Re: Hollywood und die Zahlen: Der Box Office Thread

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Das Schlimmste ist, dass diese Rekordmeldungen dann auch noch dazu beitragen, dass Filme unfair gepusht werden. Wenn erstmal Otto-Normal-Kinogänger in der BLÖD gelesen hat, dass jetzt JEDER Furious 7 schaut, dann muss er da natürlich auch rein, obwohl er sonst nur 1 mal im Jahr ins Kino geht.
Das sind dann natürlich die Leute, die WENN sie dann mal ins Kino gehen, das dann auch noch total aufregend finden, und den Film dann auch noch weiter empfehlen
"It's been a long time - and finally, here we are"

Re: Hollywood und die Zahlen: Der Box Office Thread

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danielcc hat geschrieben:Das sind dann natürlich die Leute, die WENN sie dann mal ins Kino gehen, das dann auch noch total aufregend finden, und den Film dann auch noch weiter empfehlen
Oder das sind die Leute, die immer nur "solche" Filme im Kino gucken, und sich dann beschweren, dass im Kino auch nichts Gescheites mehr läuft. Anstatt mal auf der Anspruchs-Leiter eine Stufe hochzuklettern und zu erkennen, dass es auch ein anderes Angebot im Kino gibt.

Re: Hollywood und die Zahlen: Der Box Office Thread

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Casino Hille hat geschrieben:Ein Bondfilm ist letzten Endes auch meist nicht intellektueller als ein Fast & Furious Film.
Auch wenn "intellektuell" jetzt irgendwie ein komischer Begriff dafür ist, aber ich finde schon, dass Bond mehr Anspruch hat (und auch haben sollte) als die Transformers-Reihe oder die "Fast & Furious"-Streifen. Das sieht man doch alleine schon an den Schauspielern. Das sind bei Bond ganz andere Kaliber als z. B. ein Vin Diesel. :roll:

Ich könnte mir zumindest nicht Judi Dench in einem "Fast & Furious"-Film vorstellen. :lol:
"Wo man lacht, da lass dich ruhig nieder. Böse Menschen lachen immer wieder."

Re: Hollywood und die Zahlen: Der Box Office Thread

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Samedi hat geschrieben:
Casino Hille hat geschrieben:Ein Bondfilm ist letzten Endes auch meist nicht intellektueller als ein Fast & Furious Film.
Auch wenn "intellektuell" jetzt irgendwie ein komischer Begriff dafür ist, aber ich finde schon, dass Bond mehr Anspruch hat (und auch haben sollte) als die Transformers-Reihe oder die "Fast & Furious"-Streifen.
Mir geht es gar nicht um den "Intellekt" des Inhalts der Filme, sondern um das WIE.

Bei "Furious 7" gab es Actionszenen, die wirkten auf mich einfach billig - von der Umsetzung her.
Da habe ich mich teils an "Die Another Day" erinnert gefühlt. Damals kam dieses Gefühl bei Bond auch auf.

Die technische Umsetzung hat bei Bond heutzutage ganz andere Maßstäbe. Und das fällt mir bei einem Film wie "Furious 7" dann ganz extrem auf.
Mir geht es dabei auch nicht in erster Linie um "real" gegen "CGI", denn auch bei "Furious 7" gibt es jede Menge real gedrehte Action. Aber Kamera und Schnitt wirken 08/15. James Wan schien da für den Film keine besondere Vision zu haben.

Re: Hollywood und die Zahlen: Der Box Office Thread

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Jeder Film sollte den Anspruch haben sein Zielpublikum zu unterhalten. Ich persönlich fühle mich aber weder heute noch damals als ich in dem Alter war von dem angesprochen was ich bisher - zugegebermaßen nur in den Trailern - gesehen habe von FF.

Ich mochte das nie, wenn Filme so krampfhaft versuchen mir "coole Typen" zu präsentieren und so niedere Instinkte ansprechen ("ey, fette Karre"... "geile Schnitte"...). Irgendwie fühlte ich mich dadurch nie angesprochen, der Trailer zum aktuellen Film war dann sogar absurd dämlich, dass ich um den Film einen WEITEN Bogen mache.
Vielleicht sind die Filme an sich eigentlich besser und unterhaltsamer für mich, aber ich teste es lieber nicht aus - denn ein Trailer soll ja zeigen, was ich zu erwarten habe, und das turnt mich eben ab.

Aus meiner Sicht heraus, ist da FF auch nicht mit Bond gleichzusetzen. Da ist mir Bond (zumindest die besseren Filme der Reihe) viel subtiler, feine Ironie und leichter Sarkasmus anstatt Holzhammer Humor, gepflegter und stylisher Auftritt anstatt Muscle Shirt und Proll-Karren.
"It's been a long time - and finally, here we are"

Re: Hollywood und die Zahlen: Der Box Office Thread

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Wohl mal wieder gänzlich unterschiedliche Definitionen.

Ich glaube aber, viele hier stellen es sich dann doch zu einfach vor, unterhaltsame Jugendunterhaltung wie Fast & Furious zu inszenieren und auch Bay wird ja immer gerne dafür kritisiert, Action für Teenies zu machen. Aber in dieser Zielgruppe kommen die Filme gut an. Und das muss man schließlich erstmal schaffen, denn man muss einen Nerv, einen Zeitgeist, einen Stil treffen und dies dann so umsetzen, dass wirklich ein Hype darum entsteht. Dieser geringschätzige Blick auf solche Arbeiten ist auch etwas leicht Überhebliches, dass sich viele immer mehr aneignen. Und auch Bondfilme werden übrigens hauptsächlich für 12-16 Jährige gemacht (das wird jetzt sicher ein Schock für den ein oder anderen!) :wink:, aber Bond hat eben nebenbei noch eine deutlich ältere Zielgruppe, auf die man hin und wieder schielt. Dennoch: vordergründig ist Bond Kino für ältere Teenager und junge Erwachsene. Und damit von Fast & Furious gar nicht so weit weg. Ich finde es ansonsten immer albern, einen Kleinkrieg anzufangen und das eigene Franchise natürlich mit Begriffen wie "Intellektuell" und "Anspruch" in den Himmel zu loben. Sind aber beides Eigenschaften, die keiner der 23 Bonds auch nur ansatzweise beinhaltet.
https://filmduelle.de/
https://letterboxd.com/casinohille/

Let the sheep out, kid.

Re: Hollywood und die Zahlen: Der Box Office Thread

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Casino Hille hat geschrieben: Und das muss man schließlich erstmal schaffen, denn man muss einen Nerv, einen Zeitgeist, einen Stil treffen und dies dann so umsetzen, dass wirklich ein Hype darum entsteht.
Da haben wir doch schon wieder einen Unterschied. "Fast & Furious" trifft wie z. B. "The Cannonball Run" nur den Zeitgeist. Bond schafft es, sein Publikum über ein halbes Jahrhundert an sich zu binden. Das sind schon ganz andere Dimensionen. 8)
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