Casino Hille hat geschrieben: 8. Dezember 2025 01:21Genau, in den Multiplex Kinos ist die Zeit stehen geblieben, aber im Metropolis oder Abaton, in dem man buchstäblich das Kino einer vergangenen Ära repliziert und die Zeit quasi absichtlich angehalten hat, da geht man dann im Gegenzug gerne hin. Ist klar.

Hab es ja erklärt.
Ins Metropolis oder Abaton geht man aus anderen Gründen - nicht wegen des neuesten Dolby-Atmos-Sounds oder sonstigen technischen Updates.
Aber gerne nochmal:
Der Zweck eines Multiplexxes ist Massenabfertigung. Und genau die braucht die Kinobranche, um nicht rumzukrebsen.
Wenn aber diese Multiplexxe abgerockt sind, macht das keinen Spaß.
Das Metropolis ist nicht abgerockt. Da ist auch nicht die Zeit stehengeblieben, sondern da wird bewusst eine Tradition gepflegt, z.B. durch Vorstellungen von Filmkopie (statt digital).
Um in der gleichen Straße zu blieben: im Cinemaxx Dammtor wird gar nichts gepflegt. Da geht's weder um Tradition noch Moderne. Das ist einfach nur ein Laden, der vor sich hin gammelt und gefühlt null Anspruch ans Nichts hat.
Was ich von Anfang an sage, ist, dass es wieder als cool empfunden werden muss ins Cinemaxx oder ins UCI zu gehen.
Aber das passiert nicht allein durch gute Ware aus Hollywood (mit oder ohne den Verkauf von Studios), sondern nur durch Orte, die einladend sind. in denen man sich gerne aufhält. Und dazu gehört das Cinemaxx nicht.
Warum sind Vorstellungen der selben Filme in den Astor-Kinos (HafenCity und Savoy) gut besucht, während in den Multiplexxen die Säle leer sind?
Und das, obwohl dort sogar die Eintrittspreise höher sind? (Ist ne rhetorische Frage

)
Casino Hille hat geschrieben: 8. Dezember 2025 01:21Sorry, aber das ist für mich Zynismus, in einem langen Beitrag am Ende den Buhmann bei den Kinobetreibern zu finden (trotz des Zusatzes, es gäbe noch andere Gründe).
Natürlich tragen die Kinobetreiber dazu bei.
Es gibt gut laufende Häuser, die verstanden haben wie man ein Publikum anspricht, und schlecht laufende Häuser.
Ist wie in jeder Branche. In derselben Straße kann es ein Restaurant geben, was jeden Tag gut besucht ist, und direkt nebenan eins, in dem man immer viele leere Tische sieht. Selbst wenn beides Italiener sind und eine ähnliche Speisekarte haben.
Und so tragen die schlecht geführten Kinos zur Gesamtsituation bei.
Und ja, wie du erwähnt hast, habe ich nie behauptet, dass die Kinos allein Schuld an der Misere sind.
Aber erst, wenn es eine solche Misere gibt, fällt auf, welche Häuser eigentlich nur überlebt haben, weil sie sich auf Erfolge aus Hollywood verlassen haben, und welche es geschafft haben ein Stammpublikum aufzubauen.
Casino Hille hat geschrieben: 8. Dezember 2025 12:25
Der Mehrwert von Kino ist immateriell, den versteht man, weil man so sozialisiert wird oder eben nicht.
Mir kann kein Kino dieser Welt den Komfort meiner eigenen vier Wände bieten und die Qualität des Filmgenießens ist daheim ebenfalls höher, ich geh aber trotzdem hin.
Hängt davon ab, was man als "Mehrwert" definiert.
Bei mir wäre es z.B. "einen Film mit vielen Fremden in einem großen Raum sehen". Das hat eine ganz andere Dynamik als zuhause.
Zuhause schaue ich kaum Filme.
Auch vereinnahmen mich Filme viel intensiver als zuhause. Macht einfach grundsätzlich mehr Spaß.
Und es spielt überhaupt keine Rolle, ob es sich um einen Mainstream-Spektakel-Film handelt, oder eine Doku über Ameisen. Für beides gehe ich ins Kino. Diesen Gedanken, dass sich nur "Avatar" und Co. im Kino lohnen, habe ich noch nie verstanden.
Überhaupt die Dynamik eines Publikums: Es geht ja um Aktion und Reaktion beim Kino. Ich will ja Zuschauer im Saal ja spüren wie die anderen Leute reagieren. Ob es nun angespannte Stille ist, oder lautes Lachen. Ein Gemeinschaftsgefühl erzeugen mit Menschen, die evtl. komplett andere Vorstellungen vom Leben haben als ich, sich aber für denselben Film entschieden haben, oder fürs selbe Theaterstück oder dasselbe Konzert.
Casino Hille hat geschrieben: 8. Dezember 2025 11:28Dann bleibt es bei den 2-3 Hinguckern pro Jahr, und für alles andere reicht Streaming.
Wenn die Leute in Deutschland im Schnitt 2-3 mal im Jahr ins Kino gingen, wäre die Misere (zumindest hierzulande) schon vorbei.
2x wurde zuletzt 2001 erreicht, 3x in den 60ern.
Und jetzt, um es nochmal klarzustellen: Wenn der Netflix-Warner-Deal so durchkommt, wäre das mehr als Schlimm für die gesamte Branche (außer für Netflix).