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Re: Daniel Craigs Nachfolger
Verfasst: 20. März 2026 11:57
von Casino Hille
danielcc hat geschrieben: Gestern 11:47
Es geht darum, ob sich ein junger Schauspieler an etwas binden will - für viele Jahre.
Um jung ging es nicht, sondern ob "bekannte Namen" das tun.
Und klar tun sie das. Geld stinkt nicht. Bond blockt einen nicht für alles andere.
Wie craigistheman schreibt: Nur weil Craig abseits von Bond oft nur wenig gemacht hat, muss das nicht für seinen Nachfolger gelten.
Re: Daniel Craigs Nachfolger
Verfasst: 20. März 2026 12:18
von Invincible1958
Casino Hille hat geschrieben: Gestern 11:57
danielcc hat geschrieben: Gestern 11:47
Es geht darum, ob sich ein junger Schauspieler an etwas binden will - für viele Jahre.
Um jung ging es nicht, sondern ob "bekannte Namen" das tun.
Und klar tun sie das. Geld stinkt nicht. Bond blockt einen nicht für alles andere.
Nein, aber es könnte einen für den Rest der Karriere mit Bond in Verbindung bringen.
Warum ich "bekannte Namen" geschrieben habe: weil diese auch ohne Bond leichter eine weitere Karriere aufbauen können.
Craig hatte zwischen 1992 und 2005 dreizehn Jahre mit Kino- und TV-Produktionen, in denen er gut verdient hat. Aber auch diese 13 Jahre haben ihn außerhalb von Filmnerds nicht zum "Star" gemacht. Heißt: Er war nicht in der Position, dass Studios und Produktionsfirmen große Filme mit ihm in der Hauptrolle planen würden.
Daher ist es leichter für jemanden in dieser Situation zu sagen: Ich mache Bond.
Elordi ist aber in einer Situation, wo er auch Hauptrollen in großen Filmen spielen darf/kann, ohne Bond als Katalysator zu haben.
Deshalb macht sich jemand in seiner aktuellen Position bestimmt ein paar Gedanken, was es bedeuten würden, wenn man James Bond spielt.
Heißt: es geht nicht allein darum, dass du als Bond nichts anderes mehr machen kannst, sondern um die Kombination aus "Stigmatisierung und Zeitaufwand". Einige stört es nicht, andere schon. Alles was ich sagen wollte, ist, dass jemand, der schon "Star" ist, es sich eher zweimal überlegt als jemand, der "eine Stufe darunter" im Business ist.
Das ist einfach ein Gedanke. Und sollte die Schlagzahl an Bond-Projekten, an denen man beteiligt wäre, unter Amazon erhöht werden (zeitlich und inhaltlich), dann denkt man als bereits prominenter Star mit einer funktionierenden Karriere erst recht zweimal nach.
Re: Daniel Craigs Nachfolger
Verfasst: 20. März 2026 12:39
von craigistheman
Ja man könnte aber auch folgendermaßen argumentieren:
Ein Kandidat wie Elordi, der gerade im Moment gehyped wird, vielleicht weniger für die Rollen, die er spielt, sondern mehr für seine medienwirksamen öffentlichen Auftritte (Betont androgyn durch Röcke, lackierte Fingernägel etc., oder mit Mama = beste Freundin bei den Oscars) muss natürlich aufpassen, dass das Feuer nicht ausgeht.
Bond ist da die ultimative Kanonisierung, der Aufstieg zum Superstar, danach bist du eine Ikone.
Gerade Craig bekommt jetzt ein fettes Angebot nach dem anderen.
Re: Daniel Craigs Nachfolger
Verfasst: 20. März 2026 12:45
von Invincible1958
craigistheman hat geschrieben: Gestern 12:39
Gerade Craig bekommt jetzt ein fettes Angebot nach dem anderen.
Connery hat nach Bond um die 15 Jahre gebraucht, bis er "wieder" Superstar-Status hatte und auch in Filmen spielte, die große Hits wurden.
Lazenby und Dalton sind nie zu Superstars geworden. Moore hat nach Bond auch nicht die großen Mainstream-Helden-Rollen bekommen. Und Brosnan ist immer mal wieder präsent, macht sehr viel, ist aber nie in den Status gekommen, wo das Publikum sagt: "Cool. Der neue Pierce Brosnan-Film kommt nächste Woche raus."
Kann natürlich auch sein, dass alle die fetten Angebote alle abgelehnt haben.
Kann aber auch sein, dass viele Studios Angst hatten, dass man nur Bond sieht, wenn Roger Moore über die Leinwand läuft, und die großen Rollen daher lieber anderen Leuten angeboten haben.
Bei Craig mag Bond am Ende evtl. noch am meisten geholfen haben einen gewissen Status zu erreichen. Das ist aber nicht die Regel, würde ich sagen.
Re: Daniel Craigs Nachfolger
Verfasst: 20. März 2026 12:53
von Casino Hille
Moore war 60, als er mit Bond durch war. Connery war in den 70ern sehr gut beschäftigt.
Was soll denn in dem Fall "Superstar-Status" heißen? Den hat Elordi aktuell auch nicht. Gen Z kennt und mag ihn durch Teenie-Zeug wie "Euphoria" und "The Kissing Booth", und er hat jetzt eine Oscar-Nominierung für "Frankenstein" gehabt, okay, alles schön und gut. Von einem großen Star, dessen neuer Film "der neue Jacob-Elordi-Film" ist ist er aber auch weit entfernt. Verglichen mit anderen Schauspielern seiner Generation wie Tom Holland, Timothée Chalamet oder Austin Butler ist er immer noch nur die zweite Liga.
Mal abgesehen davon ist die ganze Logik etwas verquer. Wir leben in 2026, nicht in den Zeiten der alten Bonds. Große Kino-Stars verpflichten sich mittlerweile für langjährige Streaming-Serien (Bsp.: Anthony Hopkins für "Westworld", Gary Oldman für "Slow Horses") oder schließen Verträge mit Marvel, Netflix etc. über Jahre für mehrere Projekte ab. Die Kino-Branche steckt in einer Krise. "Sichere" Hits von früher sind keine mehr. Und dann soll einer wie Elordi eine Rolle mit enormer Aufmerksamkeit, die ihm über Jahre ein sicheres Gehalt einbringt (erst recht, wenn zwischen den Filmen noch Zusatzprojekte stattfinden) ablehnen, weil er sich nicht "festlegen" will? Liebe Leute, das glaub ich ja meinen Lebtag nicht.
Ich find den Typen blöd und will den auf keinen Fall in der Rolle (wobei ... in einem Villeneuve Bond dann doch irgendwie). Aber von der eigenen Perspektive mal losgelöst: So ein Job wie Bond ist das Beste, was einem wie Elordi passieren kann. Wenn sie ihm das anbieten, müsste er der größte Idiot unter der Sonne sein, es abzulehnen.
Re: Daniel Craigs Nachfolger
Verfasst: 20. März 2026 13:05
von craigistheman
@invincible:
Connery wurde erst durch Bond zum Star, das „wieder“ kannst du gleich ganz weglassen.
Connery wurde als schwierig wahrgenommen, nicht zuletzt aufgrund seines losen Mundwerks, darüber hinaus hat ihn schon während seiner Tenure als Bond Regie mehr interessiert. Nachdem er sich vertraglich einige Projekte hat zusichern lassen, scheiterten diese aber eklatant am BO.
Connery hatte ein Riesenglück in seiner zweiten Lebenshälfte wiederentdeckt zu werden, er war aber der Architekt seines eigenen Pechs als Filmstar nach Bond.
Moore war schon vor Bond ein beliebter TV-Star, Bond ein nice to have. Ansonsten ist Moore trotz Charme und Charisma nunmal kein schauspielerisches Schwergewicht und auch aufgrund seines Pretty Faces nur bedingt als Charakterdarsteller zu gebrauchen. Selbiges gilt auch für Brosnan, ebenfalls ein TV-Star und spielerisch bestenfalls durchschnittlich.
Dalton war und ist in erster Linie ein Theaterschauspieler, dafür brennt er.
Lazenby hat sich maßlos selbst überschätzt und die wohl dümmste Entscheidung seines Lebens getroffen, als er sich von der Rolle verabschiedete. Die Konsequenzen hat er noch in derselben Woche gespürt.
Ich finde es müßig da irgendeine Regel abzuleiten, nach dem Motto „einmal Bond, immer Bond“. Cubby hatte halt ein bestimmtes Darsteller-Profil im Kopf und fischte aus einem ganz bestimmten Pool an Talenten (entweder zweite Reihe oder Größe aus anderem Bereich), nicht zuletzt aus finanziellen Gründen.
Re: Daniel Craigs Nachfolger
Verfasst: 20. März 2026 13:32
von danielcc
Ich weiß gar nicht mehr, wer hier welche Meinung vertritt

Die Zeit der Superstars ist eh vorbei (also mit Ausnahme von denen die es vor 30-50 Jahren geworden sind wie Cruise, Pitt, DiCaprio, Hanks).
Wie richtig gesagt wurde: Selbst etablierte Star die viele Optionen haben, machen schon längst Streaming, Serie, MCU,...
Das "sich an eine Serie binden" ist sicher nicht das Problem. Zumal, Elordi ist so jung, der kriegt bestimmt auch nach Bond noch gute Rollen.
Es gibt Bonddarsteller die hatten während der Bondzeit gute Rollen, es gibt welche die hatten danach gute Rollen. Alles ist möglich, so oder so.
Die Frage ist für einen jungen Schauspieler sicher eher: Will ich mein Leben lang überall auf der Welt, in jedem Interview und sonst wo auf die gleiche Rolle angesprochen werden. Das würde selbst ich als großer Fan mir mehr als zweimal überlegen, es ist nämlich wirklich eine große Bürde.
Übrigens, woher kommt das Gerücht, dass Craig außer Bond nichts gemacht habe? Der hat zwischen allen Filmen zig Projekte, oft große, gemacht, mit Ausnahme von SF-SP (Invasion, Kompass, Flashbacks, Defiance, C&A, Dream House, Tim&Struppi, Verblendung, Logan Lucky, Knives Out). Dass viele nicht erfolgreich waren ist ein anderes Thema
Re: Daniel Craigs Nachfolger
Verfasst: 20. März 2026 13:34
von Invincible1958
craigistheman hat geschrieben: Gestern 13:05Dalton war und ist in erster Linie ein Theaterschauspieler, dafür brennt er.
Dalton hat NACH Bond genau einmal Theater gespielt: 2003 am National Theatre als Lord Asriel in "His Dark Materials".
1991 war er zudem mit seiner damaligen Freundin Whoopi Goldberg auf Lesereise durch Theater.
Dalton wirkte auf mich nie wie jemand, der für die Bühne brennt. Dafür gibt es zumindest seitdem er Bond war keine Anzeichen.
Wenn er gewollt hätte, hätte er in den 90ern, 00ern und 10ern bis heute diverse Stücke am West End und Broadway spielen können - tat es aber nicht.
Auf mich wirkt er eher wie jemand, der gerne zuhause auf dem Sofa sitzt und das Leben ohne große Öffentlichkeit genießt.
craigistheman hat geschrieben: Gestern 13:05
@invincible:
Connery wurde erst durch Bond zum Star, das „wieder“ kannst du gleich ganz weglassen.
Das "wieder" bezieht sich doch darauf, dass er durch Bond zum Star wurde, den Stardom vorerst aber nicht in die weitere Karriere rüberretten konnte, bis Mitte der 80er als er mit Filmen wie "Der Name der Rose", "Highlander" und "Die Unbestechlichen" langsam wieder in die A-Liga von Hollywood kam.
Meine Aussage bezog sich auf deine Aussage hier:
craigistheman hat geschrieben: Gestern 12:39
Bond ist da die ultimative Kanonisierung, der Aufstieg zum Superstar, danach bist du eine Ikone.
Ich bin eben der Meinung, dass du allein dadurch, dass du Bond gespielt hast, nicht automatisch zur Ikone wirst.
Re: Daniel Craigs Nachfolger
Verfasst: 20. März 2026 13:47
von Gernot
danielcc hat geschrieben: Gestern 13:32
Ich weiß gar nicht mehr, wer hier welche Meinung vertritt
Haha, das dachte ich mir auch vorhin.
Wie oben geschrieben, bin da eher bei Invincible.
Aber: natürlich ist es möglich, dass Elordi schon seit dem Kindergarten nur eines im Kopf hat und unbedingt einmal James Bond spielen möchte. Dann wird er das - Oscarfilme hin oder her - auch spielen für die nächsten 10 Jahre...
Und ja, natürlich spielt auch Geld eine Rolle, wahrscheinlich kann Amazon/MGM für ihn auch das 10fache hinblättern, wenn sie wollen. Mehr „Gestaltungsspielraum“ hätten sie aber sicherlich bei einem unbekannteren Darsteller.
Re: Daniel Craigs Nachfolger
Verfasst: 20. März 2026 13:56
von craigistheman
danielcc hat geschrieben: Gestern 13:32
Übrigens, woher kommt das Gerücht, dass Craig außer Bond nichts gemacht habe? Der hat zwischen allen Filmen zig Projekte, oft große, gemacht, mit Ausnahme von SF-SP (Invasion, Kompass, Flashbacks, Defiance, C&A, Dream House, Tim&Struppi, Verblendung, Logan Lucky, Knives Out). Dass viele nicht erfolgreich waren ist ein anderes Thema
Genau. Äußerst mager für eine fünfzehnjährige Zeitspanne bei dem Bekanntheitsgrad. Davon dann auch nur genau ein Hit.

Es gibt Darsteller, die spielen drei Hauptrollen im Jahr.
Re: Daniel Craigs Nachfolger
Verfasst: 20. März 2026 13:57
von danielcc
Findest du? Das sind 10 Filme, einige habe ich ausgelassen. Wenn man bedenkt wie lang so ein Dreh ist, Theater hat er zwischendurch auch noch gespielt,... wieviel soll er dann machen - wenn er eh Million mit Bond verdient und die Drehs auch anstrengend sind (die Promo Touren noch viel mehr).
Re: Daniel Craigs Nachfolger
Verfasst: 20. März 2026 14:15
von craigistheman
danielcc hat geschrieben: Gestern 13:57
Findest du? Das sind 10 Filme, einige habe ich ausgelassen. Wenn man bedenkt wie lang so ein Dreh ist, Theater hat er zwischendurch auch noch gespielt,... wieviel soll er dann machen - wenn er eh Million mit Bond verdient und die Drehs auch anstrengend sind (die Promo Touren noch viel mehr).
Genau das ist der Punkt. Craig hatte Phasen, in denen er sich bewusst ins Familiäre zurückgezogen hat, auch damit seine Lebensgefährtin ihre Projekte verwirklichen konnte. Das sind dann letztlich Freiwilligkeiten.
Aber so viele Angebote waren es am Ende wirklich nicht, die er zwischen 05-21 bekam.
Da ist er momentan sehr viel fester im Sattel mit hochwertigeren Projekten.
Du darfst auch nicht außer Acht lassen, dass Craig nach SF zweimal zurückgekauft werden musste für Bond. Es war also lange nicht gewiss, ob er überhaupt nochmal zurückkehrt. Trotz Verfügbarkeit kamen nur begrenzt Angebote. Othello war komfortabel da in New York und mit wenigen Aufführungen.
Re: Daniel Craigs Nachfolger
Verfasst: 20. März 2026 14:20
von danielcc
Man kann auch nicht einschätzen, wie viele Projekte es noch gab, die vielleicht am Ende gescheitert sind, oder wo er dann doch nicht ausgewählt wurde. Außerdem, bei 5 Filmen hatte er ja nur 4 "Lücken", und zwischen CR und QOS war eigentlich wenig Zeit, da hatte er aber 3 Releases dazwischen. Hinterher hatte er sich auch teilweise verletzt.
Wir liegen aber gar nicht auseinander. Wollte das nur einordnen
Bei Connery war es ja auch so. Der hätte zum Beispiel zig Blockbuster mehr haben können: später noch Gandalf in Herr der Ringe und Hobbit, Morpheus in Matrix, Dumbledore in Harry Potter, ...
Re: Daniel Craigs Nachfolger
Verfasst: 20. März 2026 14:27
von craigistheman
Ja Connery hatte ab den Achtzigern, also eigentlich so wie Craig jetzt in seiner zweiten Lebenshälfte wieder zunehmend Auftrieb, interessierte sich aber auch immer mehr für Golf und weniger für‘s Filmemachen. Da gibt‘s ein paar wirklich schrullige Anekdoten zu

.
Re: Daniel Craigs Nachfolger
Verfasst: 20. März 2026 21:52
von Invincible1958
Woher wisst ihr denn, wie viele Angebote und für was er bekommen hat?
Ich schätze Craig eher so ein, dass er zu denen gehört, die mehr absagen als annehmen.
Brosnan hat seit "Die Another Day" 53 (!) Projekte gemacht, von denen das Meiste auch kein Hit wurde.
Aber er scheint das Set-Leben zu mögen. Er ist einer, der garantiert nicht allzu wählerisch ist.
Von den 53 Produktionen haben allerdings nur vier Kinofilme und die TV-Serie "Mobland" einen IMDB-Wert über 7.
Nach dem Motto: Wenn ich Viel mache, kommt von Zeit zu Zeit auch mal was Gutes dabei raus.
Dalton hat in den letzten 15 Jahren eher TV-Serien gedreht, dafür alles ganz gut bewertet:
- Chuck (8,2)
- Penny Dreadful (8,2)
- The Crown (8,6) - nur Gastrolle
- Doom Patrol (7,7)
- 1923 (8,3)
Er scheint in den letzten Jahren eher sehr gewählt Projekte zu machen, von denen er sich eine gewisse Qualität verspricht.