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Re: Filmbesprechung: "Goldfinger (GF)"

Verfasst: 1. März 2018 11:19
von AnatolGogol
Henrik, mir ging es darum, den Unterschied zu dem von Maibaum angeführten On the Beach darzulegen und diesbezüglich unterscheiden sich GF als auch TB schon deutlich, da bei beiden die Verhinderung einer atomaren Explosion thematisiert wird und nicht die Auswirkungen einer solchen. Und eben darin würde ich GF eine filmhistorische Vorreiterstellung zugestehen.

Re: Filmbesprechung: "Goldfinger (GF)"

Verfasst: 1. März 2018 11:37
von Maibaum
Wie gesagt daß Motiv einer A-Bomben Explosion war durch Dr. Strangelove bereits hinreichend bekannt, und wurde gleichzeitig auch in Fail Safe sehr ernsthaft thematisiert.

Letztendlich aber ist die GF Szene nur eine von unendlich vielen in der irgend was in letzter Sekunde verhindert wurde, und war auch sicher nicht die erste Bombenentschärfung in letzter Sekunde. Das es sich um eine A-Bombe handelt ist dann eben die kleine modernisierende Steigerung, von denen GL nicht wenige zu bieten hat.

Re: Filmbesprechung: "Goldfinger (GF)"

Verfasst: 1. März 2018 12:05
von AnatolGogol
Maibaum hat geschrieben: Wie gesagt daß Motiv einer A-Bomben Explosion war durch Dr. Strangelove bereits hinreichend bekannt, und wurde gleichzeitig auch in Fail Safe sehr ernsthaft thematisiert.
Fail Safe ist aber nach GF (bei grosszügiger Auslegung zeitgleich) und Dr. Strangelove taugt kaum wirklich als Vorreiter von auf den Massenmarkt zielenden Filmen, die dieses Motiv verwenden (wie bsp. der bereits angeführte Clear and present danger). Es geht mir ja nicht darum, ob irgendwie eine atomare Thematik oder eine potentielle A-Bombenexplosion woanders schon mal filmisch verarbeitet wurden, sondern um die Vorreiterstellung innerhalb des konkret benannten Marktsegments (Blockbusterfilme). Ich will dir also gar nicht mal widersprechen, sondern nur aufzeigen, auf was ich mich beziehe. :)

Re: Filmbesprechung: "Goldfinger (GF)"

Verfasst: 5. März 2018 23:02
von SirHillary
Inspiriert durch das interessante Review und die daraus entstandene Diskussion, habe ich mir am WE mal wieder GF angeschaut.
Ich denke, bestimmt einer der Bonds, die ich am häufigsten gesehen habe, vor allem in der Jugend.
Dieses Mal im Original, da verliert Gert Fröbe leider etwas an Profil. Der deutsche Goldfinger ist mir da doch lieber.
Die ganzen 'kultigen' Szenen/Momente möchte ich gar nicht aufzählen, kennen und lieben wir zu Genüge.
Und einen der schlechteren Felix Leiter auch nicht wieder erwähnen. Ups... :oops:
Ok, es gibt noch schlechtere.

Aber zwei Fragezeichen tun sich immer wieder auf und sie sind bestimmt auch schon Thema auf den über 40 Seiten gewesen.
Bin aber zu faul um das alles durchzusehen (habe ich bei SPECTRE noch vor mir).

Erstens: Tatort Furkapass. Wieso lächelt Goldfinger nach dem Attentatsversuch von Tilly?!
Er kann doch nicht wissen, was da gerade passiert ist, ausser er hat das Drehbuch gelesen.

Zweitens: Wieso packt Goldfinger Gold und Mr. Solo in ein Auto, lässt ihn erschießen, dann zu Schrott pressen und dann die sterblichen Überreste des armen Mr. Solo von dem Gold wieder trennen? Ich lasse mir vieles gefallen bei Bond...den Opfertod (Bond darf nicht sterben); die ungewöhnlichen Tötungsversuche der Villains, die fehlschlagen (Bond darf nicht sterben); das Erklären des Plans gegenüber Bond oder anderen Gangstern (Publikum muss ja wissen um was es geht)...aber um Himmels Willen was soll die Szene mit Oddjob und Solo?! Bitte um interessante Lösungsansätze.

Re: Filmbesprechung: "Goldfinger (GF)"

Verfasst: 5. März 2018 23:30
von Maibaum
SirHillary hat geschrieben:
Zweitens: Wieso packt Goldfinger Gold und Mr. Solo in ein Auto, lässt ihn erschießen, dann zu Schrott pressen und dann die sterblichen Überreste des armen Mr. Solo von dem Gold wieder trennen? Ich lasse mir vieles gefallen bei Bond...den Opfertod (Bond darf nicht sterben); die ungewöhnlichen Tötungsversuche der Villains, die fehlschlagen (Bond darf nicht sterben); das Erklären des Plans gegenüber Bond oder anderen Gangstern (Publikum muss ja wissen um was es geht)...aber um Himmels Willen was soll die Szene mit Oddjob und Solo?! Bitte um interessante Lösungsansätze.
Nichts für Logiker, aber es ist halt einfach eine coole Szene. Ich denke es war diese Art von Szenen die GF so erfolgreich machten, und GF enthielt das für damals im Übermaß.

Jedoch was eine halbwegs logische Handlung betrifft, ist GF eine ziemliche Katastrophe. Kein Film bei dem man viel Zeit mit Nachdenken verbringen sollte. Aber FRWL war da auch nicht viel besser.

Re: Filmbesprechung: "Goldfinger (GF)"

Verfasst: 6. März 2018 10:52
von Thunderball1965
Zu erstens: Warum sollte er nicht lächen. Ist doch eine schöne Landschaft...

Tatsächlich wollte der FIlm über die Montage suggerieren, dass GF dahintersteckt. Was aber tatsächlich nicht der Fall ist, sondern sein gleichzeitiges Lächeln sich später als Zufall herausstellt (?).

Guy Hamilton ist nicht der talentierteste Regisseur...

Re: Filmbesprechung: "Goldfinger (GF)"

Verfasst: 6. März 2018 11:22
von Casino Hille
Maibaum hat geschrieben:Nichts für Logiker, aber es ist halt einfach eine coole Szene. Ich denke es war diese Art von Szenen die GF so erfolgreich machten
Absolut.

@SirHillery: Der Bock wird ja schon viel früher geschossen: Warum lässt Goldfinger den armen Mr. Soto überhaupt aus dem Raum geleiten, in dem sich alle anderen Mafiosi befinden. Immerhin werden die direkt danach ja auch alle ermordet. Da hätte Goldfinger die 2 Minuten Mr. Soto sicher noch hinhalten können... :wink: Wie man es dreht und wendet, so richtig logisch passend wird man das sich nicht zusammen dichten können. Muss man aber auch nicht.

Re: Filmbesprechung: "Goldfinger (GF)"

Verfasst: 6. März 2018 12:56
von Henrik
Ganz starke Szene. GF ist nicht mein Lieblingsfilm, aber diese Szene ist für mich das absolute Highlight an GF, wenn nicht sogar der Connery-Ära. Barrys Score dazu ist auch stark. Die Szene möchte ich auf gar keinen Fall missen, völlig egal, ob das logisch ist oder nicht.

Re: Filmbesprechung: "Goldfinger (GF)"

Verfasst: 6. März 2018 14:03
von Interrato
SirHillary hat geschrieben:Zweitens: Wieso packt Goldfinger Gold und Mr. Solo in ein Auto, lässt ihn erschießen, dann zu Schrott pressen und dann die sterblichen Überreste des armen Mr. Solo von dem Gold wieder trennen? Ich lasse mir vieles gefallen bei Bond...den Opfertod (Bond darf nicht sterben); die ungewöhnlichen Tötungsversuche der Villains, die fehlschlagen (Bond darf nicht sterben); das Erklären des Plans gegenüber Bond oder anderen Gangstern (Publikum muss ja wissen um was es geht)...aber um Himmels Willen was soll die Szene mit Oddjob und Solo?! Bitte um interessante Lösungsansätze.
Inhaltlich macht die Szene natürlich nur wenig Sinn. Aber wenn man es zeithistorisch betrachtet, ergibt sich ein interessanter Grund, warum die scheinbare Verschrottung eines nagelneuen Lincoln Continental so ausführlich gezeigt wurde:

Hier aus Magazin Nr.48 von der James Bond Modellauto-Collection:

Bild


Folglich auch für diese Szene alles nach dem Motto "larger than life" in Goldfinger.

Re: Filmbesprechung: "Goldfinger (GF)"

Verfasst: 6. März 2018 19:54
von SirHillary
Mir ging es nicht um (inhaltliche) Logik. Da hakt es natürlich bei vielen Bond-Filmen, eher um die Beweggründe für die eine oder andere Szene.

Danke Iterrato. Über das Thema Merchandising/Werbegag etc. lässt sich zumindest ein Grund finden. ;-)

Re: Filmbesprechung: "Goldfinger (GF)"

Verfasst: 6. März 2018 20:17
von Thunderball1965
Einen negalneuen Luxuswagen in einer Schrottpresse vernichten. Bond pur. :)

Die Barry-Musik hat mir allerdings in GF eher missfallen. Außer vlt. in der Laserszene

Re: Filmbesprechung: "Goldfinger (GF)"

Verfasst: 8. März 2018 14:40
von Samedi
Thunderball1965 hat geschrieben:
Die Barry-Musik hat mir allerdings in GF eher missfallen. Außer vlt. in der Laserszene
Das kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Für mich zählt GF zu den besten Barry-Scores.

Re: Filmbesprechung: "Goldfinger (GF)"

Verfasst: 8. März 2018 15:00
von Casino Hille
GF ist definitiv von allen Barry-Scores der, der sich am meisten in den Vordergrund spielt. Was auch daran liegt, dass Barry lange Szenen übertönen muss, in denen quasi nichts passiert (die Ermordung von Mr. Soto inklusive langer Autofahrt ist da ein Paradebeispiel für). Das ist natürlich dann alles Geschmackssache, ob man das mag oder nicht, aber es ist schon ein besonderer Fall.

Re: Filmbesprechung: "Goldfinger (GF)"

Verfasst: 8. März 2018 15:06
von GoldenProjectile
Ich bin auch kein Riesenfan von Barrys GF-Score. OHMSS, TMWTGG und TLD sind in meinen Ohren seine besten Arbeiten. In GF zitiert er halt häufig den Titelsong, was an sichschon passend ist sich meiner Meinung nach aber auch schneller abnutzt als bei den genannten Beispielen.

Re: Filmbesprechung: "Goldfinger (GF)"

Verfasst: 8. März 2018 15:08
von Casino Hille
GoldenProjectile hat geschrieben:In GF zitiert er halt häufig den Titelsong
Nun ja, das macht er aber fast immer. Das ist ja fast schon das Barry-Merkmal überhaupt.