Welcher ist der beste Film von Quentin Tarantino?

Reservoir Dogs
Insgesamt abgegebene Stimmen: 5 (15%)
Pulp Fiction
Insgesamt abgegebene Stimmen: 8 (24%)
Jackie Brown
Insgesamt abgegebene Stimmen: 1 (3%)
Kill Bill: Volume 1
Insgesamt abgegebene Stimmen: 2 (6%)
Kill Bill: Volume 2
Insgesamt abgegebene Stimmen: 2 (6%)
Death Proof: Todsicher
Insgesamt abgegebene Stimmen: 2 (6%)
Inglourious Basterds
Insgesamt abgegebene Stimmen: 7 (21%)
Django Unchained
Insgesamt abgegebene Stimmen: 2 (6%)
The Hateful Eight
Insgesamt abgegebene Stimmen: 3 (9%)
Once Upon a Time... in Hollywood
Insgesamt abgegebene Stimmen: 2 (6%)
Insgesamt abgegebene Stimmen: 34

Re: Die Filme des Quentin Tarantino

544
Death Proof find ich auch klasse, 8,5 Punkte sind das Minimum für mich.
10 Punkte ist zwar kein Film von QT für mich, aber viele im Bereich 8,5/9 Punkte.
GP, schau unbedingt bei Gelegenheit die Kill Bills, sind tolle Filme. Hab sie erst letzte Woche mal wieder geschaut und hat mir wieder viel Spass gemacht. Vor allem Teil 1 ist eine fantastische Genre-Hommage voller fabelhafter Ideen.

Ich sehe gerade...
AnatolGogol hat geschrieben: Ich würde folgendermaßen bewerten:

Reservoir Dogs 9 / 10
Pulp Fiction 8,5 / 10
Jacky Brown 7 / 10
Kill Bill V1 7,5 / 10
Kill Bill V2 8 / 10
Death Proof 9 / 10
Inglourious Basterds 8,5 / 10

Außer Konkurrenz:
True Romance 9 / 10
Natural Born Killers 7,5 / 10
From Dusk till Dawn 7,5 / 10
Da hat sich doch etwas getan seitdem...KBV1 ist mittlerweile bei satten 9 Punkten, V2 auch wieder bei 8,5, Death Proof würde ich jetzt eher bei 8,5 ansiedeln und Jacky Brown ist auch hoch auf mindestens 8,5. Der Rest ist gleich geblieben.
"Ihr bescheisst ja!?" - "Wir? Äh-Äh!" - "Na Na!"

Re: Die Filme des Quentin Tarantino

545
Vielleicht mal eine kleine Prognose meines Rankings der Tarantinos

1. The Hateful Eight
2. Jackie Brown
3. Kill Bill Volume 1+2 (sehe beide Teile als Gesamtfilm)
4. Reservoir Dogs
5. Pulp Fiction
6. Django Unchained
7. Inglorius Basterds
8. Death Proof

Wertungen werden sich in der Range von 8 bis 10 Punkte befinden. Die ersten 3 Plätze stehen bei mir mit einer 10 da !
"Weiter rechts, weiter rechts ! ..... "

Re: Die Filme des Quentin Tarantino

547
The Hateful Eight auf Blu

Trotz der Länge ein sehr kurzweiliges Vergnügen. Stark fand ich den Anfang mit der Kutsche und die Rückblende, der Mittelteil (Ankunft in Mimis Miederwarenladen) hat sich etwas gezogen. Wie oft wurde da diese verdammte Tür zugenagelt? :)
Klasse Performance von Samuel L. Jackson, Kurt Russell und Jennifer Jason Leigh, aber auch die anderen (Roth, Madsen) gewohnt gut. Die Regie fand ich etwas gewöhnlich für einen Tarantino, die Filmmusik gut, aber für Morricone nicht herausragend. Insgesamt eine 8-9 und damit deutlich besser als DU.
#Marburg2026

Ho hey ho

Re: Die Filme des Quentin Tarantino

548
Würde THE die vermutlich beste Regiearbeit seitens Tarantinos verzeichnen und Morricone liefert hier sicher nicht seine hochklassigste Arbeit, aber eine, die für diesen Film optimal und mustergültig ist. Und diese Tür hätte sogar noch 2-3 mal öfter zugenagelt werden dürfen. Das war grandios!
https://filmduelle.de/
https://letterboxd.com/casinohille/

Let the sheep out, kid.

Re: Die Filme des Quentin Tarantino

549
Casino Hille hat geschrieben:Würde THE die vermutlich beste Regiearbeit seitens Tarantinos verzeichnen und Morricone liefert hier sicher nicht seine hochklassigste Arbeit, aber eine, die für diesen Film optimal und mustergültig ist. Und diese Tür hätte sogar noch 2-3 mal öfter zugenagelt werden dürfen. Das war grandios!
Ich fand die Regie (Kameraführung) sehr unauffällig, was ja nichts schlechtes sein muss.
#Marburg2026

Ho hey ho

Re: Die Filme des Quentin Tarantino

550
Mal sehen, ob er sich bei mir bei Zweitsichtung hoch arbeiten kann, bei 6/10 ist da ja ordentlich Spielraum. :D Deatj Proof und Kill Bill 2 mag ich nach wie vor nicht und sind für mich die schwächsten Tarantinos. Das Trio Pulp Fiction, Jackie Brown und Inglorious Basterds ist nach wie vor unantastbar.
http://www.vodkasreviews.de


https://www.ofdb.de/autor/reviews/45039/

Re: Die Filme des Quentin Tarantino

551
vodkamartini hat geschrieben:Das Trio Pulp Fiction, Jackie Brown und Inglorious Basterds ist nach wie vor unantastbar.
Bingo. :D Danach kommt bei mir Hatefull 8, Reservoir Dogs und Kill Bill. Mit Death Proof konnte ich bei der Erstsichtung gar nichts anfangen, ebenso mit Django Unchained. Den fand ich einfach nervig.
#Marburg2026

Ho hey ho

Re: Die Filme des Quentin Tarantino

552
Mein Trio besteht ja auch TH8, JB und KB - ich finde PF, DU und IB leicht überbewertet.

Pulp Fiction hat für mich das selbe Problem wie z.B. "Inherent Vice" oder auch "Hail Ceasar". Es ist klar, dass es viele parallel verlaufende Handlungsstränge und viele für sich super funktionierende Einzelmomente gibt. Aber du fragst dich die ganze Zeit, worum es da eigentlich geht - auch wenn es darum eigentlich nicht geht !!!
"Weiter rechts, weiter rechts ! ..... "

Re: Die Filme des Quentin Tarantino

553
Reservoir Dogs

Quentin Tarantinos Erstling zeigt schon nahezu alle Stärken seiner späteren Werke – und erstaunlich wenig von deren Schwächen. Er ist geschwätzig, aber zu keinem Zeitpunkt langatmig oder handlungsarm, er hat einige überzogene Charaktere, ohne ins Alberne abzukippen, er arbeitet mit Zeitsprüngen, die allesamt wunderbar gesetzt sind.
Schon beim ersten Film mit einem tollen Ensemble (Keitel, Madsen, Roth), schafft es Tarantino hier seine Idee eines sehr speziellen Gangsterfilms wunderbar auf die Leinwand zu bannen, spart nicht mit Blut und großer Brutalität wobei er maximal einmal leicht die Grenze des Nötigen überschreitet.
Reservoir Dogs hat im Gegensatz zu mehreren seiner Nachfolger, keine einzige Länge und schaut sich wie aus einem Guss. Die kurze Laufzeit tut ihr übriges. Eine Schwäche Fällt aber auch hier auf: Warum muss es bei Tarantino bei den belanglosen Gesprächen immer um Sex und Schw**** gehen? In diesem Fall noch recht gut gelöst, weil die Interpretation von Madonnas Song als Einstieg in einen Film einfach nur herrlich grotesk ist, so fällt diese Schwäche eben auch hier schon auf.
Vergleichbar ist Reservoir Dogs am ehesten mit seinem neuesten Werk, mit „The Hateful Eight“, auch wenn dieser sich deutlich mehr Zeit für die Dialoge nimmt und praktisch jede Bewegung der Protagonisten explizit zeigt. Dennoch gleichen sich die Strukturen, die Idee, das Setting (gewissermaßen) und das Ende.
Quentin Tarantinos erster Film ist (von denen, die ich bisher gesehen habe) schon sein bester und erhält von mir satte 9/10 Punkte.
"You only need to hang mean bastards, but mean bastards you need to hang."

Re: Die Filme des Quentin Tarantino

554
The Hateful Eight

Back to the Roots, so könnte man den neusten Film von Quentin Tarantino beschreiben. Nicht nur, dass „The Hateful Eight“ auffallend viele Ähnlichkeiten zu seinem Erstling „Reservoir Dogs“ aufweist, nein, auch was das Kinoerlebnis an sich angeht sind Tarantino und seine Crew mit der 70mm-Fassung zurück zu den Wurzeln gegangen und haben einen Film so eingefangen, wie man es schon seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen hat.
Bei der ersten Sichtung (im Kino) empfand ich die Anfangssequenz in der Kutsche (vor allem Kapitel 2) als zu lange, und hatte auch im Mittelteil einige Längen, sowie schwach geschriebene Dialoge zu bemängeln, was jetzt bei der zweiten Sichtung völlig verschwunden ist. Kein Satz ist da zu viel, im Vergleich zu anderen Tarantinos wird sogar erstaunlich wenig belangloses geredet. Gespräche über die Leidenschaftslosigkeit eines Henkers („Gerechtigkeit ohne Leidenschaftslosigkeit läuft immer Gefahr, keine Gerechtigkeit zu sein.“), den amerikanischen Bürgerkrieg, oder die Lügen eines Schwarzen Majors haben alle einen Bezug zur Geschichte, was man von einem Dialog über die französische Bezeichnung eines Big Macs eher weniger behaupten kann ;)
Auch die Tiefe der Figuren und ihre Beziehung untereinander ist gerade bei der zweiten Sichtung, wenn man die Charaktere bereits einigermaßen kennt hochinteressant. Das Verhältnis von John Ruth und Daisy Domergue offenbart mit jedem Kapitel neue Facetten und geht weit über „Alter Badass-Kopfgeldjäger hält hinterhältige Mörderin gefangen“ hinaus. Aber auch die anderen Figuren werden wundervoll gespielt, auch wenn Tim Roth und Walton Goggins mehrfach auf der Grenze zwischen genialer Schauspielleistung und starkem Overacting wandeln, wobei letzterer diese Grenze leider hin und wieder überschreitet. Die stärkste Leistung liefert vielleicht Samuel L. Jackson ab, auch wenn seine Figur auf den ersten Blick typische für ihn zu sein scheint. Doch er verkörpert Major Marquis Warren, der wohl die meisten Sympathien beim Publikum genießt, obwohl er sicher nicht der klassische gute ist, derart perfekt und schafft es ihn in jeder Situation packend zu verkörpern, sei es als cooler, alter Haudegen, als scharf denkender Detektiv, als kaltblütiger, bößer Mörder, überlegen, traurig, fassungslos oder hasserfüllt (gäbe vermutlich noch mehr aufzuzählen).
Tarantino ist hier vielleicht konsequenter, aber auch erbarmungsloser, als er es jemals war. Einzig Reservoir Dogs schafft ein ähnlich konsequentes Bild abzugeben (Wobei ich an dieser Stelle anmerken muss, dass mir Jackie Brown und die beiden Kill Bills noch fehlen). Aufgelockert wird die düstere Beklemmende Stimmung immer wieder durch Tarantinos typischen schwarzen Humor, der in nahezu jeder Situation sitzt den Zuschauer erreicht.
Abschließend kann man Chris Mannix dann auch noch in einem rührenden Moment nur beipflichten: „Meine Geliebte Mary Todd – Ein schöner Einfall.“ Wohl war.

The Hateful Eight ist in meinem Tarantino Ranking gleichauf mit Reservoir Dogs an der Spitze und erhält ebenfalls 9/10 Punkte.
"You only need to hang mean bastards, but mean bastards you need to hang."

Re: Die Filme des Quentin Tarantino

555
Django Unchained

Am Ende von zwei „Tarantino-Wochen“, in denen ich „Pulp Fiction“ und „Reservoir Dogs“ das erste Mal, sowie „The Hateful Eight“ zum zweiten Mal gesehen habe, folgt nun auch noch Django Unchained mit der Zweitsichtung. Und wie schon sein Nachfolger kann auch DU sich verbessern.
Tarantino dreht hier seinen ersten Western (gut, meinetwegen auch Southern) und das enorm intensiv. Die Peitschenschläge beim Song „Django“ bereiten einen darauf vor was einen später erwarten wird, und sorgen schon beinahe für ein beständiges Zusammenzucken, bei jedem weiteren Knall. Doch Tarantino wäre nicht Tarantino, wenn er ein hartes, erbarmungsloses Setting nicht durch eine absurde Situation aufzulockern wüsste. Und so folgt direkt darauf die Vorstellung eines gewissen Zahnarztes („Mein Name ist Doktor King Schulz; das ist mein Pferd Fritz“), kongenial gespielt von Christoph Waltz, der in diesen ersten Minuten bereits andeutet, dass er in diesem Streifen seine bislang stärkste Performence abliefern würde, was er im folgenden konstant bestätigt. Die Dialoge, die ihm in den Mund gelegt werden („Mit anderen Worten: Sie schulden mir 200 Dollar“) sind vielleicht nicht immer extrem tiefsinnig, doch mindestens amüsant, wenn nicht packend geschrieben, sodass man diese Figur sofort ins Herz schließt und allein in der ersten halben Stunde (die ohne Abstriche 10/10 Punkte wert wäre) ein ums andere Mal die Lachmuskeln anregt.
Auf diesen furiosen Beginn lässt es Tarantino erst mal etwas ruhigere Passagen folgen, auch wenn mit der komödienhaften Ku-Klux-Klan-Parodie, dem erbarmungslosen Mandingo-Kampf oder der Figur des Calvin Candie genügend denkwürdige Szenen folgen, die schließlich in der Enttarnung von Django und Schulz gipfeln.
Quentin-Tarantino schafft mit Django Unchained ein enormes Spagat. So zeigt er grausame Szenen, wie den Sklaven markt, oder das Zerfleischen eines Sklaven in ihrer ganzen Brutalität, dass es einem die Tränen in die Augen treibt, und schafft es im selben Film Gewalt stärker als je zuvor zu ästhetisieren (Schießerei auf Candieland). Ein Spagat, mit dem er grandios hätte scheitern können, der ihm aber wunderbar geglückt ist.
Allerdings muss sich Tarantino hier wirklich vorwerfen lassen, dem Mainstream sehr nahe gekommen zu sein, denn sein Ende (das mir diesmal überhaupt nicht zu lang vorkam), ist schon leicht kitschig und hollywoodtypisch, auch wenn man das so cool, wie von Tarabtino inszeniert und von Jamie Fox dargeboten erst mal schaffen muss.
Schauspielerisch bekommt der Zuschauer hier das beste vom besten geliefert. Neben dem unglaublich starken Christoph Waltz bringt Jamie Fox eine mehr als überzeugende Leistung, was jedoch noch getoppt wird von überragenden Leonardo di Caprio, der hier eine Wahnsinnsperformence abliefert. Auch Samuel L. Jackson überzeugt ein weiteres Mal.
Django Unchained erhält von mir starke 9/10 Punkte.
"You only need to hang mean bastards, but mean bastards you need to hang."