WIe bewertet ihr mit etwas Abstand CR?

1 - miesester Film aller Zeiten
Insgesamt abgegebene Stimmen: 1 (1%)
2
Insgesamt abgegebene Stimmen: 4 (3%)
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Insgesamt abgegebene Stimmen: 6 (4%)
4
Insgesamt abgegebene Stimmen: 2 (1%)
5 - durchschnittlicher Film
Insgesamt abgegebene Stimmen: 4 (3%)
6
Insgesamt abgegebene Stimmen: 4 (3%)
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Insgesamt abgegebene Stimmen: 10 (6%)
8
Insgesamt abgegebene Stimmen: 20 (13%)
9
Insgesamt abgegebene Stimmen: 31 (20%)
10 - perfekter Film
Insgesamt abgegebene Stimmen: 74 (47%)
Insgesamt abgegebene Stimmen: 156

Re: Filmbesprechung: "Casino Royale (CR)"

724
James Bond 007 - Casino Royale, 2006

Vier lange Jahre dauerte es, bis der neue Bondfilm in die Kinos kam. Die Verfilmung des ersten Romans von Ian Fleming über den britischen Agenten erforderte mehr oder weniger einen neuen Darsteller, ebenso fungiert der Film als starker Reboot der Reihe und begründet den Neuanfang, zeigt den Fans die Ursprünge. Brosnan war zu alt um die Rolle des Agenten erneut zu verkörper, vor allem da Casino Royale die Anfangszeit des Agenten als 00-Agent zeigen sollte. Der Engländer Daniel Craig, bekannt aus Filmen wie München, Layer Cake oder Road to Perdition bekam die Rolle und wurde vorab viel kritisiert. Er war zu blond, er war zu klein usw. Es gab viel Kritik an seiner Person, welche das ganze Projekt nur spannender machte. Judi Dench blieb als einzige Darstellerin der Brosnan-Ära erhalten. Hinzu kamen Eva Green als Bondgirl Vesper Lynd, der Däne Mads Mikkelsen als Le Chiffre und Jeffrey Wright als Felix Leiter. Auf dem Regiestuhl saß nach GoldenEye erneut Martin Campbell der die nächste Ära von Bond einleiten sollte.

Nachdem der noch relativ unbekannte James Bond nach 2 Aufträgen den Doppel-Null Status erreicht hat, setzt er sich an einen Fall um Le Chiffre, Bankier für weltweit operierende Terroristen, zur Strecke zu bringen. Dieser und seine Kunden unterstützen mit Millionenbeiträgen Waffenhandel und Terrorismus. Bond muss nach einem Fehler Le Chiffres versuchen ihn bei einem Poker Spiel im Casino Royale in Montenegro zu besiegen um so an die Terrororganisationen hinter Le Chiffre heranzukommen.

Im Vorfeld gab es viele zweifelhafte Stimmen zur Verpflichtung von Craig als Bond. Viele hielten ihn für eine Fehlbesetzung, für unpassend, zu blond usw. Auch ich war ein skeptiker was unter anderem auch daran lag, das ich Brosnan gerne noch länger gesehen hätte, da ich ihn für einen großartigen Bond und tollen Kerl hielt. Als ich dann zum ersten Mal Casino Royale sah, war ich beeindruckt. Craig hat eine solch starke, physische Präsenz im Film die es zuvor höchstens bei Connery gab, in dem Ausmaß. Auch sonst ist seine Leinwandpräsenz großartig. Er spielt die Rolle des noch relativ unerfahrenen und fehlerhaften Agenten so glaubhaft, großartig und auch die emotionale Seite kommt extrem gut rüber. Mit Craigs Verpflichtung ist man sicherlich ein Risiko eingegangen, hat aber alles richtig gemacht und eine absolut großartige Entscheidung getroffen. Eva Green als Vesper Lynd, Bonds große Schwäche im Film ist ebenfalls eine erstklassige Besetzung die voll aufgeht. Sie spielt ihre dominante aber verletzliche Rolle so großartig und hat eine fantastische Chemie mit Craig die einfach nur spannend auf der Leinwand zu beobachten ist. Selten hatte ich bei Bond dieses Gefühl zwischen 007 & Bondgirl welches ich hier hatte. Beide harmonieren perfekt zusammen und sind eine tragende Säule im Film. Mikkelsen als Le Chiffre ist ebenso großartig wie Dench als Bonds Vorgesetzte M. Beide erweitern diesen fantastischen Cast auf perfekte Art und Weise und heben die Qualität nur an. In weiteren Rollen überzeugen Jeffrey Wright als CIA-Bruder Felix Leiter, Giancarlo Giannini als Mathis und Jesper Christensen als Mr. White. Letzterer punktet in seinen Szenen sehr, trotz der wenigen Screentime die er hat. Er hinterlässt einen bleibenden Eindruck und nicht seinen letzten in dieser Reihe.

Campbell erzählt die Geschichte auf sehr spannende Art und Weise, gibt dem Film und den Charakteren genügend Zeit für ihre Entwicklung und bringt immer mal wieder großartige Actionszenen mit rein. Jeder Actionhöhepunkt weiß zu überzeugen, so ist z.B die Verfolgungsjagt zu Beginn des Films eines der Highlights innerhalb der Reihe. Großartige Parcour-Action, gepaart mit einem großartigen Soundtrack und tollen Darsteller/-Stuntmanleistungen. Fantastisch. Auch die Verfolgung zum und am Flughafen ist gelungen, genau wie die Szenen im Finale. Die eigentlich Stärke sind aber die Charaktere, ihre Entwicklung und die Dialoge, wie ich finde. Bonds Entwicklung im Film, der Aufbau seiner Beziehung zu Vesper und die Entwicklung davon, einfach stark geschrieben und gespielt. Selten hat mich eine Beziehung und eine Charakterentwicklung bei Bond so sehr überzeugt wie hier. Ich würde sogar so weit gehen und sagen das es nie besser war. Hier wird eindeutig mehr Fokus auf die Charaktere und ihre Geschichte gesetzt als noch zuvor, bei Brosnan wurde dieser Wandel zuletzt aber angedeutet und ebenfalls toll umgesetzt. Hier ist man jedenfalls noch weiter gegangen und zeigt auf starke Art und Weise wie Bond zum Agenten wurde den wir kennen. Auch die Beziehung zu M ist stark umgesetzt, jedoch nichts im Vergleich zur Vesper-Beziehung die eindeutig das Prunkstück des Films ist. Der Humor kommt trotz der Action und der Charakterentwicklung nicht zu kurz und bietet einige Highlights. Selbst in Momenten des Schmerzes, siehe Folterszene, ist der Humor noch präsent und schmerzhaft unangenehm. Bond war noch nie so emotional, verletzlich und gleichzeitig so cool. Großartig was man hier gemacht hat. Zudem sind einige Dialoge echt verdammt großartig und gelungen.

Fantastisch ist es auch wie Campbell bei einem Pokerspiel so viel Spannung aufbaut, wie es die meisten Thriller und Actionfilme gar nicht schaffen. Der Film macht vieles anders als seine 20 Vorgänger, enthält dennoch viele klassische Elemente die Bond ausgemacht und definiert haben. Es fühlt sich zweifelsohne wie Bond an, wenn auch etwas anders. Man verzichtet auf viele, typische Elemente wie den Martini-Spruch, der klassischen Gunbarrel oder dem Maintheme von Barry im Film, was aber trotzdem irgendwie funktioniert. Der Soundtrack ist jedenfalls äußerst gelungen und bringt auch den verdammt starken Titelsong perfekt in den Film. Dieser wirkt etwas rebellisch und wild, so wie auch Bond im Film teilweise noch wirkt. Die Stücke welche den Song bzw. dessen Instrumental beeinhalten sind äußerst gelungen, aber auch ruhige Stücke wie das 'Vesper'-Stück sind sehr stark und unterstreichen viele tolle Momente im Film hervorragend.

Die Drehorte in Tschechien (Prag und auch außerhalb davon) sind absolut gelungen eingesetzt. Sowohl der Flughafen ist ein Highlight im Film aufgrund der Umsetzung der Action, ebenso ist es auch das Militärhospital außerhalb Prags das für das Finale der Verfolgungsjagt zu Beginn des Films herhielt. Die Dreh's auf den Bahamas und in Italien sorgen ebenfalls für Abwechslung und geben dem Film einen exotischen und auch klassischen Bondflair. Wunderschön wurde Venedig eingefangen, genauso wie die Orte am Comer See. Unglaublich toll auch die Kameraarbeit von Phil Meheux, der all diese tolle Orte perfekt eingefangen und auch beim Rest des Fims großartiges geleistet hat. Sehr stark.

Casino Royale ist ein perfekter Film der durch und durch unterhaltsam ist, seine Charaktere immer weiterentwickelt und ebenso die Geschichte nicht vernachlässigt. Es ist stetig Bewegung vorhanden und neben viel Handlung wissen auch die großartigen Actionszenen absolut zu überzeugen. Campbell hat bei der Inszenierung alles richtig gemacht und schafft es sogar noch sein starkes Debut GoldenEye zu übertrumpfen, in allen Belangen. Es ist sicherlich ungewohnt keine klassischen Figuren wie Moneypenny oder Q dabei zu haben, gleiches gilt auch für 'besondere' Gadgets oder die klassische Gunbarrel, nichtsdestotrotz funktioniert der Film auch ohne diese Dinge hervorragend und bietet großartige Unterhaltung, Spannung und zwischendurch auch mal 1-2 Lacher bzw. Schmunzler. Bonds Anfang ist interessamt, visuell toll umgesetzt und großartig musikalisch untermalt. Hier stimmt einfach alles.

10/10

Re: Filmbesprechung: "Casino Royale (CR)"

726
Nicht in allen. Die Flughafen-Action im Mittelteil sehe ich nicht als herausragend an, sondern lediglich als Business as usual. Da fehlt mir das gewisse Etwas, der WOW-Effekt, die pfiffige Idee. Das ist Bond-Standard und lediglich im Mittelfeld anzusiedeln. Auch das sinkende Haus in Venedig ganz am Ende würde ich ähnlich einsortieren.
Dagegen ist die Parcours-Jagd zu Beginn eines der Highlights der gesamten Reihe.
http://www.vodkasreviews.de


https://www.ofdb.de/autor/reviews/45039/

Re: Filmbesprechung: "Casino Royale (CR)"

727
Ich finde gerade das Finale aufgrund des emotionalen Aspekts sehr spannend und tragisch, besonders mitreißend. Da mag die Actioninszenierung vielleicht nicht so extrem herausstechen, vom Gesamtbild her ist das für mich aber einfach packend und großartig. Auch die Flughafen-Action finde ich sehr unterhaltsam. Aber das ist sicherlich Geschmackssache. Immer hin sind wir uns bezüglich der Jagt am Anfang einig ;)

Re: Filmbesprechung: "Casino Royale (CR)"

728
vodkamartini hat geschrieben:Auch das sinkende Haus in Venedig ganz am Ende würde ich ähnlich einsortieren.
Na ja, aber gerade die Szene muss ja auch gar nicht mehr sein, weil sie ja eigentlich nur die Zuspitzung des Dramas zwischen Bond und Vesper zeigt, dass die Action da business as usual zeigt ist eigentlich sogar genau richtig, weil es so möglichst wenig von der Geschichte dahinter ablenkt.
https://filmduelle.de/
https://letterboxd.com/casinohille/

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Re: Filmbesprechung: "Casino Royale (CR)"

730
Habe mir den Film gestern mal auf Blu-Ray wieder angeschaut. So nach 9 Jahren hatte ich irgendwie das Gefühl entweder fehlt da was oder was neues ist drin. Wer immer so unter den Tisch fällt ist Jürgen Tarrach als Tourist. Die Szene mit dem Schlüsselanhänger finde ich auch ganz originell oder wie Bond Lutger Pistor fragt ob er auch Schokolade dabei hat :D.

Obwohl ich mal hier geschrieben habe, dass ich den Zeitgeist nicht ganz bei den Craig-Bonds heraus sehe, muss ich das revidieren. Es ist bloß sehr schwammig gemacht. Vorallen weil man hier Terroristen oft durch Auftragsmörder darstellen lässt, während ja viele da eher an Orientale mit Bombe um den Gürtel denken. Oder wie viele in QOS bestimmt bei der Bolivianischen Wüste an Salz denken und nicht an Trinkwasser. Im Gegensatz waren frührere Bond-Filme da direkter (TLD und Afghanistan, OP und Berliner Mauer).

Aber andererseits gibt es andere Trends die die Bond-Filme immer befolgen, nämlich den Filmtrend. Bei CR ist das der Trend Batman Begins ein Jahr zuvor, als man begann die Superhelden in ihren Anfängen zu zeigen. Das hat die Reihe immer schon spätestens ab 1970 gemacht (LALD - Schaft-Trend, TMWGG - Bruce Lee Filme, MR - Star Wars, OP - Gandhi, LTK - Stirb Langsam, GE - Russenmafia-Filme, DAD - Harry Potter)
Bild

Re: Filmbesprechung: "Casino Royale (CR)"

731
Marseille77 hat geschrieben: (LALD - Schaft-Trend, TMWGG - Bruce Lee Filme, MR - Star Wars, OP - Gandhi, LTK - Stirb Langsam, GE - Russenmafia-Filme, DAD - Harry Potter)
Um Himmels Willen, bitte was? :lol:

Bei MR und LTK geh ich mit, aber OP und Gandhi? DAD und Harry Potter? :lol: :)
https://filmduelle.de/
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Re: Filmbesprechung: "Casino Royale (CR)"

732
Casino Hille hat geschrieben:
Marseille77 hat geschrieben: (LALD - Schaft-Trend, TMWGG - Bruce Lee Filme, MR - Star Wars, OP - Gandhi, LTK - Stirb Langsam, GE - Russenmafia-Filme, DAD - Harry Potter)
Um Himmels Willen, bitte was? :lol:

Bei MR und LTK geh ich mit, aber OP und Gandhi? DAD und Harry Potter? :lol: :)
Jetzt habe ich endlich DAD verstanden. Q hat den Mantel des unsichtbaren Autos mit einem Schutzzauber hergestellt und Bond hat seinen Besen in ein Zauber-Surfbrett verwandelt.
“History isn’t kind to men who play God”

Re: Filmbesprechung: "Casino Royale (CR)"

733
Casino Hille hat geschrieben:
Marseille77 hat geschrieben: (LALD - Schaft-Trend, TMWGG - Bruce Lee Filme, MR - Star Wars, OP - Gandhi, LTK - Stirb Langsam, GE - Russenmafia-Filme, DAD - Harry Potter)
Um Himmels Willen, bitte was? :lol:

Bei MR und LTK geh ich mit, aber OP und Gandhi? DAD und Harry Potter? :lol: :)
Ich gehe da nirgends mit. Am ehesten noch bei LALD als Reaktion auf die Blaxpoitation-Welle und TWTGG bezüglich der Asia-Kloppereien-Welle.
http://www.vodkasreviews.de


https://www.ofdb.de/autor/reviews/45039/

Re: Filmbesprechung: "Casino Royale (CR)"

734
MR ist schon deutlich von Star Wars inspiriert. Natürlich nicht wirklich, aber die Weltraumepisode kommt daher und die Laserwaffen haben klare Sci-Fi-Vorbilder. Und das Bond sich plötzlich dafür interessierte, ist Star Wars zu verdanken. Und LTK ist sicher auf der Welle modernerer US-Amerikanischer Actionfilme mitgeschwommen, da passt Die Hard als Beispiel ganz gut, auch wenn das natürlich zu knapp gedacht ist. Aber der Rest ist - mit viel Verlaub - ganz großer Blödsinn.
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