Re: Zuletzt gesehener Film

8146
Mir hat Atomic Blonde benfalls sehr gut gefallen, nicht nur der Score. :) Theron trägt den Film wunderbar, das Setting war toll und die Action nicht selbtszweckhaft. Im Unterschied zu Wick hat der Film eine Seele und bleibt länger im Gedächtnis.

(Wers ausführlicher will: https://ssl.ofdb.de/review/296673,727952,Atomic-Blonde)

Bei McAvoy sehe ich auch einen gewissen Chargierungs-Reflex, den er inzwischen ein wenig zu stark kultiviert hat. Hier passt er aber mal wieder.
http://www.vodkasreviews.de


https://www.ofdb.de/autor/reviews/45039/

Re: Zuletzt gesehener Film

8147
vodkamartini hat geschrieben:Mir hat Atomic Blonde benfalls sehr gut gefallen, nicht nur der Score. :) Theron trägt den Film wunderbar, das Setting war toll und die Action nicht selbtszweckhaft. Im Unterschied zu Wick hat der Film eine Seele und bleibt länger im Gedächtnis.
Die Action war nicht selbstzweckhaft? Na na na ...

Und ich dachte Wick sei einer deiner Favoriten der letzten Jahre?

Re: Zuletzt gesehener Film

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Maibaum hat geschrieben:Leider war der Maibaum Fanclub von dem Film etwas angepisst.
Ähm, inwiefern? Also, du fandest ihn gut, aber deine Begleitung nicht oder wie darf man das verstehen?
Maibaum hat geschrieben:Theron ist einfach eine Wucht. Was für ein Gesicht
Sag ich ja seit immer. Habe mir sogar mittlerweile Fast & Furious 8 angesehen, hauptsächlich ihretwegen.
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Re: Zuletzt gesehener Film

8150
Casino Hille hat geschrieben:
Maibaum hat geschrieben:Leider war der Maibaum Fanclub von dem Film etwas angepisst.
Ähm, inwiefern? Also, du fandest ihn gut, aber deine Begleitung nicht oder wie darf man das verstehen?
Ja, leider, und etwas angepisst ist noch eine ziemlich vorsichtige Umschreibung, und das hat wohl auch leider einen kleinen Schatten auf den Rest des Abends gelegt, von dem ich mir etwas anderes erhofft hatte. Ich hatte kurz vorher sogar noch kurzfristig Western als Alternative zum Vorschlag gebracht, weil, obwohl die Auswahl von Atomic Blonde vom Fanclub kam, mir schon die Idee gekommen war, daß das auf Unwissen darüber basierte wie derb der Film sein könnte, und dann ja auch war. Na ja, hinterher ist man ja immer schlauer ...

(War trotzdem noch ein netter Abend)

Re: Zuletzt gesehener Film

8151
Maibaum hat geschrieben:
vodkamartini hat geschrieben:Mir hat Atomic Blonde benfalls sehr gut gefallen, nicht nur der Score. :) Theron trägt den Film wunderbar, das Setting war toll und die Action nicht selbtszweckhaft. Im Unterschied zu Wick hat der Film eine Seele und bleibt länger im Gedächtnis.
Die Action war nicht selbstzweckhaft? Na na na ...

Und ich dachte Wick sei einer deiner Favoriten der letzten Jahre?
Direkt nach Kinobesuch auf jeden Fall. Mit der Zeit hat das aber ein wenig nachgelassen. Hab nicht so recht Lust auf wiederholte Sichtungen, höchstens im "Party-Rahmen". Beim zweiten ging es noch etwas schneller, den fand ich im Kino auch gut. Gut, "nicht selbstweckhaft" bei Atomic Blonde ist vielleicht ein wenig euphemistisch.
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Re: Zuletzt gesehener Film

8152
iHaveCNit: Shot Caller (Deutscher Verkaufsstart: 7.9.2017)

Beim nächsten Film frage ich mich, warum man diesen nicht ins Kino gebracht hat. Wie so oft bin ich durch einen Trailer auf diesen Film gestoßen, der mich direkt interessierte. „Shot Caller“ ist der neue Film von Ric Roman Waugh, der zuletzt Dwayne Johnson als Drogenkurier wider Willen im Kampf um das Leben seines Sohns in einem guten ernsten Thriller platziert hat. In „Shot Caller“ wird nun der dänische „Game-of-Thrones-erprobte Hollywood-Export“ Nikolaj Coster-Waldau auf eine Tour de Force geschickt.

Jacob Harlon hat nur einen einzigen Fehler gemacht. Durch einen unachtsamen Verkehrsunfall mit Todesfolge sieht er sich gezwungen, in den Knast zu gehen. Um dort zu überleben, knüpft er Kontakte zu den dortigen Insassen und der Gang um die Arian Brotherhood. Seine Haft wird verlängert, als es zu einer blutigen und tödlichen Gangauseinandersetzung im Knast kommt. Seine stärker werdenden Kontakt verhelfen in zur Freiheit auf Bewährung und er steht zwischen den Stühlen seiner Gang, seines Bewährungshelfers und sich selbst, weil er alles tut, um den Schaden von seiner Frau und seinem Sohn abzuwenden.

Irgendwie hatte ich das Gefühl, hier eine filmische Symbiose aus „Snitch“ und „Bronson“ zu sehen. Beide Filme haben mir schon gut bzw. sehr gut gefallen. Wir bekommen hier nicht nur einen guten Thriller, sondern auch eine tolle Charakter- als auch Milieustudie serviert, in der nicht nur die Strukturen und das Leben innerhalb des Knasts gut vermittelt werden, sondern auch der von Coster-Waldau gespiele Jacob „Money“ Harlon, der ein wunderbarer, hochkomplexer Charakter ist, und wir nicht nur unerbittliche Härte, sondern auch eine spürbare Emotionalität geboten bekommen. Gerade der Wandel seines Charakters mit den immer wieder neuen Tattoos, die seinen Aufstieg innerhalb der Gang repräsentieren als auch die Anpassung der Frisur und des Bartes (auch wenn er stellenweise sehr aufgeklebt aussieht) sind rein optisch eine gute Arbeit der Maskenbildner, weil sie auch den Charakter unterstreichen. Der Film geizt auch nicht mit dem Einsatz von Blut und drastischen Bildern. Der stellenweise mich an „Sicario“ erinnernde Soundtrack als auch die teilweise eingebundene Hardcore-Punk-Musik gefällt mir auch richtig gut. Action bietet der Film schon, auch wenn es hier mehr um den Spannungsaufbau und die Spannungsentladung geht, die hervorragend funktioniert. Wenn hier dann auch noch Leute wie Lake Bell, Jon Bernthal, Matt Gerald, Benjamin Bratt und so weiter auftreten, rundet das den Film ab. Natürlich kommen auch hier und da ein paar Längen auf und der Film wäre mit ein paar Straffungen noch besser gewesen. Und im Vergleich zu „Bronson“ hat sich der Film aus humoristischen und auch audiovisuellen Stichpunkten ein wenig zu konventionell und zu ernst angefühlt. Aber mir hat er gefallen und ist bis dato, wenn ich mal von der in diesem Jahr veröffentlichten Neuauflage des DC-Animated von 2009 „Wonder Woman“ absehe, das Beste, was ich in diesem Jahr direkt fürs Heimkino gesehen habe.

„Shot Caller“ - My First Look – 8/10 Punkte.
"Weiter rechts, weiter rechts ! ..... "

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8153
Atomic Blonde

"Mr. Gorbachev, tear down this wall!", ward grad gesprochen, da informiert der bunt beschmierte Bildschirm, dass dies eine andere Geschichte sei. Regisseur David Leitch blickt mit "Atomic Blonde" von 2017 zwar auf das Berlin im November des Jahres 1989 zurück, doch sein Blick gleitet am bekannten historischen Zeitgeschehen vorbei. Irgendwo in einer Gasse wird plötzlich ein Mann von einem Auto mehrmals brutal gegen einen anderen Wagen gerammt, bis auch der letzte Knochen in seinem Körper zermalmt ist. Dann ein harter Cut. Eine bildschöne Blondine steigt mit ihrem von Blutergüssen übersäten Körper aus der eisgekühlten Badewanne. Im Hintergrund läuft "Cat People" von David Bowie. Die Frau ist MI6-Agentin, und nun dazu genötigt, in einem Verhör ihre Berlin-Mission der letzten Tage zu rekonstruieren. Damit wären alle Ingredienzien für die folgenden zwei Stunden etabliert: Gewalt, Stil und Synthie-Pop.

"Atomic Blonde" basiert eigentlich auf der Graphic Novel "The Coldest City", hat für die Schwarzweiß-schraffierte Optik seiner Vorlage jedoch kaum etwas übrig. Eher präsentiert er sich in luxuriösen Edelstahl-Farben, grell, unterkühlt, exzentrisch. Leitch erzählt seine Spionage-Handlung von der Agentin Lorraine, die in Berlin eine Liste aufspüren muss, hinter der neben den Engländern auch die Amerikaner, Franzosen, Russen und natürlich die Stasi her sind, mit unbedingtem Stilwillen und einer filmisch exakten Nachahmung der New Wave Ära. Berlin erstrahlt in überästhetisiert kühlen Grau und Violett Tönen, und erschafft so mit der schlagkräftig schweigsamen Protagonistin und dem düsteren Agentenplot, in dem jeder jeden zu täuschen gedenkt, den kinematografisch getakteten Film Neon Noir. Atmosphärisch unglaublich dicht entfaltet sich das Script von Kurt Johnstad als verwinkelte Erzählstruktur, die einerseits eine Verbindung der druckvollen Nahkampf-Actionszenen sein soll, andererseits aber mit einem eigenen Sujet aufwartet und in ihrer undurchsichtigen Art zu fesseln weiß. Gerade Protagonistin Lorraine bleibt ebenfalls undurchschaubar, ihre Gedanken und Motive uneinsichtig, ihre Funktion als subjektive Erzählerin der Rückblenden-Handlung gar anzweifelbar, was sich in Folge in einer Vielzahl an (Ver-)Wirrungen immer wieder von neuem entlädt. Die beständig eingeworfenen historischen Aufnahmen vom Mauerfall ("Hasselhoff is in town") bieten den argumentativen Hintergrund für die existentialistischen Dialogzeilen rund um Verrat und Loyalität, geben aber auch die Chronologie der Entmythologisierung der Akteure vor. Je näher der Fall der Mauer kommt, umso näher kommt auch der Fall der Masken, welche die Charaktere tragen.

Doch bei "Atomic Blonde" ist der Stil zu jedwedem Zeitpunkt der Taktgeber, und nirgendwo wird das deutlicher als bei der Songauswahl. Wave-Hörer der 80er erleben eine Vielzahl an nostalgischen Momenten, wenn "Blue Monday" von New Order, "Fight The Power" von Public Enemy, "Under Pressure" von Bowie und Queen, "London Calling" von The Clash oder "Behind The Wheel" von Depeche Mode ertönen und der Film sich ganz ihrem jeweiligen Takt unterordnet. Auch die zeitgemäße Neue Deutsche Welle wird zitiert, ob Nenas "99 Luftballons" einen blutig-tödlichen Twist erhält oder "Major Tom" von Peter Schilling mit ungeahnter soundtechnischer Tiefe daherkommt, die Leinwand scheint sich stets pulsierend der Musik hinzugeben und geht in Wirkung und Ausstrahlung eine beinahe hypnotische audiovisuelle Symbiose ein, die alleine schon verlockend genug ist, sich der Comic-Strip-artigen Inszenierung voll und ganz hinzugeben. Wem das nicht reicht, der bekommt mit Charlize Theron in der Hauptrolle eine atemberaubende Performance geboten, die voller Körperlichkeit und gefährlicher Sinnlichkeit ist. Theron ist so gut, dass sie stets in nur kurzen Momenten die emotionalen Abgründe ihrer Figur bloß anzudeuten braucht, um ehrfürchtiges Staunen eimzuheimsen. Neben ihr wirken ihre Co-Stars Toby Jones, James Faulkner, Eddie Marsan oder John Goodman wie pure Staffage, einzig James McAvoy als diabolischer Verbindungsmann und Sofia Boutella als naive Bettgespielin können neben ihr bestehen. Speziell für deutsche Kinobesucher aber dürfte ein Kurzauftritt Til Schweigers als Uhrenmacher gewaltiges Kultpotenzial besitzen.

Theron ist sogar so gut, dass sie nicht nur glaubhaft auf der Leinwand Zigaretten qualmt, Vodka schlürft, Frauen vernascht und Geheimnisse aufdeckt, sondern auch in den explosiv-energetischen Nahkämpfen hinreißend ausschaut, trotz der Brutalitäten. Unter Leitch bekommt Brutalität glatt eine neue Bedeutung. Seine wenigen, aber wahnsinnig effektiven Kämpfe und Verfolgungsjagden heben sich auch filmisch vom restlichen Geschehen ab. Der Soundtrack verstummt und der sonst dominierende Pulp-Ästhetizismus weicht fast schon dokumentarisch gestalteten Nahaufnahmen und poetischen Plansequenzen, in denen die staatlichen Auftragsmörder sich mit allerlei tödlichen Accessoires, vom Lampenschirm bis zum Stiletto, blutig bearbeiten. Am eindrucksvollsten gerät eine 10 minütige Kamerafahrt durch ein Betongebäude, in welchem Theron und mehrere KGB-Schergen sich in drastisch gewalttätiger Härte gegenseitig zu Klumpen verarbeiten, ehe sie mit ihren entstellten, geschundenen Körpern weniger gegen ihren Feind und nur mehr gegen die Schwerkraft und Erschöpfung ankämpfen. In dieser Hinsicht wartet Leitch mit dem einvernehmendsten Zweikampf auf, den das Actionkino seit Jahren gesehen hat. Gerade diese Unvermitteltheit, die ruckartig einsetzende Plastizität, gibt den Actionszenen eine unerwartete Dynamik, die für das Genre langfristig eine waschechte stilistische Bereicherung sein könnte und verleiht "Atomic Blonde" eine unverwechselbare cineastische Identität.

Fazit: Zwei Zähne unter anderem sollen Theron die Stuntarbeiten für den furiosen Actionfilm gekostet haben. "Atomic Blonde" ist ihr Film, eine One Woman Show in exzessiver 80er Neon Optik mit Kalter Kriegs Atmosphäre, unterlegt mit Wave Music und Synthie-Pop. "Atomic Blonde" ist zudem grandiose Action-Kunst und darin derzeit konkurrenzlos, spätestens wenn Lorraine und ihr Gegner als Silhouetten vor der Leinwand eines Andrei Tarkowsky Films kämpfen, stehen alle Münder im Kinosaal offen. Und "Atomic Blonde" ist bei aller Optik und Gestus auch ein Film über Berlin und seinen Spirit, seine Quintessenz. Wie sang schon so schön einst Ideal? "Musik ist heiß, das Neonlicht strahlt. Irgendjemand hat mir 'nen Gin bezahlt, die Tanzfläche kocht, hier trifft sich die Scene, ich fühl' mich gut, ich steh' auf Berlin!"

8/10
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Re: Zuletzt gesehener Film

8154
iHaveCNit: Logan Lucky (2017)

Ich weiß nicht mehr genau, was ich davon gehalten und gedacht habe, als ich damals ein Bild von Daniel Craig in Knacki-Klamotten und wasserstoffblonden Haaren gesehen habe. Auf jeden Fall war klar, dass ich mir „Logan Lucky“ aufgrund seiner Beteiligung ansehen werden. Ich verstehe es nicht, warum ein Steven Soderbergh als Regisseur immer wieder betont, sich zurückzuziehen und nichts mehr zu machen, aber dann doch wieder zurückkommt. Gibt genug andere Regisseure, die sich zwischen einzelnen Projekten viel Zeit lassen, ohne großes Trara um „Karriereende“ und „Comeback“ zu generieren. Zumindest sorgt das natürlich für großes Medienecho. Unabhängig davon nähert sich Soderbergh mit „Logan Lucky“ wieder einem klassischen und starbesetzten Gaunerstück an, der mir sehr viel Spaß im Kino bereitet hat.

Jimmy Logan verliert seinen Job auf einer Baustelle und er hadert mit der Trennung von seiner Frau und seiner Tochter. Er schmiedet mit seinem Bruder Clyde und seiner Schwester Mellie einen Plan zum Raub von viel Geld bei einem großen Nascarrennen auf dem Charlotte Motor Speedway, dessen Ausbau des Kellernetzes zuletzt der Job von Jimmy war. Als Sprengstoffexperten holen sie sich den verrückten Knastbruder Joe Bang ins Boot.

Die klassische Robin-Hood-Geschichte. Ein Heist-Movie mit bürgerlichen und bodenständigen Figuren, die quasi ihre alltäglichen Probleme lösen möchten. Das erinnert mich vor allem im Vergleich zum diesjährigen Neowestern „Hell Or High Water“, der mit seinem ernsteren Unterton etwas besser als „Logan Lucky“ ist. Logan Lucky entpuppt sich als routiniertes Gaunerstück, wenn man sich die Erfahrung Soderberghs durch seine Oceans-Filme in Erinnerung ruft. Natürlich sind Gaunerstücke extrem beliebte Geschichten, aber in ihrem Ablauf klar strukturiert. So benötigt jeder neue Film in diesem Hinblick etwas, um sich aus der Masse hervorzuheben und über lange Zeit im Gedächtnis zu bleiben. Vor nicht allzu langer Zeit hat uns ja Edgar Wright mit „Baby Driver“ durch eine audiovisuell perfekt abgestimmte Inszenierung aus der Masse abgehoben. Wodurch hebt sich nun „Logan Lucky“ aus der Masse ab ? Ich würde sagen, dass er sich durch einen Teil der Besetzung abheben kann. Man spürt bei Daniel Craigs Joe Bang wieviel Spaß Craig dabei wohl hatte und dieser spaß überträgt sich auf den kompletten Film, weil auch Channing Tatum und Adam Driver als Brüder wunderbar funktionieren und einige Nebencharaktere auch exzellent verschrobene Charaktere zu bieten haben, so z.B. Seth MacFarlane. Aber auch der Rest des Casts hat sich schon im Vorfeld für mich relativ gut angehört, und auch im Film bestätigt: Riley Keough, Katie Holmes, Katharine Waterston, Hilary Swank, Sebastian Stan, usw. Der Film hat natürlich auch einen coolen Look zu bieten, durch die Inszenierung, die Farben, die Kostüme. So temporeich wie es auf der Rennstrecke zugeht, kann der Film stellenweise nicht ganz mithalten. Und der Film muss es nun der Zeit überlassen, ob er sich in seinem Genre als Genreklassiker bewähren kann oder in der Masse untergeht. Ich auf jeden Fall hatte meinen Spaß mit Logan Lucky !

„Logan Lucky“ - My First Look – 8/10 Punkte.
"Weiter rechts, weiter rechts ! ..... "

Re: Zuletzt gesehener Film

8156
Fand den immer enttäuschend platt und banal. "Drugs are bad, mkay" ist mir als Aussage schlicht zu wenig für den Aufwand und ob man das ganze so manipulativ erzählen und inszenieren muss... eigentlich nicht. Als Schulfilm bestimmt gut geeignet, aber aus empathischer Sicht für mich zu leer und bedeutungslos. Was wohl auch daran liegt, dass die Charaktere allesamt austauschbare Stereotypen, leblose Klischees sind, und Aronofsky sich gar nicht die Zeit nimmt, ihre Psyche abseits der Einwirkung der Drogen auf ihren Körper zu erforschen. Er nimmt sie und ihre Drogensucht nicht ernst, er hat kein Verständnis dafür, alles läuft auf den Fall hinaus. In jeder Hinsicht ist "Trainspotting" von Danny Boyle der um Welten bessere und befriedigendere, weil reifere und authentischere Film, der WIRKLICH die nackte Realität einfängt, wo "Requiem for a dream" nur belehren will.
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Re: Zuletzt gesehener Film

8157
Casino Hille hat geschrieben:Fand den immer enttäuschend platt und banal. "Drugs are bad, mkay" ist mir als Aussage schlicht zu wenig für den Aufwand und ob man das ganze so manipulativ erzählen und inszenieren muss... eigentlich nicht. Als Schulfilm bestimmt gut geeignet, aber aus empathischer Sicht für mich zu leer und bedeutungslos. Was wohl auch daran liegt, dass die Charaktere allesamt austauschbare Stereotypen, leblose Klischees sind, und Aronofsky sich gar nicht die Zeit nimmt, ihre Psyche abseits der Einwirkung der Drogen auf ihren Körper zu erforschen. Er nimmt sie und ihre Drogensucht nicht ernst, er hat kein Verständnis dafür, alles läuft auf den Fall hinaus. In jeder Hinsicht ist "Trainspotting" von Danny Boyle der um Welten bessere und befriedigendere, weil reifere und authentischere Film, der WIRKLICH die nackte Realität einfängt, wo "Requiem for a dream" nur belehren will.
Ich find ihn gerade so "verstörend", weil er eben wie du sagst einfach platt war. Da ist der junge Typ, der sich ab und zu mal nen Joint dreht oder ne Tablette einwirft und dank seinem Kumpel die Chance bekommt eine Drogenkarriere zu starten, in dem sie Koks strecken. Harry driftet ab, wird zum Junkie, macht seine Freundin zum Junkie und weil sowas NATÜRLICH nie auf Dauer gut geht bekommen sie Geldprobleme. Und so weiter. Wirklich "interessant" fand ich nur die Drogenkarriere seiner Mutter.
Das ist halt gegen Ende alles total ins Extreme ausgeartet und ich fands irgendwann auch einfach nur noch eklig. Würde den Film jetzt auch nur als mittelmäßig einstufen und muss ihn jetzt aus mehreren Gründen nicht nochmal sehen.
The name's Bond, James Bond.

Re: Zuletzt gesehener Film

8159
iHaveCNit: Die Frau des Zoodirektors (2017)

Im Mai kam noch ein weiterer Film ins Kino, den ich aufgrund anderer Termine nicht sehen konnte und daher im Heimkino nachholen wollte. Hierbei handelt es sich um „Die Frau des Zoodirektors“, der nicht nur aufgrund seiner Hintergrundgeschichte als Historiendrama für mich interessant war, sondern auch aufgrund von der Beteiligung von Jessica Chastain und Daniel Brühl in Hauptrollen.

Das Ehepaar Dr. Jan Zabinska und Antonina Zabinska leiten den Warschauer Zoo zu Zeiten des zweiten Weltkriegs. Die beschauliche Idylle des Tierparks holt die bittere Realität natürlich auch ein, als Fliegerbomben Teile des Tierparks in Schutt und Asche legen. Große Teile von Warschau und der Zoo werden von den deutschen Truppen besetzt und die Zabinskas müssen sich dem deutschen Zoologen Lutz Heck unterordnen. Während sich unzählige Juden im Warschauer Ghetto befinden und den Abtransport fürchten müssen, treffen die Zabinskas eine riskante Entscheidung, indem sie immer wieder jüdische Flüchtlinge bei sich im Zoo unterbringen und vor der Verfolgung schützen und verstecken.

Der Film hat natürlich ein großes Problem, indem ihm nicht nur die inszenatorische Raffinesse, sondern auch die Wucht eines „Schindlers Liste“ fehlt, der irgendwie thematisch für mich ähnlich liegt, auch wenn Beides natürlich auf wahren Begebenheiten fußt. Aber das Setting, in das uns der Film wirft ist natürlich sehr authentisch und sorgt für die richtige und stimmige Atmosphäre. Naturlich sorgen auch hierfür die Kostüme und die Ausstattung sowie die Gestaltung des Zoos mit den ganzen Tieren, bei denen für mich nicht erkennbar war, ob es sich um echte Tiere oder computergenerierte Effekte gehandelt hat. Der Film hat darstellerisch natürlich mit Daniel Brühl ein deutsches Schwergewicht zu bieten, der hier sehr routiniert den zwielichtigen Charakter abgibt. Die große Offenbarung in vielen Facetten ist für mich aber wieder Jessica Chastain, die sehr engagiert alles gibt und für mich wieder mal zeigt, warum sie eine meiner Lieblingsdarstellerinnen ist.Die Dramatik der Geschichte bekommt natürlich in einigen Sequenzen eine gewisse emotionale Tragweiten, die mich das ganze dann doch gefühlsmäßig mitfühlen lässt. Für Freunde von Historiendramen ist der Film sicherlich etwas !

„Die Frau des Zoodirektors“ - My First Look – 7/10 Punkte.
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Re: Zuletzt gesehener Film

8160
Casino Hille hat geschrieben:Eine vernünftige Ansicht. Kennst du "Trainspotting"?
Den Titel hab ich schon mal gehört, aber ich könnte dir jetzt nicht sagen um was es geht. Werd mir gleich mal den Trailer anschauen.

EDIT: Okay, hört sich ganz gut an. Auf jeden Fall scheint Trainspotting mehr zu erzählen als Requiem for a dream.
The name's Bond, James Bond.