Re: Zuletzt gesehener Film

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@vodka: Sehe den ebenfalls im 6-7er Bereich und kann bei deiner Beurteilung in den letzten 2 Absätzen wohl komplett zustimmen. Die Auflösung kommt zwar zum richtigen Zeitpunkt, aber was da aufgelöst wird, naja. Und danach wird der FIlm kurz zum Actionfilm, was mir im Nachhinein auch weniger gut gefallen hat, dass er da schließlich seine Linie verlässt.
Ansonsten sind mir ein paar narrative Schwächen aufgefallen - etwa die Filmmusik im Moment, als eigentlich Stille hätte sein müssen, wo alle auf das Telefonklingeln warten - die Collet-Serra künftig hoffentlich noch ausgemerzt bekommt.
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AND BEYOND

Re: Zuletzt gesehener Film

7999
iHaveCNit: Free State of Jones (deutscher Verkaufsstart: 10.11.2016/First Look: 2017)

So, nachdem ich mich einige Monate um die Sichtung von „Free State of Jones“ nicht gekümmert habe, der in der Ecke meiner noch zu sehenden Heimkinoveröffentlichungen lag, komme ich zu dem Ergebnis, dass es schon einen Grund gehabt hat, warum das so ist.

Es geht hier um den Farmer Newton Knight, der zu Zeiten des Bürgerkriegs mit den damaligen Werten der Konföderation nicht viel anfangen kann. Er desertiert und nimmt mit den Sklaven einen Rebellionskampf gegen die Konföderation auf, in dem er auch den „Free State of Jones“ gründet.

Interessant ist dieser Film schon, denn er beleuchtet ein Kapitel der amerikanischen Geschichte, dass auch heute noch als entsprechend aktuell gelten kann, vor allem im Bezug der Rassismusfrage. Zunächst der positive Teil: Die Ausstattung, der Look, die Kostüme, die Sets – unterstützen die Atmosphäre genauso, wie es damals gewesen sein könnte – aber das haben auch andere Filme wie „12 Years A Slave“ oder auch „Django Unchained“ hinbekommen. Richtig gut, aber auch nicht an seine überragenden Leistungen heran reicht Matthew McConaughey genau wie der Rest des Casts mit unter anderem Mahershala Ali, Gugu Mbatha-Raw und Keri Russell. Sonst bleibt für mich zu sagen, dass der Film zwar interessant ist, aber durch seine recht gemächliche Dramaturgie und seinen TV-lastigen Look dann doch eher für eine TV-Miniserie geeignet gewesen wäre. Ich kann schon verstehen, warum der Film hierzulande nur einen Release direkt fürs Heimkino bekommen hat.

„Free State of Jones“ - My First Look – 6/10 Punkte
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iHaveCNit: Countdown (Deutscher Verkaufsstart: 6.7.2017)

Als Actionfan habe ich hin und wieder mal das Verlangen nach kompakter, schnörkelloser Action. Da ich schon seit mehr als einem Jahrzehnt relativ konsequent bzw. inkonsequenz das Geschehen bei der WWE verfolge, interessiert es mich als Filmfan teilweise, was WWE Studios so an Filmen raushaut, indem die Wrestlingstars auch entsprechend als Haupt- bzw. Nebencharaktere platziert werden. Die ganze Marine- oder auch die 12-Rounds-Reihe muss ich daher unbedingt nachholen, denn „Countdown“ war als Actionfilm schon ok und hat Lust auf mehr gemacht.

Ray ist Undercovercop in Seattle und mehr von der ruppigen Sorte, was seinen Kollegen und Vorgesetzten ein Dorn im Auge ist und er nachdem er einen Kollegen angeschossen hat, Waffe und Dienstmarke abgeben muss. Doch seine Kollegen stehen kurz darauf wieder bei ihm auf der Matte, weil ein Psychopath ein Kind entführt hat und droht es zu töten, wenn kein Lösegeld entrichtet wird. Die Übergabe geht schief und so muss Ray gegen die Zeit arbeiten, um das Kind zu finden.

Nicholas Theodore Nemeth, für Wrestlingfans mehr als der „Showoff“ Dolph Ziggler bekannt, übernimmt hier die Rolle von Ray und kann aus seinen limitierten Fähigkeiten und der Rolle das bestmögliche an körperlicher Action und charakterlicher Darstellung herausholen. Vor allem gibt es einen privaten und emotionalen Bezugspunkt zum Fall in dem er ermittelt, was seinem Charakter sehr gut tut. Allgemein gibt er hier die beste Figur im Film ab neben Katharine Isabelle (mir am stärksten als Margot Verger aus der Serie „Hannibal“ bekannt) als seine weibliche Begleitung. Schade, dass Glenn Jacobs bzw. „Kane“ nur ein Stichwortgeber und klassischer Polizeichef ist.
John Stockwell inszeniert den hin und wieder etwas klischeebeladenen Cop-Thriller recht rasant, kompakt, schnörkellos ohne jegliche unnötige Subplots sehr fokussiert runter. Neben Shoot-Outs und Verfolgungsjagden ist es bei einem Wrestler wie Nemeth klar, dass es auch zu einigen netten Hand-To-Hand-Combats kommt. Die Action ist recht kompromisslos und bis auf einen netten Stunt auch wenig innovativ aber genretypisch. Für Wrestlingfans ist das Ding definitiv eine Überlegung wert, findet die Geldübergabe doch bei einer Wrestlingveranstaltung in der Halle statt. Dass hier kurze Ausschnitte aus dem Backstage-Bereich mit Wrestlern zu sehen sind und auch ein kleiner Cameo-Auftritt serviert wird ist schon recht cool. Kurzum bekommen wir hier einen netten feinen Actioner geboten, der für Fans von Filmen des „WWE Studios“ definitiv Pflicht ist.

„Countdown“ - My First Look – 6/10 Punkte.
"Weiter rechts, weiter rechts ! ..... "

Re: Zuletzt gesehener Film

8000
Den McConaughey Film wollte ich auch gerne sehen. Die Kritiken sind ja eher durchwachsen, tendenz Durchschnitt. Sehr schade. Die Trailer gefielen mir. Du sorgst nicht gerade dafür das ich den Film noch mehr sehen will. :( Ich gebe dem vielleicht irgendwann aus der Videothek eine Chance wenn sonst nichts da ist.

Am Wochenende gab es bei mir

Dragonball 20 Folgen oder so und

No Escape BD

Ein Thriller mit Owen Wilson, Lake Bell und Pierce Brosnan. Definitiv empfehlenswert.

8/10

Re: Zuletzt gesehener Film

8001
Ich hab am WE gleich 2x kurz vor der Hälfte eines FIlms das Handtuch geworfen: sowohl der neue Ghostbusters als auch das First Lady-Biopic Jackie konnten mich nicht überzeugen. Hab dann noch erstmlas ACAB gesehen nachdem neulich Suburra so klasse war und auch den fand ich richtig gut. Schön rau und ambivalent, toll gespielt. Schön zu sehen, dass das italienische Kino sich wieder auf so hohem Niveau bewegt. Und dann war noch Casablanca, erstmals im O-Ton: was für ein Genuss! So langsam kann ich die Begeisterung um den Film wirklich nachvollziehen, definitiv ein Film, der bei mir mit zunehmendem Alter immer besser funktioniert.
"Ihr bescheisst ja!?" - "Wir? Äh-Äh!" - "Na Na!"

Re: Zuletzt gesehener Film

8002
AnatolGogol hat geschrieben:das First Lady-Biopic Jackie konnten mich nicht überzeugen
Schade, Jackie fand ich sehr gut, das ist ein schön gespielter und klug durchdachter Film, der das Gefühl der Ohnmacht Jackie Kennedys wunderbar widergibt. 8 Punkte für mich.
Thunderball1965 hat geschrieben:Kennst du auch Non-Stop (ebenfalls Collet-Serra und Neeson)?
Ja, und den mag ich sogar noch lieber als Unknown Identity, was sich in meinem Faible für Kammerspiele erklärt, allerdings auch nicht nur. Finde auch die Auflösung sehr viel gelungener als ihr.
vodkamartini hat geschrieben:Sehr gute Kritik mit interessanten Aspekten. Mir hat der Film auch sehr gut gefallen, mit demselben Punkteergebnis. :)
Interessant, teilweise kommen wir ja sogar zu denselben Schlussfolgerungen bezüglich etwa der Standortwahl Berlin oder der durchdachten Genre-Anleihen seitens der Regie. Erfreulich! :D
https://filmduelle.de/
https://letterboxd.com/casinohille/

Let the sheep out, kid.

Re: Zuletzt gesehener Film

8003
Casino Hille hat geschrieben:Schade, Jackie fand ich sehr gut, das ist ein schön gespielter und klug durchdachter Film, der das Gefühl der Ohnmacht Jackie Kennedys wunderbar widergibt. 8 Punkte für mich.
Mir bot der Film zuwenig Handlungsentwicklung. Schwer in Worte zu fassen, ich empfand die extreme Fokussierung auf Kennedys Trauma-Erleben- und –Bewältigen als recht zäh und wenig unterhaltsam. Letzteres klingt jetzt vielleicht merkwürdig angesichts der Thematik des Films, aber auch von einem Drama mit Schwerpunkt Charakterzeichnung erwarte ich Unterhaltungswert (im Sinne von „fesselnd“). Der ging mir hier leider ziemlich ab.
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Re: Zuletzt gesehener Film

8004
AnatolGogol hat geschrieben:auch von einem Drama mit Schwerpunkt Charakterzeichnung erwarte ich Unterhaltungswert (im Sinne von „fesselnd“). Der ging mir hier leider ziemlich ab.
Finde ich verständlich, Jackie ist auch ein schwieriger Film (was jetzt natürlich nicht heißen soll, dass er dich überfordert hätte, es ist eher im Sinne gemeint à la "Kein Film für Jedermann"). Emotional ist Jackie wenig greifbar, und der Film versteht sich mehr als Collage, als filmische Wiedergabe der Widersprüchlichkeiten des Mythos rund um Jackie Kennedy, deren tatsächlicher Person man aber nie so recht nahe kommt. Da muss man schon einen Zugang finden, um sich mitreißen zu lassen, von daher kann ich deine Haltung hundertprozentig nachvollziehen.

viewtopic.php?f=44&t=2872&p=290755#p290755
Hier kannst du noch mal meine Rezension direkt nach dem Kinobesuch nachlesen, die das was ich meine etwas ausführlicher erläutert.
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Re: Zuletzt gesehener Film

8005
iHaveCNit: Ihre Beste Stunde (2017)

Eigentlich hatte ich vorgehabt, „Ihre Beste Stunde“ erst im Heimkino zu sichten, aber die günstigen Ticket- und Snackpreise im ausgewählten Kino haben mich ganz spontan im Erholungsurlaub sowie diversere anderer Gründe, die ich noch erläutere dann doch dazu bewogen, mir den Film im Kino anzusehen. Basierend auf der Buchvorlage „Their Finest Hour And A Half“ von Lissa Evans haben sich die Produzenten Amanda Posey und Stephen Woolley unabhängig voneinander für eine Verfilmung des Stoffes interessiert und sind nicht, wie man es sich hätte denken können in einen Streit um die Rechte ausgebrochen, sondern haben sich dazu zusammengeschlossen und die Dänin Lone Scherfig mit der Inszenierung betraut. Auch wenn das nicht die besten 2 Stunden in meiner Kinofilmerfahrung gewesen sind, so bereue ich diese hier auf keinen Fall.

Wir befinden uns im London des Jahres 1940 und der 2. Weltkrieg ist voll im Gange. Die junge Drehbuchautorin Catrin Cole ist in einer schwierigen Beziehung zu einem Künstler und wird in Zeiten von knappem Personal beim britischen Informationsministerium als Autorin im Team von Tom Buckley eingestellt. Die Aufgabe besteht, Filme zu produzieren, die der britischen Bevölkerung helfen, Hoffnung zu schöpfen und den Schrecken des Krieges verarbeiten zu können. Das erste Filmprojekt ist eine fiktive Rettungsaktion von britischen Soldaten bei Dünkirchen, für die auch die exzentrische Schauspiellegende Ambrose Hilliard eingagiert wird. Doch die Emotionen vor der Kamera sind in diesen schweren Zeiten genau die gleichen wie auch hinter der Kamera, wie das Team immer wieder spüren muss.

Der Film nimmt uns mit in eine Zeit, in der es eigentlich sehr schwer ist, Platz für Hoffnung und Leichtigkeit zu finden. Doch der Film nimmt trotz all der Ernsthaftigkeit, die er absolut nicht verharmlost, einen sehr tollen, leichten, beschwingten Ton an, der ihm richtig gut zu Gesicht steht. Allen voran ist dies auch mehren Faktoren zu verdanken. Das Produktionsdesign mit Sets, Kostümen lässt einen förmlich in diese Zeit eintauchen. Darstellerisch ist der Film richtig toll besetzt mit Leuten wie Gemma Arterton, Sam Claflin, Bill Nighy, Eddie Marsan, Helen McCrory und vielen mehr. Vor allem ist Bill Nighy mit seinem leicht exzentrischen, grantigen und kauzigen alternden Schauspielstars Ambrose Hilliard ein kleiner Szenendieb gelungen, der nicht nur toll spielt in jeder Szene, sondern auch die Stimmung des Films perfekt unterstützt. Gemma Artertons und Sam Claflins Beziehung wird hier super aufgebaut und mit einer gegenseitigen schüchternen Zurückhaltung bei all der Professionalität, die langsam bröckelt und den beiden den Weg ebnet. Für Filmfans selbst ist es natürlich auch witzig mit anzusehen, mit welchen Tricks, Herausforderungen und Spielereien hier auf egal welcher Seite der Filmproduktion ein Film hergestellt wird und quasi eine Film-im-Film-Handlung präsentiert wird. Dass genau die Handlung mit der Rettung britischer Soldaten aus Dünkirchen auch zum gleichen Zeitpunkt wie der von Christopher Nolan inszenierte „Dunkirk“ im gleichen Zeitrahmen ins Kino kommt ist denke ich rein zufällig, aber es hat mir bereits in Vorbereitung, mal ganz unabhängig davon, wie stark die Handlung des Films „The Nancy Starling“ für dramaturgische Zwecke hier fiktionalisiert worden ist.

Der Film überträgt ein ernstes Thema und eine ernste Zeit mit solch einer sprudelnden Leichtigkeit, einer tollen Atmosphäre, super Darstellern und einer Liebeserklärung an den Film als Medium.

„Ihre Beste Stunde“ - My First Look – 8/10 Punkte.

"No Escape" habe ich damals 8/10 Punkte gegeben, aber komischerweise nichts dazu geschrieben. Muss ich noch nachholen.
"Weiter rechts, weiter rechts ! ..... "

Re: Zuletzt gesehener Film

8006
AnatolGogol hat geschrieben:Ich hab am WE gleich 2x kurz vor der Hälfte eines FIlms das Handtuch geworfen: sowohl der neue Ghostbusters als auch das First Lady-Biopic Jackie konnten mich nicht überzeugen.
Ghostbusters? Oh je, noch einer dieser Masochisten. Jackie war kein Meilenstein aber recht kurzweilig, obwohl ich irgendwie gerade auf dem Schlauch stehe warum überhaupt.
We'll always have Marburg

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Re: Zuletzt gesehener Film

8008
Ich komme glücklicherweise in den Genuss, an meinem Geburtstag in 2 Wochen nochmals Jackie im Kino zu sehen. Eines unserer Kinos hier veranstaltet so ein kleines Sommer-Filmfest, an dem es einen Monat lang jeden Tag nochmal einen anderen Film aus dem vergangenen Kinojahr gibt, so hat man die Möglichkeit, das nachzuholen, was man verpasst hat. Bei mir Hidden Figures, Florence Foster Jenkins und Manchester by the Sea. Gleichzeitig nutze ich die Gelegenheit und gebe mir nochmal Jackie und La La Land.
"Hiermit kündige ich meine Mitgliedschaft!" - "Wir sind kein Countryclub, 007!"