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Han im Glück: Die Entzauberung einer Leinwandlegende

Verfasst: 24. Mai 2018 13:51
von Casino Hille
Solo: A Star Wars Story

Als wir Han Solo im allerersten "Star Wars" von 1977 zum ersten Mal treffen, wird der Weltraum-Cowboy gerade vom grünhäutigen Kopfgeldjäger Greedo in der Cantina auf dem Wüstenplaneten Tattooine festgenagelt. Eloquent versucht er sich aus der Situation zu quatschen. Da fällt plötzlich ein Schuss: Greedo kippt leblos auf den Tisch, Solo steht auf und geht kaltschnäuzig davon. Eine Ikone war geboren! Han Solo ist Harrison Ford und für nicht wenige sind er und Wookie-Kumpel Chewbacca das eigentliche Herz des "Star Wars"-Universums. Vorfreude kam daher erstmal verhalten auf, als Disney ankündigte, im Zuge der neuen "Star Wars"-Offensive ein Prequel über den kauzigen Space-Eastwood zu produzieren. Als dann auch noch während der Dreharbeiten das eigentliche Regie-Duo gefeuert wurde und Gerüchte aufkamen, Hauptdarsteller Alden Ehrenreich habe noch am Set Schauspielunterricht nehmen müssen, schien Hans berühmtester Spruch den Fans aus der Seele zu sprechen: "I have a bad feeling about this."

Sein größtes Problem teilt "Solo: A Star Wars Story" mit der Star-Wars-Prequeltrilogie von George Lucas. Spätestens, als der zehnjährige Lausbub Anakin Skywalker von seiner Mom mit "Anni" gerufen wurden, war für viele Zuschauer der Schritt zur Entmystifizierung seines späteren Alter Egos Darth Vader getan. Und auch "Solo" scheint einen Haufen Fragen zu beantworten, die sich nicht nur vorab niemand gestellt hat, sondern die die mysteriöse Aura der Solo-Figur enorm beschädigen: Wieso heißt Han mit Nachnamen eigentlich Solo? Wie haben er und Chewbacca sich kennen gelernt? Wann kam er in den Besitz seines legendären Millennium Falken? Und warum kann der Falke in Gefahrensituationen eine richtige Diva sein? Hierin offenbart sich das große Problem des wenig überzeugenden Films: Die Vorgeschichte der Han-Figur wird wie eine Strichliste abgearbeitet, ohne eine für sich stehend starke Geschichte zu erzählen. Einzelne Sätze aus den originalen "Star Wars"-Filmen werden so zu riesigen Actiongefechten aufgeblasen. Erwähnte Solo im 77er Original, dass er den Kessel-Flug in unter 12 Parsec geflogen sei, muss dieser hier als bildgewaltiges Action-Setpiece seine epische Entsprechung finden. Mitreißend oder befriedigend ist das wenig, auch weil "Solo" zu wenig Arbeit in seine Charaktere investiert. Die Freundschaft zwischen Han und Chewbacca wird in Windeseile beschlossen und sämtliche Nebencharaktere müssen sich beständig dem Prequel-Charakter unterordnen. Die angedeutete Affäre zwischen Han und seiner Herzdame Qi'ra ist im Hinblick auf sein zukünftiges Anbandeln mit einer bestimmten Weltraumprinzessin ohnehin zum Scheitern verurteilt.

All das ist deshalb schade, weil Ron Howard, der auf dem Regiestuhl nach dem Rausschmiss des unerfahrenen Comedy-Duos Phil Lord und Chris Miller kurzfristig Platz nahm und weite Teile des Films unter Zeitdruck neudrehen musste, durchaus fähig ist, eine eigene Bildsprache für "seinen" Film zu finden und gemeinsam mit Kameramann Bradford Young den visuell bodenständigsten Film der Space Opera zu Tage bringt, was besonders in Actionszenen für unerwartete Plastizität sorgt. Klarer Höhepunkt des Films ist daher eine frühe Heist-Movie-artige Sequenz, in der Han und Kumpanen einen Hochgeschwindigkeitszug zu überfallen versuchen und in der "Star Wars" kurz zu seinen Sci-Fi-Western-Ursprüngen zurückfindet. Doch im weiteren Verlauf mangelt es schmerzlich an echten Identifikationsfiguren. Die Auftritte von Paul Bettany oder Thandie Newton wirken, als hätte man beiden spontan Rollen geschrieben, damit sie sich Kindheitsträume erfüllen können. Emilia Clarke bleibt als Qi'ra unverschämt blass und konturlos, Woody Harrelson spielt auf Sparflamme. Am schlimmsten ist jedoch wie vorab befürchtet die Besetzung von Alden Ehrenreich in der Titelrolle. Ohne jedes Charisma und mimisch extrem eingeschränkt ist er für keine Sekunde als Antiheld glaubwürdig - der Vergleich mit Harrison Ford verbietet sich da sowieso. Einzig Donald Glover als junge Version von Hans Rivalen Lando ist ein Lichtblick, weiß er doch mit all dem zu glänzen, was Ehrenreich abgeht: Autorität, Charme und Raffinesse.

Es mutet ironisch an, dass der Solo-Film über den größten Trotzkopf der Galaxis der bislang biederste Beitrag zum Franchise geworden ist. Neu und aufregend ist an "Solo" eigentlich nichts - und genau das war scheinbar beabsichtigt. Das triumphale "Rückkehr"-Gefühl der Neubelebung der Reihe von 2015 ist längst verflogen und während es dem Spin-Off-Ableger "Rogue One" trotz aller Schwächen wenigstens gelang, mit seiner martialischen Kriegshandlung neue Wege im Sternenkrieg zu gehen, ist "Solo" routinierte Actionunterhaltung, aber auch überdeutlich hörbar am blutleeren Score von John Powell schrecklich uninspiriert. Howards Film wird nie den Verdacht los, ein Lückenfüller für eine Lücke zu sein, die eigentlich gar nicht da war. Im unangenehmen Sinne zeigt "Solo" das Problem der pausenlosen Dauerbefeuerung des Franchise durch Disney auf, bei dem jedes Jahr ein neuer "Star Wars"-Film erscheinen muss. Alles ist laut, aber völlig egal und schnell vergessen. "Solo" ist ein nur kurzfristiges Intermezzo, welches "Star Wars" um das Erhabene beraubt und die Wagnisse des nur 6 Monate vorher in den Kinos gestarteten "Star Wars: Die letzten Jedi" vermissen lässt. Extrem ärgerlich gerät so der Schluss, als ein ominöser Cameo einer berühmten "Star Wars"-Figur klar macht, dass "Solo" seine Konflikte nicht zufriedenstellend beendet, sondern lieber auf mögliche Fortsetzungen verschiebt. Im Franchise-Kontext bleibt "Solo" so nicht mehr als ein Witz - leider einer ohne Pointe.

Fazit: Wer einfach nur seine jährliche Dosis Sternenkrieg braucht, den wird es nicht stören, wenn Ron Howard mit "Solo: A Star Wars Story" zwar kompetente Unterhaltung liefert, dem Film-Mythos aber nichts wesentliches hinzufügt. Der Rest wird sich fragen, ob es diesen Film gebraucht hat, der nicht nur die Figur Solo entmystifiziert, sondern auch ihre Charakterentwicklung der Originaltrilogie vorweg nimmt. Das erinnert an George Lucas "Special Edition" genannte Überarbeitungen von 1997. Per CGI korrigierte er seine Meilensteine - und fügte unter anderem ein, dass nun in der Cantina auf Tattooine Greedo zuerst schoss, bevor Han ihn in Notwehr tötet. Fans waren über diese Änderung so erboßt, dass sie unter dem Schlachtruf "Han shot first" versuchten, eine Rückänderung zum Original zu erzwingen. Dieser Fraktion muss leider gesagt werden: Der Han Solo von Alden Ehrenreich ist definitiv der, der zurückschießt - und nicht als erster.

4/10

Re: Star Wars

Verfasst: 24. Mai 2018 14:09
von vodkamartini
Tja, ich hatte einen sehr gemütlichen Abend mit einem sehr spaßigen und angenehm altmodischen Film. Bin aber auch ein großer Fan des Hollywoodschen Abenteuerkinos der 40er und 50er Jahre dessen Geist der Film erkennbar atmet. Ehrenreich hatte mich schon im Trailer überzeugt und mal ehrlich, Fords Darstellung ist im Original auch etwas ungelenk. Die Ikonisierung hat er in erster Linie "Empire" zu verdanken. Das passt imo wunderbar.
Ich hatte sehr viel Spaß an den vielen Anspielungen und den Kessel Run so ausgewalzt zu sehen hat mich gar nicht gestört. Die Namensfindung fand ich in ihrer lapidaren Darstellung witzig und die beiden Kartenduelle sehr vergnüglich. Am wenigsten hat mir der in sämtlichen Reviews gefeierte Droide gefallen, das hatten wir so ähmlich schon in Rogue One und die damit verwobene "Liebschaft" ist einer der ganz wenigen aufgesetzten und etwas doofen Einfälle des Skripts. Schlägt die Prequel-Trilogie locker und lässig und ist eine launige Enstpannungsalternative zu Rogue One, gerade weil der Film sich nie ernst nimmt. Gerade die Heldeninterpretation ist endlich mal eine gelungene Abwechslung zum Marvel-Personal, das entweder bierernst oder völlig überdreht daher kommt.

Re: Star Wars

Verfasst: 24. Mai 2018 16:36
von AnatolGogol
vodkamartini hat geschrieben:und mal ehrlich, Fords Darstellung ist im Original auch etwas ungelenk.
Ganz ehrlich und frank und frei: Nein. :) Ford spielt für mich in Krieg der Sterne genau so überzeugend wie in Das Imperium schlägt zurück, ist beides für mich die typisch-souveräne Fordsche Standard-Darbietung und damit sowohl darstellerisch als auch charismatisch im gesicherten Mittelfeld der Schauspiel-Galaxis.
vodkamartini hat geschrieben:Die Ikonisierung hat er in erster Linie "Empire" zu verdanken.
Das sehe ich auch deutlich anders. Die Creedo-Szene alleine reichte doch vollkommen aus, um Solo/Ford als die coolste Sau des Universums zu definieren. Es gibt aber auch darüberhinaus noch jede Menge an Szenen in Krieg der Sterne, die diesen Ruf zementieren. Imperium war dann lediglich die Bestätigung sowie die Erweiterung der Figur, dass er auch als Weiberheld erste Sahne ist. 8)

Re: Star Wars

Verfasst: 24. Mai 2018 17:03
von Casino Hille
Han Solo und Harrison Ford wurden mit dem allerersten Star Wars zur Filmikone. Empire hätte es da gar nicht mehr gebraucht, um den Ikonenstatus zu zementieren. Empire mag heute als der beste Film der Trilogie gelten, was aber nichts daran ändert, dass der 77er die Popkultur wie kein anderer (Star Wars-)Film prägte. Freut mich natürlich trotzdem, wenn hier einige mit "Solo" auch ihren Spaß hatten und sich davon gut unterhalten fühlten. Mir war das nicht vergönnt und auf eine Fortsetzung des Ehrenreich-Solos kann ich getrost verzichten, erst recht nach dem überaus blöden Cliffhanger, den ich wohl erstmal googlen muss, um ihn zu verstehen. :lol: Das erinnert schon sehr unfreiwillig an die Marvel-Mechaniken der disneyinternen Konkurrenz - besonders in seiner fortwährenden Ermüdung (wobei The Last Jedi für mich durch seine betonte Andersartigkeit die große Ausnahmeerscheinung war).

Re: Star Wars

Verfasst: 24. Mai 2018 17:12
von vodkamartini
Ich mochte alle bisher von Disney auf den Weg gebrachten SW-Filme - die ich auch allesamt der Prequel-Trilogie vorziehe - , sehe aber auch die Gefahr einer Ermüdung, da das SW Universum begrenzter ist als der Superheldenkosmos, wo man ja schon absichtlich Bezüge herstellen muss. Ford hat natürlich schon im Erstling voll eingeschlagen, aber so richtig ikonisch wurde Han für mich erst mit der Fortsetzung. Ich denke ein Film pro Jahr sollte das Maximum sein und das wird Solo vermutlich auch zu spüren bekommen, zumal seit Ep VIII ein seltsam negativer Hype um die Saga herrscht. Schaut man sich die Fabelergbnisse von Avengers 3 in China und Südkorea an und vergleicht sie mit den desaströsen 40 Millionen für Last Jedi, dann wird allein dadurch ein deutlicher Rückkgang statt finden und in der Presse negative Kapriolen schlagen.

Ich finde es hätte deutlich schlimmer kommen können und sehe hier auch keine Entmysthifizierung wie seinerzeit bei Darth Vader durch die blöde Anakin-Origin-Story. Solo funktioniert prächtig als lockerer Abenteurer - ähnlich wie Indiana Jones - und ist wie kein zweiter SW-Charakter geradezu präsdestiniert in Serie zu gehen.

Re: Star Wars

Verfasst: 24. Mai 2018 20:14
von craigistheman
Die Ermüdungserscheinungen sind bei mir schon längst eingetreten. Natürlich gehe ich für SW nach wie vor gerne ins Kino, Unterhaltung wird ja schließlich reichlich geboten - das möchte nicht einmal ansatzweise negieren. Aber die Magie ist für mich weg, die Geschichte auserzählt, und ich fiebere einfach nicht mehr so mit wie früher. Wobei, TLJ hat diese einzigartige SW-Magie kurz wieder aufblitzen lassen, weil sich Johnsons Film dann doch stark vom Einheitsbrei und das, was man hätte erwarten können, emanzipiert. Da war ich tatsächlich positiv überrascht. Wie es sich mit Solo verhalten wird, kann ich nicht wirklich einschätzen. Ehrlich gesagt fehlt mir derzeit die Motivation, aber ich werde sicherlich mit meiner Freundin reingehen.

Re: Star Wars

Verfasst: 24. Mai 2018 21:55
von vodkamartini
Kann ich verstehen, ging mir ähnlich. Magische Momente gibt es noch, aber gebannt und fasziniert durchgängig im Kino sitzen hatte ich das letzte Mal bei Return of the Jedi (Star Wars betreffend). :wink:

Re: Ein großartiges Gefühl

Verfasst: 24. Mai 2018 23:35
von Samedi
Casino Hille hat geschrieben:Wer einfach nur seine jährliche Dosis Sternenkrieg braucht, den wird es nicht stören, wenn Ron Howard mit "Solo: A Star Wars Story" zwar kompetente Unterhaltung liefert, dem Film-Mythos aber nichts wesentliches hinzufügt.
Die Frage ist doch, ob es wirklich so "einfach" ist, jedes Jahr eine neue Dosis Sternenkrieg zu produzieren. Die Prequel Trilogie (und ja, dafür haben sie sich sogar noch länger Zeit genommen) und TLJ beantworten diese Frage für mich eindeutig mit einem Nein.

RO kam diesem Gefühl, das die Kinoleinwände in den 70ern und 80ern verzauberte schon ziemlich nahe, wobei der Film meiner Meinung nach zum Teil an der Besetzung (z. B. Diego Luna) scheiterte.

Mit "Solo - A Star Wars Story" haben Larry Kasdan und Ron Howard gezeigt, dass sie es einfach drauf haben. Ron Howard hat schon vor Star Wars mit George Lucas gearbeitet und Kasdan kennt die Figur des Han Solo wie seine eigene Westentasche.

Und genau wie Daniel Craig damals in CR hat es auch Ehrenreich all seinen vorschnellen Kritikern gezeigt, dass er die perfekte Besetzung für diesen grandiosen Film war.

Re: Ein großartiges Gefühl

Verfasst: 26. Mai 2018 01:35
von Casino Hille
Samedi hat geschrieben:Und genau wie Daniel Craig damals in CR hat es auch Ehrenreich all seinen vorschnellen Kritikern gezeigt, dass er die perfekte Besetzung für diesen grandiosen Film war.
Der Rest mag Geschmackssache sein, diese Aussage ist aber im Hinblick auf viele negative Kritiken, die explizit Ehrenreich als Schwachstelle hervorheben, faktisch falsch.

Re: Ein großartiges Gefühl

Verfasst: 26. Mai 2018 03:22
von Samedi
Casino Hille hat geschrieben:
Samedi hat geschrieben:Und genau wie Daniel Craig damals in CR hat es auch Ehrenreich all seinen vorschnellen Kritikern gezeigt, dass er die perfekte Besetzung für diesen grandiosen Film war.
Der Rest mag Geschmackssache sein, diese Aussage ist aber im Hinblick auf viele negative Kritiken, die explizit Ehrenreich als Schwachstelle hervorheben, faktisch falsch.
Das kommt eben immer darauf an, welche Kritiken man liest. :wink:

Re: Star Wars

Verfasst: 26. Mai 2018 10:21
von vodkamartini
Wie befürchtet wird Solo am Box Office große Schwierigkeiten haben, das finde ich persönlcih sehr schade, denn mir hat er sehr viel Spaß gemacht und da hätte ich gerne ein Sequel gesehen. Das wird nun recht unwahrscheinlich.

Imo aber auch ein Sinnbild für eine missglückte Strategie. Schon der Mai-Start ist alles andere als glücklich gewählt. In den USA ist das Memorial Day Weekend längst kein Bolockbuster-Garant mehr, eindeutig ist der Weihnachtstermin inzwischen erheblich lukrativer (dort starteten alle bisherigen Disney-SW-Filme).
In Europa wiederum ist der Mai zusammen mit Juli/August einer der schlechtetesten Monate, weil sehr viele bei heißem Wetter einfach nicht ins Kino gehen. Mich hat das noch nie interesseirt, wenn ich einen Film sehen will, dann kann es 30+ oder 30- Grad haben, ist mir völlig egal. In den zwei Stunden habe ich halt dann keine Sonne, so what? Weiß aber natürlich, dass ich da eher die Ausnahme bin, also auch das marketingtechnisch kein guter Termin.
Zudem ist man eingequetscht zwischen Avengers, Deadpool und bald Jurassic World. Zu guter letzt hat SW unter einem seltsam negativen Hype seit EP VIII zu kämpfen, der ungerechtfertigterweise bei einigen als Flop abgestempelt ist. Und der ist gerade mal ein halbes Jahr her. Der Abstand ist viel zu kurz.

Re: Star Wars

Verfasst: 26. Mai 2018 12:38
von craigistheman
Ach die sind aber auch unbelehrbar! Wie du schon sagtest Vodka - es ist einfach nur jammerschade und zum Kotzen für alle Beteiligten, die sich den Allerwertesten aufreißen und nichts für Disneys Fließbandstrategie können. Und es wird nicht besser. Manchmal fühle ich mich stark an jene Texte, die ich über Block-Booking innerhalb der US-Filmindustrie der 30er/40er gelesen habe, erinnert. Irgendwann wird auch dieser Markt kollabieren, weil sich die Menschen einfach sattgesehen haben.

Re: Star Wars

Verfasst: 26. Mai 2018 13:41
von Samedi
Auch hier ist es wie so oft: Wie man es macht, macht man´s verkehrt. Bei Disney beschweren sich die Fans über Fließbandproduktion und bei Bond darüber, dass die Filme nicht schnell genug hintereinander in die Kinos kommen. Solange die Qualität stimmt (was auf die Craig-Bonds und auch auf "Solo" zutrifft), dann ist es mir egal, in welchem Turnus die Filme kommen. Und ob ein Megakonzern wie Disney dann ein paar Dollar mehr oder weniger einnimmt, das tangiert mich wirklich nur peripher.

Re: Star Wars

Verfasst: 26. Mai 2018 13:42
von Casino Hille
Samedi hat geschrieben:Das kommt eben immer darauf an, welche Kritiken man liest. :wink:
Tut es nicht. Wenn du schreibst: " wie Daniel Craig damals in CR hat es auch Ehrenreich all seinen vorschnellen Kritikern gezeigt, dass er die perfekte Besetzung für diesen grandiosen Film war", dann ist das einfach falsch. Der Film wird recht durchschnittlich aufgenommen und von so gut wie niemandem als grandioser Film bezeichnet, sondern landet in der öffentlichen Wahrnehmung bislang im Mittelfeld. Genauso sieht es mit der Kritik an Ehrenreich aus. Natürlich wird er nicht komplett niedergemacht, aber "all seinen vorschnellen Kritikern gezeigt" hat er es bei dieser immer noch deutlich vorhandenen Masse an negativen Stimmen einfach nicht. Mit Daniel Craig, der in der Tat nach dem Erscheinen von CR in der öffentlichen Wahrnehmung einen enormen Turn hinsichtlich seines Könnens als Bond hatte, kann man die Situation um den Solo Film und um Ehrenreich überhaupt nicht vergleichen, das sind ganz objektiv zwei völlig verschiedene Paar Schuhe.
vodkamartini hat geschrieben:Wie befürchtet wird Solo am Box Office große Schwierigkeiten haben
Das war felsenfest erwartbar, nach den vielen negativen Stimmen vorab (die der Film sich bei der Produktionsgeschichte aber auch selbst zuzuschreiben hat), dem geteilt aufgenommenen The Last Jedi und dem extrem schwachen Marketing wäre alles andere eine große Überraschung gewesen. Dazu kein großer Star an Bord (Woody Harrelson zieht nicht am Box Office und für Emilia Clarke interessiert sich außerhalb von Game of Thrones kein Mensch) und eine wie du sagst allgemein größer werdende toxische Stimmung gegen das Star Wars Franchise (deren Ausmaße wir im mit Sicherheit mutlosen konventionellen Episode 9 nächstes Jahr "bewundern" werden dürfen).

Re: Star Wars

Verfasst: 26. Mai 2018 13:46
von Samedi
Casino Hille hat geschrieben:allgemein größer werdende toxische Stimmung gegen das Star Wars Franchise (deren Ausmaße wir im mit Sicherheit mutlosen konventionellen Episode 9 nächstes Jahr "bewundern" werden dürfen).
Da bin ich sowieso gespannt, wie man die in meinen Augen ordentlilch verkorkste Ausgangslage nach TLJ nochmal ausbügeln will.