WIe bewertet ihr mit etwas Abstand CR?

1 - miesester Film aller Zeiten
Insgesamt abgegebene Stimmen: 1 (1%)
2
Insgesamt abgegebene Stimmen: 4 (3%)
3
Insgesamt abgegebene Stimmen: 6 (4%)
4
Insgesamt abgegebene Stimmen: 2 (1%)
5 - durchschnittlicher Film
Insgesamt abgegebene Stimmen: 4 (3%)
6
Insgesamt abgegebene Stimmen: 4 (3%)
7
Insgesamt abgegebene Stimmen: 10 (6%)
8
Insgesamt abgegebene Stimmen: 20 (13%)
9
Insgesamt abgegebene Stimmen: 31 (20%)
10 - perfekter Film
Insgesamt abgegebene Stimmen: 74 (47%)
Insgesamt abgegebene Stimmen: 156

Re: Filmbesprechung: Casino Royale

692
Also erstens schießt Bond vielleicht die Botschaft zusammen aber er ERschießt dabei NIEMANDEN aus der Botschaft! Er verfolgt nur sein Ziel ohne jede Kollaterialschäden.

Zweitens:
Es gibt wohl fast niemanden der nicht die großartige Art und Weise gelobt hat, wie Campbell grade die Kasinoatmosphäre, das Kartenspiel und vor allem die Liebesgeschichte umgesetzt hat. Das ist einfach alles perfekt.

Zu den Actionszene: Da bezweifele ich nun wieder, ob Campbell da selbst so viel gemacht hat. Zumindest die Parcour Szene und auch viel am Flughafen sind klassische Second Unit AUfgaben
"It's been a long time - and finally, here we are"

Re: Filmbesprechung: Casino Royale

693
Aber Daniel, die Second Unit arbeitet ja nicht einfach irgendwie, sondern die haben Vorgaben, die mit komplizierten Storyboards festgehalten werden. Und diese Vorgaben sollten dann eigentlich auch alle von Campbell sein. Außerdem ist er derjenige, der sich alle Aufnahmen ansehen wird, um dann noch Vorschläge und Anregungen zu geben. Der Secound Unit Director ist im Idealfall nur eine ausführende Hand, die einfach strikt und ohne eigenen kreativen Imput das umsetzt, was der Boss vorgeschrieben hat. Ansonsten wäre es ja am Ende nicht Campbells Film. Und ein guter Regisseur sollte sehr interessiert daran sein, am Ende von "seinem" Film sprechen zu können.

Du hast aber recht, Campbells Inszenierung der Liebesgeschichte und des Pokerspieles sind sehr gelungen. Wie gesagt, CRs große Schwäche liegt im letzten Drittel, welches leider ziemlich mittelmäßig geglückt ist. Davor kann man insgesamt nur wenig meckern.
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Re: Filmbesprechung: Casino Royale

694
ich glaube du und Maibaum habt da etwas naive Vorstellungen von dem Job des Regisseurs. Natürlich ist er letztlich kreativ verantwortlich und natürlich kann er über Storyboards und den Schnitt mitbestimmen, wie die Second Unit Szenen hinterher aussehen werden.
Aber ich glaube nicht, dass einer der besten Stuntcoordinatoren des Businesses, und ein extrem erfahrener Second Unit Director nicht auch maßgeblich von Anfang an mitbestimmen wie die Szene ablaufen können. Oft entstehen Actionszenen ja auch durch Ausprobieren etc.
Letztlich bezweifele ich, dass jemand der die Action an CR besronders gut findet, dabei die durch den Regisseur mitbestimmte Inszenierung und visuelle Umsetzung meint, und nicht viel mehr die Action an sich (Parcour, Kräne....)
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Re: Filmbesprechung: Casino Royale

695
danielcc hat geschrieben:Zumindest die Parcour Szene und auch viel am Flughafen sind klassische Second Unit AUfgaben.
Das stimmt, das hat er garantiert nicht selber gemacht, obwohl sie meiner Meinung nach sehr gelungen sind. Die Anweisungen und Ideen sind teilweise aber wahrscheinlich von ihm! :)
:007:

Re: Filmbesprechung: Casino Royale

696
Ich habe mal eine Interviewrunde mit 3 Bond Regisseuren gesehen, wo genau dieses Thema angesprochen wurden und Campbell zugab, dass es ihm sehr schwer fällt etwas aus der Hand zu geben und den Second Unit Dreh weitgehends zu kontrollieren versucht. Da sprach er auch von den detaillierten Storyboards.
Es ist wohl als aussenstehender unmöglich da Eigen- und Fremdanteile herauszufiltern. Letztlich verrät doch dann das Making of Material, wo ein Regisseur anwesend war. Campbell ist z.B. bei der Inszenierung der Schießerei in der Botschaft zu sehen. Das waren ja auch die ersten Drehtage.
danielcc hat geschrieben:Also erstens schießt Bond vielleicht die Botschaft zusammen aber er ERschießt dabei NIEMANDEN aus der Botschaft! Er verfolgt nur sein Ziel ohne jede Kollaterialschäden.
Das Bond in der Botschaft !vermutlich! niemanden umbringt, ist das reinste Wunder. Hier kann man nun wirklich nicht von einer kontrollierten Aktion sprechen. Spätestens die explodierenden Gasflaschen hätten einige tödlich verletzten können/müssen.
Dieses ganze Baustellen-Pakour-Botschaft-Szenario ist für mich die absolut falsche Actionszene im falschen Film. Der ganze Ablauf auf der Baustelle ist auch großer Humbug:
Bond will Terroristen erst unauffällig dingfest machen. Als dieser auf die Baustelle flieht, entscheidet sich Bond grundlos für's entgegengesetzte und mit einem Bulldozer alle Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und zahlreiche Leben in Gefahr zu bringen. Terrorist flieht auf einen !!KRAN!!!.
danielcc hat geschrieben: Es gibt wohl fast niemanden der nicht die großartige Art und Weise gelobt hat, wie Campbell grade die Kasinoatmosphäre, das Kartenspiel und vor allem die Liebesgeschichte umgesetzt hat. Das ist einfach alles perfekt.
Wenn ich mir daneben jegliche Szene von Skyfall gedanklich gegenüberstelle, dann sehe ich was richtige Atmosphäre sein kann. CR ist sehr flächendeckend ausgeleuchtet, das Set-Design ist ein Anderes und die Bilder, die Campbell darin dreht, sind auch nicht Teil eines "Totalen Inszenierung-Konzepts", wie es Mendes vor allem im ganzen Shanghai-Part so gut gelungen ist. Campbell ist da eher der Handwerker, der die gute Arbeit abliefert.
Und vielelicht sollte man es ihm doch anrechnen, dass er die Liebesgeschichte trotz dieser Dialoge und Musik nicht zu sehr ins sentimental-expressive abgleiten lassen hat - aber was tut er auch dagegen? Nicht zu paradisische Bilder drehen?. Ich sehe da keinen speziellen Anteil von ihm und trotzdem noch Potential, viel interessantere und echtere Szenen zu gestalten. Da fehlt halt ein auf alle Elemente (von Drehbuch bis Darstellung) übergreifender Regisseur.

Re: Filmbesprechung: Casino Royale

697
danielcc hat geschrieben:ich glaube du und Maibaum habt da etwas naive Vorstellungen von dem Job des Regisseurs.
Oh bitte, naiv? Das ist doch wohl eher umgekehrt.

Wenn die Regie nur ein Job ist, dann kann man sicher auch darauf verzichten sich darum zu kümmern was andere tun die ebenfalls an dem Film arbeiten.

Aber wenn man vom filmen besessen ist, dann versucht man soviel Kontrolle wie es nur geht über jeden Teil des Films zu bekommen. Über jeden.

Bei den Bond Filmen würde es mich tatsächlich mal bei jedem Film interessieren inwieweit der Regisseur an dem Film mitgearbeitet hat, bzw wieviel Einfluß er auf die Film hatte, und wieviel die Brocolis und wieviel der Rest vom Team.

Und ein Regisseur der bei Action Filmen sich nicht um die Gestaltung der Action kümmert, der ist dann wirklich ein Hirni, oder eben einer der nur seinen Job macht. Aber das merke ich dann meist den Filmen auch an.

Forster jedenfalls wollte alle Action selber drehen, und hat nur aus Zeitgründen nicht alles selber gemacht. Aber die Second Unit hatte genaue Vorgaben, und er hat die Muster kontrolliert, und wen ihm was nicht gefiel Nachdrehs verlangt. Laut Interviews.

Was CR betrifft, so sind die beiden großen Action Szenen für mich auch nicht so besonders interessant, und tatsächlich ist GE da viel aufregender.

Re: Filmbesprechung: Casino Royale

698
Maibaum hat geschrieben:Bei den Bond Filmen würde es mich tatsächlich mal bei jedem Film interessieren inwieweit der Regisseur an dem Film mitgearbeitet hat, bzw wieviel Einfluß er auf die Film hatte, und wieviel die Brocolis und wieviel der Rest vom Team.
Wenn du wirklich daran interessiert bist, dann empfehle ich dir zu dem Thema folgende Hintergrundliteratur:
http://www.amazon.co.uk/My-Eyes-Only-Li ... 477&sr=8-2

John Glen geht darin recht ausführlich auf den Enstehungsprozess seiner Bondfilme und die Kollaboration mit Cubby, Maibum und Wilson ein.
"Ihr bescheisst ja!?" - "Wir? Äh-Äh!" - "Na Na!"

Re: Filmbesprechung: Casino Royale

699
Würde mich auch interessieren. Ohne es gesehen zu haben kenne ich aber Dutzende von Interviews von Bondregisseuren, in denen sie immer wieder betonen mit welch fantastischen ideen die Second Unit und das Stunt Team zurückgekommen ist.
Man muss sich auch mal making ofs alter Bondfilme anschauen um hier mal eine realistische Sicht zu bekommen. Nicht selten war es absolutes Glück dass ein großer Stunt überhaupt eingefangen wurde von der Kamera...
außerdem: Wenn alls 1 zu 1 über Storyboards festgelegt wäre, dann würde der Schnitt ja nur wenige Tage dauern...


natürlich hat der Regisseur die Kontrolle und wird entsprechend seiner Begabungen und seinem Interesse viel selbst bestimmen wollen. Aber es ist einfach ein vollkommen falsches Verständnis von Führung im Allgemeinen, wenn man glaubt, dass Führung darin bestehe, dass man zu 100% alles durch definiert und andere hoch bezahlte Leute reine Ausführer seien.

CR ist auch nicht einfach ein Actionfilm. Wenn Bay bei Transformers zB die Kontrolle bei den Actionszenen aus der Hand geben würde, dann würde ich grundsätzlich seine Aufgabe hinterfragen. Aber CR besteht zu 80% aus Dialog, Drama etc. und vielleicht zu 20% aus 3 großen Actionszenem.
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Re: Filmbesprechung: Casino Royale

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danielcc hat geschrieben:ich glaube du und Maibaum habt da etwas naive Vorstellungen von dem Job des Regisseurs.
Auf keinen Fall.
danielcc hat geschrieben:ich glaube nicht, dass einer der besten Stuntcoordinatoren des Businesses, und ein extrem erfahrener Second Unit Director nicht auch maßgeblich von Anfang an mitbestimmen
Mitbestimmen, ja. Abgesegnet durch den Boss, den Regisseur, der ja nicht taub vor sich hin arbeitet und auf Vorschläge gar nicht eingehen darf. Abgesehen davon übersiehst du hier, dass ein Regisseur sich ja bewusst die Leute aussucht, mit denen er arbeiten will, dass sind dann auch Leute, die ähnlich denken, deren Stil er kennt, von denen er weiß, was er bekommt. Von daher ist es eben doch immer sein Film, bzw. sollte es sein, sonst wäre der Job um ein vielfaches bedeutungsloser, als er aber faktisch nun einmal ist.
danielcc hat geschrieben:Letztlich bezweifele ich, dass jemand der die Action an CR besronders gut findet, dabei die durch den Regisseur mitbestimmte Inszenierung und visuelle Umsetzung meint
Und was sonst? Ein Sprung, wie der in CR von Kran 1 auf Kran 2 ist vielleicht auch für sich genommen spektakulär, aber eine Actionszene wird erst dann richtig grandios, wenn sie dementsprechend eingefangen wird, wenn der Regisseur das Treiben auf der Leinwand ansprechend verkaufen kann. Gerade du bist doch jemand, der mit QOS aufgrund des Schnitts und der Inszenierung seine Probleme hat, während die Action für sich ja großartige Stuntarbeit ist. Also muss es dann ja doch was mit der Regie zu tun haben. Maßgeblich sogar.
Amadeus hat geschrieben:Wenn ich mir daneben jegliche Szene von Skyfall gedanklich gegenüberstelle, dann sehe ich was richtige Atmosphäre sein kann.
Stimmt. CR hat ein richtiges Feeling, eine Stimmung, eine bildliche Präsenz, die Skyfall leider nach der ersten (noch recht großartigen) Hälfte verliert.
Amadeus hat geschrieben:Campbell ist da eher der Handwerker, der die gute Arbeit abliefert.
Betonung auf gut! :lol: Obwohl ich SF ja nicht schlecht machen will, ich mag den Film.
Amadeus hat geschrieben:Dieses ganze Baustellen-Pakour-Botschaft-Szenario ist für mich die absolut falsche Actionszene im falschen Film. Der ganze Ablauf auf der Baustelle ist auch großer Humbug:
Bond will Terroristen erst unauffällig dingfest machen. Als dieser auf die Baustelle flieht, entscheidet sich Bond grundlos für's entgegengesetzte und mit einem Bulldozer alle Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und zahlreiche Leben in Gefahr zu bringen. Terrorist flieht auf einen !!KRAN!!!.
Nur ist das dann nicht die falsche Actionszene im falschen Film, sondern die falsche Frage zur falschen Szene zum falschen Film. Und dann ist die Sache auch recht schnell geklärt. Zumal das Kran-Argument nicht gilt, immerhin kam er ja runter. Wäre Bond unten stehen geblieben und hätte sich "Runter kommen sie alle" gesagt, hätte er sein blaues Wunder erlebt. Bond weiß schon, warum er dem Kerl nacheifert. :wink:
Casino Hille hat geschrieben:Aber CR besteht zu 80% aus Dialog, Drama etc. und vielleicht zu 20% aus 3 großen Actionszenem.
Das ist aber schon etwas übertrieben, wenn man bedenkt, dass die erste Hälfte des Filmes nur von den großen Actionszenen und viel Tempo lebt. Da liegt das Verhältnis deutlich näher beieinander, als du einschätzt. Sonst könnte man das ja praktisch über jeden Bondfilm sagen, da wohl in fast allen mehr geredet als geschossen wird.
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https://letterboxd.com/casinohille/

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Re: Filmbesprechung: Casino Royale

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danielcc hat geschrieben:Würde mich auch interessieren. Ohne es gesehen zu haben kenne ich aber Dutzende von Interviews von Bondregisseuren, in denen sie immer wieder betonen mit welch fantastischen ideen die Second Unit und das Stunt Team zurückgekommen ist.
Man muss sich auch mal making ofs alter Bondfilme anschauen um hier mal eine realistische Sicht zu bekommen. Nicht selten war es absolutes Glück dass ein großer Stunt überhaupt eingefangen wurde von der Kamera...
außerdem: Wenn alls 1 zu 1 über Storyboards festgelegt wäre, dann würde der Schnitt ja nur wenige Tage dauern...
Siehst du, du hast halt sehr naive Vorstellungen vom Schnitt.

Und bei vielen der alten Bond Filme kann ich mir schon vorstellen daß da eventuell Second Unit Leute die Action Szenen mehr oder weniger allein verantwortlich gemacht haben. Wenn Terence Young sich nicht um den Schnitt von DN gekümmert hat, dann kann ihm das eventuell auch egal gewesen sein.

Wobei auch bei komplett arbeitsteiligen Filmen gute Sachen bei rauskommen können, aber nur schwerlich wirklich große Filme.