knapp 160 Minuten durchaus eine Spur zu lang geraten und in gewisser Art und Weise ist die zeitgeschichtliche Verortung des Film mit Mitte 2020 und seinen gesellschaftlichen Auswirkungen auf vor allem die USA überholt und liefert daher in seiner Gesellschaftssatire – und Kritik wenig Neues und Überraschendes. Dennoch hat mir das absurd Komische im Film sehr gut gefallen können und auch die Zuspitzung und Eskalation an Gewalt und Action gegen Ende hat diese Reise mit dem unfassbar witzig gegen den Strich besetzten Joaquin Phoenix und seinem bedauernswerten, tragischen Unsympathen mir ebenfalls gut gefallen.
„Eddington“ - My First Look – 8/10 Punkte
Deutscher Kinostart: 20.11.2025
gesehen am 22.12.2025 in OmU
Arthouse-Kinos Frankfurt – Harmonie – Kleine Harmonie – Reihe 4, Platz 1 – 18:15 Uhr
Für Joe Cross, den Sheriff von Eddington im Bundesstaat New Mexico läuft es nicht gut. Nicht nur, dass er mit der seit Beginn der Corona-Pandemie herrschenden Maskenpflicht aufgrund seines Athmas hadert, seine Frau leidet an Depressionen und seine Mutter verfällt in das tiefe Loch von Schwurbel und Verschwörungstheorien – auch das große regionale Bauprojekt eines Rechenzentrums ist ihm wie der Bürgermeister Ted Garcia ein Dorn im Auge. Doch dann trifft er eine folgenschwere und folgenreiche Entscheidung den Bürgermeister bei den anstehenden Wahlen herauszufordern.
Regisseur Ari Aster hat es durchaus geschafft mit seinen beiden Erstlingswerken „Hereditary“ und „Midsommar“ bei mir einen gewissen Eindruck zu hinterlassen. Sein letzter Film „Beau Is Afraid“ konnte da leider nicht ganz ansetzen. „Eddington“ ist nun sein neuer Film und auch er hat es schwer bei den vorigen Erstlingswerken einen ähnlichen Eindruck zu hinterlassen. Klar ist der Film mit seiner Inszenierung und audiovisuellen Gestaltung großartig gelungen und sein Ensemble kann sich mit den Stars Joaquin Phoenix, Pedro Pascal, Emma Stone, Austin Butler, Michael Ward, Deirdre O´ Connell und Luke Grimes sehen lassen, dennoch ist der Film im Kern das gewöhnlichste und am leichten zugänglichste Werk des Regisseurs. Die Mischung aus schwarzer Komödie, Neowestern und Gesellschaftssatire ist gefühlt mit seiner Laufzeit von knapp 160 Minuten durchaus eine Spur zu lang geraten und in gewisser Art und Weise ist die zeitgeschichtliche Verortung des Film mit Mitte 2020 und seinen gesellschaftlichen Auswirkungen auf vor allem die USA überholt und liefert daher in seiner Gesellschaftssatire – und Kritik wenig Neues und Überraschendes. Dennoch hat mir das absurd Komische im Film sehr gut gefallen können und auch die Zuspitzung und Eskalation an Gewalt und Action gegen Ende hat diese Reise mit dem unfassbar witzig gegen den Strich besetzten Joaquin Phoenix und seinem bedauernswerten, tragischen Unsympathen mir ebenfalls gut gefallen.
„Eddington“ - My First Look – 8/10 Punkte
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Re: iHaveCNit – Der HCN-Review-Sammelthread
468iHaveCNit: Lurker (2025) – Alex Russell – Universal
Deutscher Kinostart: 18.12.2025
gesehen am 22.12.2025 in OmU
Arthouse-Kinos Frankfurt – Harmonie – Kleine Harmonie – Reihe 4, Platz 1 – 21:00 Uhr
Matthew ist Mitarbeiter in einem Modegeschäft und hobbymäßiger Dokumentarfilmer. Eines Tages kommt der aufstrebende Musikstar Oliver in sein Geschäft und bei einer kleinen, kurzen Begegnung zwischen Matthew und Oliver erhält Matthew die Chance nicht nur Oliver bei einem kommenden Auftritt zu treffen, sondern auch privat mit ihm und seinem inneren Kreis Zeit zu verbringen – noch ahnt er nicht, dass sich für ihn irgendwann die Frage stellt, wieviel er bereit ist zu tun, seinen Platz im inneren Zirkel zu behalten und auch Oliver ahnt noch nicht, in welche Richtung die Begegnung der Beiden mündet.
„Lurker“ von Regisseur Alex Russell erschien extrem kurzfristig auf meinem Radar und war eine relativ spontane, kurzfristige Entscheidung im Hinblick auf meine begrenzten Möglichkeiten, den Film in seiner Erscheinungswoche zu sehen, bevor es die Möglichkeit nicht mehr gibt. Und diese Entscheidung bereue ich absolut nicht. „Lurker“ würde ich an dieser Stelle als fiesen Psychothriller bezeichnen, bei dem vor allem die beiden großen Hauptdarsteller des Films Theodore Pellerin und Archie Madekwe in ihren Rollen Matthew und Oliver großartig im Zusammenspiel sind. In einem durchaus sehr retrolastigen Look, der durch zum Teil auch die Nutzung von analogen Kameras im Film selbst unterstreicht wird und einem coolen Soundtrack ist der Film audiovisuell sehr gelungen. Thematisch befindet sich der Film oberflächlich gesehen in der Sprunghaftigkeit der charakterlichen und persönlichen Entwicklung eines Musikstars, seiner Musik, seinem Stil, seinen kreativen Ideen und des Einflusses seines persönlichen Umfelds. Hier wird das im Film durch einen stetigen Konkurrenzkampf innerhalb des Umfelds präsentiert, ein Haifischbecken, in dem sich jeder neue Hai beweisen und behaupten muss. Darüberhinaus stellt er die Frage wie viel jeder bereit ist dafür etwas zu tun – vor allem bei einer sich daraus ergebenden toxischen Obsession und auch einer obsessiven Abhängigkeit, die dann auch konsequent eine Verschiebung der Machtverhältnisse zur Folge hat. Das macht den Film durchaus sehr spannend, intensiv und fies und das hat mir ingesamt auch sehr gut gefallen.
„Lurker“ - My First Look – 8/10 Punkte
Deutscher Kinostart: 18.12.2025
gesehen am 22.12.2025 in OmU
Arthouse-Kinos Frankfurt – Harmonie – Kleine Harmonie – Reihe 4, Platz 1 – 21:00 Uhr
Matthew ist Mitarbeiter in einem Modegeschäft und hobbymäßiger Dokumentarfilmer. Eines Tages kommt der aufstrebende Musikstar Oliver in sein Geschäft und bei einer kleinen, kurzen Begegnung zwischen Matthew und Oliver erhält Matthew die Chance nicht nur Oliver bei einem kommenden Auftritt zu treffen, sondern auch privat mit ihm und seinem inneren Kreis Zeit zu verbringen – noch ahnt er nicht, dass sich für ihn irgendwann die Frage stellt, wieviel er bereit ist zu tun, seinen Platz im inneren Zirkel zu behalten und auch Oliver ahnt noch nicht, in welche Richtung die Begegnung der Beiden mündet.
„Lurker“ von Regisseur Alex Russell erschien extrem kurzfristig auf meinem Radar und war eine relativ spontane, kurzfristige Entscheidung im Hinblick auf meine begrenzten Möglichkeiten, den Film in seiner Erscheinungswoche zu sehen, bevor es die Möglichkeit nicht mehr gibt. Und diese Entscheidung bereue ich absolut nicht. „Lurker“ würde ich an dieser Stelle als fiesen Psychothriller bezeichnen, bei dem vor allem die beiden großen Hauptdarsteller des Films Theodore Pellerin und Archie Madekwe in ihren Rollen Matthew und Oliver großartig im Zusammenspiel sind. In einem durchaus sehr retrolastigen Look, der durch zum Teil auch die Nutzung von analogen Kameras im Film selbst unterstreicht wird und einem coolen Soundtrack ist der Film audiovisuell sehr gelungen. Thematisch befindet sich der Film oberflächlich gesehen in der Sprunghaftigkeit der charakterlichen und persönlichen Entwicklung eines Musikstars, seiner Musik, seinem Stil, seinen kreativen Ideen und des Einflusses seines persönlichen Umfelds. Hier wird das im Film durch einen stetigen Konkurrenzkampf innerhalb des Umfelds präsentiert, ein Haifischbecken, in dem sich jeder neue Hai beweisen und behaupten muss. Darüberhinaus stellt er die Frage wie viel jeder bereit ist dafür etwas zu tun – vor allem bei einer sich daraus ergebenden toxischen Obsession und auch einer obsessiven Abhängigkeit, die dann auch konsequent eine Verschiebung der Machtverhältnisse zur Folge hat. Das macht den Film durchaus sehr spannend, intensiv und fies und das hat mir ingesamt auch sehr gut gefallen.
„Lurker“ - My First Look – 8/10 Punkte
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Re: iHaveCNit – Der HCN-Review-Sammelthread
469iHaveCNit: Wicked Teil 2 (2025) – Jon M. Chu – Universal
Deutscher Kinostart: 19.11.2025
gesehen am 25.12.2025 Version: Deutsch mit englischen Songs und deutschen Untertiteln.
Kinopolis MTZ – Kino 5 – Reihe 13, Platz 10 – 19:45 Uhr
Einige Zeit nachdem Elphaba als böse Hexe gebrandmarkt wurde, zieht Elphaba ihre Kreise, die Pläne des Zauberers von Oz zu sabotieren. In Glinda sehen Oz und die Zauberin Madama Akaber das Symbol für das Gute und die Hoffnung im Kampf gegen die böse Hexe Elphaba. Inmitten aufkeimender Konflikte und dem eigentlichen Kampf Gut gegen Böse stellt sich die Frage, ob die einstige Freundschaft zwischen Elphaba und Glinda noch bestehen kann.
Mit „Wicked“ hat Regisseur Jon M. Chu in zwei Teilen eine entsprechende Verfilmung des Musicals, das die Vorgeschichte zu „Der Zauberer von Oz“ liefern soll, als groß angelegtes Filmprojekt in die Kinos gebracht, der durchaus einen gewissen Hype bei seiner direkten Fangemeinde und auch bei der letzten und aktuellen Awardsaison generieren können. Bei mir ist dieser Hype nicht angekommen, dennoch habe ich mir neben Teil 1 nun auch Teil 2 angesehen um das Projekt im Ganzen gesehen zu haben. Meine Kritikpunkte an Teil 1 könnte ich an dieser Stelle auch 1:1 an Teil 2 äußern, aber die sprunghafte Dramaturgie, die nicht immer ganz logisch und konsequent scheint ist vermutlich auch dem geschuldet, dass man es bei Musicals auch ab und an mit einer nicht immer logischen, konsequenten und sprunghaften Dramaturgie zu tun hat. Die Inszenierung einiger Songs kann sich durchaus sehen lassen, die Songs jedoch haben es genau wie beim ersten Teil schwer bei mir im Ohr zu bleiben. Ich finde es interessant, wie die Tonalität im zweiten Teil etwas düsterer wird und dass man hier versucht zumindest den Fokus des Hauptcharakters etwas auf Ariane Grandes Glinda zu lenken. Es ist auch interessant zu beobachten, wie man in Ansätzen versucht ein ambivalentes Verhältnis in der Wahrnehmung von Gut und Böse darzustellen und auch die Rolle von Manipulation und Propaganda hier darzustellen. Ebenfalls ist der Versuch auch interessant die Ereignisse aus „Der Zauberer von Oz“ im Hintergrund parallel stattfinden zu lassen und entsprechende Hintergründe für einige Charaktere zu liefern.
„Wicked Teil 2“ - My First Look – 7/10 Punkte
Deutscher Kinostart: 19.11.2025
gesehen am 25.12.2025 Version: Deutsch mit englischen Songs und deutschen Untertiteln.
Kinopolis MTZ – Kino 5 – Reihe 13, Platz 10 – 19:45 Uhr
Einige Zeit nachdem Elphaba als böse Hexe gebrandmarkt wurde, zieht Elphaba ihre Kreise, die Pläne des Zauberers von Oz zu sabotieren. In Glinda sehen Oz und die Zauberin Madama Akaber das Symbol für das Gute und die Hoffnung im Kampf gegen die böse Hexe Elphaba. Inmitten aufkeimender Konflikte und dem eigentlichen Kampf Gut gegen Böse stellt sich die Frage, ob die einstige Freundschaft zwischen Elphaba und Glinda noch bestehen kann.
Mit „Wicked“ hat Regisseur Jon M. Chu in zwei Teilen eine entsprechende Verfilmung des Musicals, das die Vorgeschichte zu „Der Zauberer von Oz“ liefern soll, als groß angelegtes Filmprojekt in die Kinos gebracht, der durchaus einen gewissen Hype bei seiner direkten Fangemeinde und auch bei der letzten und aktuellen Awardsaison generieren können. Bei mir ist dieser Hype nicht angekommen, dennoch habe ich mir neben Teil 1 nun auch Teil 2 angesehen um das Projekt im Ganzen gesehen zu haben. Meine Kritikpunkte an Teil 1 könnte ich an dieser Stelle auch 1:1 an Teil 2 äußern, aber die sprunghafte Dramaturgie, die nicht immer ganz logisch und konsequent scheint ist vermutlich auch dem geschuldet, dass man es bei Musicals auch ab und an mit einer nicht immer logischen, konsequenten und sprunghaften Dramaturgie zu tun hat. Die Inszenierung einiger Songs kann sich durchaus sehen lassen, die Songs jedoch haben es genau wie beim ersten Teil schwer bei mir im Ohr zu bleiben. Ich finde es interessant, wie die Tonalität im zweiten Teil etwas düsterer wird und dass man hier versucht zumindest den Fokus des Hauptcharakters etwas auf Ariane Grandes Glinda zu lenken. Es ist auch interessant zu beobachten, wie man in Ansätzen versucht ein ambivalentes Verhältnis in der Wahrnehmung von Gut und Böse darzustellen und auch die Rolle von Manipulation und Propaganda hier darzustellen. Ebenfalls ist der Versuch auch interessant die Ereignisse aus „Der Zauberer von Oz“ im Hintergrund parallel stattfinden zu lassen und entsprechende Hintergründe für einige Charaktere zu liefern.
„Wicked Teil 2“ - My First Look – 7/10 Punkte
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Re: iHaveCNit – Der HCN-Review-Sammelthread
470iHaveCNit: Zweitland (2025) – Michael Kofler – Weltkino
Deutscher Kinostart: 04.12.2025
gesehen am 26.12.2025 in OmU
Arthouse-Kinos Frankfurt – Cinema – Petit – Reihe 1, Platz 5 – 18:00 Uhr
In der Zeit um das Jahr 1961 ist das Leben für die deutschsprachige Bevölkerung durch die Österreichische Minderheit in Südtirol nicht einfach, wenn diese konsequent unter der Unterdrückung und gesellschaftlicher Benachteiligung zu kämpfen haben. Der kunstbegeisterte Paul Passler versucht in dieser Zeit seinem Bruder Anton und dessen Frau Anna zu helfen wo es nur geht. Anton sympathisiert jedoch mit dem Widerstand und als es in diesen unruhigen Zeiten zu einer Serie von seperatistischen Bombenanschlägen kommt und auch Anton als Flüchtiger in den Fokus der Ermittlungen gerät stellt sich vor allem für Paul und Anna die Frage nach familiärer Loyalität und Selbstverwirklichung.
Michael Koflers „Zweitland“ ist ein interessantes Historien- und Familiendrama und Zeitporträt geworden, dass einen in ein spannendes Kapitel entführt. Mit schönen Bildern eingefangen und einem tollen Soundtrack untermalt mag der Film durch die Darstellung etwas nüchtern, distanziert, ruhig, still und kalt wirken, hat mir aber da durchaus gut gefallen, weil sich eine unterschwellige Spannung und Dramatik dadurch eingestellt hat und der Fokus neben natürlich der gesellschaftlichen Entwicklung der damaligen Zeit auch auf dem innerfamiliären Konflikt zweier Brüder und auch der innere Konflikt bei der Frau inmitten patriarchalischer Strukturen liegt. Hier hat mir die Darstellung von Thomas Prenn, Laurence Rupp und Aenne Schwarz sehr gefallen.
„Zweitland“ - My First Look – 8/10 Punkte
Deutscher Kinostart: 04.12.2025
gesehen am 26.12.2025 in OmU
Arthouse-Kinos Frankfurt – Cinema – Petit – Reihe 1, Platz 5 – 18:00 Uhr
In der Zeit um das Jahr 1961 ist das Leben für die deutschsprachige Bevölkerung durch die Österreichische Minderheit in Südtirol nicht einfach, wenn diese konsequent unter der Unterdrückung und gesellschaftlicher Benachteiligung zu kämpfen haben. Der kunstbegeisterte Paul Passler versucht in dieser Zeit seinem Bruder Anton und dessen Frau Anna zu helfen wo es nur geht. Anton sympathisiert jedoch mit dem Widerstand und als es in diesen unruhigen Zeiten zu einer Serie von seperatistischen Bombenanschlägen kommt und auch Anton als Flüchtiger in den Fokus der Ermittlungen gerät stellt sich vor allem für Paul und Anna die Frage nach familiärer Loyalität und Selbstverwirklichung.
Michael Koflers „Zweitland“ ist ein interessantes Historien- und Familiendrama und Zeitporträt geworden, dass einen in ein spannendes Kapitel entführt. Mit schönen Bildern eingefangen und einem tollen Soundtrack untermalt mag der Film durch die Darstellung etwas nüchtern, distanziert, ruhig, still und kalt wirken, hat mir aber da durchaus gut gefallen, weil sich eine unterschwellige Spannung und Dramatik dadurch eingestellt hat und der Fokus neben natürlich der gesellschaftlichen Entwicklung der damaligen Zeit auch auf dem innerfamiliären Konflikt zweier Brüder und auch der innere Konflikt bei der Frau inmitten patriarchalischer Strukturen liegt. Hier hat mir die Darstellung von Thomas Prenn, Laurence Rupp und Aenne Schwarz sehr gefallen.
„Zweitland“ - My First Look – 8/10 Punkte
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Re: iHaveCNit – Der HCN-Review-Sammelthread
471iHaveCNit: Lolita Lesen In Teheran (2025) – Eran Riklis – Weltkino
Deutscher Kinostart: 20.11.2025
gesehen am 26.12.2025
Arthouse-Kinos Frankfurt – Cinema – Petit – Reihe 1, Platz 5 – 20:15 Uhr
1979 kehrt die Literaturwissenschaftlerin Azar Nafisi nach Jahren in Oklahoma in die iranische Heimat zurück, wo sie als Universitätsprofessorin in Teheran westliche Literatur an Studenten weitergeben möchte. Jedoch sorgt die islamische Revolution und ihre ablehnende Haltung dem Kopftuch gegenüber dafür, dass sie nicht weiter an der Uni unterrichten darf. Jahre später trifft sie sich mit ehemaligen Studentinnen wieder bei ihr zu Hause, um in einem Lesekreis westliche Literatur wie „The Great Gatsby“ , „Stolz und Vorurteil“ , „Daisy Miller“ und auch „Lolita“ zu lesen, zu studieren und den gesellschaftlichen Einfluss zu diskutieren.
„Lolita Lesen In Teheran“ ist sowohl eine Romanverfilmung des gleichnamigen Romans der Autorin Azar Nafisi als auch eine Biographie ihres Lebens und ein zeitgeschichtliches Porträt der Gesellschaft des Irans in seiner episodenhaften Erzählung von 4 Jahren mit wichtigen Ereignissen im Leben der Autorin und entsprechender Protagonistinnen des Films. Mir hat der Film sehr gefallen und es ist interessant filmisch weiter ein wenig in die Geschichte des Irans einzutauchen und sich gesellschafts- und regimekritisch damit auseinanderzusetzen wie es bereits einige andere großartige filmische Werke der letzten Jahre tun und getan haben wie unter anderem „Die Saat des heiligen Feigenbaums“, „Holy Spider“, „A Hero“, „The Salesman“, „Die Sirene“, „Die Ballade von der Weißen Kuh“ und „Leere Netze“. Und genauso wie mich diese Filme faszinieren und begeistern konnten hat es auch nun „Lolita Lesen In Teheran“ getan. Mit der auch in einigen Hollywood-Produktionen in Erscheinung getretenen Golshifteh Farahani hat man eine großartige Hauptdarstellerin für den Film gefunden, die neben dem gesamten Ensemble aus weiteren tollen Darstellerinnen – darunter unter anderem die auch in „Holy Spider“ agierende Zar Amir – sehr engagiert wirkt und dieser Zusammenhalt unter Frauen in Zeiten der Unterdrückung ein großartiges gesellschaftliches Plädoyer ist. Es ist auch schön wie man hier mithilfe der Literatur, die auch symbolisch für die entsprechenden Episoden des Films stehen immer einen gewissen stellvertretenden gesellschaftlichen Diskurs findet und nicht nur das persönliche Schicksal der Autorin und Protagonistin Azar Nafisi Bestandteil des Films ist, sondern auch Raum für die Schicksale der Studentinnen und Frauen gefunden wird.
„Lolita Lesen In Teheran“ - My First Look – 8/10 Punkte
Deutscher Kinostart: 20.11.2025
gesehen am 26.12.2025
Arthouse-Kinos Frankfurt – Cinema – Petit – Reihe 1, Platz 5 – 20:15 Uhr
1979 kehrt die Literaturwissenschaftlerin Azar Nafisi nach Jahren in Oklahoma in die iranische Heimat zurück, wo sie als Universitätsprofessorin in Teheran westliche Literatur an Studenten weitergeben möchte. Jedoch sorgt die islamische Revolution und ihre ablehnende Haltung dem Kopftuch gegenüber dafür, dass sie nicht weiter an der Uni unterrichten darf. Jahre später trifft sie sich mit ehemaligen Studentinnen wieder bei ihr zu Hause, um in einem Lesekreis westliche Literatur wie „The Great Gatsby“ , „Stolz und Vorurteil“ , „Daisy Miller“ und auch „Lolita“ zu lesen, zu studieren und den gesellschaftlichen Einfluss zu diskutieren.
„Lolita Lesen In Teheran“ ist sowohl eine Romanverfilmung des gleichnamigen Romans der Autorin Azar Nafisi als auch eine Biographie ihres Lebens und ein zeitgeschichtliches Porträt der Gesellschaft des Irans in seiner episodenhaften Erzählung von 4 Jahren mit wichtigen Ereignissen im Leben der Autorin und entsprechender Protagonistinnen des Films. Mir hat der Film sehr gefallen und es ist interessant filmisch weiter ein wenig in die Geschichte des Irans einzutauchen und sich gesellschafts- und regimekritisch damit auseinanderzusetzen wie es bereits einige andere großartige filmische Werke der letzten Jahre tun und getan haben wie unter anderem „Die Saat des heiligen Feigenbaums“, „Holy Spider“, „A Hero“, „The Salesman“, „Die Sirene“, „Die Ballade von der Weißen Kuh“ und „Leere Netze“. Und genauso wie mich diese Filme faszinieren und begeistern konnten hat es auch nun „Lolita Lesen In Teheran“ getan. Mit der auch in einigen Hollywood-Produktionen in Erscheinung getretenen Golshifteh Farahani hat man eine großartige Hauptdarstellerin für den Film gefunden, die neben dem gesamten Ensemble aus weiteren tollen Darstellerinnen – darunter unter anderem die auch in „Holy Spider“ agierende Zar Amir – sehr engagiert wirkt und dieser Zusammenhalt unter Frauen in Zeiten der Unterdrückung ein großartiges gesellschaftliches Plädoyer ist. Es ist auch schön wie man hier mithilfe der Literatur, die auch symbolisch für die entsprechenden Episoden des Films stehen immer einen gewissen stellvertretenden gesellschaftlichen Diskurs findet und nicht nur das persönliche Schicksal der Autorin und Protagonistin Azar Nafisi Bestandteil des Films ist, sondern auch Raum für die Schicksale der Studentinnen und Frauen gefunden wird.
„Lolita Lesen In Teheran“ - My First Look – 8/10 Punkte
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Re: iHaveCNit – Der HCN-Review-Sammelthread
472iHaveCNit: Therapie Für Wikinger (2025) – Anders Thomas Jensen – Neue Visionen Filmverleih
Deutscher Kinostart: 25.12.2025
gesehen am 28.12.2025
Arthouse-Kinos Frankfurt – Harmonie – Große Harmonie - Parkett – Reihe 5, Platz 7 – 15:30 Uhr
Anker konnte vor seiner Festnahme für einen Bankraub noch die Beute sicher stellen und seinen Bruder Manfred bitten den Schlüssel für die Beute so lange aufzubewahren, bis sich die Lage entspannt hat und dann im Waldstück des Hauses, in dem sie als Kinder aufgewachsen sind zu vergraben. 15 Jahre später kommt Anker aus dem Knast und steht natürlich bei einem damaligen Komplizen in der Kreide. Irgendwie muss er die Beute ausfindig machen, doch das gestaltet sich schwierig bei der fortschreitenden Identitätsstörung seines Bruders, der auch noch sehr verletzt ist, dass Anker so lange weg war.
Anders Thomas Jensen ist für mich ein Garant für unterhaltsame, schwarze Komödien und da ist sein gesamtes bisheriges Werk als Regisseur mit den Langfilmen „Blinkende Lichter“, „Dänische Delikatessen“, „Adams Äpfel“, „Men and Chicken“ und „Helden der Wahrscheinlichkeit“ bei mir einfach ein Klassiker. Schön, dass Anders Thomas Jensen einen Teil seines Stammcasts wieder zusammenführen konnte für den neuen Film „Therapie für Wikinger“ oder auch „Den sidste Viking“ bzw. „The Last Viking“. Allen voran neben einem Ensemble aus Sören Malling, Lars Brygman, Lars Ranthe, Sofie Grabol, Bodil Jorgensen und Nicolas Bro sind natürlich mit Mads Mikkelsen und Nikolaj Lie Kaas absolute Stars des dänischen Kinos an der Spitze des Ensembles zu finden. „Therapie für Wikinger“ ist hier dann eine schwarzhumorige und unterhaltsame Komödie geworden, die sich thematisch bei einem Gaunerstück, Identitätsstörungen, Daddy Issues sowie den Beatles und Abba einordnet und auch makaber eingestreute und dargestellte Animationsfilmideen zu bieten hat. Gerade im Hinblick auf die bisherigen Werke von Anders Thomas Jensen ist es jedoch so, dass ich „Therapie für Wikinger“ eher im hinteren, aber dennoch immer noch guten Mittelfeld einordnen würde, weil ich mich ein wenig mit dem Bruder-Duo identifizieren konnte und eine unterhaltsame Zeit im Kino hatte.
„Therapie Für Wikinger“ - My First Look – 8/10 Punkte
Deutscher Kinostart: 25.12.2025
gesehen am 28.12.2025
Arthouse-Kinos Frankfurt – Harmonie – Große Harmonie - Parkett – Reihe 5, Platz 7 – 15:30 Uhr
Anker konnte vor seiner Festnahme für einen Bankraub noch die Beute sicher stellen und seinen Bruder Manfred bitten den Schlüssel für die Beute so lange aufzubewahren, bis sich die Lage entspannt hat und dann im Waldstück des Hauses, in dem sie als Kinder aufgewachsen sind zu vergraben. 15 Jahre später kommt Anker aus dem Knast und steht natürlich bei einem damaligen Komplizen in der Kreide. Irgendwie muss er die Beute ausfindig machen, doch das gestaltet sich schwierig bei der fortschreitenden Identitätsstörung seines Bruders, der auch noch sehr verletzt ist, dass Anker so lange weg war.
Anders Thomas Jensen ist für mich ein Garant für unterhaltsame, schwarze Komödien und da ist sein gesamtes bisheriges Werk als Regisseur mit den Langfilmen „Blinkende Lichter“, „Dänische Delikatessen“, „Adams Äpfel“, „Men and Chicken“ und „Helden der Wahrscheinlichkeit“ bei mir einfach ein Klassiker. Schön, dass Anders Thomas Jensen einen Teil seines Stammcasts wieder zusammenführen konnte für den neuen Film „Therapie für Wikinger“ oder auch „Den sidste Viking“ bzw. „The Last Viking“. Allen voran neben einem Ensemble aus Sören Malling, Lars Brygman, Lars Ranthe, Sofie Grabol, Bodil Jorgensen und Nicolas Bro sind natürlich mit Mads Mikkelsen und Nikolaj Lie Kaas absolute Stars des dänischen Kinos an der Spitze des Ensembles zu finden. „Therapie für Wikinger“ ist hier dann eine schwarzhumorige und unterhaltsame Komödie geworden, die sich thematisch bei einem Gaunerstück, Identitätsstörungen, Daddy Issues sowie den Beatles und Abba einordnet und auch makaber eingestreute und dargestellte Animationsfilmideen zu bieten hat. Gerade im Hinblick auf die bisherigen Werke von Anders Thomas Jensen ist es jedoch so, dass ich „Therapie für Wikinger“ eher im hinteren, aber dennoch immer noch guten Mittelfeld einordnen würde, weil ich mich ein wenig mit dem Bruder-Duo identifizieren konnte und eine unterhaltsame Zeit im Kino hatte.
„Therapie Für Wikinger“ - My First Look – 8/10 Punkte
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Re: iHaveCNit – Der HCN-Review-Sammelthread
473iHaveCNit: Sorry, Baby ! (2025) – Eva Victor – A24 / DCM
Deutscher Kinostart: 18.12.2025
gesehen am 28.12.2025 in OmU
Arthouse-Kinos Frankfurt – Harmonie – Kleine Harmonie – Reihe 4, Platz 7 – 18:15 Uhr
Die Literaturprofessorin Agnes lebt am Rand einer ländlichen Gemeinde in New England. Bei einem Besuch der besten Freundin Lydie bekommt sie die Nachricht, dass Lydie und ihre Partnerin ein Kind erwarten. Damals in ihrer gemeinsamen Zeit in der Universität bei der Betreuung hin zur Professur waren beide beim Mentor, der vor allem bei Agnes ein großes Talent gesehen hat und bei dem es zu einer folgenreichen Sache gegenüber Agnes gekommen ist, mit der Agnes eine ganz eigene Art gefunden hat, damit umzugehen.
Ab und an kommt es vor, dass ganz unerwartet kleine, feine Arthouse-Dramen auf meinem Radar erscheinen und mich direkt sogar so stark begeistern können, dass sie eines der Highlights meines Jahres werden. „Sorry, Baby !“ ist so ein Film. Eva Victor hat in der Rolle der Regie, des Drehbuchs und auch der Hauptrolle Agnes ein starkes Regiedebüt hingelegt. Das Drama folgt nonlinear mit einer interessant betitelten Episodenstruktur Eva Victors Rolle Agnes über einige Jahre und kann im Kern als #metoo-Drama bezeichnet werden, bei dem der Fokus weniger auf der Tat selbst, sondern den Folgen und den Auswirkungen bei Agnes mit all den entsprechenden Coping Mechanismen und Interaktionen mit ihrem Umfeld. Dabei trifft Victor mit einer gewissen Normalität, Banalität, Leichtfüßigkeit und einem Sinn für den passenden Humor immer den richtigen Punkt in der gesamten Tonalität des Films, in dem mir auch noch Naomi Ackie, Lucas Hedges und John Carroll Lynch im Ensemble neben Eva Victor gut gefallen haben, auch wenn natürlich Eva Victor über allem steht. Da bin ich tatsächlich gespannt, was von Eva Victor danach kommen mag.
„Sorry, Baby !“ - My First Look – 10/10 Punkte
Deutscher Kinostart: 18.12.2025
gesehen am 28.12.2025 in OmU
Arthouse-Kinos Frankfurt – Harmonie – Kleine Harmonie – Reihe 4, Platz 7 – 18:15 Uhr
Die Literaturprofessorin Agnes lebt am Rand einer ländlichen Gemeinde in New England. Bei einem Besuch der besten Freundin Lydie bekommt sie die Nachricht, dass Lydie und ihre Partnerin ein Kind erwarten. Damals in ihrer gemeinsamen Zeit in der Universität bei der Betreuung hin zur Professur waren beide beim Mentor, der vor allem bei Agnes ein großes Talent gesehen hat und bei dem es zu einer folgenreichen Sache gegenüber Agnes gekommen ist, mit der Agnes eine ganz eigene Art gefunden hat, damit umzugehen.
Ab und an kommt es vor, dass ganz unerwartet kleine, feine Arthouse-Dramen auf meinem Radar erscheinen und mich direkt sogar so stark begeistern können, dass sie eines der Highlights meines Jahres werden. „Sorry, Baby !“ ist so ein Film. Eva Victor hat in der Rolle der Regie, des Drehbuchs und auch der Hauptrolle Agnes ein starkes Regiedebüt hingelegt. Das Drama folgt nonlinear mit einer interessant betitelten Episodenstruktur Eva Victors Rolle Agnes über einige Jahre und kann im Kern als #metoo-Drama bezeichnet werden, bei dem der Fokus weniger auf der Tat selbst, sondern den Folgen und den Auswirkungen bei Agnes mit all den entsprechenden Coping Mechanismen und Interaktionen mit ihrem Umfeld. Dabei trifft Victor mit einer gewissen Normalität, Banalität, Leichtfüßigkeit und einem Sinn für den passenden Humor immer den richtigen Punkt in der gesamten Tonalität des Films, in dem mir auch noch Naomi Ackie, Lucas Hedges und John Carroll Lynch im Ensemble neben Eva Victor gut gefallen haben, auch wenn natürlich Eva Victor über allem steht. Da bin ich tatsächlich gespannt, was von Eva Victor danach kommen mag.
„Sorry, Baby !“ - My First Look – 10/10 Punkte
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Re: iHaveCNit – Der HCN-Review-Sammelthread
474iHaveCNit: Die Jüngste Tochter (2025) – Hafsia Herzi – Alamode
Deutscher Kinostart: 25.12.2025
gesehen am 28.12.2025 in OmU
Arthouse-Kinos Frankfurt – Harmonie – Kleine Harmonie – Reihe 4, Platz 4 – 20:30 Uhr
Fatima ist 17, eine gläubige Muslima, spielt gerne Fußball, hängt meistens mit den coolen Jungs der Schule ab, doch inmitten einer heimlichen Beziehung zu einem Jungen scheint es ihr immer stärker klar zu werden, dass genau dieser Weg für sie nicht der Richtige ist und sie heimliche erste Erfahrungen mit dem gleichen Geschlecht sucht. Da sie auch Asthmatikerin ist, wird ihr vom Arzt eine entsprechende Schulung angeboten, bei der sie die aus Korea stammende Assistentin Ji-Na kennenlernt und eine heimliche Beziehung mit ihr beginnt, die vor allem in ihr sehr viel an Konflikten auslöst.
Regisseurin Hafsia Herzi hat mit „Die Jüngste Tochter“ den gleichnamigen, autobiographischen Roman von Fatima Daas inszeniert und damit ein sehr feinfühliges, sensibles Werk geschaffen, dass ein großartiger frischer Beitrag des französischen, queeren Kinos ist und sowohl Coming-Of-Age als auch Coming-Out-Liebes-Drama ist und dies mit der religiösen, kulturellen und gesellschaftlichen Komponente unterfüttert. Mit einer großartigen Nadia Melliti in der Hauptrolle lässt uns der Film wenn auch sehr reduziert, aber dennoch feinfühlig an der Gefühlswelt von Fatima teilhaben und ihre Konflikte spüren und miterleben und wie die Rolle des Glaubens und der Familie eben für sie auch eine wichtige Rolle spielt.
„Die Jüngste Tochter“ - My First Look – 8/10 Punkte
Deutscher Kinostart: 25.12.2025
gesehen am 28.12.2025 in OmU
Arthouse-Kinos Frankfurt – Harmonie – Kleine Harmonie – Reihe 4, Platz 4 – 20:30 Uhr
Fatima ist 17, eine gläubige Muslima, spielt gerne Fußball, hängt meistens mit den coolen Jungs der Schule ab, doch inmitten einer heimlichen Beziehung zu einem Jungen scheint es ihr immer stärker klar zu werden, dass genau dieser Weg für sie nicht der Richtige ist und sie heimliche erste Erfahrungen mit dem gleichen Geschlecht sucht. Da sie auch Asthmatikerin ist, wird ihr vom Arzt eine entsprechende Schulung angeboten, bei der sie die aus Korea stammende Assistentin Ji-Na kennenlernt und eine heimliche Beziehung mit ihr beginnt, die vor allem in ihr sehr viel an Konflikten auslöst.
Regisseurin Hafsia Herzi hat mit „Die Jüngste Tochter“ den gleichnamigen, autobiographischen Roman von Fatima Daas inszeniert und damit ein sehr feinfühliges, sensibles Werk geschaffen, dass ein großartiger frischer Beitrag des französischen, queeren Kinos ist und sowohl Coming-Of-Age als auch Coming-Out-Liebes-Drama ist und dies mit der religiösen, kulturellen und gesellschaftlichen Komponente unterfüttert. Mit einer großartigen Nadia Melliti in der Hauptrolle lässt uns der Film wenn auch sehr reduziert, aber dennoch feinfühlig an der Gefühlswelt von Fatima teilhaben und ihre Konflikte spüren und miterleben und wie die Rolle des Glaubens und der Familie eben für sie auch eine wichtige Rolle spielt.
„Die Jüngste Tochter“ - My First Look – 8/10 Punkte
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Re: iHaveCNit – Der HCN-Review-Sammelthread
475iHaveCNit: Anaconda (2025) – Tom Gormican – Sony Pictures
Deutscher Kinostart: 25.12.2025
gesehen am 30.12.2025
Kinopolis MTZ – Kino 8 – Reihe 13, Platz 22 – 20:10 Uhr
Nach langer Zeit treffen die guten Freunde Griff und Doug zu Dougs Geburtstag aufeinander. Der erfolglose Schauspieler Griff hat einen Vorschlag für den in seiner Kreativität ausgebremsten und in der Midlife-Crisis befindlichen Filmemacher Doug. Sie könnten doch gemeinsam mit zwei weiteren guten Freunden ein filmische Neuinterpretation des Horror-Films „Anaconda“ aus dem Jahr 1997 in der Region des Amazonas zu drehen. Noch ahnen sie nicht, dass sie nicht nur einen verrückten Schlangenexperten kennen lernen und auch in den Konflikt von Ermittlungsbehörden und Goldgräbern geraten, sondern auch etwas Gefährliches im Dschungel auf sie wartet.
An der Stelle muss ich mich outen, dass ich „Anaconda“ aus 1997 bisher noch nicht gesehen habe, aber dennoch durchaus den ein oder anderen Moment daraus sowie involvierte Darsteller ganz dunkel im Hinterkopf hatte. Ob das ein Vor- oder ein Nachteil für „Anaconda“ aus dem Jahr 2025 von Tom Gormican ist, kann ich an dieser Stelle nicht beurteilen. Der letzte Film von Tom Gormican war „Massive Talent“ - eine witzige Meta-Crime-Comedy mit einem Nicolas Cage als Nicolas Cage in einer Actionkomödie. Und genau mit diesem Anspruch bin ich auch an „Anaconda“ 2025 gegangen ohne jetzt ganz große filmische Qualität zu erwarten. Bekommen habe ich eine absurd witzige und dumm unterhaltsame Meta-Action-Horror-Komödie, die im Grad der Gewalt absurd harmlos ungiftig und blutleer ist und ein grundlegend eher unsympathisches und nerviges Ensemble um Personen wie Paul Rudd, Thandiwe Newton, Steve Zahn, Daniela Melchior und vor allem Jack Black - der damit neben Minecraft für mich mitunter eher im unteren Bereich des Filmjahrs zu finden ist – und auch einem Selton Mello – Es gibt ja einen schönen englischen Spruch dafür: „His downfall needs to be studied“ - gemeint ist damit, dass er von seiner Beteiligung im großen brasilianischen Oscar-Meisterwerk „Für Immer Hier“ nun in einer Meta-Action-Horror-Komödien-Gurke mitwirken darf. Und da ist es unfreiwillig komisch es durchaus unterhaltsam und witzig zu finden, nicht nur über die Situationen im Film, sondern auch über die Charaktere zu lachen, weil der Film gekonnt die möglichen Qualitätspotentiale umschlängelt, aber nie den Griff um diese Möglichkeiten zuzieht – und da ändert der ein oder andere Cameo auch nichts. Von daher ist es denkwürdig, dass dieser Film nun Ticket 150 meiner Kinobesuche in 2025 markiert.
„Anaconda“ - My First Look – 5/10 Punkte
Deutscher Kinostart: 25.12.2025
gesehen am 30.12.2025
Kinopolis MTZ – Kino 8 – Reihe 13, Platz 22 – 20:10 Uhr
Nach langer Zeit treffen die guten Freunde Griff und Doug zu Dougs Geburtstag aufeinander. Der erfolglose Schauspieler Griff hat einen Vorschlag für den in seiner Kreativität ausgebremsten und in der Midlife-Crisis befindlichen Filmemacher Doug. Sie könnten doch gemeinsam mit zwei weiteren guten Freunden ein filmische Neuinterpretation des Horror-Films „Anaconda“ aus dem Jahr 1997 in der Region des Amazonas zu drehen. Noch ahnen sie nicht, dass sie nicht nur einen verrückten Schlangenexperten kennen lernen und auch in den Konflikt von Ermittlungsbehörden und Goldgräbern geraten, sondern auch etwas Gefährliches im Dschungel auf sie wartet.
An der Stelle muss ich mich outen, dass ich „Anaconda“ aus 1997 bisher noch nicht gesehen habe, aber dennoch durchaus den ein oder anderen Moment daraus sowie involvierte Darsteller ganz dunkel im Hinterkopf hatte. Ob das ein Vor- oder ein Nachteil für „Anaconda“ aus dem Jahr 2025 von Tom Gormican ist, kann ich an dieser Stelle nicht beurteilen. Der letzte Film von Tom Gormican war „Massive Talent“ - eine witzige Meta-Crime-Comedy mit einem Nicolas Cage als Nicolas Cage in einer Actionkomödie. Und genau mit diesem Anspruch bin ich auch an „Anaconda“ 2025 gegangen ohne jetzt ganz große filmische Qualität zu erwarten. Bekommen habe ich eine absurd witzige und dumm unterhaltsame Meta-Action-Horror-Komödie, die im Grad der Gewalt absurd harmlos ungiftig und blutleer ist und ein grundlegend eher unsympathisches und nerviges Ensemble um Personen wie Paul Rudd, Thandiwe Newton, Steve Zahn, Daniela Melchior und vor allem Jack Black - der damit neben Minecraft für mich mitunter eher im unteren Bereich des Filmjahrs zu finden ist – und auch einem Selton Mello – Es gibt ja einen schönen englischen Spruch dafür: „His downfall needs to be studied“ - gemeint ist damit, dass er von seiner Beteiligung im großen brasilianischen Oscar-Meisterwerk „Für Immer Hier“ nun in einer Meta-Action-Horror-Komödien-Gurke mitwirken darf. Und da ist es unfreiwillig komisch es durchaus unterhaltsam und witzig zu finden, nicht nur über die Situationen im Film, sondern auch über die Charaktere zu lachen, weil der Film gekonnt die möglichen Qualitätspotentiale umschlängelt, aber nie den Griff um diese Möglichkeiten zuzieht – und da ändert der ein oder andere Cameo auch nichts. Von daher ist es denkwürdig, dass dieser Film nun Ticket 150 meiner Kinobesuche in 2025 markiert.
„Anaconda“ - My First Look – 5/10 Punkte
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Re: iHaveCNit – Der HCN-Review-Sammelthread
476Special - Silvesterpreview
iHaveCNit: Hamnet (2026) – Chloe Zhao – Universal
Deutscher Kinostart: 22.01.2026
gesehen am 31.12.2025 in OmU
Arthouse-Kinos Frankfurt – Eldorado – Reihe P8, Platz 1 – 20:30 Uhr
In der jährlichen Tradition von mir die Silvesterpreview der Arthouse-Kinos Frankfurt zu besuchen habe ich mir in 2025 aus der angebotenen Auswahl dieses Jahr das fiktionale, teilbiographische Shakespeare-Drama „Hamnet“ mit Jessie Buckley und Paul Mescal in den Hauptrollen angesehen, dass durchaus ein innerer Zwiespalt bei mir geworden ist, weil mir zum Einen das Schauspiel, die Inszenierung und die audiovisuelle Gestaltung insgesamt gut gefallen hat, aber ich mit der linearen, sprunghaften Erzählung und der spirituellen, esoterischen, symbolischen Katharsis durch die Bewältigung von Trauer und Konflikten mit darstellender Kunst so meine kleinen Probleme weil mir das zu holprig in Entwicklung und Dramaturgie wirkte und ich insgesamt mit Sprititualität und Esoterik nur sehr wenig anfangen kann.
„Hamnet“ - My First Look – 8/10 Punkte
iHaveCNit: Hamnet (2026) – Chloe Zhao – Universal
Deutscher Kinostart: 22.01.2026
gesehen am 31.12.2025 in OmU
Arthouse-Kinos Frankfurt – Eldorado – Reihe P8, Platz 1 – 20:30 Uhr
Erzählt wird die Geschichte der naturverbundenen, geheimnisvollen Agnes im 16. Jahrhundert in einem englischen Dorf, die dort den Lateinlehrer William kennen- und lieben lernt, ihn heiratet und die beiden erst eine Tochter bekommen und danach mit viel Glück die beiden Zwillinge Judith und Hamnet. Das Leben der Familie ist gut, bis sich für William beruflich neue Chancen in London ergeben. Noch ahnt die Familie nicht, welche tragischen Schicksale sie erwarten wird und wie sie einen Weg finden, diese Trauer verarbeiten zu können.
Die Oscargewinnerin Chloe Zhao hatte nach ihrem Erfolg „Nomadland“ mit „Eternals“ einen durchaus interessanten Ausflug im damals strauchelnden, orientierungslosen Marvel Cinematic Universe zwischen Endspiel und Weltuntergang, der aufzeigt, dass ihr durchaus impressiver, esoterischer und spiritueller Stil weniger für große Blockbuster funktioniert und eher geeigneter im Oscarkino und entsprechenden Arthouse-Dramen. Und hier ist mit „Hamnet“ als nächstes Filmprojekt definitiv wieder ein Film dabei, der bei der aktuellen Award-Saison durchaus Wellen schlagen könnte. Basierend auf dem Buch „Judith und Hamnet“ von Maggie O´Farrell, die gemeinsam mit Zhao das Drehbuch geschrieben hat, versucht sich Zhao an einer Art Historiendrama und biographischer Aufarbeitung von Abschnitten im Leben des legendären William Shakespeare aus der Perspektive seiner Frau Agnes. Da jedoch einiges über das Leben eher nebulös und geheimnisvoll bleibt, ist natürlich „Hamnet“ als Film eher als fiktives Historiendrama statt einer ernst zu nehmenden Filmbiographie und Ursprungsgeschichte zu Shakespeares Werk „Hamlet“ zu werten. In Zhaos Film bekommen wir vor allem mit Jessie Buckley, Paul Mescal und dem jungen Jacobi Jupe ein großartiges Schauspiel geboten, die die Tragik, die Tour De Force und die Katharsis richtig spürbar werden lassen. In der Ausstattung, der audiovisuellen Gestaltung und der gesamten Inszenierung sieht der Film auch sehr gut aus. Die gebotene Geschicht selbst hat mich natürlich emotional berühren können. Jedoch stehe ich am Ende zwiegespalten dem Film gegenüber, weil die sprunghafte Erzählung der Ereignisse eher wie Momentaufnahmen wirken und nur lose die Charakterentwicklungen nachvollziehbar sind, die sonst auch eher absolut behauptet hätten wirken können und die Dramaturgie damit sehr holprig unter ihren Möglichkeiten bleibt. Für mich, der eher weniger mit Spiritualität und Esoterik anfangen kann, respektiere zwar den filmischen Ansatz hier eine spirituelle, esoterische Katharsis der Trauerverarbeitung durch darstellende Künste, kann mich damit aber weniger anfreunden, weil das für mich eher befremdlich und wenig natürlich ist. Da hat zum Beispiel für mich die Komponente von darstellender Kunst zur Bewältigung innerfamiliärer Traumata und Konflikte bei Joachim Triers „Sentimental Value“ wesentlich besser, bodenständiger und natürlicher funktioniert.
„Hamnet“ - My First Look – 8/10 Punkte
iHaveCNit: Hamnet (2026) – Chloe Zhao – Universal
Deutscher Kinostart: 22.01.2026
gesehen am 31.12.2025 in OmU
Arthouse-Kinos Frankfurt – Eldorado – Reihe P8, Platz 1 – 20:30 Uhr
In der jährlichen Tradition von mir die Silvesterpreview der Arthouse-Kinos Frankfurt zu besuchen habe ich mir in 2025 aus der angebotenen Auswahl dieses Jahr das fiktionale, teilbiographische Shakespeare-Drama „Hamnet“ mit Jessie Buckley und Paul Mescal in den Hauptrollen angesehen, dass durchaus ein innerer Zwiespalt bei mir geworden ist, weil mir zum Einen das Schauspiel, die Inszenierung und die audiovisuelle Gestaltung insgesamt gut gefallen hat, aber ich mit der linearen, sprunghaften Erzählung und der spirituellen, esoterischen, symbolischen Katharsis durch die Bewältigung von Trauer und Konflikten mit darstellender Kunst so meine kleinen Probleme weil mir das zu holprig in Entwicklung und Dramaturgie wirkte und ich insgesamt mit Sprititualität und Esoterik nur sehr wenig anfangen kann.
„Hamnet“ - My First Look – 8/10 Punkte
iHaveCNit: Hamnet (2026) – Chloe Zhao – Universal
Deutscher Kinostart: 22.01.2026
gesehen am 31.12.2025 in OmU
Arthouse-Kinos Frankfurt – Eldorado – Reihe P8, Platz 1 – 20:30 Uhr
Erzählt wird die Geschichte der naturverbundenen, geheimnisvollen Agnes im 16. Jahrhundert in einem englischen Dorf, die dort den Lateinlehrer William kennen- und lieben lernt, ihn heiratet und die beiden erst eine Tochter bekommen und danach mit viel Glück die beiden Zwillinge Judith und Hamnet. Das Leben der Familie ist gut, bis sich für William beruflich neue Chancen in London ergeben. Noch ahnt die Familie nicht, welche tragischen Schicksale sie erwarten wird und wie sie einen Weg finden, diese Trauer verarbeiten zu können.
Die Oscargewinnerin Chloe Zhao hatte nach ihrem Erfolg „Nomadland“ mit „Eternals“ einen durchaus interessanten Ausflug im damals strauchelnden, orientierungslosen Marvel Cinematic Universe zwischen Endspiel und Weltuntergang, der aufzeigt, dass ihr durchaus impressiver, esoterischer und spiritueller Stil weniger für große Blockbuster funktioniert und eher geeigneter im Oscarkino und entsprechenden Arthouse-Dramen. Und hier ist mit „Hamnet“ als nächstes Filmprojekt definitiv wieder ein Film dabei, der bei der aktuellen Award-Saison durchaus Wellen schlagen könnte. Basierend auf dem Buch „Judith und Hamnet“ von Maggie O´Farrell, die gemeinsam mit Zhao das Drehbuch geschrieben hat, versucht sich Zhao an einer Art Historiendrama und biographischer Aufarbeitung von Abschnitten im Leben des legendären William Shakespeare aus der Perspektive seiner Frau Agnes. Da jedoch einiges über das Leben eher nebulös und geheimnisvoll bleibt, ist natürlich „Hamnet“ als Film eher als fiktives Historiendrama statt einer ernst zu nehmenden Filmbiographie und Ursprungsgeschichte zu Shakespeares Werk „Hamlet“ zu werten. In Zhaos Film bekommen wir vor allem mit Jessie Buckley, Paul Mescal und dem jungen Jacobi Jupe ein großartiges Schauspiel geboten, die die Tragik, die Tour De Force und die Katharsis richtig spürbar werden lassen. In der Ausstattung, der audiovisuellen Gestaltung und der gesamten Inszenierung sieht der Film auch sehr gut aus. Die gebotene Geschicht selbst hat mich natürlich emotional berühren können. Jedoch stehe ich am Ende zwiegespalten dem Film gegenüber, weil die sprunghafte Erzählung der Ereignisse eher wie Momentaufnahmen wirken und nur lose die Charakterentwicklungen nachvollziehbar sind, die sonst auch eher absolut behauptet hätten wirken können und die Dramaturgie damit sehr holprig unter ihren Möglichkeiten bleibt. Für mich, der eher weniger mit Spiritualität und Esoterik anfangen kann, respektiere zwar den filmischen Ansatz hier eine spirituelle, esoterische Katharsis der Trauerverarbeitung durch darstellende Künste, kann mich damit aber weniger anfreunden, weil das für mich eher befremdlich und wenig natürlich ist. Da hat zum Beispiel für mich die Komponente von darstellender Kunst zur Bewältigung innerfamiliärer Traumata und Konflikte bei Joachim Triers „Sentimental Value“ wesentlich besser, bodenständiger und natürlicher funktioniert.
„Hamnet“ - My First Look – 8/10 Punkte
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