Re: Bond in Zukunft - Wünsche und Ideen

511
Ich würde weder Tranatino so hoch jubeln - beispielsweise ist Death Proof imo ein ödes, belangloses Stück sinnfrier Geschwätzigkeit und Kill Bill 2 ein fader Nachklapp zum sehr guten Vorgänger -, noch Nolan so klein reden.
Sicher wird Nolan etwas zu stark gehypt, v.a. die Batman-Trilogie. Richtig stark ist nur der Mittelteil. Dem allerdings belanglose Gesellschaftskritik zu unterstellen, die man in einer Kritik noch nicht mal für erwähnsenswert hält, würde ich mal als Lust an der Provokation werten und auch für etwas überheblich halten. Da steckt schon mehr drin als blos angedeutete Allgemeinplätze.

Aber schreib doch einfach mal ein längeres Review, denn immer nur Statements rauszuhauen, die mit Vorliebe gegen den vermeintlichen Konsens-Strom gebürstet sind, ist auf Dauer auch etwas ermüdend. :wink:
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https://www.ofdb.de/autor/reviews/45039/

Re: Bond in Zukunft - Wünsche und Ideen

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Aber Vodka, TDKR hat doch mindestens ebenso starke gesellschaftskritische Inhalte und teilweise sogar noch vertiefender ausgearbeitet als der Vorgänger, was allerdings keine Kritik an diesem ist, sondern eine Konsequenz aus den jeweiligen Geschichten. Nolan wird mit Bezeichnungen wie Visionär oder Regie-Wunderkind und seine Filme mit Umschreibungen wie Meisterwerke oder Klassiker jedenfalls keinesfalls zu hoch gelobt, während Tarantino bis auf den sehr starken Django Unchained in seiner Filmografie für meinen Geschmack nichts vorzuweisen hat, was wirklich erwähnenswert oder interessant wäre.
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Re: Bond in Zukunft - Wünsche und Ideen

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Casino Hille hat geschrieben:Aber Vodka, TDKR hat doch mindestens ebenso starke gesellschaftskritische Inhalte und teilweise sogar noch vertiefender ausgearbeitet als der Vorgänger, was allerdings keine Kritik an diesem ist, sondern eine Konsequenz aus den jeweiligen Geschichten. Nolan wird mit Bezeichnungen wie Visionär oder Regie-Wunderkind und seine Filme mit Umschreibungen wie Meisterwerke oder Klassiker jedenfalls keinesfalls zu hoch gelobt, während Tarantino bis auf den sehr starken Django Unchained in seiner Filmografie für meinen Geschmack nichts vorzuweisen hat, was wirklich erwähnenswert oder interessant wäre.
Zustimmung bei Nolan und TDKR, den ich NOCH besser finde als TDK.
Zu Tarantino: DU, IB oder KB sind ja ganz nett, aber Pulp Fiction findest Du nicht interessant oder erwähnenswert? Pulp Fiction stellt für mich ein Meilenstein in der Filmgeschichte dar.
#Marburg2026

Ho hey ho

Re: Bond in Zukunft - Wünsche und Ideen

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Casino Hille hat geschrieben:Aber Vodka, TDKR hat doch mindestens ebenso starke gesellschaftskritische Inhalte und teilweise sogar noch vertiefender ausgearbeitet als der Vorgänger, was allerdings keine Kritik an diesem ist, sondern eine Konsequenz aus den jeweiligen Geschichten. Nolan wird mit Bezeichnungen wie Visionär oder Regie-Wunderkind und seine Filme mit Umschreibungen wie Meisterwerke oder Klassiker jedenfalls keinesfalls zu hoch gelobt, während Tarantino bis auf den sehr starken Django Unchained in seiner Filmografie für meinen Geschmack nichts vorzuweisen hat, was wirklich erwähnenswert oder interessant wäre.
Ich würde in beiden Fällen widersprechen. Tarantino ist imo schon ein großer Regisseur mit einem sehr markanten, eigenen Stil. Natürlich kann man behaupten, dass er nur abkupfert und neu zusammen mischt, aber das muss man erst einmal so stimmig hin bekommen. Seine Filme sind nie langweilig (außer Kill Bill 2 und Death Proof) und nie vorhersehbar. Die Dialoge sind teilweise brillant in ihrer Rhythmik und ihrem Einfallsreichtum. Auch visuell hat Tarantino einiges, weil Unkonventionelles, zu bieten.

Nolan dagegen wirkt oft schwerfällig und geschwätzig im negativen Sinn. Nicht umsonst haftet ihm auch der Ruf eines bräsigen Erklärbärs an (oft im Zusammenhang mit Inception und Interstellar), der imo auch nicht ganz unberechtigt ist. Trotzdem vermag er es wie kein Zweiter, Anspruch und Unterhaltung zu veknüpfen und lässt damit die simpler gestrickten Marvel-Filme recht deutlich hinter sich. Zudem versteht er es wuchtig zu inszenieren und allein durch seine Bilder in den Bann zu schlagen.
BTW. Natürlich hat TDNR auch Gesellschaftskritik - habe ich oben auch nicht negiert -, dennoch ist der Film dramaturgisch und charakterlich deutlich schwächer als TDN.
Eine weitere Schwäche Nolans ist das Erzeugen von Emotionalität. Seine Filme sind dramatisch, spannend und intelligent gemacht, gehen aber nie zu Herzen. Alles wirkt irgendwie kalt und unnahbar. Zudem tummeln sich in seinen Filmen mit die uninteressantesten Frauenrollen/-figuren. Er ist einer der besten Regisseure unserer Zeit, nicht zuletzt, weil er etwas zu sagen hat und im Mainstream gegen den Strom schwimmt. :wink: Aber ein Meister? Ich weiß nicht so recht. Dafür hat er zu viele ok/ganz gut-Filme gedreht (BB, TDNR, Prestige, Interstellar).
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Re: Bond in Zukunft - Wünsche und Ideen

515
danielcc hat geschrieben:nun ja, Eastwood ist da schon ein Phänomen aber ich bezweifele dass seine aktuellen Filmprojekte vergleichbar sind mit der Belastung einer Bondproduktion.
Andererseits mag Campbell auch noch sehr fit sein
Nein, wohl kaum. In dem Alter muss man mit seinen Kräften gut haushalten. Zu meiner Überraschung hat Eastwood aber vor kurzem die Regie bei der Verfilmung der Notwasserung des Jumbos auf dem Hudson zugesagt.

Ein Mann/eine Frau Anfang 70 mit entsprechender Fitness könnte sicherlich noch in der Lage sein, Bond zu inszenieren, zumal ohnehin 2nd Units üblich sind.
Campbell dürfte mit 75 wohl schon zu alt sein. Außerdem hatte er sich über die CR-Nachfolger negativ geäußert (falls das nicht schon wieder eine Ente war...?).

Re: Bond in Zukunft - Wünsche und Ideen

516
Interessante Ansicht, für mich aber was die Emotionalität von Nolans Filmen angeht völlig unverständlich. Die sind im höchsten Maße emotional, gerade Prestige und The Dark Knight haben das Potenzial, einen wirklich zu Tränen zu rühren und auch Inception ist ein sehr persönlicher Film im Blockbustergewand. Die Kritik, Nolan würde zu viel erklären, würde ich im Fall Interstellar gelten lassen, aber letzten Endes hat Nolan eine ungemein großartige Art, Dialoge im filmischen Sinne mit Bildern zu verknüpfen, statt nur in das Erklärbär-Muster zu verfallen. Und übererklärt sind seine Filme auch nicht. Zumindest nicht mehr als andere. Da ist ein Jurassic Park im ersten Drittel viel schlimmer als ein Inception. Und auch geschwätziger. Langweilige Frauenrollen sehe ich bei aller Liebe auch nicht, wenngleich ich auch keine starken Frauenrollen entdecke. Aber das ist ein Problem in ganz Hollywood, kein Nolan-spezifisches und daher etwas unfair, es ihm anlasten zu wollen.
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Re: Bond in Zukunft - Wünsche und Ideen

517
Ich finde es witzig in Anbetracht von Tarantinos quantitativ mickrigem Ouevre zu konstatieren, dass er NIE langweilit - außer bei zwei seiner Filme :-)))
und wenn Pulp Fiction nicht der Inbegriff eines geschwätzigen Films ist, weiß ich es nicht. Emotional hat mich auf jeden Fall kein Tarantino Film berüht. Will der das überhaupt?

Ich finde es auch immer irgendwie platt, wenn man einen "markanten" visuellen Stil eines Regisseurs als Grund für seine Qualität herausstellt. JEDER Regisseur könnte wenn er wollte eine Geschichte mit Schnick Schnack und Gimmicks auf hübschen. Nur dient das dem jeweiligen Film? Ein richtig guter Regisseur ist für mich einer, der alles macht um eine Story perfekt zu erzählen, ohne dass auffällt dass er sich Mühe gibt! Da ziehe ich eine subtile aber wirkungsvolle Regie wie von Mendes in SF hundert mal einem Holzhammer-Tarantino vor.

Außerdem fällt der Vergleich mit Nolan recht schwer, da dieser doch hundert fach kompliziertere Filme erzählt. Bei einigen Tarantino Filmen kann ich auch eine Stunde schlafen, trotzdem werde ich an den gleichen Stellen lachen oder staunen. Nolan hingegen MUSS mehr erklären. Das sind ganz andere Filme. Zumal ich das gesprochene Wort in einem Film als genauso wichtig erachte wie die gezeigten Bilder.
"It's been a long time - and finally, here we are"

Re: Bond in Zukunft - Wünsche und Ideen

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danielcc hat geschrieben:Zumal ich das gesprochene Wort in einem Film als genauso wichtig erachte wie die gezeigten Bilder.
Allem davor stimme ich zu. Dem hier sicherlich nicht, aber in Nolans Filmen sind die Bilder ja auch immer noch wichtiger als die Dialoge, sonst würde er sich nicht so viel Mühe machen, sie allesamt möglichst visuell umzusetzen. Nolan erklärt ja meistens nie NUR durch einen Dialog, sondern zeigt und beschreibt (unterlegt meinetwegen) die Erklärung auch stets mit einem Bild oder einem Effekt. Das ist bei Interstellar 1-2 mal etwas hölzern geraten, funktioniert sonst aber hervorragend. Ähnlich wie der erste Matrix, der das genauso stark hinbekommt.
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Re: Bond in Zukunft - Wünsche und Ideen

519
Mit Ausnahme von Django Unchained sind alle Tarantino Filme für mich deutlich besser als Nolan nach Memento. Inszenatorisch, erzähltechnisch, schauspielrisch, intellektuell und logisch auch die Dialoge, die natürlich stets das Gegenteil von geschwätzig sind. Und Memento ist gegenüber denen allenfalls interessanter als Jackie Brown.
Und Death Proof ist ein exzellenter Film, ein reines Vergnügen. Einer der besten Filme des neuen Jahrtausends.

Und das mit der Gesellschaftskritik in den Batman Filmen halte ich tatsächlich eher für einen Witz. Das hat nichts mit Provokation zu tun, sondern wenn ichs nicht hier schon mal gelesen hätte, von selber wäre ich da kaum drauf gekommen das zu konstatieren. Das Maß an Gesellschaftskritik hat doch fast jeder Film der irgendwie von Außenseitern handelt. Auch die Twilight Filme.

Re: Bond in Zukunft - Wünsche und Ideen

520
In den Nolanfilmen reden die wenigstens noch über Sachen, die was mit der Handlung zu tun haben und es wird auch nicht so viel geredet, dass es die halbe Filmlaufzeit in Anspruch nimmt. Bei Tarantino wird zu lange dummes Zeug gelabert, dass man irgendwann gar nicht mehr weiß worin die eigentlich Handlung bestand. Und dann wenn es endlich zur Sache geht, will man nur noch, dass der Film endlich endet, weil man schon zu lange sich gelangweilt hat. Mit anderen Worten: In Tarantinofilmen wird es zu spät spannend und zu früh langweilig. Ist zumindest meine Sicht der Dinge.
"Verstehen Sie mich nicht falsch es ist nichts persönliches, es ist was rein geschäftliches."

Re: Bond in Zukunft - Wünsche und Ideen

521
@Maibaum
Da liegen wir teilweise weit auseinander. Death Proof halte ich für Tarantinos schwächsten Film und auch unabhängig von seinem Werk betrachtet für sehr schwach. Kill Bill 2 mag ich ebenfalls nicht. Ansonsten aber sehe ich Tarantino ähnlich wie du, schätze allerdings auch Jackie Brown und Django Unchained.

Zu Nolan und TDK. Hier - bei der Gesellschaftskritik - geht es nicht um die Außenseiterstory. Hier wird auch ganz deutlich die post 9/11-USA verhandelt. Zudem bekommen wir eine sehr interessante Vigilantismus-Studie serviert.

Ich zitiere mich mal selbst, geht schneller:

"Zentraler Motivkomplex ist eindeutig der Krieg gegen den Terror, mit all seinen Auswirkungen auf die Gesellschaft. Schon das offizielle Filmplakat macht dieses Anliegen deutlich (Batman steht vor der brennenden Fassade eines gläsernen Wolkenkratzers). Im Verlauf des Films arbeitet Nolan bewusst mit metaphorischen Bildern, deren Ursprung klar identifizierbar ist. Die Allegorien zu den tief nicht nur ins US-amerikanische (visuelle) Gedächtnis eingegrabenen Terroranschlägen von Oklahoma City und des 11. Septembers sind überdeutlich. Die daraus resultierenden Reaktionen und Fragestellungen sind ein wesentlicher Bestandteil der Filmhandlung: Wie weit dürfen ein Rechtsstaat und seine gewählten Organe gehen, um ihre Bürger zu schützen? Wie viel Unrecht ist erlaubt, um für Gerechtigkeit und vor allem Sicherheit zu sorgen?
Batmans Nemesis „Der Joker" zwingt nicht nur die Behörden Gotham Citys sondern auch den dunklen Ritter selbst sich diesen unangenehmen Fragen zu stellen. Heath Ledger verkörpert in seiner letzten Rolle meisterhaft Batmans Erzfeind als anarchischen Psychopathen, dem es einzig und allein um den Spaß an Terror und Chaos geht. Selbst die Gangsterbosse der Stadt kapitulieren vor seiner zügellosen kriminellen Energie. Keinerlei ideologischer Hintergrund oder monetäres Interesse (er verbrennt einen riesigen Berg Geldbündel vor den entsetzen Augen der Gothamer Unterwelt) schränken sein nihilistisches, vernichtendes Tun ein. Er überzieht die Metropole mit einer Serie perfider Terroranschläge und delektiert sich an dem angerichteten Chaos. Immer wieder stellt er seine Opfer vor Entscheidungen, bei denen sie nur verlieren können.

Auch Batman hat seine eigenen Regeln, wenn es um die Verbrechenskämpfung geht. Auch er steht über und außerhalb des Gesetzes. Dem Joker ist diese deutliche Parallele durchaus bewusst und er hat sichtlich Spaß daran, seinen Widerpart mit dieser schmerzlichen Wahrheit zu malträtieren. Er weidet sich an dem grausamen Dilemma, dass Batmans Versuche seiner habhaft zu werden ihn letztlich zu Methoden greifen lassen, die denen des Jokers immer ähnlicher werden. Als sich Batman in der finalen Auseinandersetzung nur noch mit den Mitteln des totalen Überwachungsstaates zu helfen weiß, wirkt das wie ein Sieg für den anarchischen Verbrecher. Christian Bale gibt eine ungleich differenziertere Vorstellung als im Vorgängerfilm und leuchtet sämtliche Facetten seines innerlich zerrissenen und ständig mit sich hadernden Charakters gekonnt aus. Der in zahlreichen Superheldenadaptionen positiv besetzte Vigilantismus wird hier äußerst kritisch unter die Lupe genommen, seine Schattenseiten, Grenzen und vor allem Gefahren werden deutlich herausgearbeitet. Am Ende erringt Batman lediglich einen temporären Pyrrhussieg, der nur über die Lüge und eine extreme Aushöhlung des Rechtssystems zustande kommt."
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Re: Bond in Zukunft - Wünsche und Ideen

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Ich wundere mich gerade etwas, Maibaum. Was vodka da so aufzählt, ist ja nun weder neu, noch ist es eine Offenbarung, sondern ganz offensichtlicher Bestandteil von TDK. Und da ist noch deutlich mehr drin. Während ich überhaupt keine Außenseiter-Thematik sehe. Nun wirklich gar nicht. In BB vielleicht eher, aber in TDK zeigt Nolan daran kein Interesse mehr. Und in TDKR dann nur kurz, interessiert sich dann aber für viele andere Dinge, die teils noch viel komplexer umgesetzt sind, als vergleichbare Inhalte in TDK. Obwohl TDK auch ohne diese Ebene natürlich ein famos mitreißender Film ist (was die Voraussetzung dafür ist, dass man ihn als Meisterwerk bezeichnen kann). Und auch BB Gesellschaftskritik enthält, was gerne vergessen wird. Ist anders bei einem Film über Batman auch schwer möglich, sobald man sich dazu entschließt, den Selbstjustiz Aspekt aufzuführen.
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